Die Coro­na-Ver­schwö­rung


Coro­na-Leug­ner und die Ableh­nung die­ser Gesellschaft

Hät­te die Regie­rung der Bevöl­ke­rung emp­foh­len, sich nicht imp­fen zu las­sen, wären vie­le der Coro­na-Leug­ner und Impf­geg­ner wahr­schein­lich fana­ti­sche Impfbefürworter.

Das klingt zwar völ­lig ver­rückt, doch am Ver­hal­ten der meis­ten Impf­geg­ner kann man erken­nen, es geht ihnen gar nicht dar­um, im Impf­stoff eine poten­zi­el­le Gefahr für ihre Gesund­heit erkannt zu haben. Ob die­se Impf­stof­fe tat­säch­lich die Gesund­heit gefähr­den könn­ten, inter­es­siert sie in Wirk­lich­keit nicht.

Der wah­re Grund für ihre Wei­ge­rung ist ihre Unlust, sich von die­sem Staat, die­ser Regie­rung, die sie nicht mögen und viel­leicht sogar has­sen, etwas „vor­schrei­ben“ zu lassen.

Jede Men­ge Gif­te, die kei­nen interessieren

Die meis­ten Coro­na-Leug­ner haben kein Pro­blem damit, ihr Leben lang irgend­wel­che Medi­ka­men­te zu neh­men. Vie­le davon haben Neben­wir­kun­gen und sind bei län­ge­rem Gebrauch gesund­heits­schäd­lich und machen sogar süch­tig. Wirk­lich nötig sind sie sel­ten (was Medi­ka­men­te eigent­lich immer sein soll­ten, wenn sie ein­ge­nom­men wer­den), doch das stört die Impf­geg­ner nicht. Sie schlu­cken die­ses Zeug gewohn­heits­mä­ßig, nur um ihre All­tags-Weh­weh­chen zu übertünchen.

Vie­le der Impf­ver­wei­ge­rer trin­ken regel­mä­ßig Alko­hol, ein star­kes Ner­ven­gift, das die Wahr­neh­mung betäubt oder ein­trübt und über die Jah­re hin­weg den Orga­nen scha­det (Leber, Magen, Nie­re, Herz, Gehirn, Blut­ge­fä­ße). Bei­spiels­wei­se ster­ben jedes Jahr allein in Deutsch­land bis zu 20 Tau­send Men­schen direkt an Alko­hol. Und welt­weit sind es 2 bis 3 Mil­lio­nen, die sich jedes Jahr direkt tot­sau­fen. Auch das wis­sen die Impf­ver­wei­ge­rer – trotz­dem haben sie kein schlech­tes Gewis­sen gegen­über ihrer Gesund­heit beim Kon­sum von alko­ho­li­schen Geträn­ken.

Und nicht weni­ge sind oben­drein Rau­cher – auch das macht Leu­te krank und bringt sie um. All das wis­sen sie, sodass man sagen kann: Kei­ner von ihnen inter­es­siert sich wirk­lich für sei­ne Gesund­heit. Sie tun nur so.

Der Impf­stoff: Harm­los im Ver­gleich mit Medi­ka­men­ten, Alko­hol und Nikotin

Seit ca. 17 Mona­ten (mit Beginn der Imp­fun­gen) sind in Deutsch­land etwa 80 Men­schen in Zusam­men­hang mit einer Coro­na-Imp­fung gestor­ben. Im glei­chen Zeit­raum star­ben ca. 30000 Men­schen direkt und 60000 indi­rekt an Alko­hol. An Niko­tin star­ben in die­ser Zeit fast 200000 Men­schen. Zusam­men mit den Toten, die auf die Ein­nah­me von Medi­ka­men­ten zurück­zu­füh­ren sind (10000), kom­men wir in Deutsch­land auf über 300 Tau­send Men­schen, die seit Impf­be­ginn an oder in Ver­bin­dung mit Alko­hol, Medi­ka­men­ten oder Niko­tin gestor­ben sind.

Damit ver­gli­chen sind die Impf­stof­fe also harm­los. Dras­ti­sche Neben­wir­kun­gen sind bei ihnen bis­her sel­ten beob­ach­tet wor­den. Scha­den tun die­se jeden­falls nicht – egal wel­cher Typ und von wel­chem Her­stel­ler.

Des­halb soll­te man eigent­lich den­ken, Men­schen, denen ihre Gesund­heit mehr oder weni­ger egal ist, haben auch kein Pro­blem mit einer Imp­fung. Der Grund, aus dem sie die­se ableh­nen, kann des­halb nie­mals der Impf­stoff selbst sein. Es geht den meis­ten Coro­na-Leug­nern und Impf­geg­nern um etwas ande­res: ihrer prin­zi­pi­el­len Ableh­nung die­ser soli­da­ri­schen und offe­nen Gesell­schaft.

Sie lei­den sozu­sa­gen unter einer „mora­li­schen Über­for­de­rung“, da man von ihnen erwar­tet, Rück­sicht auf eine Gesell­schaft zu neh­men, die sie nicht mögen und mit der sie auch nichts zu tun haben wol­len.

