Glau­bens­sys­te­me


Ein Frosch blickt in einen verschleierten Sternenhimmel.

Die Welt­erklä­rungs­ver­su­che unse­rer archai­schen Vor­fah­ren

Wir haben soge­nann­te Glau­bens­sys­te­me, mit denen wir uns den Ursprung allen Seins erklä­ren: Ein über­na­tür­li­ches, all­mäch­ti­ges Lebe­we­sen ohne Anfang und Ende hat das Uni­ver­sum und das Leben erschaf­fen. Nur in den Details sind wir uns nicht einig, bei­spiels­wei­se wann und wie die Erschaf­fung statt­fand, wel­che Absich­ten das Wesen hat und was es von uns erwar­tet.

Wenn wir von Glau­bens­sys­te­men spre­chen, mei­nen wir in der Regel die Arten, auf die wir an Gott glau­ben. Wir kön­nen die­sen Begriff aber auch in einem brei­te­ren Sinn gebrau­chen:

Besitzt eine Leh­re, Ideo­lo­gie oder Theo­rie a prio­ri einen nicht beweis­ba­ren Anspruch auf All­ge­mein­gül­tig­keit oder uni­ver­sel­le Bedeu­tung, han­delt es sich um ein Glau­bens­sys­tem. Des­halb zäh­len auch Ideo­lo­gien und Eso­te­rik dazu.

Athe­is­mus als Glau­bens­sys­tem

Tra­di­tio­nell zäh­len wir den Athe­is­mus nicht dazu, da er den Glau­ben an einen Gott nicht beinhal­tet. Doch als Athe­is­ten sind wir nicht auf­grund defi­ni­ti­ver Bewei­se von der Nicht­exis­tenz Got­tes über­zeugt … unse­re logi­schen und ver­nünf­ti­gen Über­le­gun­gen las­sen uns das den­ken!

Und da bis in die letz­te Kon­se­quenz nichts beweis­bar ist, sind wir gezwun­gen, zu glau­ben, dass unse­re logi­schen und ver­nünf­ti­gen Über­le­gun­gen auch rich­tig sind. Aus die­sem ein­fa­chen, aber fai­ren Grund muss auch der Athe­is­mus bei den Glau­bens­sys­te­men ein­ge­ord­net wer­den.

Die „Schwach­stel­le“ aller Glau­bens­sys­te­me ist nun mal: Prag­ma­tisch, also nüch­tern, fak­ten­ori­en­tiert, unauf­ge­regt und ganz beson­ders zwang­los betrach­tet (was uns sel­ten leicht fällt, da wir fast alle direkt oder indi­rekt ideo­lo­gisch indok­tri­niert wur­den), sind sie Spe­ku­la­tio­nen – egal wie viel sie uns bedeu­ten oder wie sehr wir von ihnen über­zeugt sind.

Die­se Asso­zia­ti­on gefällt uns als Athe­is­ten natür­lich über­haupt nicht – und des­halb zer­re­den wir sie lei­den­schaft­lich. Wir alle haben unse­re fes­ten Über­zeu­gun­gen, die uns irra­tio­nal den­ken las­sen. In die­ser Bla­se unse­rer per­sön­li­chen Vor­stel­lungs­welt wird Fik­ti­on für uns zur Wirk­lich­keit.

Kate­go­rien der Glau­bens­sys­te­me

Reli­giö­se Glau­bens­sys­te­me:
The­is­mus, Agnos­ti­zis­mus, Athe­is­mus: Die­se beschäf­ti­gen sich tra­di­tio­nell, kri­tisch oder wis­sen­schaft­lich mit dem Pos­tu­lat (oder der Idee) eines jen­seits von Raum und Zeit ange­sie­del­ten »omni­po­ten­ten Super­we­sens«, das für die Exis­tenz des Uni­ver­sums und des Lebens ver­ant­wort­lich ist.

Ideo­lo­gi­sche Glau­bens­sys­te­me:
Ideo­lo­gien, zum Bei­spiel der Glau­be an den Sozia­lis­mus, Kapi­ta­lis­mus, Wirt­schafts­sys­te­me, Gesell­schafts­for­men etc. Ideo­lo­gi­sche Glau­bens­sys­te­me sind meis­tens rein intel­lek­tu­el­le Über­zeu­gun­gen und haben einen welt­li­chen Cha­rak­ter.

Eso­te­ri­sche Glau­bens­sys­te­me:
Ufo­lo­gie, Ver­schwö­rungs­theo­rien, Spi­ri­tis­mus, Mythen, Magie etc. Eso­te­ri­sche Glau­bens­sys­te­me kann man als »alter­na­ti­ve Reli­gio­nen« ver­ste­hen. Wer das Bedürf­nis hat, glau­bend durchs Leben zu gehen, das Schöp­fer­gott­kon­zept jedoch ablehnt, fin­det in der Eso­te­rik Glau­bens­mög­lich­kei­ten.

