Prostitution


Ausbeutung der Notlage von Frauen

Sex mit einer Prostituierten ist Sex mit einer Frau, die das eigentlich gar nicht will.

Männer, die mit einer Prostituierten Sex haben, haben Sex mit einer Frau, die das eigentlich gar nicht will und möglicherweise davon auch angewidert ist. Die Frau lässt es nur zu und macht es mit, weil sie dringend Geld braucht. Aus diesem Grund ist der Charakter des Sex´ mit einer Prostituierten ähnlich dem Charakter einer geduldeten Vergewaltigung.

Trotzdem ist uns das als Freier egal und mindert unseren Spaß nicht. Selbst wenn wir als Freier wissen oder vermuten, dass die Frau vom Zuhälter mit Gewalt zur Prostitution gezwungen wird, stört es uns in der Regel nicht. Hauptsache, sie lässt es zu. Warum ist unwichtig und die weiteren Hintergründe interessieren uns nicht. Doch zu diesem Verhalten sind nur unsensible und gleichgültige Menschen fähig. Andernfalls würden sie sich dabei unwohl fühlen und es nicht wiederholen können.

Nur sehr selten prostituiert sich eine Frau freiwillig oder zum Spaß – obwohl manche sich das einreden. Frauen, die sich prostituieren, tun das nur, weil sie in einer Notlage sind und keine andere Möglichkeit sehen, Geld zu verdienen, das sie dringend zum Leben brauchen. Wie es zu dieser Notlage kommen konnte, ist dabei unwichtig. Ihr Handeln geschieht aus der Not heraus und ist mit Erniedrigung und Demütigung gekoppelt. Freier und Zuhälter nutzen diese Notlage unverschämt aus.
(Eine Ausnahme sind die sogenannten Edelprostituierten. Wenn man 500 oder mehr Euro für eine Nacht bekommt, sich den Kunden aussuchen kann, über ein sauberes und stilvolles Ambiente verfügt, hat diese Form der Sex-Arbeit einen anderen Charakter und kann tatsächlich Spaß bedeuten. Doch nur sehr wenige Prostituierte befinden sich in einer solch komfortablen Lage.)

Scheinargumente

Schätzungsweise haben allein in Deutschland jeden Tag etwa eine Million Männer Geschlechtsverkehr mit einer Prostituierten. Diese Form von Sex ist für die Frauen meistens eine Demütigung – das wissen Freier meistens auch. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass man sich an einen üblen Job gewöhnen kann oder viele dieser Frauen durch Drogen seelisch Betäubung sind. Dieser Umstand mindert den Spaß des Freiers nicht. Oft rechtfertigen Freier ihr unsensibles Verhalten mit folgenden Argumenten:

1. Prostitution gibt es schon immer:
Stimmt wahrscheinlich. Genauso kann gesagt werden: Menschen nutzen schon immer die Notlager anderer Menschen aus. doch nur, weil es etwas schon lange gibt, muss es nicht gut und richtig sein. Auch wenn dieser Vergleich etwas unfair ist: Mord gibt es beispielsweise auch schon immer, doch niemand leitet davon ab, dass er okay ist.
 
2. Prostitution reduziert Vergewaltigungen:
Stimmt wahrscheinlich auch. Doch diese Feststellung ist eher ein Armutszeugnis für die Gesellschaften. Anstatt den potenziellen Vergewaltigern eine Alternative zur Vergewaltigung zu bieten, sollten wir lieber etwas gegen die moralische Verwahrlosung der Männer tun.
 
3. Frauen müssen sich ja nicht prostituieren:
Selbstverständlich müssen Frauen sich nicht prostituieren und Männer müssen nicht zu Prostituierten gehen oder Frauen dazu zwingen. Als junge, verzweifelte Frau ist es allerdings nicht einfach, dem Reiz des schnell verdienten Geldes zu widerstehen, besonders wenn man naiv ist oder auch romantische Vorstellungen vom Leben hat. Die Behauptung, Prostituierte sind selbst verantwortlich für ihre Situation, stimmt deshalb nur zu einem kleinen Teil und ist ein billiges Ablenkungsmanöver vom eigentlichen Problem: der Millionenschar unsensibler, gleichgültiger Männer.

Manchmal rechtfertigen Freier ihr Verhalten auch mit der Behauptung, dass den Prostituierten mit dem Geld schließlich geholfen wird. Doch würde es diesen Männern tatsächlich ums Helfen gehen, würden sie den Frauen mehr geben, als nur den Mindestbetrag. Die allermeisten Freier und Bordellkunden verhandeln den Preis jedoch so nierig wie möglich und nehmen auch dankend Flatrate-Angebote war.

Die Argumente, mit denen Freier ihr Verhalten rechtfertigen, um sich von der moralischen Verantwortung freizukaufen, sind also ziemlich dürftig. Sie halten selbst einer oberflächlichen Überprüfung nicht statt und dienen nur als Ablenkung. Als Männern ist es uns schlichtweg egal, aus welchen Gründen eine Frau sich zum Geschlechtsverkehr bereit erklärt. Hauptsache sie tut es! Ohne Freier gäbe es keine Prostitution und Zuhälterei und auch nicht das dadurch erzeugte Elend.