(Neben­bei bemerkt: Wenn es dar­um geht, sozia­le Leis­tun­gen von die­sem ver­hass­ten Staat ein­zu­strei­chen, haben die meis­ten die­ser Leu­te kei­ne mora­li­schen Beden­ken. Doch dazu dürf­ten sie gar nicht fähig sein, wären sie tat­säch­lich die cou­ra­gier­ten, ehr­li­chen und authen­ti­schen Men­schen, die sie behaup­ten zu sein – ihr Ehr­ge­fühl wür­de es ihnen verbieten.)

Der Impf­stoff als Gift oder Chip

Hard­core-Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker behaup­ten sogar, der Impf­stoff wäre gar kein Impf­stoff. Die Imp­fung wäre in Wirk­lich­keit kein Schutz, son­dern das Gegen­teil. Man wol­le damit die Bevöl­ke­rung ver­gif­ten, unfrucht­bar machen oder sogar einen Chip implan­tie­ren.

Doch was soll dann die­se umständ­li­che Imp­fung?

Eine Imp­fung der gesam­ten Bevöl­ke­rung ist extrem auf­wen­dig und es dau­ert lan­ge, bis sie kom­plett durch­ge­führt ist. Außer­dem ist klar, dass man so die gesam­te Bevöl­ke­rung sowie­so nicht errei­chen kann.

Sehr viel ein­fa­cher und völ­lig unauf­fäl­lig wäre es, die­ses Gift (oder was auch immer es ist) der Bevöl­ke­rung heim­lich über die Nah­rungs­mit­tel und das Trink­was­ser zu ver­ab­rei­chen. Das wäre effek­ti­ver, bil­li­ger und gin­ge auch sehr viel schnel­ler. Nie­mand wüss­te davon und es gäbe auch kei­ne Pro­tes­te.

Soll­te dann ein Lebens­mit­tel­che­mi­ker, der nicht im Dienst der kor­rup­ten und kri­mi­nel­len Regie­rung steht, die­ses Gift ent­de­cken und die Bevöl­ke­rung war­nen, wäre es schon längst zu spät.


Grund­rech­te und Grundpflichten

Coro­na-Leug­ner und Ver­wei­ge­rer reden von ihren Grund­rech­ten, von ihren Grundpflich­ten wol­len sie jedoch nichts wissen.

Wie passt das zusam­men? Vie­le der Leu­te, die gegen die Coro­na-Maß­nah­men pro­tes­tie­ren, kla­gen laut­hals und aggres­siv ihre Grund­rech­te ein, wäh­rend sie gleich­zei­tig ihre Grund­pflich­ten ver­ab­scheu­en. Grund­rech­te und Grund­pflich­ten gibt es jedoch nur im Paket, sie sind eine Ein­heit, also untrenn­bar mit­ein­an­der ver­bun­den, denn sie bedin­gen sich gegen­sei­tig. Sie sind wie die zwei Sei­ten einer Mün­ze.

Es gibt also kei­ne Grund­rech­te ohne Grund­pflich­ten und umge­kehrt. Man „erwirbt“ sich sein Recht auf sei­ne Grund­rech­te, indem man sei­ne Grund­pflich­ten aner­kennt. Das soll­te eigent­lich selbst­ver­ständ­lich sein, wenn man sich auf sei­ne Grund­rech­te beruft.

Es ist der Mit­glied­schaft in einem Ver­ein ähn­lich: Mit dem Mit­glieds­bei­trag erhält man die Rech­te und Pri­vi­le­gi­en eines Ver­eins­mit­glieds. Man bekommt sie also nicht geschenkt. Die­se Leu­te erwar­tet aber genau das. Es wäre, als wür­de jemand sagen:

Ein blauer Himmel

Ich erken­ne die­sen Ver­ein nicht an und ver­ach­te ihn sogar, will kein Mit­glied sein und auch kei­nen Bei­trag zah­len, erwar­te aber, dass man mir die Rech­te und Pri­vi­le­gi­en zuge­steht, die man als Mit­glied hat.

Doch das wäre absurd. Kein Ver­ein, kei­ne Orga­ni­sa­ti­on und auch kei­ne Pri­vat­per­son wür­de die­se Ein­stel­lung akzep­tie­ren. Coro­na-Leug­nern (natür­lich auch Reichs­bür­gern, Neo-Nazis bzw. Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen ganz all­ge­mein) ist die­ser Wider­spruch egal. Sie for­dern Rech­te ein, ohne dafür etwas tun oder geben zu wol­len, selbst wenn es nur Klei­nig­kei­ten sind: bei­spiels­wei­se Respekt für ihre Mit­men­schen und die­se Gesellschaft.

Unzu­frie­den­heit und Lebens­frust der Impfverweigerer

Man­che Men­schen nutz­ten die Coro­na-Pan­de­mie, um einen Grund zu haben, gegen den Staat und die Regie­rung mot­zen zu kön­nen. So reagie­ren sie ihre all­ge­mei­ne Unzu­frie­den­heit mit ihrem All­tags­le­ben ab.