Das Feld der Eso­te­rik ist weit und beschreibt die Welt des Über­sinn­li­chen und ver­wand­te Tra­di­tio­nen. Es ist nicht immer ein­deu­tig, was zur Eso­te­rik gehört und was nicht. Eini­ge Men­schen zäh­len bei­spiels­wei­se Spi­ri­tua­li­tät und Astro­lo­gie dazu, ande­re nicht.

Per­sön­li­che Glau­bens­sys­te­me:
Über­zeu­gun­gen, etwas zu sein, etwas zu wer­den, etwas zu wis­sen. Per­sön­li­che Glau­bens­sys­te­me sind sehr dif­fi­zil und las­sen sich schlecht defi­nie­ren.

Sie kön­nen gut mit ande­ren Glau­bens­sys­te­men kom­bi­niert wer­den. Ein per­sön­li­ches Glau­bens­sys­tem kann ein pri­va­ter Glau­be sein, der heim­lich prak­ti­ziert wird und nur ein ein­zi­ges Mal exis­tiert. Obses­sio­nen und Wahn­vor­stel­lun­gen (bei­spiels­wei­se der Glau­be, die Wie­der­ge­burt einer his­to­ri­schen Per­son zu sein), kön­nen dazu gezählt wer­den.


The­is­mus, Athe­is­mus, Agnos­ti­zis­mus


Eine blaue, kristallartig glänzende Figur wirft einen kleinen dunklen Stein gegen eine große transparente Wasserwand. Innerhalb dieser Wand schweben mehrere kleine Inseln mit Bäumen, Moos und Wasserfällen, die sich wie Miniaturlandschaften im Wasser halten. Von der Auftreffstelle breiten sich deutliche Wellenkreise aus. Rechts oben wächst aus einer weiteren kleinen Insel bereits ein frischer grüner Keimling.

Die­se drei Aus­rich­tun­gen sind die Haupt­grup­pen der reli­gi­ons­ori­en­tier­ten Glau­bens­sys­te­me. Es gibt noch jede Men­ge ande­re, doch die­se kann man als Unter­grup­pen oder Able­ger von The­is­mus, Athe­is­mus und Agnos­ti­zis­mus ver­ste­hen. Meis­tens unter­schei­den sich die­se von ihrer Mut­ter­grup­pe nur in Nuan­cen:

The­is­mus:
Deis­mus, Mono­la­tris­mus, Pan­the­is­mus, Kos­mo­the­is­mus, Theo­pha­nis­mus, Heno­the­is­mus, Mono­the­is­mus, Panenthe­is­mus, Theo­zen­tris­mus, agnos­ti­sche The­is­mus sowie die soge­nann­te nega­ti­ve Theo­lo­gie.

Athe­is­mus:
Logisch-meta­phy­si­sche, nomi­na­lis­ti­sche, meta­phy­sisch-ratio­na­lis­ti­sche; radi­kal-szi­en­tis­ti­sche, pos­tu­la­to­ri­sche, szi­en­tis­ti­sche, prag­ma­ti­sche und agnos­ti­sche Athe­is­mus

Agnos­ti­zis­mus:
Der star­ke, schwa­che, athe­is­ti­sche, spi­ri­tu­el­le und prag­ma­ti­sche Agnos­ti­zis­mus, sowie den Ignos­ti­zis­mus.

Für jeden Geschmack und für jedes intel­lek­tu­el­le Gemüt ist somit etwas dabei. Wer reli­gi­ös oder anti-reli­gi­ös sein will, fin­det wahr­schein­lich auch etwas.

Im Prin­zip unwich­ti­ge Unter­schie­de

Was all die­se Glau­bens­ori­en­tie­run­gen genau bedeu­ten, weiß ich nicht. Es ist auch nicht wich­tig, denn um das »Prin­zip Glau­bens­sys­tem« ver­ste­hen zu kön­nen, ist das unnö­tig.

Bei unse­ren Glau­bens­sys­te­men han­delt sich nur um die indi­vi­du­ell unter­schied­lich aus­dif­fe­ren­zier­ten Ver­su­che, die wir in moder­nen Zei­ten machen, um das Phä­no­men der Exis­tenz wei­ter­hin mit dem Pos­tu­lat eines »Schöp­fungs­ak­tes« erklä­ren zu kön­nen oder Alter­na­ti­ven dazu auf­zu­zei­gen.

Daher wer­den auf die­ser Sei­te nur die drei Haupt­grup­pen bespro­chen, ihre Bezie­hung zuein­an­der auf­ge­zeigt und eini­ge wei­ter­füh­ren­de Gedan­ken zum The­ma Glaubenssysteme/Glauben/Religion dar­ge­stellt.

