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Michael Wolff
menschenplanet@t-online.de


12 Gedanken zu “Impressum”

  1. Lieber Michael,

    Deine Seite ist hochinteressant – meinen herzlichen Glückwunsch. Es gibt sehr viele Menschen, die etwas zu wissen glauben und deshalb mit dem Suchen aufhören. Auf Deiner Seite fühle ich den ganz klaren Geist der Suche; und zwar der Suche nach Wahrheit. Ich glaube, das Geheimnis der Wahrheit ist gar kein Geheimnis, wie ich übrigens in dieser ganzen Schöpfung keine Geheimnisse erkennen kann, außer vielleicht dem Geist als das Geheimnis hinter den (sichtbaren, begreifbaren) Dingen. Unterteilt man die Gedanken technisch also aufgrund ihres Aufbaus, dann ergeben sich sehr einfache Erklärungsmodelle für viele Rätsel, die seit Jahrtausenden immer wieder von großen Denkern und steten Suchern thematisiert wurden. Ich selbst beschäftige mich seit 1990 mit dem Wesen der Natur (das-sein.de) und seit 2006 mit dem Wesen unserer Gedanken. Vielleicht kann ich hier etwas mit meiner Arbeit beitragen. Hier einige Gedanken daraus: Wir denken zum einen in Begriffen, also rational, und wir denken andererseits in Empfindungen, also emotional. Rationale Modelle sind letztlich Entscheidungen, die Dinge in einer bestimmten Art und Weise zu strukturieren, also beschreiben. Rationales Denken ist meiner Meinung nach hauptsächlich das Fällen von Entscheidungen. Rationales Denken ist regel- und formelbasiert und ist eine zivilisatorische Eigenschaft in der ausgeprägten Form, wie wir sie benutzen. Als Gefühle bezeichnen wir das Gegenteil vom Denken. Das kann ich allerdings nicht nachvollziehen, weil der größte Teil unserer konkreten täglichen Denkprozesse gar nicht auf unseren rationalen Modellen basiert. Tatsächlich sind es nur ein sehr kleiner Anteil unserer Gedanken, die auf rationalen Modellen und Regeln basieren. Die meisten unserer Gedanken und ich meine damit echte sehr mächtige Intelligenz, basiert auf die Auswertung von Erinnerungen jeder Art, die wir als Muster ablegen. Emotional denken wir musterbasiert und zwar mit einer affenartigen Geschwindigkeit oder besser in Echtzeit. Eine solche Denkweise setzt eine so hohe Rechenleistung und so ausgefeilte Algorithmen voraus, dass unsere Ratio, die mit etwa 6 bis 8 Gedanken pro Sekunde denkt, sich das gar nicht vorstellen kann. Beim Autofahren mit etwa 160 Km/h auf einer Autobahn, verarbeiten wir etwa 10000 Informationen pro Sekunde. „Unglücklicherweise“ haben diese Art des Denkens per Grundannahme willkürlich zum Un- oder Unterbewusstsein erklärt. Dadurch entsteht die ziemlich unglückliche Situation, dass wir 80 bis 90% unserer Intelligenz dem Unbewussten zuordnen. Aber keine Panik, tatsächlich benutzen wir diese Intelligenz auf ganz natürliche Art und Weise, denn hier versteckt sich der Teil unseres Denkens, den manche als das Denken des Herzens oder den Schopenhauer als den natürlichen Menschenverstand bezeichnete, von dem er sagte: „Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.“
    Die meisten Menschen werden meine Behauptung über das emotionale Denken jetzt so gar nicht nachvollziehen können, weil sie keine rationale, also begrifflich Formel oder Methode für musterbasierte Denken kennen. Wir werten unsere Erinnerungen (Wissen, Erfahrungen, Erkenntnisse usw.) über Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen aus. Hierzu multiplizieren wir Erwartungen mit Eintrittswahrscheinlichkeiten. Dieses Verfahren benutz man bei Risikobetrachtungen. Diese Formel dient aber auch zur „Berechnung“ von Chancen, wobei Risiken eben eine negative Erwartung sind und Chancen eine positive. Berechnet ein solches Risiko formal, also quantitativ, wie es in technischen Anwendungen zum Teil gemacht wird, dann ist das extrem aufwendig. Wir schätzen aber diese Erwartungen und Wahrscheinlichkeiten ständig und ohne Mühe ab. Ich glaube, es ist durchaus kein Zufall, dass wir beim rationalen Denken extrem viel Energie verbrauchen und dass wir emotional praktisch ohne Mühe denken, obwohl wir sehr viel höhere Rechenleistungen, also Informationen pro Sekunde verarbeiten.
    Ein gutes Beispiel für das emotionale Denken zeigt die Aussage:“ Es ist verdächtig ruhig.“ Alle sensorischen Sinne liefern also kein rational auswertbares Signal und trotzdem schaltet sich plötzlich der Verdacht ein.