Ehr­li­cher­wei­se müss­ten sie mit sich selbst ins Gericht gehen, denn wir leben in einer kapi­ta­lis­ti­schen und kon­sum­ori­en­tier­ten Ell­bo­gen­ge­sell­schaft, die zwar jedem alle Frei­hei­ten bie­tet, in der aller­dings auch nur der etwas erreicht, der aus­dau­ernd und ambi­tio­niert an sei­nem Ziel arbei­tet (oder gro­ßes Glück hat, was nur sel­ten geschieht).

Man muss sich hier im Kon­kur­renz­kampf also behaup­ten und anstren­gen, um beruf­lich und sozi­al erfolg­reich zu sein. (In tota­li­tä­ren und geschlos­se­nen Gesell­schaf­ten ist das viel ein­fa­cher: Dort genügt meis­tens schon Unter­wür­fig­keit und Gehor­sam­keit dem Herr­scher und sei­ner Cli­que gegen­über, um Kar­rie­re zu machen.)

Da man­che Men­schen die­se Ener­gie oder den Wil­len zur Selbst­ver­wirk­li­chung nicht besit­zen oder nicht auf­brin­gen wol­len, nut­zen sie die Coro­na-Pan­de­mie als Mög­lich­keit zum per­sön­li­chen Frust­ab­bau auf Kos­ten der Gesell­schaft. Das Mas­ken­tra­gen, die Kon­takt­sper­re und Impf­emp­feh­lung sind in Wirk­lich­keit nur vor­ge­scho­be­ne Grün­de.

Und für pas­sio­nier­te Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen ist die­se Kri­se natür­lich ein gefun­de­nes Fressen.

Grund­pflich­ten

Coro­na-Leug­ner bean­spru­chen ihr Recht, ande­ren wider­spre­chen zu dür­fen, mögen es aber über­haupt nicht, wenn man ihnen wider­spricht. Das bezeich­nen sie dann als „Rede­ver­bot“.

Eine unse­rer Grund­pflich­ten ist es, die Grund­rech­te unse­rer Mit­men­schen zu respek­tie­ren. Wer auf sei­ne Grund­rech­te pocht, ande­ren die glei­chen Rech­te jedoch ver­wei­gert bzw. abspricht (bei­spiels­wei­se das Recht auf eine ande­re Mei­nung und das Recht auf Gegen­re­de), dem geht es in Wirk­lich­keit gar nicht um Grund­rech­te und Mei­nungs­frei­heit.

Wer so vor­geht, will sich im Den­ken und Tun ledig­lich nicht ändern und hat kei­ne Lust, sich mit der eige­nen Mei­nung ernst­haft aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Außer etwas Rück­sicht und Soli­da­ri­tät erwar­tet man von uns als Nor­mal­bür­ger in der Coro­na-Pan­de­mie nichts. Eigent­lich soll­ten die­se Leu­te sich freu­en, in Deutsch­land leben zu dür­fen. So ein gro­ßes unver­dien­tes Glück besit­zen nur weni­ge Men­schen in der Welt.

Frei­heits­rech­te in Deutschland

Wir alle haben ein Recht auf unse­re Grund­rech­te, obwohl kei­ner von uns sie sich durch irgend­ein Enga­ge­ment ver­dient hat. Sie sind Geschen­ke. Kei­ner der Coro­na-Leug­ner hat nie etwas für die­se Rech­te und Frei­hei­ten getan und sich auch nie wirk­lich dafür inter­es­siert. Sie füh­ren sich aber auf, als hät­ten sie das (wären also am Auf­bau die­ser Frei­heits­rech­te betei­ligt gewe­sen) und man wür­de ihnen die­se Ver­diens­te jetzt wie­der weg­neh­men.

Jeder kann sein Leben in Deutsch­land so gestal­ten, wie er möch­te. Wer das abstrei­tet, lügt ent­we­der oder lebt in einer Fan­ta­sie­welt. Wir alle sind Nutz­nie­ßer die­ser frei­en und offe­nen Gesell­schafts­form und schöp­fen das ab, was ande­re Men­schen (die schon längst tot sind) in den ers­ten 2 – 3 Jahr­zehn­ten nach 1945 erkämpft haben. Selbst Staats­fein­de (Links- und Rechts­ex­tre­mis­ten) haben in Deutsch­land die glei­chen Frei­heits­rech­te wie Staatsfreun­de.

Und wer kei­ne Lust zum Arbei­ten hat, fin­det in Deutsch­land auch Wege, sich dar­um zu drü­cken, und bekommt trotz­dem genug Geld für sei­ne Woh­nungs­mie­te und zum Leben vom Staat geschenkt. Was will man mehr? Ein gei­le­res Land als Deutsch­land wird man so schnell nicht finden.


Quer­den­ker

Es gibt Men­schen, die die­se offe­ne und freie Gesell­schaft nicht mögen, weil sie von Offen­heit und Frei­heit men­tal über­for­dert sind. Denn um sich in einer offe­nen und frei­en Gesell­schaft wohl­füh­len und ent­fal­ten zu kön­nen, muss man selbst ein offe­ner und frei­er Mensch sein, also ein offe­nes und frei­es Gemüt besit­zen.

Doch das ist bei den (Möchtegern-)Querdenkern, Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen, Reichs­bür­gern, Links- und Rechts­ex­tre­mis­ten, Neo­na­zis und Schwu­len­hassern nicht der Fall, denn Offen­heit und Frei­heit ver­lan­gen vom Ein­zel­nen krea­ti­ve und fan­ta­sie­vol­le Eigen­ver­ant­wor­tung im Den­ken und Han­deln.

