Das Nichts


Das Nichts und das Etwas

Es ist nicht mög­lich, über das Nichts nach­zu­den­ken,
ohne es zu einem Etwas zu machen.

Wir wis­sen nicht, ob es das Nichts gibt und wenn ja, was es sein könn­te. Viel­leicht ist es tat­säch­lich nicht mehr als eine intel­lek­tu­el­le Spie­le­rei, viel­leicht ist es aber auch eine unbe­kann­te Ener­gie­form, die wir auf­grund nicht vor­han­de­ner Mög­lich­kei­ten zur Inter­ak­ti­on »Nichts« nen­nen. Denn wir kön­nen das Nichts nicht loka­li­sie­ren, abtas­ten, ver­mes­sen oder sonst wie nach­wei­sen.

Schwar­ze Löcher kön­nen wir durch die von ihnen erzeug­te Raum­ver­zer­rung loka­li­sie­ren und somit bewei­sen. Das Nichts besitzt sol­che „Schat­ten­wur­f­ei­gen­schaf­ten“ wesens­be­dingt nicht. Wir kön­nen also kei­ne Daten über es sam­meln.

Das Nichts hat sei­nen Ursprung viel­leicht in fol­gen­der Asso­zia­ti­on: »Da es ein Etwas gibt (die Exis­tenz, das Uni­ver­sum), muss oder könn­te es auch ein Nicht-Etwas, sein Gegenteil/Gegenpol geben.«

Als Moti­va­tor an die­se Mög­lich­keit zu glau­ben eig­net sich die Theo­rie vom Teil­chen-Anti­teil­chen Kon­zept sehr gut: Alles besitzt einen Gegen­pol, war­um die Exis­tenz dann nicht auch?

In Anbe­tracht der Tat­sa­che, dass wir noch nicht ein­mal mit abso­lu­ter Sicher­heit sagen kön­nen, was ein Etwas ist (also Mate­rie, Raum, Zeit, Ener­gie, aber auch Gedan­ken, Bewusst­sein und Wahr­neh­mung), ist es ziem­lich gewagt zu glau­ben wis­sen zu kön­nen, was ein Nichts ist.

Ein wabenähnliches Gitter, hinter dem sich eine Lichtquelle befindet.Um über ein Etwas Aus­sa­gen machen zu kön­nen, die mehr sind als theo­re­ti­sche und logi­sche Über­le­gun­gen, müs­sen wir zuvor in eine Bezie­hung mit die­sem Etwas tre­ten. Andern­falls sind brauch­ba­re Aus­sa­gen dar­über unmög­lich. Und da auch das Nichts etwas ist, (etwas über das wir nach­den­ken, uns unter­hal­ten etc.) selbst wenn es nur fik­tiv ist, bräuch­ten wir eine Bezie­hung zu ihm, um es beschrei­ben zu kön­nen. Wenn wir über das Nichts phi­lo­so­phie­ren und nach­den­ken, es als Phä­no­men ver­ste­hen und als sol­ches behan­deln, soll­te uns jedoch klar sein, dass die­se Vor­ge­hens­wei­sen unge­eig­net sind.

Egal was auch immer wir tun und wel­che Sys­te­me, Phi­lo­so­phi­en, Dia­lek­ti­ken, Ideo­lo­gi­en, Glau­bens­rich­tun­gen, Denk­wei­sen oder Metho­den wir benut­zen, um das Wesen des Nichts zu ver­ste­hen: Wenn die­se Metho­den auch bei der Ergrün­dung eines ETWAS funk­tio­nie­ren, tau­gen sie zur Erfas­sung des Nichts nichts. Tat­sa­che ist: Alle Metho­den, die uns zur Ver­fü­gung ste­hen, sind Metho­den, die zur Unter­su­chung eines Etwas ent­wi­ckelt wur­den, denn wir gehö­ren der „Etwas-Welt“ an und kön­nen des­halb nur „Etwas-Din­ge“ erschaf­fen und ver­ste­hen. Um Metho­den zur Unter­su­chung eines Nichts zu ent­wi­ckeln, müss­ten wir der „Nichts-Welt“ ange­hö­ren oder sie zumin­dest betre­ten kön­nen.