    Das klingt jetzt womöglich etwas mystisch und ich erinnere daran, dass es sich um ein von mir entwickeltes und keineswegs anerkanntes Lehrwissen handelt. Ganz im Gegenteil! Ich wurde von einem wissenschaftlichen Lektor im Jahre 1999 furchtbar über 4 DIN A4 Seiten beschimpft, weil er meine Behauptung aus meinem Buch nicht nachvollziehen, dass unsere Kommunikation max. etwa 10% aus strukturierte (begrifflicher) Kommunikation besteht. Heute würde diese Aussage wohl kaum noch jemand ernsthaft in Frage stellen. Wahrscheinlich ist der Anteil sogar noch geringer, da der Sprecher seinen Worten eine Bedeutung gibt und auch noch sicherstellen kann, dass seine Worte auch identisch beim Hörer ankommen, aber nicht verhindern kann, dass der Hörer den identischen Worten eine ganz andere und willkürliche Bedeutung gibt.

    Ganz unabhängig davon, wie die Geisteswissenschaften mit diesen Themen umgehen, beschäftigt sich die Physik schon sehr lange mit dem Phänomen des Dualismus, also der physikalischen Zweiteilung der Welt in eine Welt der Körper und eine Welt der Schwingung, eine Fähigkeit, die übrigens bislang nur dem Licht zugeschrieben wurde, mittlerweile aber wohl auch bei allen Formen nachgewiesen oder zumindest untersucht wird.

    Die Welt ist Schwingung!

    Man könnte unsere rationalen und emotionalen Gedanken also mit Musik und Noten vergleichen, die zwar die Musik in einer willkürlichen Art beschreiben aber eben keine Musik sind. Die Welt wäre demnach Schwingung und absolute Wahrheit, während alle rationalen Beschreibungen von ihr eben nur willkürliche Modelle sind.

    Zeichnet man Entscheidungen über Zeit auf, dann entsteht eine Folge von geraden Linien (Phasen ohne Entscheidung) und Winkeln (Entscheidung). Schwingungen bewegen sich Kurven und Kreisen (Wellen). Es ist interessant, dass die Mathematik diesen Übergang von den Linien und Winkeln zu den Kreisen über die sogenannten irrationalen Zahlen (zum Beispiel Pi) vollzieht.

    Der Vollständigkeitshalber möchte ich noch erwähnen, dass es mindestens noch eine Gedankenart geben muss (nach diesem Modell), nämlich die Intuition. Grund für diese Aussage ist, dass wir weder emotional noch rational Verfahren kennen, um neue Gedanken zu berechnen/herzustellen usw.

    Aus dieser nun auch technisch sehr konkreten Definition der Arbeitsweise unserer Gedanken, lassen sich eine ganze Reihe von Phänomenen erklären, die bislang nicht zu erklären waren, wie zum Beispiel den natürlichen Menschenverstand, den ich zusammen mit dem freien Willen als selbstbestimmtes Denken, natürliches Denken, bezeichne.
    Das rationale Denken ist keine natürliche Eigenschaft, sondern eine „Fehlfunktion“ des nicht natürlichen Denkens, das angstbesetzte Denken als Gegensatz zum selbstbestimmten Denken.

    Wir erzeugen rationale Modelle von der Welt, die letztlich mit der Welt (Schwingung) nichts zu tun haben, das erzeugt Angst und durch Angst ändert die Ratio ihre Ausrichtung vom Streben nach Ordnung zum Streben nach Sicherheit, wodurch sich eine Angstspirale ausprägt, die meiner Meinung nach, das furchtbare Durcheinander auf der Welt erzeugt.