Wem die­se Eigen­schaf­ten und Fähig­kei­ten feh­len, der fühlt sich in einer Gesell­schaft, in der die meis­ten Men­schen ihr Leben frei, krea­tiv und unbe­schwert gestal­ten, viel­leicht unwohl und ausgegrenzt.

Miss­brauch des Aus­drucks Querdenker

Irgend­wo haben Coro­na-Leug­ner den Aus­druck »Quer­den­ker« auf­ge­schnappt und miss­brau­chen ihn seit­dem sug­ges­tiv als Argu­ment, um gegen die­se Gesell­schaft schimp­fen zu dür­fen, da sie kei­nen ent­spann­ten Platz in ihr fin­den kön­nen.

Doch nichts von dem, was Coro­na-Leug­ner den­ken und sagen, hat etwas mit dem zu tun, was der Begriff „Quer­den­ken“ meint. Quer­den­ken soll­te immer ein kri­ti­scher Vor­gang sein, der sich mit Neu­em und Frem­dem beschäf­tigt und sich dem Unbe­kann­ten und Unge­wohn­ten öff­net.

Ein Quer­den­ker ver­lässt also die übli­chen Bah­nen des Den­kens und Asso­zi­ie­rens und scheut sich auch nicht, sei­ne per­sön­li­che Tabu-Zone zu betre­ten. Dort befasst er sich ernst­haft mit der eige­nen Mei­nung und deren Hin­ter­grün­de, weil er an sich selbst inter­es­siert ist.

Kein Inter­es­se für sich selbst 

Coro­na-Leug­ner tun so etwas jedoch nie­mals – sol­che Din­ge sind ihnen fremd. Statt­des­sen bewegt sich ihr Den­ken im »alter­na­ti­ven Main­stream«, der sich haupt­säch­lich durch die neu­ro­ti­sche Ableh­nung die­ser offe­nen und frei­en Gesell­schaft defi­niert.

Es geht ihnen nicht ums Den­ken, son­dern nur dar­um, Grün­de zu haben, um aggres­siv gegen den Staat und die Regie­rung mot­zen zu kön­nen. So bau­en sie ihren pri­va­ten Lebens­frust ab. Und das machen sie auf Kos­ten der Gesell­schaft. Die Coro­na-Pan­de­mie kommt ihnen da gera­de recht.

Außer­dem: Wenn man glaubt, etwas wäre quer­ge­dacht, obwohl man nur uralte, abge­dro­sche­ne Phra­sen wie­der­käut (ande­re, Frem­de, Aus­län­der und Anders­den­ken­de sind für die Miss­stän­de in der Gesell­schaft etc. ver­ant­wort­lich), zeugt das vom Des­in­ter­es­se am Quer­den­ken selbst bzw. dass man gar nicht weiß, was damit gemeint ist. Hier eine Web­site von ech­ten Querdenkern.

Der gesun­de Menschenverstand

Mein gesun­der Men­schen­ver­stand sagt mir, dass ich ihn habe, und des­halb habe ich ihn auch, denn war­um soll­te er mich anlügen?

Nor­ma­le Coro­na-Leug­ner zitie­ren oft das Prin­zip des gesun­den Men­schen­ver­stan­des. Des­halb soll­ten sie sich fra­gen, wie es mög­lich sein kann, bei der Coro­na-Fra­ge der glei­chen Mei­nung zu sein wie Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen, Neo­na­zis, Reichs­bür­ger, Links­ex­tre­mis­ten etc.

Ein blauer Himmel

Sie demons­trie­ren Sei­te an Sei­te mit Men­schen, die glau­ben, außer­ir­di­sche Ech­sen­we­sen (Rep­ti­lo­iden) regie­ren die Welt, es eine jüdi­sche Welt­ver­schwö­rung gibt, es kei­nen Holo­caust gab, die Erde eine Schei­be oder auch hohl sein könn­te, die Bevöl­ke­rung sys­te­ma­tisch von der Regie­rung ver­gif­tet wird (Chem­trails) und Demo­kra­ten pädo­phi­le Sata­nis­ten sind, die das Blut von Klein­kin­dern trin­ken (QAnon).

Wer einen „gesun­den Men­schen­ver­stand“ besitzt, der weiß, dass jemand, der so etwas glaubt, nichts ande­res als ein Idi­ot und Spin­ner sein kann – so unge­schminkt muss das gesagt wer­den. Nichts von all dem, wor­an Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen & Co. glau­ben oder behaup­ten zu glau­ben, kann in der Welt beob­ach­tet wer­den – weder direkt noch indi­rekt und auch nicht ver­dachts­wei­se.

Es steht ledig­lich im Inter­net und lässt sich in der wirk­li­chen Welt nir­gend­wo beob­ach­ten.

Den nor­ma­len Coro­na-Leug­nern (die also nicht aus der Reichs­bür­ger-Neo­na­zi-Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen-Sze­ne kom­men) ist das wahr­schein­lich auch klar. Trotz­dem irri­tiert es sie nicht, dass die­se Leu­te mit dem­sel­ben gesun­den Men­schen­ver­stand, der sie erken­nen lässt, dass die Erde eine Schei­be ist oder zumin­dest sein könn­te, auch die Coro­na-Pan­de­mie als Lüge ent­lar­ven.