Athe­is­mus und The­is­mus

Über einer dicht bebauten Großstadt steht ein gewaltiges bleiches Monster, das selbst Godzilla und King Kong weit überragt. Mit ausgestreckten Armen hält es die beiden Streithähne an den Handgelenken hoch und voneinander fern. Die sonst furchteinflößenden Giganten hängen kraftlos zu seinen Seiten und wirken plötzlich wie zwei ungezogene Kinder.

The­is­mus und Athe­is­mus sind zwei Sei­ten der­sel­ben Mün­ze. Den Agnos­ti­zis­mus kann man als die gan­ze Mün­ze ver­ste­hen.

Es gibt kei­nen Athe­is­mus ohne The­is­mus. Um Athe­ist sein zu kön­nen, muss es den The­is­mus geben – das ist klar. Das Gegen­teil trifft jedoch auch zu: Wäre es nicht mög­lich, nicht an Gott zu glau­ben, wäre es auch nicht mög­lich, an ihn zu glau­ben. Der Glau­be an Gott wäre dann etwas ande­res als Glau­be.

The­is­mus = poten­zi­el­ler Athe­is­mus, Athe­is­mus = poten­zi­el­ler The­is­mus. Es ist dem Yin-Yang-Prin­zip ähn­lich.

Vor­ur­teil oder Aver­si­on

Wenn wir etwas ableh­nen, müs­sen wir eine Bezie­hung zu dem haben, was wir ableh­nen. Andern­falls wäre unse­re Abnei­gung nur der Aus­druck eines Vor­ur­teils.

Um den Glau­ben an Gott ableh­nen zu kön­nen, müs­sen wir irgend­wie wis­sen (oder zumin­dest glau­ben zu wis­sen), was es bedeu­tet oder bedeu­ten könn­te, an ihn zu glau­ben. Des­halb müs­sen wir, um Athe­ist sein zu kön­nen, in unse­rem Inne­ren den inak­ti­ven oder laten­ten Trieb zum the­is­ti­schen Glau­ben haben.

Man kann es auch so aus­drü­cken: Wer nie­mals Athe­ist sein könn­te, könn­te auch nie­mals The­ist sein und umge­kehrt. Wir sind nur des­halb eins von bei­den, weil wir im Prin­zip auch das Gegen­teil sein könn­ten.

The­is­mus ist der Glau­be an ein über­na­tür­li­ches Wesen, das das Uni­ver­sum und das Leben erschaf­fen hat, Athe­is­mus der Glau­be an einen natür­li­chen Ent­ste­hungs­pro­zess von bei­dem. Für kei­nes die­ser Erklä­rungs­mo­del­le gibt es wirk­li­che Bewei­se, Indi­zi­en oder etwas Gleich­wer­ti­ges, son­dern nur Mut­ma­ßun­gen.

Und die­se Mut­ma­ßun­gen sind aus­nahms­los von unse­rem per­sön­li­chen intel­lek­tu­el­len Gemüt abhän­gig – also eine Geschmacks­sa­che.

Intui­ti­on und Emo­tio­na­li­tät

Das, was wir füh­len, spü­ren oder intui­tiv wis­sen, wovon wir inner­lich über­zeugt sind, ist bedeu­tungs­los bei der Fra­ge nach dem Ursprung allen Seins, denn unse­rer Intui­ti­on kön­nen wir nicht trau­en, wenn wir emo­tio­nal ein­ge­bun­den sind. Und wir sind (zumin­dest auf einer unbe­wuss­ten Ebe­ne) außer­ge­wöhn­lich stark emo­tio­na­li­siert, wenn es um den »Sinn des Lebens«, »Ursprung der Exis­tenz« und ähn­li­che Din­ge geht. Es ist uns des­halb unmög­lich, die­ses The­ma neu­tral und nüch­tern zu behan­deln.

Ob wir an die Exis­tenz oder Nicht-Exis­tenz Got­tes glau­ben, hängt daher von unse­ren per­sön­li­chen, sub­jek­ti­ven Vor­lie­ben ab, die vom intel­lek­tu­el­len Gemüt bestimmt wer­den, das sich im Lau­fe der Jahr­zehn­te auch ändern kann.

Heu­te The­ist, mor­gen Athe­ist, über­mor­gen The­ist …

Es gibt vie­le reli­giö­se Bio­gra­fien, die man grob so umschrei­ben kann:

Das geht natür­lich auch in die ande­re Rich­tung: Vom Eltern­haus erfah­ren wir eine athe­is­ti­sche Erzie­hung, ent­de­cken dann spä­ter die Reli­gi­on (da sie tröst­lich sein kann) und keh­ren noch spä­ter aus unter­schied­li­chen Grün­den zum Athe­is­mus zurück. Viel­leicht gibt es auch mal ein agnos­ti­sches Inter­mez­zo.