    Das Problem mit diesen beiden so modellierten Gedankenarten ist, dass beim rationalen Denken, als zivilisatorische Eigenschaft, die Regeln der formalen Logik streng einzuhalten sind, wenn verallgemeinerbare Ergebnisse herauskommen sollen. Die meisten Menschen kennen aber die formale Logik gar nicht, die übrigens auch die Grundlage des Messens darstellt und seit vielen Jahrhunderten also praxiserprobt ist – ohne zu vergessen, dass es sich um ein menschgemachtes Modellkonstrukt handelt. Die formale Logik oder das Messen sind in drei Phasen unterteilt, die streng einzuhalten sind: 1. Grundannahmen, 2. Messung/Beobachtung und 3. Ergebnis und Zweifel bzw. Fehlerdiskussion.
    Diese einfach klingende Methode ist in der Praxis leider nicht ganz so einfach und es braucht schon einige Monate, bis man diese Arbeitsweise tatsächlich versteht. Zunächst ist festzustellen, dass man nichts messen/beobachten kann, was man nicht kennt. Das liegt daran, dass die Messung und die dazu benötigten „Werkzeuge“ (Instrumente oder auch Modelle) davon abhängen, was man genau messen will. Letztlich heißt das aber, dass die Welt nur das sein kann, was man denkt, was sie ist. Hört sich befremdlich an, begründet sich aber auf dieser sehr grundlegenden Notwendigkeit beim Beobachten und Messen. Richtiges Messen oder verallgemeinerbares Beobachten (verallgemeinerbares rationales Modellieren, logisches rationales Denken) erzwingt aufgrund dieser Notwendigkeit, dass man unterschiedliche Grundannahmen untersucht. Da hört es bei den meisten alltäglichen Denkprozessen wohl schon meistens auf. Beim Messen selbst ist nun die Kunst, dass man tatsächlich misst und nicht seine eigenen Grundannahmen bestätigt. Auch dieser Fehler ist extrem weit verbreitet, sogar in Fachgebieten, die einen wissenschaftlichen Anspruch für sich erheben. Und schließlich ist das Ergebnis einer solchen Messung nicht nur ein Ergebnis, sondern ein Ergebnis und eine Fehlerdiagnose. Der Zweifel gehört also zwingend zum formal logischen Denken dazu.

    Beim musterbasierten Denken ist der Zweifel „tödlich“. Außerdem kommt bei der Wahrnehmung von Empfindungen das Problem hinzu, dass unsere Erinnerungen durch die Schwingung einer Empfindung angeregt werden. Denken aber auch Ängste und Zweifel verfälschen diese Wahrnehmung, weil wir Denken, dass wir fühlen aber nicht fühlen, sondern nur denken. Diese Gedanken lösen aber ihrerseits Gefühle (Erinnerungen) aus usw. Man muss also seine Gedanken (auch Erinnerungen) heilen/lösen/leutern um diese Wahrnehmung sinnvoll zu nutzen.

    Die Intuition ist jedoch die anspruchsvollste Denkweise, wobei ich davon ausgehe, dass Intuition nicht die rationale Reflektion der Emfindung, sondern die Empfindung selbst ist. Wenn also von einer inneren Stimme die Rede ist, dann kann das meiner Meinung nach nur die rationale Reflektion einer Empfindung/Eingebung usw. sein.

    Das hört sich jetzt wahrscheinlich auch sehr mystisch und geheimnisvoll an, ist es aber gar nicht, wenn man sich einige Besonderheiten von Schwingungen vor Augen führt.

    Schwingungen haben die Eigenschaft, dass sie immer eine Schwingung bilden. Ob in einer Tonaufnahme eine Trommel oder ein ganzes Orchester aufgenommen ist, es ist eine Schwingung (Stereosignal). Selbst wenn das ganze Universum aufgenommen würde, so ergäbe sich genau eine Schwingung. Ich gehe deshalb davon aus, dass die ganze Welt aber auch unser Geist letztlich eine Schwingung ist.

    Ich würde mich gerne mit Dir mal so austauschen; vielleicht mal telefonieren oder auch mal einen Kaffee trinken.
    Ich suche Menschen, die sich um Frieden bemühen; hier mal eine Ausarbeitung von mir dazu: https://natuerlicher-verstand.de/Fragen/ZGGWGS.pdf

    Da ich in Blogs nicht so aktiv bin, wäre es mir lieber, wenn dieser Text nicht öffentlich wäre. Aber grundsätzlich ist das auch okay.