Soll­te es einen gesun­den Mensch­ver­stand geben, dann wür­de er bei jedem, der ihn besitzt, an die­ser Stel­le sofort die Alarm­si­re­nen auf­heu­len las­sen.

Neben­bei bemerkt: Wer mit sei­nem (selbst attes­tier­ten) gesun­den Men­schen­ver­stand argu­men­tiert, beweist damit nur, dass er ihn nicht hat. Denn der wür­de genau das ver­bie­ten.

Mei­nungs­dik­ta­tur

Coro­na-Leug­ner behaup­ten auch, in Deutsch­land gäbe es kei­ne Mei­nungs­frei­heit mehr und statt­des­sen eine Mei­nungs­dik­ta­tur. Man wür­de ihnen ver­bie­ten, das aus­zu­spre­chen, was sie den­ken.

Doch beob­ach­ten kann man das in die­sem Land nicht. Stän­dig und über­all schrei­en sie ihre Mei­nung laut­hals her­aus, jeder hört es und abso­lut nie­mand ver­sucht es ihnen zu ver­bie­ten. Das Fern­se­hen und Inter­net ist voll davon. Kein ein­zi­ger Fall ist bekannt, in dem jeman­dem ver­bo­ten wur­de, das aus­zu­spre­chen, was er denkt. Die Behaup­tung, man dür­fe in Deutsch­land nicht mehr alles aus­spre­chen, ist daher eine Lüge.

In Wirk­lich­keit ver­tra­gen es die Mei­nungs­dik­ta­tur-Theo­re­ti­ker ein­fach nicht, dass ihnen wider­spro­chen wird.

Macht man sie dar­auf auf­merk­sam (oder ver­sucht es zumin­dest), dass ihre Behaup­tun­gen ein­fach falsch sind (schließ­lich kann man nichts davon außer­halb des Inter­nets – also in der wirk­li­chen Welt – beob­ach­ten), wer­den sie sau­er und schüch­tern ihren Gesprächs­part­ner mit ver­ba­ler Gewalt ein. Wenn also in die­sem Land jemand ande­ren sei­ne Mei­nung ver­bie­ten will, dann sind sie es selbst.

Kei­nen Bock auf Gegen­re­de und Meinungsvielfalt

Wer aller­dings ande­re übelst belei­digt, ver­un­glimpft, bedroht oder auch bös­ar­ti­ge Lügen ver­brei­tet, muss in die­sem Land damit rech­nen, zurecht­ge­wie­sen zu wer­den. Das ist kei­ne Ein­schrän­kung der Mei­nungs­frei­heit, son­dern nur ein Appell, zivi­li­siert und sach­lich zu argu­men­tie­ren.

Meis­ten han­delt es sich bei ihren als Mei­nun­gen bezeich­ne­ten Behaup­tun­gen gar nicht um Mei­nun­gen, son­dern nur um üble Beschimp­fun­gen und Belei­di­gun­gen. Es geht ihnen nur dar­um, ande­re Men­schen, die sie nicht mögen, mit ver­ba­ler Gewalt ver­let­zen zu kön­nen.

Anstatt die Kri­ti­ker ihrer Behaup­tun­gen mit Argu­men­ten und guten Erklä­run­gen zu über­zeu­gen, beschimp­fen, belei­di­gen und bedro­hen sie die­se nur. Das ist nicht nur unso­zi­al und unde­mo­kra­tisch, es zei­gen auch, an einer Mei­nung und einem Aus­tausch der­sel­ben sind sie gar nicht inter­es­siert. Sie akzep­tie­ren nur ihre „Mei­nung“ und wer es wagt, eine ande­re zu haben, muss sich vor ihnen in Acht neh­men.

Unter die­sen Umstän­den ist es sehr ver­ständ­lich, dass vie­le Men­schen ihnen aus dem Weg gehen. Denn wer steht schon ger­ne Leu­ten gegen­über, von denen man nur ange­pö­belt und bedroht wird, sobald man etwas sagt, was die­se nicht hören wollen?


Die Mas­ke

Die Mas­ke ist ledig­lich eine von meh­re­ren Vor­sichts­maß­nah­men. Mas­ke, Kon­takt­sper­re und Min­dest­ab­stand ergän­zen sich und redu­ziert zusam­men die Wahr­schein­lich­keit, als Virus­trä­ger oder Trä­ge­rin ande­re direkt anzu­ste­cken.

Nor­ma­ler­wei­se schleu­dert man beim Spre­chen, Hüs­teln oder Räus­pern immer ein paar win­zi­ge Spei­chel­trop­fen aus. Und da nie­mand mit Sicher­heit weiß (selbst wenn er gera­de geimpft oder nega­tiv getes­tet wur­de), dass er kein Virus­trä­ger ist, ver­rin­gert man durch das Tra­gen der Mas­ke die theo­re­ti­sche Wahr­schein­lich­keit, ande­re damit anzu­ste­cken.