Die Null-Dimen­si­on

Die ver­ständ­lichs­te Ana­lo­gie zur Ver­an­schau­li­chung des Nichts ist viel­leicht ein erwei­ter­tes Dimen­sio­nen­mo­dell: Den­ken wir uns, zu den drei bekann­ten räum­li­chen Dimen­sio­nen, zwei wei­te­re hin­zu, haben wir fol­gen­de Hier­ar­chie:

0. Dimen­si­on: Nichts — kein Punkt

1. Dimen­si­on: unend­lich klei­ner Punkt — ein Punkt

2. Dimen­si­on: unend­lich dün­ne Linie (ers­te Dimen­si­on des Stan­dard­mo­dells) — zwei Punk­te

3. Dimen­si­on: unend­lich dün­ne Flä­che (zwei­te Dimen­si­on des Stan­dard­mo­dells) — drei oder mehr Punk­te.

4. Dimen­si­on: 3‑dimensionaler Raum, Qua­der (drit­te Dimen­si­on des Stan­dard­mo­dells) — fünf oder mehr Punk­te

Ein gewebeartige Struktur, in deren Mitte sich ein schwarzes Nichts befindet.Eine Zeit­di­men­si­on (nor­ma­ler­wei­se unse­re 4. Dimen­si­on, hier wäre sie die 5.) fällt in die­sem Modell weg, da nicht ein­deu­tig geklärt wer­den kann, an wel­cher Stel­le sie in der Rang­fol­ge ein­zu­fü­gen wäre. Denn wenn wir uns bei­spiels­wei­se eine Flä­chen­welt (Flat­land) vor­stel­len kön­nen, dann nur, weil es auch in ihr, wie im 3‑dimensionalen Raum, einen zeit­li­chen Ablauf der Gescheh­nis­se gibt. Die Zeit­di­men­si­on muss also (oder kann?) kei­ne sein, die ers­te spä­ter hin­zu­kommt. Doch wo genau sie ein­zu­fü­gen wäre, lie­ße sich ohne grö­ße­re Unter­su­chung oder Ana­ly­se nicht sagen. Des­halb gibt es in die­sem Modell auch kei­ne — nötig wäre sie ohne­hin nicht. Auch ist bis heu­te nicht geklärt, ob das, was wir als Zeit wahr­neh­men, über­haupt eine Dimen­si­on ist.

Bereits die 1. Dimen­si­on (der unend­lich klei­ne Punkt) käme als Kan­di­dat für das Nichts in Betracht, denn etwas »unend­lich Klei­nes« ist genau­so wenig vor­stell­bar wie ein »unend­lich Gro­ßes«. Trotz­dem ist ein unend­lich klei­ner Punkt mehr, als kein Punkt.

Im erwei­ter­ten Dimen­sio­nen­mo­dell ent­spricht das Nichts also der Null-Dimen­si­on. Das hilft uns zwar auch nicht wei­ter, das Wesen des Nichts bes­ser ver­ste­hen zu ler­nen, durch die Ein­ord­nung in das Dimen­sio­nen­mo­dell bekom­men wir jedoch einen ver­an­schau­lich­ten Ansatz für die­ses unmög­li­che Unter­fan­gen. Mehr ist nicht mög­lich.

Metho­den zur Nichts-For­schung

Um das Nichts zu unter­su­chen, brau­chen wir also Metho­den oder Ver­fah­ren, die spe­zi­ell für das »Phä­no­men Nichts« kon­stru­iert wur­den. Doch um das tun zu kön­nen, müss­ten wir das Nichts zumin­dest ken­nen. Da dies aber nicht der Fall ist, wird es sol­che Werk­zeu­ge oder Metho­den nie­mals geben. Man kann kei­nen Ham­mer ent­wi­ckeln oder erfin­den, wenn man noch nie einen Nagel gese­hen hat, geschwei­ge denn weiß, was ein Nagel ist.

Wenn wir uns mit dem Nichts beschäf­ti­gen, ver­ges­sen wir meis­tens, dass es sich dabei um ein von uns erfun­de­nes oder erdach­tes „Phä­no­men“ han­delt. Denn wir reden nicht des­we­gen vom Nichts, weil wir es gese­hen oder sonst wie erfah­ren haben, son­dern weil wir fähig sind, es zu “asso­zi­ie­ren” oder zu den­ken.