    Es würde mich freuen, von Dir zu hören.
    Dir und den Deinen alles erdenklich Gute und eine Wunder-volle Zeit.

    Sebi

    • Hallo Sebi,
      vielen Dank für deinen langen Kommentar bzw. deine ausführliche Ausführung zum Thema „rationales/irrationales Denken.“
      Ich bekomme ja nicht all zu oft Kommentare und die meisten stammen von Spinnern (Verschwörungstheoretikern oder Rassisten etc., die sich über den Mist, den ich hier schreibe, aufregen). Die wenigsten Kommentare haben einen kreativen Charakter und sind deswegen als positives Feedback besonders wichtig.
      Deswegen freue ich mich natürlich sehr über deinen Kommentar, denn ich brauch die Anregung, da ich immer noch an meinen Texten arbeite und sie weiterentwickle. Schon bei der ersten, oberflächlichen Lektüre deines Kommentars habe ich ein paar neue Gedanken gehabt.
      Ich werde ein paar Tage brauchen, um ihn ganz „durchzuarbeiten“ und werde anschließend detailliert auf deine einzelnen „Thesen“ eingehen. Vorher werde ich wohl auch noch „Sind Freiheit, Frieden und Wohlstand für alle Menschen nur ein ewiger Traum?“ durchlesen.

      Ich habe deinen Kommentar nach dem Lesen der ersten paar Sätze gleich freigeschaltet. Erst am Ende schreibst du, dass dir das eigentlich nicht so recht ist. Da du es aber grundsätzlich okay findest, lasse ich es so (auch weil ich Kommentare aus SEO-technischer Sicht gebrauchen kann).

      Eine öffentliche Diskussion ist mir deshalb am liebsten, auf die ich schon Lust habe.

      Also, in ein paar Tagen werde ich ausführlich deinen Kommentar beantworten.

      Bis dahin, liebe Grüße
      Michael

  2. Hi Michael,

    eine Interessante Seite. Beim Lesen einiger deiner Texte oder Meinungen oder wie auch immer kam ich mir manchmal vor als ob sie sich beim Lesen gerade schreiben würden. Ich mache mir seit langer Zeit viele Gedanken über mich und über die Welt. Ich bin zu vielen Meinungen und Auswüchsen über vieles gekommen aber einiges von dem was Du hier schreibst bestätigt einiger meiner Gedanken über mich über meine Mitmenschen und über den Kosmos aus meiner Erfahrung und Realität heraus.
    Ich werde auf jeden Fall Deine Seite in meinen Favoriten ablegen und Deinen Gedanken in Wort und Schrift auf dieser Seite weiter folgen.
    Vielleicht besteht ja irgendwann auch die Möglichkeit sich persönlich auszutauschen.

    Grüße
    Sven

    • Hallo Sven,
      danke für dein großes Lob. Ich versuche mich verständlich auszudrücken, sodass man sich beim Lesen nicht fragen muss, wie es gemeint ist.

      Vielleicht kannst du das ein oder anderer auf meinem Blog kommentieren. Es muss doch bestimmt irgendetwas geben, was dir nicht gefällt oder du zumindest anders siehst. Ich brauche Anregungen, denn manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich mit meiner Meinung richtig liege, oder vielleicht nicht sogar komplett spinne.

      Gruß Micha

  3. Danke, danke, danke.
    Danke, danke, danke, danke.

    Eine Frage.

    Intellektuell habe ich nie verstanden, was Dietrich Bonhoeffer gemeint hat, als er schrieb:

    „Den Gott, den es gibt, gibt es nicht!“

    Jahrelang knabbere ich schon an dieser Frage, sogar an seiner Exekutionsstelle von Flossenbürg.
    In unseremNachbarort Wachtberg wohnte sein bester Freund Bethge, den ich aber nimmer anrufen kann, weil er gestorben ist.

    • Ich weiß nicht, in welcher Situation Bonnhoeffer das gesagt hat, aber ich könnte mir denken, dass er meinte, dass der Gott, an den er glaubt (den es gibt) – und meines Wissens hatte Bonnhoeffer einen sehr festen Glauben – keinen Einfluss auf unsere Welt in der Gegenwart nimmt, er also jetzt nicht vorhanden ist (gibt es nicht) und daher ist die Welt in Unordnung.