Unsi­cher­heit und Angst: die wich­tigs­ten Trieb­fe­dern zum Glau­ben

Das zeigt, wie labil unse­re geis­ti­ge und intel­lek­tu­el­le Grund­ein­stel­lung als The­is­ten und Athe­is­ten meis­tens ist. Als Athe­is­ten haben wir eine Aver­si­on gegen das Irra­tio­na­le, das nicht Erklär­ba­re – obwohl die­se Ein­stel­lung selbst gewis­se irra­tio­na­le Züge besitzt.

Als The­is­ten haben wir Angst vor der Selbst­stän­dig­keit und Eigen­ver­ant­wor­tung in ethi­schen und mora­li­schen Fra­gen und suchen des­halb nach einer höhe­ren Auto­ri­tät, die uns die Ver­ant­wor­tung abnimmt.

Gefällt uns eine bestimm­te Musik nicht, hören wir sie uns auch nicht an – das ist alles. Enga­gie­ren wir uns aber dage­gen, bedeu­tet sie uns auch etwas. Und wer weiß, viel­leicht wird sie uns ja eines Tages gefal­len. Oder: Sie gefällt uns bereits, doch wir kön­nen uns das nicht ein­ge­ste­hen (weil wir von ande­ren oder uns selbst kon­di­tio­niert wur­den, sie nicht zu mögen).

Man­che Athe­is­ten haben des­halb nur eine ver­korks­te Bezie­hung zu ihrem laten­ten Glau­ben an Gott. Vie­le The­is­ten glau­ben nur des­halb, weil sie mit der Tra­di­ti­on des reli­giö­sen Glau­bens auf­wuch­sen und als Erwach­se­ne nicht cou­ra­giert sind, sich davon zu tren­nen.

Ste­reo­ty­pie der Argu­men­ta­ti­on

Als Athe­is­ten begrün­den wir unser Enga­ge­ment gegen den The­is­mus unter ande­rem mit den vie­len Ver­bre­chen und Schre­ckens­ta­ten, die seit Jahr­tau­sen­den im Namen Got­tes, der Reli­gi­on und der Kir­che ver­übt wur­den und immer noch ver­übt wer­den. Wir über­se­hen dabei, dass es die­se Gräu­el höchst­wahr­schein­lich auch ohne die Reli­gio­nen und den Glau­ben an Gott geben wür­de.

Denn Men­schen ver­ste­cken sich ger­ne hin­ter Insti­tu­tio­nen, um Taten zu legi­ti­mie­ren, die eigent­lich nicht okay sind. All die Men­schen, die im Lau­fe der Geschich­te im Namen Got­tes und der Kir­che ande­ren Men­schen schlim­me Din­ge ange­tan haben (haupt­säch­lich Mord und Fol­ter), hät­ten das wahr­schein­lich auch in einem ande­ren Namen getan – oder auch ganz ohne. Denn hät­te den Fol­te­rern und Inqui­si­to­ren ihre „Arbeit“ kein Ver­gnü­gen berei­tet, hät­ten sie die­sen „Job“ nie­mals solan­ge durch­hal­ten kön­nen.

Und pädo­phi­le Kle­ri­ker wür­den als Men­schen auch dann Kin­der sexu­ell miss­brau­chen, wenn es die Kir­che und die Reli­gi­on nicht gäbe.

Hass­lie­be

Wenn wir als The­is­ten und Athe­is­ten mit­ein­an­der strei­ten, bezeich­nen und beschul­di­gen wir uns gegen­sei­tig oft als dumm, ver­ant­wor­tungs­los oder igno­rant. Wir mer­ken nicht, dass unse­re Posi­tio­nen aus­tausch­bar sind, denn im ver­ba­len Umgang mit­ein­an­der benut­zen wir oft das glei­che Voka­bu­lar. Das kann kein Zufall sein.

Die Bezie­hung zwi­schen The­is­mus und Athe­is­mus kann daher den Cha­rak­ter einer Hass­lie­be haben. Sie brau­chen ein­an­der, um sich bes­ser pro­fi­lie­ren zu kön­nen.

Unse­re Argu­men­te gegen den The­is­mus kön­nen in vie­len Fäl­len auch als Argu­men­te gegen den Athe­is­mus ein­ge­setzt wer­den (und umge­kehrt), wenn wir ein­fach nur ein paar Wör­ter aus­tau­schen. Doch das dürf­te nicht mög­lich sein, wären Athe­is­mus und The­is­mus nicht mit­ein­an­der ver­wandt.