Erst in zwei­ter Linie schützt die Mas­ke den Mas­ken­trä­ger vor dem Virus. Wird die­ser bespuckt, kann der Spei­chel nicht direkt mit Lip­pen oder Mund in Berüh­rung kom­men und so in den Kör­per ein­drin­gen. Man kann sich dann nur noch über Umwe­ge anste­cken.

Die Behaup­tung, das Virus könn­te – weil es so win­zig ist – durch die Zwi­schen­räu­me im Gewe­be der Mas­ke hin­durch­schlüp­fen, stimmt so nicht. Die Viren befin­den sich haupt­säch­lich in der Spei­chel­flüs­sig­keit (unge­bun­de­ne Viren kom­men so gut wie nie vor), und selbst die kleins­ten Tröpf­chen sind immer noch viel zu groß, um durch die Zwi­schen­räu­me im Gewe­be hin­durch­zu­pas­sen. Man muss schon stark nie­sen oder hus­ten, damit das pas­siert.

Nur Viren, die sich in der aus­ge­at­me­ten Luft befin­den, kön­nen das Mas­ken­ge­we­be durch­drin­gen oder an den Rän­dern ent­wei­chen. Nor­ma­ler­wei­se befin­den sich in der Atem­luft jedoch kaum Viren. Das ist nur bei den soge­nann­ten Super­sprea­dern der Fall. Deren Atem­luft ist so stark mit Viren ange­rei­chert, dass selbst das Tra­gen einer Atem­mas­ke die Viren nicht zurück­hal­ten kann.

Feh­ler und unter­schied­li­che Wahrnehmung

Über das Grip­pe­vi­rus wis­sen wir so gut wie alles – über das Coro­na­vi­rus fast gar nichts. Des­halb ist es ver­nünf­tig, mit die­sem neu­en Virus vor­sich­tig umzu­ge­hen: Zwar ist Covid-19 haupt­säch­lich für Men­schen mit einem geschwäch­ten Immun­sys­tem eine töd­li­che Gefahr, doch das muss nicht so blei­ben, denn es könn­te mutie­ren – was inzwi­schen auch schon pas­siert ist.

Bei dem Manage­ment der Coro­na-Kri­se wur­den natür­lich Feh­ler gemacht. Doch das war vor­her­seh­bar, denn wir besit­zen kei­ne Erfah­rung im Umgang mit Pan­de­mien. Eini­ge der Maß­nah­men sind mehr oder weni­ger unsin­nig (bei­spiels­wei­se die all­ge­mei­ne Aus­gangs­sper­re), ande­re wer­den nicht umge­setzt (bei­spiels­wei­se Luft­rei­ni­gungs­an­la­gen in allen Klas­sen­zim­mern aller Schu­len Deutsch­lands).

Die Regie­rung stand unter Zug­zwang und auf­grund des Zeit­drucks und der all­ge­mei­nen Hek­tik war es schwer, aus­ge­wo­ge­ne und opti­ma­le Rege­lun­gen zu fin­den. Das kann man nie­man­dem ver­übeln, denn unse­re Poli­ti­ker sind kei­ne Fach­män­ner im Umgang mit Kri­sen.

Es gibt noch einen zusätz­li­chen Aspekt, der nicht unwich­tig ist: Die büro­kra­ti­sche Ver­krus­tung der Behör­den und Ämter in Deutsch­land ist hoch. Die­ser Umstand macht schnel­le Ent­schei­dun­gen so gut wie unmög­lich. Für wich­ti­ge Maß­nah­men, die in ande­ren Län­dern inner­halb weni­ger Tage (also mehr oder weni­ger sofort) umge­setzt wer­den, brau­chen wir in Deutsch­land Wochen, weil alles bis ins kleins­te Detail aus­dis­ku­tiert wer­den muss. Die Ergeb­nis­se sind dann oft halb­her­zi­ge Kom­pro­mis­se, die nie­man­den rich­tig zufriedenstellen.

Betrof­fe­ne und Nicht-Betroffene

Natür­lich sind wir alle unter­schied­lich stark von den Coro­na-Vor­sichts­maß­nah­men betrof­fen – man­che Leu­te so gut wie gar nicht, ande­re hin­ge­gen stark bis sehr stark. Wer sei­ne Woh­nung eher sel­ten ver­lässt, auch kei­ne Sport­ver­an­stal­tun­gen besucht, kei­ne Ver­eins­tä­tig­kei­ten hat oder sich sel­ten mit sei­nen Freun­den trifft, dem fällt der Unter­schied zur Vor-Coro­na­zeit kaum auf.

Die Betrof­fe­nen

Kin­der und Jugend­li­che sind die wirk­li­chen Leid­tra­gen­den in die­ser Zeit, denn für Teen­ager und Kin­der sind 2 Jah­re ohne sozia­le Kon­tak­te eine ein­schnei­den­de Erfah­rung, die sich wie eine Ewig­keit anfühlt.

Mit­tel­ständ­ler, Künst­ler und Frei­be­ruf­ler haben finan­zi­el­le Ver­lus­te, kön­nen sich nur schwer über Was­ser hal­ten oder müs­sen ihr Busi­ness sogar auf­ge­ben.