Das Nichts ist die rei­ne Idea­li­sie­rung oder Abs­trak­ti­on sei­nes Gegen­stü­ckes: Raum, Zeit, Mate­rie und Ener­gie. Es ist die voll­kom­me­ne Abwe­sen­heit von irgend­et­was, also auch die Abwe­sen­heit von lee­rem Raum, denn die­ser ist ja etwas: eine Regi­on der Aus­deh­nung ohne Sub­stanz. Wir kön­nen dem Nichts also kei­ne Wer­te oder Eigen­schaf­ten zuord­nen. Tun wir es doch, ist es kein Nichts mehr.


Kate­go­ri­en des Nichts

Lee­re: das schein­ba­re Nichts

Manch­mal wird das Vaku­um als Nichts bezeich­nen. Wis­sen­schaft­ler spre­chen vom phy­si­ka­li­schen Nichts. Prag­ma­tisch betrach­tet ist das Vaku­um jedoch kein Nichts. Man kann es als “räum­li­che Aus­deh­nung ohne Sub­stanz” bezeich­nen, Mate­rie hin­ge­gen als “räum­li­che Aus­deh­nung mit Sub­stanz”. Bei­de Aus­deh­nungs­ar­ten sind ein Etwas. Das Nichts des Vaku­ums ist also nur eine Art der opti­schen Täu­schung.
Da wir gewohnt sind, unter einem Etwas immer etwas Anfass­ba­res (also Objek­te) zu ver­ste­hen, kommt uns das Vaku­um wie ein Nichts vor. Doch obwohl das Vaku­um kei­ne Sub­stanz besitzt, besteht es nicht aus nichts, denn wir kön­nen es wahr­neh­men. Wir kön­nen es “sehen” denn es besitzt bestimm­te Dimen­sio­nen (Höhe, Brei­te, Tie­fe). Die­ser lee­re Raum, der nichts ande­res ent­hält als sich selbst, ist etwas: Aus­deh­nung. Das Vaku­um als Nichts zu ver­ste­hen, ist dem­nach ein Trug­schluss.

Nicht-da-sein: das Abwe­sen­heits-Nichts

Das Abwe­sen­heits-Nichts ist sozu­sa­gen die »All­tags­form« eines Nichts, wie wir es alle ken­nen: Ein Gegen­stand ist ver­schwun­den, er ist nicht dort, wo er eigent­lich hät­te sein sol­len. Dort, wo etwas sein soll­te, ist nichts (außer der lee­re bzw. luft­ge­füll­te Raum). Wir erle­ben die­ses Nichts im All­tag ganz real, es besitzt fes­te Stel­len­wer­te in unse­ren Leben. Exis­tent sind die Din­ge für uns nur dann, wenn wir über sie ver­fü­gen kön­nen oder wir in einer Bezie­hung zu ihnen ste­hen.

Dass es Gegen­stän­de oder auch Men­schen plötz­lich nicht mehr gibt (sie ver­schwun­den sind), ist nor­mal für uns. Wir kön­nen davon pro­fi­tie­ren, wenn etwas nicht mehr exis­tiert (bei­spiels­wei­se Schul­den). Wenn unser Auto plötz­lich weg ist (für uns also nicht mehr exis­tiert), haben wir einen Ver­lust. Das Abwe­sen­heits-Nichts besitzt also einen welt­li­chen Cha­rak­ter, und wir betrach­ten es — wenn über­haupt – nur sel­ten unter phi­lo­so­phi­schen Gesichts­punk­ten. Es ist banal.

Das Ide­al: das asso­zia­ti­ve Nichts

Das asso­zia­ti­ve Nichts ist das Nichts, von dem meis­tens die Rede ist, wenn über das Nichts phi­lo­so­phiert wird. Es hat einen hypo­the­ti­schen, spe­ku­la­ti­ven Cha­rak­ter und ist stark abhän­gig von der Per­son, die sich mit ihm beschäf­tigt. Die Exis­tenz des asso­zia­ti­ven Nichts steht und fällt also mit der Auf­merk­sam­keit, die wir ihm schen­ken. Obwohl das Nichts nichts ist, asso­zi­ie­ren oder ima­gi­nie­ren wir es trotz­dem, obwohl uns das nur nebel­haft gelingt. Mit die­ser Ima­gi­na­ti­on ver­lei­hen wir dem Nichts eine Art Sta­tus: Wir machen es (unse­re eigent­lich fik­ti­ve Asso­zia­ti­on) zu einem Phä­no­men, und dadurch zu einem Etwas.