Der Agnos­ti­ker

1. Zwei riesige, facettierte Köpfe aus rotem und türkisfarbenem Kristall stehen sich in einem hellen, nahezu leeren Raum gegenüber. Zwischen ihren geöffneten Mündern spannt sich eine transparente goldene Verbindung, die zugleich wie Sprache, Brücke und schmaler Weg wirkt. Auf kleinen Stufen in der Mitte sitzt eine einzelne violette Figur und findet genau zwischen den beiden Gegenübern ihren Platz. Das Bild macht den Zwischenraum selbst zum eigentlichen Ort: nicht das eine oder das andere Gegenüber, sondern das, was zwischen ihnen entsteht.

Ergän­zend ist noch der Agnos­ti­ker zu erwäh­nen. Er ist der raf­fi­nier­te unter den Gläu­bi­gen. Als Agnos­ti­ker brin­gen wir das Kunst­stück fer­tig, gleich­zei­tig The­ist und Athe­ist zu sein. Auch wir wis­sen, dass es weder für noch gegen das Schöp­fer­gott­kon­zept ech­te Bewei­se und Indi­zi­en gibt.

Auf­grund unse­res intel­lek­tu­el­len Tem­pe­ra­ments bräuch­ten wir sie aber, um uns für eins der bei­den Welt­erklä­rungs­mo­del­le ent­schei­den zu kön­nen. Denn wir möch­ten zwar auch glau­ben, doch nicht an etwas, das es mög­li­cher­wei­se gar nicht gibt. (Dem nor­ma­len Gläu­bi­gen ist das egal, nach dem Mot­to: Ist mir egal, Haupt­sa­che, ich habe einen Glau­ben.) Dar­um tun wir so, als wäre die Got­tes­fra­ge nicht bzw. noch nicht beant­wort­bar.

Agnos­ti­ker schei­nen des­halb Men­schen mit einer Affi­ni­tät zum reli­giö­sen Glau­ben zu sein, ihre intel­lek­tu­el­le Bil­dung als moder­ne Men­schen macht ihnen das jedoch schwie­rig.

Der agnos­ti­sche Trick

Da die­ser »Kno­ten des Nicht-Wis­sen-Kön­nens« nicht auf­ge­löst wer­den kann, neh­men Agnos­ti­ker eine War­te­stel­lung ein. Ihre Zuver­sicht speist sich aus der Logik, dass eins der bei­den Welt­erklä­rungs­mo­del­le schließ­lich rich­tig sein muss:

Wenn das reli­giö­se falsch ist, ist das natur­wis­sen­schaft­li­che rich­tig, ist das natur­wis­sen­schaft­li­che falsch, ist das reli­giö­se rich­tig. Sie kom­men nicht auf den Gedan­ken, dass mög­li­cher­wei­se bei­de Ansät­ze falsch sind.


Die Gren­ze unse­rer Erkennt­nis­mög­lich­kei­ten


Eine elegante schwarze humanoide Gestalt mit ringförmigem Kopf schreitet durch eine Landschaft, die unmittelbar hinter ihr vom hellen Tag in eine leuchtende Nacht übergeht. Der gelbe Boden ist mit zahllosen blauen Scheiben bedeckt und verwandelt sich in ein violettes Mosaik aus Wegen, Seen und gläsernen Kuppeln. Der lange gemusterte Mantel der Figur scheint Teil dieses Übergangs zu werden. Über der nächtlichen Hälfte funkelt ein dichter Sternenhimmel.

Ich ver­ste­he das Dilem­ma, in dem wir an die­ser Stel­le ste­cken. Es hat etwas mit unse­ren von Natur aus beschränk­ten Asso­zia­ti­ons­fä­hig­kei­ten und dem ulti­ma­ti­ven Cha­rak­ter der Aus­gangs­fra­ge zu tun.

Fall 1: Gott exis­tiert defi­ni­tiv

Neh­men wir an, der in der Bibel beschrie­be­ne Schöp­fer­gott exis­tier­te tat­säch­lich und dies wäre unbe­streit­bar gewiss. Dann wür­de sich unser gesam­tes Ver­ständ­nis von Wirk­lich­keit grund­le­gend ver­schie­ben. Die Welt wäre nicht mehr ein neu­tra­les oder zufäl­li­ges Gesche­hen, son­dern Aus­druck eines per­so­na­len Wil­lens; Exis­tenz wäre gewollt und nicht bloß gege­ben.

Wahr­heit erschie­ne nicht mehr aus­schließ­lich als Ergeb­nis mensch­li­cher Erkennt­nis, son­dern auch als etwas, das sich offen­bart und in eine Bezie­hung zwi­schen Mensch und Gott ein­ge­bet­tet ist. Moral ver­lö­re ihren rela­ti­ven Cha­rak­ter und wäre im Wesen die­ses Got­tes objek­tiv begrün­det.