  4. Michael, du hast oben Staatsformen erwähnt.
    Demokratie ist die beste unter all den fragwürdigen Möglichkeiten. Auch wenn wir immer mündigere Bürger werden. Befriedigend gut wird es nie, nicht?
    Im Jahr 1968 hat ein Buch von Moltmann besonderes Aufsehen erregt. Es hatte die These:
    „Es wird alles besser und besser!“ Wir Studienteilnehmer trafen uns nach dem gründlichen Lesen und Nachdenken in Edinburgh. Prof. Thielicke aus Hamburg war einer der Referenten, was für uns mangelhaft englisch sprechende Jugendliche eine große Hilfe war.
    Der Gründer der völkerversöhnenden Edinburgher Festspiele, der alt gewordene Lord Provost,

    Bürgermeister der Nachkriegszeit lud uns alle zu einem sehr langen Diskussionsabend in sein Wohnzimmer ein (was für den Junggesellen freilich leichter ist), setzte sich vor den Kamin und ich war schon von seinem ersten Satz überrascht: „Ich möchte Euch von meinem guten Freund Fidel Castro erzählen.“ Während des ganzen Abends ging es um das not-wendige, „notwendende“
    (?) Kommunismus-Experiment in Kuba. Also die arge Situation des USA-Einflusses, die Hoffnungslosigkeit und dann der Umbruch. Schwierig war alles für das arme Volk.

    Erst viel später habe ich gut verstanden, warum der Bürgermeister dieses Thema für uns deutsche Jugendliche gewählt hat. Die Nazis hatten vorrangig Hass gegen jüdische Menschen und Bolschewiken gesät….
    Und jetzt, irgendwie alt geworden, meine ich, dass ich im Gegensatz zu dir fest überzeugt bin.
    dass alles Menschenfeindliche in Zukunft viel ärger und alles Schöne viel menschenfreundlicher werden wird und wir leben dazwischen. Die Linie geht mitten durch jedes Herz und Gehirn.

  5. Alles Menschenfeindliche wird in Zukunft viel ärger und alles Schöne viel menschenfreundlicher???
    Ich bin Psychologe, nicht nur von meinem Studium her, sondern viel stärker war sicher der Einfluss, den meine Seminare, meine Beratung und die von mir geschriebenen Bücher auf mich hatten, denn man lernt vor allem das, was man versucht anderen zu vermitteln. Ich habe also viel zu wenig über das nachgedacht, was in der Gesellschaft passiert (das Menschenfeindliche in der Gesellschaft). Da magst Du Recht haben?!
    Dass das Schöne menschenfreundlicher wird, vermag ich allerdings nicht zu erkennen – und immerhin beobachte ich sehr bewusst die Menschen, ihre Nöte, Sorgen und Bedüfnisse, aber auch ihre Freuden, ihr Glücklichsein, seit mehr als 60 Jahren. Ich vermag keinen „Fortschritt“ zu erkennen – und ich wage zu sagen, dass ich das nicht aus einer pessimistischen Grundhaltung heraus behaupte, denn mir geht es (unverdient?) sehr gut und ich bin sehr glücklich. Ich sage das auf Grund der Beobachtung der Menschen, denen ich seit Jahrzehnten zu helfen versuche.

    • Alles Menschenfeindliche wird in Zukunft viel ärger und alles Schöne viel menschenfreundlicher???

      Wo habe ich denn das geschrieben? Ich habe den Text auf dieser Seite noch einmal durchgelesen, aber ich kann keine solche Stelle finden. Auch nichts, was man so interpretieren oder verstehen könnte. Aber wer weiß, vielleicht irre ich mich ja. Vielleicht könntest du mir diese Stellen aufzeigen. (Aber diese „Über-mich-Seite“ muss sowieso überarbeitet und gründlich gekürzt werden.)
      Allgemein schreibe ich auf meinem Blog: Die Menschheit (also die Spezies Mensch) entwickelt sich im Laufe ihrer Existenz immer weiter – wie alles andere auch. Das kann man beobachten. Niemand kann abstreiten, dass die Menschheit sich im Laufe der letzten 10000 Jahre ethisch und moralisch weiterentwickelt hat. Mag sein, dass diese Weiterentwicklung noch nicht groß ist, doch darauf kommt es nicht an. Wichtig ist, dass es sie gibt. Daraus lässt sich ableiten, dass unser „moralisch-ethische“ Niveau eines Tages tatsächlich so hoch sein wird, dass eine mehr oder weniger globale Friedlichkeit möglich wird.