Nur weil wir fähig sind, uns etwas vor­zu­stel­len, muss das Ergeb­nis unse­rer Vor­stel­lung nicht auch Sinn erge­ben. Davon gehen wir jedoch aus: „Ich kann es mit vor­stel­len, also muss auch etwas dran sein“, den­ken wir.

Die Nicht­exis­tenz: das rea­le Nichts

Das rea­le Nichts ist das wah­re Nichts. Nicht-Exis­tenz ist ein bes­se­rer Aus­druck dafür. Im Gegen­satz zum Abwe­sen­heits-Nichts, das mit einem poten­zi­ell rea­len Etwas inter­agiert (indem es anzeigt, dass etwas weg ist, das auch da sein könn­te), hat die Nicht-Exis­tenz kei­ner­lei Bezie­hung zu irgend­et­was. Wäh­rend dem asso­zia­ti­ven Nichts theo­re­tisch noch ein gewis­ser Ener­gie­wert zuge­schrie­ben wer­den kann (bei­spiels­wei­se nega­ti­ve Ener­gie), ist das rea­le Nichts voll­kom­men ener­gie­los. Es kann nicht asso­zi­iert wer­den, es kann nicht in Rela­ti­on zu irgend­et­was gesetzt wer­den. Des­we­gen gibt es nichts, was man über das rea­le Nichts, die rei­ne Nicht-Exis­tenz, sagen kann.


Das Spiel mit dem Nichts

Das rea­le Nichts kann sei­ne Exis­tenz nur in der Nicht-Exis­tenz haben.

Das Nichts kann nur dann wahr­haf­tes Nichts sein, wenn es nichts ist. Das heißt: Damit das Nichts exis­tie­ren kann, darf es nicht exis­tie­ren. Das jedoch ergibt kei­nen Sinn, und so erken­nen wir unser Phi­lo­so­phie­ren über das Nichts als das, was es von Beginn an ist: eine intel­lek­tu­el­le Spie­le­rei.

Andern­falls wäre das Nichts eine ande­re Art des Daseins, eine uns völ­lig fremd­ar­ti­ge Exis­tenz- oder Ener­gie­form, die es noch zu ent­de­cken gäbe (bei­spiels­wei­se außer­halb des Uni­ver­sums). Doch dadurch wäre es kein wirk­li­ches Nichts. Des­we­gen ist das (exis­tie­ren­de) Nichts ein Wider­spruch in sich selbst.

Eigent­lich ist die Beschäf­ti­gung mit dem Nichts aus­ge­spro­chen müßig. Es gibt Tau­sen­de Bücher, die sich mit dem Nichts befas­sen und bei allen ist das Ergeb­nis wahr­schein­lich das glei­che: Nichts! Doch die Idee, das intel­lek­tu­el­le Kon­zept vom Nichts, fas­zi­niert uns offen­bar. Des­we­gen haben wir es erdacht.

Wir wis­sen, dass es ein Etwas (das Uni­ver­sum) gibt, also asso­zi­ie­ren wir das Gegen­stück, weil wir es kön­nen. Wir sind fähig, Sät­ze zu bil­den, die kei­nen Sinn erge­ben und wir sind fähig, uns Din­ge aus­zu­den­ken, die es nicht gibt oder kei­nen Sinn haben. Das ist kein Kunst­stück: Wir kön­nen uns das Nichts den­ken, also tun wir es auch. Nur aus die­sem Grund gibt es das Nichts für uns.


Die pola­re Logik unse­res Den­kens

Viel­leicht ist auch unse­re Nei­gung, in Pola­ri­tä­ten zu den­ken, dafür ver­ant­wort­lich, dass wir uns ein Nichts asso­zi­ie­ren: Wir kön­nen uns das eine nicht ohne sein Gegen­teil vor­stel­len.

