Welt der unge­nutz­ten Mög­lich­kei­ten

Welt der unge­nutz­ten Mög­lich­kei­ten

1 Okt 2018 6 Von Stirzeltuff

Wir haben alle Mög­lich­kei­ten unse­ren Pla­ne­ten zu einem fried­li­chen, freund­li­chen und krea­ti­ven Ort für alle Men­schen zu machen. Statt­des­sen füh­ren wir stän­dig Krie­ge, betrü­gen und berau­ben uns gegen­sei­tig und ver­skla­ven und miss­brau­chen die Schwa­chen.

Doch war­um tun wir das?

Ein Baum mit vielen Ästen und Zweigen ähnlich eine r BirkeAlles, was eine fried­li­che und freund­li­che Welt benö­tigt, ist bereits im Über­maß vor­han­den: Trink­was­ser, frucht­ba­rer Boden, Mine­ra­li­en, Erze sowie ande­re wich­ti­ge Res­sour­cen. War­me, hei­ße, kal­te, tro­cke­ne und feuch­te Zonen umspan­nen den Erd­ball. Sie sind der Motor zur stän­di­gen Rege­ne­ra­ti­on der Erd­at­mo­sphä­re und der Mee­re.

Hun­gers­nö­te müss­te es nicht geben, denn es gibt mehr als genug Anbau­flä­chen, die zur Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on geeig­net sind. Wenn trotz­dem in Tei­len der Welt Nah­rungs­man­gel herrscht, liegt das nicht dar­an, dass wir even­tu­ell zu wenig davon haben, son­dern ver­schwen­de­risch damit umge­hen, Ver­tei­lungs­pro­ble­me haben oder aus unter­schied­li­chen Grün­den Pro­fit-, Macht- und Miss­wirt­schaft damit betrei­ben.

Die für unse­re Ener­gie­ge­win­nung wich­ti­gen fos­si­len Roh­stof­fe Erd­öl und Koh­le erzeu­gen in unse­rer glo­ba­li­sier­ten, indus­tria­li­sier­ten Welt enor­me Ver­schmut­zung und sind des­halb als zukünf­ti­ge Ener­gie­trä­ger unge­eig­net. Wenn wir woll­ten, könn­ten wir bereits heu­te größ­ten­teils auf sie zur Ener­gie­ge­win­nung ver­zich­ten. Doch da sie nach wie vor ein gutes Geschäft sind, geben wir sie nicht auf.

Die moder­nen Tech­ni­ken und Metho­den zur Nut­zung der umwelt­freund­li­chen, rege­ne­ra­ti­ven und roh­stoff­un­ab­hän­gi­gen Ener­gie­quel­len (Wind, Was­ser, Son­ne, Wel­len, Erd­wär­me) sind inzwi­schen weit ent­wi­ckelt und im grö­ße­ren Rah­men ein­setz­bar. Platz­man­gel gibt es eben­falls nicht. Die Vor­aus­set­zun­gen sind somit gege­ben.

Eigent­lich haben wir kei­ne Grün­de mehr uns zu strei­ten, gegen­sei­tig zu bekämp­fen, zu betrü­gen, aus­zu­nut­zen oder umzu­brin­gen, denn für jeden ist genug da. Was ist also die Ursa­che für unse­re Unfä­hig­keit, auf brei­ter Basis freund­lich und fried­lich mit­ein­an­der aus­zu­kom­men?

 

Kei­ne Lust auf Ver­än­de­rung

Manch­mal bezeich­nen wir die Idee einer rund­um fried­li­chen Welt als unrea­lis­tisch, lang­wei­lig oder sogar auch gefähr­lich. Denn damit eine sol­che Welt wahr wer­den könn­te, müss­ten wir unser Ver­hal­ten ändern, auf unse­re lieb gewon­ne­nen Gewohn­hei­ten ver­zich­ten und uns für Neue und Frem­des öff­nen – wor­an wir abso­lut kein Inter­es­se haben. Wir haben eine instink­ti­ve Abnei­gung gegen alles, was sich irgend­wie nach dem Wort „Welt­frie­den“ anhört, denn die­ser Begriff ist ver­pönt und hat die glei­che nega­ti­ve Kono­ta­ti­on wie das Wort „Gut­mensch“. Wir soll­ten uns schä­men.

Unse­re Unfä­hig­keit und unser Unwil­le als Mensch­heit, Indi­vi­du­en und Gesell­schaf­ten sind daher das Pro­blem, und nicht die Wirt­schafts- oder Gesell­schafts­sys­te­me. Die­se funk­tio­nie­ren nur so gut, wie wir es zulas­sen. Und je offe­ner ein Sys­tem ist, des­to ein­fa­cher lässt es sich miss­brau­chen.

Gäbe es ein Gesell­schafts­sys­tem, das ein fried­li­ches und krea­ti­ves Zusam­men­le­ben aller Men­schen garan­tiert oder erzwingt, hät­te es sich schon längst im Lau­fe der Mensch­heits­ge­schich­te in irgend­ei­nem Teil der Erde her­aus­kris­tal­li­siert und von dort aus auf die gesam­te Welt über­tra­gen, denn das, was am bes­ten funk­tio­niert, setzt sich letzt­end­lich auch durch.

Denn die Natur (die Evo­lu­ti­on) fin­det im Lau­fe der Zeit immer die bes­te und sta­bils­te Lösung. Die­ses Prin­zip kann auf die mensch­li­che Zivi­li­sa­ti­on über­tra­gen wer­den (die nichts ande­res ist, als eine wei­ter­füh­ren­de Evo­lu­ti­on). Doch das ist nie gesche­hen — des­halb scheint es ein Sys­tem, das alle Pro­ble­me der Mensch­heit löst, nicht zu geben. Offen­bar liegt es an der Mensch­heit selbst, dass die Welt in einem so schreck­li­chen Zustand ist.