Keine Notwendigkeit zum Bordellbesuch

Es gibt unangenehme Jobs, die trotzdem gemacht werden müssen, wie beispielsweise Reinigungs- und Reparaturarbeiten in der Kanalisation und Abwasseraufbereitung. Solange es noch keine Maschinen gibt, die autonom solche Tätigkeiten verrichten können, müssen Menschen sie ausführen – doch niemand macht sie gerne. Es ist eine Notwendigkeit, dass Menschen diese Arbeiten erledigen. Die relativ gute Bezahlung ist der Anreiz dafür.

Für den Bordellbesuch gibt es hingegen keine Notwendigkeit. Es gibt viele Männer ohne Ehefrau/Freundin oder Onenightstands, die trotzdem nicht zu einer Prostituierten gehen. Nicht deswegen, weil sie das als unmoralisch empfinden, sondern weil es ihnen keinen Spaß machen würde, mit einer Frau Sex zu haben, der für die Frau eine Demütigung ist.


2 Gedanken zu “Prostitution”

  1. Ich arbeite seit 5 Jahren in dem Gewerbe, mit 18 Jahren habe ich angefangen weil ich keine andere Möglichkeit sah aus dem Kinderheim, das abgelegen in einem Dorf liegt, zu kommen. Ich habe keine Eltern mehr und auch sonst niemand der mir mit dem ganzen Papierkram geholfen hätte, weil jeder dafür war, dass ich im Heim bleibe, wegen Selbstmordversuchen als Teenie. Bin mit 14 Jahren ins Heim gekommen und ich rauchte aus völliger Dummheit einen Joint im Zimmer, den bekam ich vor dem Kinderheim von anderen Kindern und dann musste ich in ein anderes Heim für schwer erziehbare Kinder mit 16. Dort wurde ich in der Schule gemobbt von den Frauen wirklich mies behandelt, die Jungs haben versucht zu schlichten. Im Heim in meinem Zimmer, war ich allein und die Depressionen wurden richtig schlimmer. Erzieher waren überfordert nach 2 Jahren konnte ich nicht mehr diesen Ernst des Lebens aushalten. Pure Freudelosigkeit, eine Vergewaltigung zu meinen 18 Lebensjahr plus meine Entjungferung haben mich, denke ich, gebrochen. Ich konnte nicht mehr, ich reagierte auf meine Emotionen und Gedanken, dass ich ab sofort als Prostituierte arbeiten möchte – in mir ist irgendwas gestorben damals. Mit dem ersten Geld was ich verdiente kaufte ich mir alles was ich davor nicht konnte, Klamotten, schminke, Kinobesuche etc. Die ersten ca 15 Monate habe ich Abends, nicht täglich, aber oft, Heulausbrüche gehabt. Mit der Zeit stumpfte ich aber ab und die leere machte sich breit. Cannabis hilft den Service zu vollbringen, ich gehöre zu den Damen die super Bewertungen bekommt. Meine Freier denken wirklich ich mach es aus Spaß. Ich könnte meine Rechnungen nicht bezahlen, wenn ich sie nicht anlügen würde. Es ist angenehmer wenn man nett zueinander ist, als wenn ich versuche sie abzuziehen und sie sich aufregen. Aber viele üben sogar Kritik aus, wenn man sein Bestes gibt. Z. B. wenn man nach 10 min dauerfi… sagt das es langsam weh tut, dann kommt ein: Bekomme ich dafür ein Teil meines Geld wieder? Da kommen einen dann doch die Tränen vor Wut … aber ohne Freunde oder einer Familie bist du geliefert, man fühlt sich einfach so schlecht wenn man das Einzige aufgibt, was man hatte und von 0 anfangen muss, 3 Jahre Ausbildung können echt hart sein wenn du keine Anerkennung, keine Umarmung, keine persönliche Freundlichkeit bekommst. Es ist einfach hart, aber solche Texte wie deiner tuen so in der Seele gut.

    • Hallo Hanna

      Danke, dass du mir von deinem Leben erzählt hast. Es macht mich ziemlich traurig, dass Menschen solche Erfahrungen machen.

      Du hast ein freundliches Wesen, das du auf gar keinen Fall verkümmern lassen darfst. Behalte deinen klaren Verstand und werde nicht zur Zynikerin. Pass also auf, dass dich die ganze Scheiße nicht verbittert. Vielleicht gelingt es dir ja irgendwie, wenn du fest an eine bessere Zukunft glaubst, genug Energie aufzubringen, um aus der Sackgasse auszubrechen. Das ist anstrengend, besonders wenn man alleine ist.

      Wenn du gute Freunde findest, denen du wirklich vertrauen kannst und die dich moralisch und evtl. auch finanziell unterstützen, ist das jedoch möglich.

      Ich wünsche dir, dass du bald die richtigen Leute kennen lernst.

      Liebe Grüße, Michael

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