      Dass das Schöne menschenfreundlicher wird, vermag ich allerdings nicht zu erkennen …

      Also, wie gesagt, ich wüsste nicht, wo ich das behaupte …
      Gibt es Schönes, das nicht oder nur wenig menschenfreundlich ist und deswegen noch (mehr) Menschfreundlichkeitspotenzial besitzt? Schönheit ist natürlich relativ und deswegen kann mit „Schönes“ an dieser Stelle auch „Alles“ gemeint sein. Für manche Menschen ist der Zustand des Besoffenseins etwas Schönes, für andere etwas Hässliches. Ich verstehe den Satz ehrlich gesagt nicht (richtig?) und meine Bemühung, zu irgendeiner Assoziation zu finden, ist ohne Resultat.

      Ich vermag keinen „Fortschritt“ zu erkennen …

      Also, ich verstehe nicht, wie du darauf kommst. Sicherlich sind wir noch nicht weit in unserer Entwicklung. Es besteht jedoch ein signifikanter Unterschied zwischen heute und beispielsweise dem Mittelalter. Ketzer werden (zumindest in der christlichen Welt) heute nicht mehr hingerichtet. Das ist doch schon mal was!

      … und ich wage zu sagen, dass ich das nicht aus einer pessimistischen Grundhaltung heraus behaupte, denn mir geht es [] gut …

      Na ja, man kann auch Pessimist sein, wenn es einem gut geht, und man kann Optimist sein, wenn es einem schlecht geht.

      Ich kann jedenfalls, wenn ich die Menschheit als Ganzes betrachte, nur optimistisch sein. Die Menschheit wird sich zum Positiven weiterentwickeln, auch wenn es noch Jahrtausende dauert. Das ist es, was ich wahrnehme. Aber wer weiß? Vielleicht ist ja das, was ich als Wahrnehmung wahrnehme, gar keine Wahrnehmung, sondern nur Denken, Wünschen, Hoffen … (fehlerhaftes) Assoziieren u.Ä. Sicher sein kann ich mir da nicht.

      • Lieber Michael, zunächst vielen Dank, dass Du Dich so eingehend mit meinem Text auseinandergesetzt hast. Du hast mir Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt: Was gibt es Wichtigeres? Ich möchte Dir gerne diese Aufmerksamkeit zurückgeben:
        Das Unverständnis, das Du zurecht zum Ausdruck bringst, liegt wohl darin begründet, dass ich auf den Text von Akire geantwortet habe, während Du dachtest, ich antworte auf Deinen Text. Ich habe da wohl eine falsche Zuordnung getroffen. Tut mir leid.
        Nun zu Deinem Text vom 30. Oktober: Ich stimme Dir zu, dass sich die Menschheit wahrscheinlich auch „ethisch und moralisch“ weiter entwickelt. auch dann, wenn mich das irrationale Verhalten einzelner Islamisten und oder die Abwertung von „Wahrheit“ in den USA hin und wieder zweifeln lässt. Daraus abzuleiten, dass in einer fernen Zukunft „mehr oder weniger Friedlichkeit“ möglich ist, ist optimistisch – aber ich bin auch Optimist. Das Problem liegt darin, dass wir uns offensichtlich intellektuell weiter entwickeln, dass aber Werturteilen nur selten auf Grund von Einsichten gefällt werden sondern sich an Religionen oder Ideologien orientieren. Ob sich die friedlichen Ideologien wie Humanismus oder Buddhismus dursetzen werden, bleibt abzuwerten.
        Ketzer werden heute nicht mehr hingerichtet, oder zumindest nur noch selten öffentlich verbrannt, aber wie oft, werden auch heute noch Menschen getötet (oder zumindest eingesperrt), weil sie eine andere Meinung als die der Mächtigen, der Mehrheit oder der einiger Fanatiker besitzen. Ist der Unterschied zu früher so groß? Freilich, heute ist kein Krieg zwischen westeuropäischen Staaten mehr vorstellbar und mein Vater, der in beiden Weltkriegen gekämpft hat, pflegte zu mir zu sagen, dass die Franzosen unsere „Erbfeinde“ sind, mit denen eine Aussöhnung unmöglich ist. Wie gerne würde ich ihm sagen, dass ich heute nach Paris fahren kann und noch nicht einmal einen Reisepass brauche und dort mit dem gleichen Geld bezahle wie zuhause. Du siehst: Ich bin in meiner Überzeugung hin und her gerissen.
        Dein Optimismus ist begründet, wenn es noch mehr Menschen gibt, die über ihr und das Tun anderer weltoffen und ernsthaft selbständig nachdenken – so wie Du es offensichtlich tust. Vielleicht hilf ja auch langfristig die Vernetzung der Welt über das Internet.

