Welt der ungenutzten Möglichkeiten

Welt der ungenutzten Möglichkeiten


Wir haben alle Möglichkeiten unseren Planeten zu einem friedlichen, freundlichen und kreativen Ort für alle Menschen zu machen. Stattdessen führen wir ständig Kriege, betrügen und berauben uns gegenseitig und versklaven und missbrauchen die Schwachen.

Doch warum tun wir das?

Ein Baum mit vielen Ästen und Zweigen ähnlich eine r BirkeAlles, was eine friedliche und freundliche Welt benötigt, ist bereits im Übermaß vorhanden: Trinkwasser, fruchtbarer Boden, Mineralien, Erze sowie andere wichtige Ressourcen. Warme, heiße, kalte, trockene und feuchte Zonen umspannen den Erdball. Sie sind der Motor zur ständigen Regeneration der Erdatmosphäre und der Meere.

Hungersnöte müsste es nicht geben, denn es gibt mehr als genug Anbauflächen, die zur Lebensmittelproduktion geeignet sind. Wenn trotzdem in Teilen der Welt Nahrungsmangel herrscht, liegt das nicht daran, dass wir eventuell zu wenig davon haben, sondern verschwenderisch damit umgehen, Verteilungsprobleme haben oder aus unterschiedlichen Gründen Profit-, Macht- und Misswirtschaft damit betreiben.

Die für unsere Energiegewinnung wichtigen fossilen Rohstoffe Erdöl und Kohle erzeugen inzwischen enorme Verschmutzung und sind deshalb als zukünftige Energieträger ungeeignet. Wenn wir wollten, könnten wir bereits heute größtenteils auf sie zur Energiegewinnung verzichten. Doch da sie nach wie vor ein gutes Geschäft sind, halten wir daran fest.

Die modernen Techniken und Methoden zur Nutzung der umweltfreundlichen, regenerativen und rohstoffunabhängigen Energiequellen (Wind, Wasser, Sonne, Wellen, Erdwärme) sind inzwischen weit entwickelt und im größeren Rahmen einsetzbar.

Platzmangel gibt es ebenfalls nicht. Die Voraussetzungen sind somit gegeben.

Eigentlich haben wir keine Gründe mehr uns zu streiten, gegenseitig zu bekämpfen, zu betrügen, auszunutzen oder umzubringen, denn für jeden ist genug da. Was ist also die Ursache für unsere Unfähigkeit, auf breiter Basis freundlich und friedlich miteinander auszukommen?

 

Keine Lust auf Veränderung

Manchmal bezeichnen wir die Idee einer rundum friedlichen Welt als unrealistisch, langweilig oder sogar auch gefährlich. Denn damit eine solche Welt wahr werden könnte, müssten wir unser Verhalten ändern, auf unsere lieb gewonnenen Gewohnheiten verzichten und uns für Neue und Fremdes öffnen – worauf wir absolut keine Lust haben. Wir haben eine instinktive Abneigung gegen alles, was sich irgendwie nach dem Wort „Weltfrieden“ anhört, denn dieser Begriff ist verpönt und hat die gleiche negative Konotation wie das Wort „Gutmensch“. Wir sollten uns schämen.

Unsere Unfähigkeit und unser Unwille als Menschheit, Gesellschaften und Individuen sind daher das Problem, und nicht die Wirtschafts- oder Gesellschaftssysteme. Diese funktionieren sowieso nur so gut, wie wir es zulassen. Und je offener ein System ist, desto einfacher lässt es sich missbrauchen.

Gäbe es ein Gesellschaftssystem, das ein friedliches und kreatives Zusammenleben aller Menschen erzeugt, hätte es sich schon längst im Laufe der Menschheitsgeschichte in irgendeinem Teil der Erde herauskristallisiert und von dort aus auf die gesamte Welt übertragen, denn das, was am besten funktioniert, setzt sich letztendlich auch durch.

Denn die Natur (die Evolution) findet im Laufe der Zeit immer die beste und stabilste Lösung. Dieses Prinzip kann auf die menschliche Zivilisation übertragen werden (die nichts anderes ist, als eine weiterführende Evolution). Doch das ist nie geschehen und deshalb scheint es ein System, das alle Probleme der Menschheit löst, nicht zu geben. Offenbar liegt es an der Menschheit selbst, dass die Welt in einem so schrecklichen Zustand ist.

Letzte Änderung: 7/08/19

6 Gedanken zu “Welt der ungenutzten Möglichkeiten”

  1. Hallo, vorab möchte sagen, dass ich deine Texte sehr interessant und hilfreich finde. Die regen immer zum nachdenken an!