Von Hel­lig­keit kön­nen wir nur spre­chen, weil es auch Dun­kel­heit gibt, von Wär­me nur, weil es Käl­te gibt, von Bewusst­sein nur, weil es Unbe­wusst­sein gibt usw. Und auf die­ser Logik grün­det auch unse­re Annah­me, dass es das Nichts geben muss. „Es gibt ein Etwas, also muss es auch sein Gegen­stück geben“, ist unser Gedan­ke. Doch dabei über­se­hen wir Fol­gen­des:

Dun­kel­heit und Hel­lig­keit sind nicht wirk­lich zwei sich ergän­zen­de, pola­re Grö­ßen oder Wer­te, die sich gegen­über­ste­hen, denn Dun­kel­heit besitzt kei­nen Ener­gie­wert, auch kei­nen nega­ti­ven! Es gibt eigent­lich kei­ne »Dun­kel­heit«, son­dern nur die Abwe­sen­heit von Licht. Die­se Abwe­sen­heit nen­nen wir Dun­kel­heit. Wenn es nicht so wäre, müss­te fol­gen­des Expe­ri­ment mög­lich sein:

In einem Raum, indem es weder Dun­kel­heit noch Hel­lig­keit gibt, müss­ten wir Hel­lig­keit oder Dun­kel­heit erzeu­gen kön­nen. Doch das ist nicht mög­lich, denn schon die­sen spe­zi­el­len Raum gibt es nicht.

Das Glei­che gilt für vie­le ande­re Pola­ri­tä­ten: Käl­te ist nur die Abwe­sen­heit von Wär­me, Unbe­wusst­sein die Abwe­sen­heit von Bewusst­sein. Dun­kel­heit, Käl­te und Unbe­wusst­sein kön­nen nicht erzeugt wer­den, indem bei­spiels­wei­se Ener­gie hin­zu­ge­fügt wird. Dun­kel­heit, Käl­te und Unbe­wusst­sein blei­ben zurück, wenn Licht, Wär­me und Bewusst­sein ent­fernt wer­den. Lee­re (ein lee­res Gefäß) bleibt zurück, wenn wir den Inhalt des Gefä­ßes ent­fer­nen. Anders­her­um geht es jedoch nicht: Wir kön­nen kei­ne Lee­re hin­ein­tun oder ent­fer­nen, denn wir kön­nen nicht mit einem Nichts han­tie­ren, son­dern stets nur mit einem Etwas.

Wir kön­nen kein Nichts irgend­wo hin­tun, und damit ein Etwas ver­drän­gen. Des­we­gen ist es auch nicht mög­lich, mit einem Etwas ein Nichts zu ver­drän­gen. Wir kön­nen nur ein Etwas durch an ande­res Etwas erset­zen.

Wir kön­nen Käl­te, Dun­kel­heit oder Unbe­wusst­sein nicht hin­zu­tun, und haben anschlie­ßend dann mehr davon. Wenn man “ein Nichts” zu einem Etwas hin­zu­tut, ist das Etwas anschlie­ßend nicht klei­ner. Tau­send plus null erge­ben immer noch Tau­send. All das sind viel­leicht müßi­ge Gedan­ken, die jedoch Spaß machen kön­nen. Denn alles, was wir uns vor­stel­len und aus­den­ken kön­nen, macht Spaß, wenn es inter­es­sant ist.

Die­se Ana­lo­gi­en zei­gen auf, dass das Nichts eigent­lich gar kein wirk­li­ches Nichts ist. Irgend­je­mand hat ein­mal sinn­ge­mäß gesagt: “Alles was wir uns vor­stel­len kön­nen, gibt es irgend­wo und irgend­wann auch.” Doch bei die­ser Aus­sa­ge han­delt es sich nur um einen Satz, den wir schnell aus­spre­chen, ohne ihn je veri­fi­zie­ren zu kön­nen.

Alle Theo­ri­en über das Nichts wer­den immer Gedan­ken­spie­le blei­ben. Und so ver­hält es sich auch mit dem, was ich hier über das Nichts schrei­be: Nur ein Spiel.


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