Auch der Mensch selbst wäre neu zu bewer­ten: nicht mehr als zufäl­li­ges Pro­dukt blin­der Pro­zes­se, son­dern als gewoll­tes Gegen­über mit Sinn und Bestim­mung – jedoch zugleich in einer grund­le­gen­den Abhän­gig­keit von sei­nem Schöp­fer. Geschich­te schließ­lich wäre nicht mehr offen und rich­tungs­los, son­dern auf ein Ziel hin ori­en­tiert.

Doch trotz all die­ser Ver­schie­bun­gen blie­be die eigent­li­che Fra­ge bestehen: Denn auch ein sol­cher Gott wäre, gera­de weil er exis­tiert, Teil des Phä­no­mens der Exis­tenz und wür­de damit selbst eine Exis­tenz­grund­la­ge vor­aus­set­zen. Die Fra­ge nach dem Ursprung wäre also nicht gelöst, son­dern ledig­lich auf eine ande­re Ebe­ne ver­la­gert.

Als schöp­fer­gott­gläu­bi­ge Men­schen sagen wir, nichts kann ohne Ursprung sein. Des­halb muss es einen Schöp­fer geben! Wer­den wir dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die­se Logik auch auf den Schöp­fer ange­wandt wer­den kann, ver­wei­gern wir die Ein­sicht in unse­re eige­ne Logik.

Emo­tio­na­le und men­ta­le Abhän­gig­keit

Unser Pro­blem als Gott­gläu­bi­ge ist: Wir sind auf unse­ren Glau­ben fixiert, emo­tio­nal und mög­li­cher­wei­se auch men­tal von ihm abhän­gig. Ohne die­sen Glau­ben – der uns geprägt und in gewis­ser Wei­se zu dem gemacht hat, was wir sind – ver­lie­ren wir nicht ein­fach nur eine Über­zeu­gung, son­dern das inne­re Bezugs­sys­tem, in dem sich unser Den­ken über­haupt erst orga­ni­siert.

Unse­re Begrif­fe von Sinn, Ord­nung, Wahr­heit und Wert sind mit ihm ver­wo­ben. Fällt die­ses Sys­tem weg, gera­ten auch die Struk­tu­ren ins Wan­ken, die unser Urtei­len, Ein­ord­nen und Ver­ste­hen lei­ten. Zwei­fel am Glau­ben bedeu­tet daher nicht nur inhalt­li­che Unsi­cher­heit, son­dern kann das gesam­te see­lisch-geis­ti­ge Gleich­ge­wicht erschüt­tern, auf dem unser Den­ken bis­lang beruh­te.

Doch in der heu­ti­gen wis­sen­schafts­ori­en­tier­ten Zeit wer­den schöp­fer­gott­gläu­bi­ge Men­schen mehr und mehr auf- und her­aus­ge­for­dert, ihren Glau­ben zu erklä­ren. Da es uns irgend­wie nicht mög­lich ist, ein­fach zu sagen: „Ich glau­be an einen Schöp­fer­gott, weil mir die Vor­stel­lung eines Schöp­fer­got­tes gefällt“, ver­su­chen wir ihn logisch abzu­lei­ten und zu begrün­den.

Dabei über­se­hen oder igno­rie­ren wir die Inkon­sis­tenz und Inko­hä­renz unse­rer Logik: Man kann eine Regel, auf die die eige­ne Argu­men­ta­ti­on auf­baut, nicht ein­fach außer Kraft set­zen, nur weil einem ein Ergeb­nis nicht gefällt.

Kön­nen wir auf eine Erklä­rung für die Exis­tenz Got­tes ver­zich­ten (was The­is­ten tun), dann auch auf eine für die Exis­tenz des Uni­ver­sums. Denn wenn ein all­mäch­ti­ges Lebe­we­sen ohne Anfang und Ende exis­tie­ren kann, ist bewie­sen, dass ursprungs­lo­se Exis­tenz mög­lich ist.

Unge­eig­ne­te Argu­men­te

Manch­mal argu­men­tie­ren wir als schöp­fer­gott­gläu­bi­ge Men­schen auch fol­gen­der­ma­ßen: „Weil ich mir nicht vor­stel­len kann, wie etwas aus dem Nichts her­aus ent­steht, muss ein Schöp­fer­we­sen das Uni­ver­sum geschaf­fen haben.“

Doch die Exis­tenz eines Wesens ohne Anfang und Ende ist eben­falls unvor­stell­bar. Dar­an stö­ren wir uns als gott­gläu­bi­ge Men­schen selt­sa­mer­wei­se nicht. Es scheint uns daher um etwas ande­res zu gehen.