    Hast du vielleicht ein paar Tipps, was man dafür tun sollte?

    lg Édith

    • Hallo Edith,

      tja, ich glaube, das ist das Problem. Ich befürchte, dass es da kein „Rezept“ gibt. Wir können es nicht erzwingen. Eine Lehre oder Technik, die uns Menschen bewusster, verantwortlicher und empathischer macht, scheint es nicht zu geben. Bestenfalls vorübergehend oder scheinbar. Ich vermute, dass die Menschheit sich in einem Entwicklungsprozess befindet, auf den wir als Einzelne so gut wie keinen Einfluss haben.
      Vielleicht sollten die Menschen, die bereits bewusster, verantwortlicher und empathischer sind, versuchen auf die weniger bewussten/empathischen Menschen einzuwirken. Mit Verständnis und Klugheit. Ob und wie das geht, weiß ich allerdings nicht. Doch ich glaube, es ist die einzige Möglichkeit.
      Darüber hinaus können wir nur darauf vertrauen, dass sich im Laufe der Jahrhunderte das durchschnittliche Bewusstsein/die durchschnittliche Empathiefähigkeit aller Menschen nach und nach erhöht.
      Dieser Prozess ist bereits seit Jahrtausenden am Laufen (vermute ich) und er wird in den nächsten Jahrhunderten signifikante Verbesserungen des allgemeinen moralischen und ethischen Klimas in der Welt erzeugen. Das ist aber nur eine aus Hilflosigkeit, Optimismus und Gutmenschentum geborene Hoffnung.

      Gruß Micha

  2. Hallo Edith & Michael,
    vielleicht passen jahrzehntelange Erlebnisse, Erfahrungen hier in unserer Wohnanlage zu Euren Gedanken. Es sind Mikrokosmos-Themen, die man aber übertragen darf auf den Makrokosmos.

    Im Westen werden seit ca. 17 Jahren sehr viele Waren aus Asien wegen der dortigen tiefen Löhne viel zu billig verkauft. Es wirkt sich sogar auf unseren Müll negativ aus. Wir schmeißen Gutes leichten Herzens weg. Und weil viele von uns zu wenig Zeit haben und überhaupt überanstrengt sind, wollen wir nicht warten, bis z.B. eine Sammlung stattfindet; wir werfen dann teures Material und mit großer Mühe hergestellte noch brauchbare Dinge in die Restmülltonne, wollen nicht mal schön sortieren. Einkaufen gehört zu den beliebtesten Hobbys, also wird Neues gekauft und fast nichts mehr repariert.
    Meine besten Freunde hier in der Nachbarschaft sind chinesische Familien, durch die ich viel gelernt habe.
    Sie fliegen jedes Jahr in ihre frühere Heimat und zwar in ein Industriegebiet. Schon bei der Landung im Flughafen haben sie das Gefühl, nach Luft schnappen zu müssen, dass ihre Welt dort von Jahr zu Jahr vergifteter ist.
    Wegschmeißen hier und Herstellen dort und hier ist eine verflixte Sache.
    Barfüssige Kinder in Afrika verletzen sich an unserem Elektromüll und ihre Väter basteln sich Unfallträchtiges aus unserem Weggeschmissenen, das per Schiff in diesen Kontinent schon seit Jahrzehnten gebracht wird und sie suchen auch zum Verkauf wertvolle Teile und mitunter wiederum Krankmachendes!
    Es ist zum Schreien. Jedes umweltverderbendes Herstellen hat ein Pendant, nämlich
    riesige Areale von Müll.
    Rentner haben auf breiten Gehsteigen in Württemberg Tische mit „Müll“, mIt großer Mühe
    Hergestelltes , Brauchbares aufstellen dürfen und zugunsten behinderter Kinder dort verkauft.
    Und ein Fußgänger sagte zu ihnen: „Aber jedes Wegwerfen kurbelt doch die Produktion an!!!

  3. Gänsefüßchen vergessen, alle Fehler bitte entschuldigen…..

    Einen Tag lang war ich hoffnungsvoll. Man könnte doch über Langeweile sehr klagende Flüchtlinge bitten, Gutes aus dem Müll zu retten. Also ich wollte wie immer Bittbriefe an maßgebliche Stellen schreiben.
    Aber dann habe ich diese Idee verworfen, weil auch sinnvolles Tun diskriminierend empfunden werden kann. Ein junger Arbeiter, Ausländer, der beruflich mit Müll zu tun hat,
    erhielt eine rigorose Kündigung von der Stadt Bonn, weil er etwas Gutes für Kinder vor dem maschinellen Zusammenpressen und anschließendem Verbrennen gerettet hat.

    Er hatte sich über den Job nach der langen Arbeitslosigkeit sehr gefreut, litt aber dann Tag für Tag an diesem ruinösen Tun, weil ihm immer Familien einfielen, die genau diese Gegenstände
    gebraucht hätten und weil er an seine zerschossene Heimatstadt denken musste.

    Heute waren hier 12 Tassen und noch mehr Teller im Müll obenauf gelegen und kaputte daneben.
    Wir wuschen sie für das morgige erste Nachbarschaftstreffen im Garten und wir haben vor, gemeinsam eine Nachbarschaftszeitung mit ähnlicher Thematik in’s Leben zu rufen.
    Themen, die Du uns vorgegeben hast, danke Michael.
    Vorher haben wir uns so allein und etwas verrückt wegen unserer Gedanken gefühlt.

  4. Aber es gibt auch anderes Hoffnungsvolles hier!
    Eine Familie verbannte ihren Mielestaubsauger in den Keller und kehrt den Laminatfussboden seit 12 Jahren, während sie schöne Musik hört, seit der einzige Teppich gestohlen worden ist.
    Jetzt ist Freude über den Diebstahl des handgearbeiteten hübschen Teppichs eingekehrt!

    Wir haben es in unserer Hand, ob die nächste Generation zwischen vielen Atomkraftwerken in Europa aufwächst.

Schreibe einen Kommentar