Dumm­heit

Dumm­heit


Ein­sichts­ver­wei­ge­rung

Der Aus­gang des »Kamp­fes zwi­schen Dumm­heit und Klug­heit« wird das Schick­sal der Mensch­heit ent­schei­den.

Dumm­heit ist ein Tabu­the­ma. Das ist auch kein Wun­der, denn wir sind alle mehr oder weni­ger dumm. Es fällt uns schwer dar­über zu spre­chen, ohne ein dif­fu­ses Gefühl der Rat­lo­sig­keit. So ist das bei Dum­men.

Des­we­gen hal­ten wir uns mit gegen­sei­ti­gen Dumm­heits­vor­wür­fen wei­test­ge­hend zurück. Wir wol­len nicht unsen­si­bel oder indis­kret sein, und behan­deln Dumm­heit als eine Art Han­di­cap, für das man nicht ver­ant­wort­lich gemacht wer­den kann.

Wenn wir dar­auf ver­zich­ten, ande­re auf ihre Dumm­hei­ten hin­zu­wei­sen, tun wie unse­rer intel­lek­tu­el­le Beweg­lich­keit auf Dau­er kei­ne Gefal­len und neh­men dem Dum­men die Mög­lich­keit zur Wei­ter­ent­wick­lung.

Zeichnung von einem EselkopfAnders als bei­spiels­wei­se das Touret­te­syn­drom, das die Betrof­fe­nen zwingt dum­me Sache zu sagen und zu tun, ist die Dumm­hei­ten kei­ne Erkran­kung son­dern eine Form der Ver­wei­ge­rung von Ein­sicht oder Erkennt­nis. Und da wir mehr oder weni­ger alle Lebens­be­rei­che haben, in denen wir Ein­sichts­ver­wei­ge­rung prak­ti­zie­ren, akzep­tie­ren wir die Dumm­heit unse­rer Mit­men­schen. Die Ursa­chen für die­se Ver­wei­ge­rung mögen viel­sei­tig sein, doch im Kern haben sie alle den glei­chen Ursprung: das “Nicht-Wis­sen-Wol­len” von den unan­ge­neh­men Aspek­ten des Lebens.

Dumm ist der, der dumm bleibt

Dumm sein kann einen ver­füh­re­ri­schen Vor­teil haben, denn als Dum­me sind wir nur ein­ge­schränkt für unse­re Hand­lun­gen ver­ant­wort­lich.

Doch auch dann müs­sen wir die Kon­se­quen­zen unser Hand­lun­gen tra­gen. Als dum­me Men­schen ist uns das egal, denn meis­tens inter­es­siert uns nur der augen­blick­li­che Nut­zen einer Sache oder Hand­lung. Die nega­ti­ven Kon­se­quen­zen wer­den erst in der Zukunft ein­tre­ten — viel­leicht blei­ben sie aber auch aus. Und in der Zukunft sieht sowie­so alles anders aus — wer weiß, wie die Din­ge sich ent­wi­ckeln wer­den, betäu­ben wir unse­re dunk­le Vor­ah­nung von dem zukünf­ti­gen Ärger.

Die­ses Ver­hal­ten ist ziem­lich dumm. “Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“, scheint das Mot­to hin­ter die­sem Ver­steck­spiel zu sein, das wir Leben nen­nen.

Wir wen­den es an, um den unan­ge­neh­men Aspek­te des Daseins aus dem Weg zu gehen. Das klappt sehr gut, solan­ge die Aus­wir­kun­gen unse­res oft kurz­sich­ti­gen Ver­hal­tens noch irgend­wie hand­hab­bar sind. Und sind sie es irgend­wann nicht mehr, sind wir sehr erfin­dungs­reich im Umgang mit ihnen: Wir ver­la­gern unse­re Pro­ble­me in die Zukunft (küm­mern uns nicht um sie, igno­rie­ren sie) oder geben ihnen neue Namen, um sie nicht als das wahr­neh­men zu müs­sen, was sie sind: selbst ver­schul­de­te Hemm­nis­se unse­rer Ent­wick­lung. Ande­re oder spä­te­re Genera­tio­nen (gern unser zukünf­ti­ges Ich) wer­den das Pro­blem schon irgend­wie meis­tern, sug­ge­rie­ren wir uns unaus­ge­spro­chen. Doch war­um ver­hal­ten wir uns so oft und auch sehen­den Auges dumm und selbst­schä­di­gend?


DUMM­HEIT DER GESELL­SCHAFT

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