Das Pos­tu­lat eines Schöp­fer­got­tes ist daher unnö­tig und unge­eig­net. Es hilft uns nicht wei­ter. Letzt­end­lich ist es nur der hilf­lo­se Ver­such, das Wun­der der Exis­tenz durch ein wei­te­res Wun­der plau­si­bel zu machen, das wir dann nicht wei­ter hin­ter­fra­gen müs­sen, weil es unse­re Bedürf­nis­se bereits befrie­digt. Doch ein Kon­zept ist unge­eig­net, ein Phä­no­men zu erklä­ren, wenn es selbst Teil des zu erklä­ren­den Phä­no­mens ist.

(Neben­bei bemerkt: Die Urknall­theo­rie behaup­tet nicht, dass das Uni­ver­sum ursprungs­los ist, son­dern aus dem Nichts ent­stand. Wer weiß, was die­ses Nichts ist. Spre­chen Astro­phy­si­ker vom Nichts, mei­nem sie nicht das, was unser All­tags­ver­stand dar­un­ter ver­steht. Der Aus­druck »Nichts« ist nur der Ver­such einer Ter­mi­no­lo­gie­fin­dung für etwas, das nicht asso­zi­iert, ima­gi­niert und defi­niert wer­den kann.)

Fall 2: Gott exis­tiert defi­ni­tiv nicht

Eine gewaltige geometrische Fassade aus blauen, orangefarbenen, weißen und schwarzen Flächen erhebt sich unter klarem Himmel. In ihrer Mitte erscheint ein menschliches Gesicht mit strahlend blauen Augen. Sein weit geöffneter Mund bildet ein kreisrundes, golden leuchtendes Portal. Eine einzelne blau gekleidete Gestalt steht auf dem gemusterten Vorplatz.

Neh­men wir ande­rer­seits an, wir wüss­ten defi­ni­tiv, es gäbe kei­ne Schöp­fer­in­stanz, kei­nen Initia­tor des Urknalls. Das Dilem­ma wäre das glei­che: Das Mys­te­ri­um der Exis­tenz wäre durch die­ses Wis­sen nicht weni­ger uner­klär­lich.

Wir hät­ten jetzt zwar nicht mehr das Pro­blem, die Bedeu­tung und Her­kunft eines Schöp­fer­we­sens erklä­ren zu müs­sen (das sowie­so nur ein Zwi­schen­glied wäre) – an der Situa­ti­on wür­de das jedoch nichts ändern.

Wir kön­nen nur fest­stel­len, dass die Exis­tenz ein Mys­te­ri­um ist und blei­ben wird. Sämt­li­che Erklä­rungs­mo­del­le tau­gen nichts. Sie wer­fen bloß neue Fra­gen auf und füh­ren in eine unend­li­che Schlei­fe. Ob das Uni­ver­sum aus dem „Nichts“ ent­stan­den ist oder von einem Gott ohne Anfang und Ende erschaf­fen wur­de, ist daher unwe­sent­lich.

Die Fra­ge bleibt unbe­ant­wor­tet

Kei­nes der bei­den Erklä­rungs­mo­del­le ist geeig­net, unse­re Fra­ge zu beant­wor­ten. Ist das Uni­ver­sum das Werk eines Schöp­fer­we­sens, stellt sich anschlie­ßend die Fra­ge, was die­ses Wesen ist und vor­her es kommt. Neu­gie­ri­ge (also nach der Wahr­heit suchen­de Men­schen) stel­len sich die­se Fra­ge mit Sicher­heit.

Ist das Uni­ver­sum hin­ge­gen aus dem soge­nann­ten Nichts ent­stan­den, müs­sen wir uns fra­gen, was die­ses Nichts ist. Bei­de Fra­gen kön­nen wir nicht beant­wor­ten. Also ist es bes­ser, von Anfang an dar­auf zu ver­zich­ten, das Phä­no­men der Exis­tenz ver­ste­hen zu wol­len. Es wird uns nicht gelin­gen, son­dern nur von den wirk­lich wich­ti­gen Fra­gen des Lebens ablen­ken.

Eine davon lau­tet: Wie kön­nen wir es als Mensch­heit schaf­fen, fried­li­cher, freund­li­cher und ver­ant­wor­tungs­vol­ler zu wer­den?


Das onto­lo­gi­sche Aus­schlie­ßungs­prin­zip


Ein Mann überreicht einem monumentalen bärtigen Wesen aus Eis und Licht einen durchsichtigen Zylinder mit farbigen Kugeln. Dabei löst sich die linke Hälfte seines Körpers in schwarze und weiße Partikel auf. Um beide erscheinen riesige, durchscheinende Gesichter in einer Architektur aus türkisfarbenem Glas, grünen Stoffbahnen und roten Kristallstreben.