Und für Men­schen, die die Mas­ke den gan­zen Tag am Arbeits­platz tra­gen müs­sen, ist es eine ech­te Belastung.

Die Nicht-Betrof­fe­nen

Wer jedoch kein Kind oder Jugend­li­cher mehr ist, kei­ne beruf­li­chen Schwie­rig­kei­ten durch die Coro­na-Maß­nah­men hat und die Mas­ke nur gele­gent­lich tra­gen muss (beim Ein­kau­fen, in Bus und Bahn etc.), lei­det nur unwe­sent­lich dar­un­ter. Die meis­ten erwach­se­nen Men­schen soll­ten daher mit der augen­blick­li­chen Situa­ti­on gut umge­hen kön­nen – auch wenn das Gan­ze inzwi­schen ziem­lich nervt.

Doch aus­ge­rech­net die Leu­te, die am wenigs­ten betrof­fen sind, pro­tes­tie­ren am lau­tes­ten – oft auch auf eine aggres­si­ve und bedroh­li­che Art.

Die­se Men­schen sind sau­er, weil ihnen ein paar Unbe­quem­lich­kei­ten auf­ge­nö­tigt wer­den. Sie bezeich­nen die Coro­na-Maß­nah­men als Ver­let­zung ihrer Grund­rech­te, obwohl ihnen die Grund­ge­set­ze eigent­lich völ­lig egal sind.

Nur die geben­den Aspek­te des Grund­ge­set­zes (also die, bei denen man etwas bekommt) ken­nen und zitie­ren sie stän­dig. Die neh­men­den (bei denen man etwas geben muss) igno­rie­ren und ver­ach­ten sie statt­des­sen.

Alles, was man von uns erwar­tet, ist, sich in einer Kri­se soli­da­risch, rück­sichts­voll und ver­ant­wor­tungs­voll zu ver­hal­ten. Wer gern in die­sem Land lebt, ein sozia­ler Mensch ist und auch etwas für die Gesell­schaft tun möch­te, nimmt die­se „Unan­nehm­lich­kei­ten“ ger­ne in Kauf.

8 Gedanken zu „Die Coro­na-Ver­schwö­rung“

    • Und wobei bin ich so dumm?
      Etwa weil ich nicht das den­ke, glau­be und nach­plap­pe­re, was ich gele­sen oder gehört habe?
      Eige­ne Gedan­ken zu haben ist für dich eine Dummheit?

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      • Cha­peau! Micha­el. Bin beein­druckt von dei­ner uner­müd­li­chen Auf­klä­rungs­ar­beit und der Bereit­schaft, dich auch mit den dümms­ten Behaup­tun­gen aus­ein­an­der­zu­set­zen und hass­erfüll­te Beschimp­fun­gen von Ver­schwö­rungs­er­zäh­lern zu ertra­gen. Letz­te­re sind lei­der auch bei klu­gen, eher sozi­al den­ken­den und han­deln­den Mitbürger*innen zu beklagen.
        Hier scheint mir die – von dir bei den Rep­ti­lo­iden geäus­ser­te – nar­ziss­ti­sche Selbst­auf­wer­tung zu wir­ken: im Gegen­satz zu den Dum­men weiss ICH was dahin­ter­steckt. Und sich die­ses als Irr­tum ein­zu­ge­ste­hen ist eine nar­ziss­ti­sche Krän­kung und gelingt den Wenigsten.

      • Dan­ke, Bern­hard, ich kann wirk­lich jede Auf­mun­te­rung gebrau­chen. Die nicht Stress machen­den Kom­men­ta­re tun mir gut.

        Dass auch klu­ge und sozi­al den­ken­de Men­schen an abstru­se Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen glau­ben, kommt – so hof­fe ich jeden­falls – nur sel­ten vor. Außer­dem stellt sich die Fra­ge: Han­delt es sich wirk­lich um klu­ge und sozia­le Men­schen? Ich bin mir da näm­lich nicht so sicher.

        Als Bei­spiel: Xavier Naidoo ist kul­ti­viert und singt gefühl­vol­le Lie­der, ist gleich­zei­tig aber nicht sen­si­ble genug, um erken­nen zu kön­nen, dass Reichs­bür­ger und Neo­na­zis (mit denen er sich zumin­dest for­mell soli­da­ri­siert) kei­ne Men­schen­freun­de und Demo­kra­ten sind.

        Wie kann das mög­lich sein? Eine Psy­cho­se? Eigent­lich soll­te man ja den­ken, dass man als erfolg­rei­cher Pro­mi­nen­ter eine nar­ziss­ti­sche Selbst­auf­wer­tung nicht mehr nötig hat. Han­delt es sich viel­leicht um eine Kompensation?

        @Yagdar schreibt als Kom­men­tar auf der Rep­ti­lo­iden-Sei­te, das trei­ben­de Motiv, an Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen zu glau­ben, wäre Angst bzw. das Bedürf­nis sich zu ängs­ti­gen und ande­ren Angst zu machen. Auch da bin ich mir nicht sicher.