  6. Mir kam und kommt es immer wie ein Naturgesetz vor, dass ethisch Schönes (gibt es Schönes ohne Ethik?) die Tendenz hat, auszureifen, sich der Vollkommenheit schrittweise anzunähern, sich also zu erfüllen. Und wir suchen dazu Gleichgesinnte. Wir brauchen sie existenziell!
    In der Heimat meiner ausländischen Ahnen formulierte man: „Handeln wir doch jetzt
    s c h ö n ! “

    Dass es beim Zerstörerischen auch so ein „Naturgesetz“ gibt, fiel mir auf, als ich als junges Mädchen las, welche Pläne Hitler und seine Mannen für die Zeit nach dem gewonnenen Krieg
    für Euroa und die ganze Erde hatten. Über diese Konsequenz der Schrecklichkeiten haben bis heute zu wenige Menschen erfahren.

    In dieser Zeit wurde ich von einer viel älteren Nachbarin, einer Ärztin, eingeladen.
    Sie erzählte mir bei einer Tasse Kaffee, dass sie so stolz wie ihr Freundeskreis war, von Hitler nach Berlin eingeladen worden zu sein. Er empfing alle mit einer freundlichwirkenden Rede und führte die ganze Gruppe persönlich durch Räume des Reichstagsgebäudes. Plötzlich hat er sich umgedreht und gesagt: „Ich komme mir vor wie der Rattenfänger von Hameln!“

    Diese Medizinerin hatte seit dem schneereichen russischen Winter immer Giftkapseln in ihrer Geldbörse….

  7. Liebe Akire, wie kommst Du auf die Idee, dass es ein „Naturgesetz“ ist, dass sich alles „ethisch Schöne“ „der Vollkommenheit schrittweise“ annähert. Worauf beziehst Du das? War die Lehre von Jesus Christus nicht „ethisch schöner“ als das was die katholische Kirche in den Jahrhunderten danach darauf gemacht hat?
    Dass es ein „Naturgesetz“ des Zerstörerischen (der Aggression) gibt, kann ich eher nachvollziehen. Die Psychologie sagt (etwas vereinfacht), dass Frustration Aggression auslöst. Deutschland war nach dem ersten Weltkrieg als Volk und Land extrem frustriert, denn es hat nicht „eingesehen“ dass es alleine Schuld an dem ersten Weltkrieg und an der Niederlage hatte (Dolchstoßlegende) und dass daher die Reparationen und die Demütigungen ungerechtfertigt waren. Die daraus entstehenden Aggressionen hat Hitler sehr erfolgreich genutzt, um sie gegen die Juden, die Linken und das Ausland zu richten. Vorhandene Aggressionen auf irgendeinen (vermeintlichen) Feind zu richten, passiert auch heute in der Politik immer wieder.
    Aber die Geschichte von Hitler, der sich als „Rattenfänger von Hameln“ fühlte gefällt mir ausnehmend gut. Es scheint so zu sein, als ob Hitler in einem „lichten Moment“ erkannt hat und sogar ausgesprochen hat, das er nicht mehr anzubieten hat, als der Rattenfänger und dass seine Gefolgsleute, die an ihn glaubte und ihm folgten, nichts als „Ratten“ waren. Eine tolle Geschichte!!! (Man könnte diese Geschichte als ein Beispiel für einen Freud’schen Versprecher auffassen, der aus seinem tiefen Unbewussten kommt, denn sicher war ihm nicht bewusst, was er damit gesagt hat.)

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