      • Moin Micha­el,
        über dei­ne aus­führ­li­che Ant­wort habe ich mich sehr gefreut. Zu Xavers Nar­ziss­mus kann ich wenig sagen, aber bei The Donald kann eine ent­spre­chen­de Per­sön­lich­keits­stö­rung ange­nom­men wer­de. Die Gier nach Bewun­de­rung ist nicht zu stil­len. Das gilt als Abwehr der Angst nicht gese­hen zu wer­den. Auch durch Angst ande­re zu mani­pu­lie­ren gehört zum Spek­trum des patho­lo­gi­schen Narzissmus.
        Jen­seits des­sen ver­küm­mern auch wir, wenn wir zu wenig Auf­merk­sam­keit bekom­men oder uns als wir­kungs­los erle­ben – macht depres­siv. Hier sehe ich den Zusam­men­hang mit den Verschwörungsgläubigen.
        Heu­te im DLF ein aus­ge­zeich­ne­ter Bei­trag zu Verschwörungserzählungen
        https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2021/02/07/die_besserwisser_dlf_20210207_0930_1cda9a65.mp3
        Bes­tes Bernhard

      • Hal­lo Bernhard
        Dan­ke für die­sen sehr inter­es­san­ten Link. Habe ihn mir schon 3 Mal ange­hört und noch immer macht mir die Geschich­te von Eva Horn über ihnen Freund Angst.

        Ein Kern­ele­ment der ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Vor­ge­hens­wei­se scheint zu sein, das eta­blier­te Wis­sen zu erschüt­tern. Die­se Men­schen schei­nen der Wis­sen­schaft und allen moder­nen Erkennt­nis­sen über­drüs­sig zu sein. Wenn mir vor 20 Jah­ren bei­spiels­wei­se jemand erzählt hät­te, dass es Leu­te gibt, die glau­ben, oder es zumin­dest für mög­lich hal­ten, dass die Erde eine Schei­be ist, hät­te ich ihm das nicht geglaubt. Doch selbst gebil­de­te Leu­te beschäf­ti­gen sich heu­te wie­der mit die­ser Vorstellung.

        Die Vor­ge­hens­wei­se von Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen ist: Eine Behaup­tung auf­stel­len, ohne der Mei­nung zu sein, die­se auch begrün­den zu müs­sen, nach dem Mot­to: beweis mir erst mal das es nicht stimmt. Doch wenn man dann auf die Feh­ler die­ser Theo­rie hin­weist und auf­zeigt, dass sie nicht stim­men kann, wer­den die­se Hin­wei­se igno­riert und man selbst als igno­rant bezeich­net. Auch das Wort Lie­be wird immer öfter als Tot­schlag­ar­gu­ment missbraucht.

        Es kommt mir wie eine Par­al­lel­welt vor, in der sich die­se Men­schen flüch­ten, weil sie von der moder­nen Welt, mit all ihren Kon­flik­ten, Wider­sprü­chen aber auch Frei­hei­ten über­for­dert sind.

        Gruß
        Micha

  1. Hal­lo Micha,

    ich habe mich jetzt lan­ge mit dei­ner Sei­te beschäf­tigt. Auf­klä­rung ist alles. Danach kann man dif­fe­ren­zie­ren und sich selbst eine Mei­nung bil­den. Hier gelan­det bin ich, weil ich viel bei YT unter­wegs bin, um mir gezielt Sen­dun­gen anzu­se­hen. Manch­mal bereue ich, in den Kom­men­tar­spal­ten gele­sen zu haben. Die Dumm­heit der Men­schen, macht mir echt Angst. Da scheint gefühlt ein Groß­teil wie­der im geis­ti­gen Mit­tel­al­ter zu ver­sin­ken. Ich bin gespannt, wie lan­ge es dau­ert, bis die Ers­ten wie­der an Hexen glau­ben und den „Hexen­ham­mer“ her­aus­kra­men. Dum­me muss man eben doch ernst nehmen…

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    • Hal­lo Grit

      Ja, Auf­klä­rung und Bil­dung sind heut­zu­ta­ge beson­ders wich­tig. Lei­der gibt es Men­schen, die an Auf­klä­rung und Bil­dung gar nicht inter­es­siert sind. Das ist das Dilem­ma. Sie schei­nen von der moder­nen Welt über­for­dert zu sein und wen­den sich des­halb der Ver­gan­gen­heit zu, in der alles so ein­fach war. 

      Das Lesen der Kom­men­ta­re von Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen etc. ist auch für mich oft müh­se­lig und manch­mal auch schmerz­haft. Ich hal­te das nicht immer aus und es kann mir auch Angst machen. Ein Trost­pflas­ter gibt es aber schon: Auf Face­book, Tele­gram, den Foren etc. von Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen, ver­ste­cken sich hin­ter 100 Kom­men­ta­to­ren viel­leicht nur 10 ver­schie­de­ne. Der Rest sind Bots oder Leu­te mit meh­re­ren Accounts.

      Unse­re Dumm­heit ist tat­säch­lich eins der größ­ten Pro­ble­me, mit der die Mensch­heit zu kämp­fen hat. Das war viel­leicht schon immer so. Heut­zu­ta­ge ste­hen aller­dings dem dümms­ten Men­schen die glei­chen Mög­lich­kei­ten offen (Inter­net, Com­pu­ter usw.), wie dem Klügs­te. Das war vor 500 Jah­ren noch nicht so. Hof­fent­lich geht das gut.

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