Für das oben dar­ge­stell­te Pro­blem bie­tet sich eine ein­fa­che Lösung an: Ver­ges­sen wir die Fra­ge­stel­lung und hören auf, das Rät­sel der Exis­tenz lösen zu wol­len. Akzep­tie­ren wir die Unbe­ant­wort­bar­keit die­ser Fra­ge. Neh­men wir bei die­sem Pro­blem kei­ne emo­tio­na­le Hal­tung mehr ein. Freun­den wir uns mit der Vor­stel­lung an, dass es nie­mals mög­lich sein wird, dar­über etwas wis­sen zu kön­nen. Ent­span­nen wir ein­fach unse­re men­ta­le Grund­ein­stel­lung.

Wir kön­nen das Pro­blem nur spie­le­risch in nega­ti­ver Wei­se ange­hen und soll­ten wis­sen, all unse­re Bemü­hun­gen lie­fern bes­ten­falls Ansät­ze. Wirk­lich lösen kön­nen wie es nie, denn alles, was wir sagen, asso­zi­ie­ren, den­ken, oder uns ein­fällt, kann mit dem Ursprung der Exis­tenz nichts zu tun, son­dern nur mit uns selbst.

Nur das, was übrig bleibt (wir also nicht den­ken und nicht asso­zi­ie­ren kön­nen), könn­te es sein. Das ist natür­lich unbe­frie­di­gend, doch wir müs­sen ler­nen, das zu erken­nen und zu akzep­tie­ren. Erst ab die­sem Punkt wird es uns dann mög­lich sein, ernst­haft die Exis­tenz­fra­ge anzu­ge­hen.

Kei­ne Bewei­se und Indi­zi­en, son­dern nur Ängs­te und Hoff­nun­gen

All unse­re Asso­zia­tio­nen, Bewei­se und Glau­bens­in­hal­te sagen nichts über die Rich­tig­keit unse­rer Exis­tenz­er­klä­rungs­mo­del­le aus. Sie spie­geln nur unse­re kol­lek­ti­ven Ängs­te und indi­vi­du­el­len Hoff­nun­gen wider, die uns beherr­schen, denn sie sind tief in uns ver­an­kert, wovon wir nichts wis­sen.

Die­se »Kol­lek­ti­ven Ängs­te und indi­vi­du­el­len Hoff­nun­gen« sind die ein­zi­gen „Refe­ren­zen“, auf die sich unse­re Zuver­sicht letzt­end­lich stützt, wenn wir den­ken, unse­ren Got­tes­glau­ben plau­si­bel (auch mit moder­ner Ter­mi­no­lo­gie) begrün­den zu kön­nen. All das ist nur der Aus­fluss unse­res selbst-unkri­ti­schen, eit­len Ver­stan­des, der die Beschränkt­heit sei­ner Vor­stel­lungs­kraft nicht aner­ken­nen will.

Doch war­um soll­ten wir mit die­sem gehan­di­cap­ten Instru­ment der Wahr­neh­mung die größ­te aller Fra­gen beant­wor­ten kön­nen? Das geht gar nicht. Wir soll­ten das ein­se­hen und akzep­tie­ren.

Anmer­kung:
Wenn wir die Welt im Gan­zen und unser eige­nes Leben betrach­ten, müs­sen wir betrübt fest­stel­len, unfä­hig zu sein, unse­re sozia­len Pro­ble­me und kul­tu­rel­len Dif­fe­ren­zen zufrie­den­stel­lend in den Griff zu bekom­men – als Ein­zel­men­schen, Gesell­schaf­ten, Natio­nen und Mensch­heit.

Gleich­zei­tig glau­ben wir, die Fra­gen nach dem Sinn und Ursprung des Lebens beant­wor­ten zu kön­nen. Wäre es nicht viel bes­ser, zuerst die lös­ba­ren Pro­ble­me anzu­ge­hen?

Das Phä­no­men der Exis­tenz

Das, was ich „onto­lo­gi­sches Aus­schlie­ßungs­prin­zip“ nen­ne, ist der soge­nann­ten nega­ti­ven Theo­lo­gie bei flüch­ti­ger Betrach­tung ähn­lich. Aller­dings geht die­se von der Exis­tenz Got­tes aus. Sie sagt nur, dass wah­re Aus­sa­gen über ihn unmög­lich sind. „Gott ist die Ursa­che allen Seins“ ist (so weit ich weiß) die ein­zi­ge Aus­sa­ge, die die nega­ti­ve Theo­lo­gie über Gott aner­kennt.

In ihrer prak­ti­zier­ten Aus­füh­rung ist sie jedoch wider­sprüch­lich und ober­fläch­lich. Nega­ti­ve Theo­lo­gen machen stän­dig irgend­wel­che indi­rek­ten Aus­sa­gen über Gott. Allein indem sie die Bibel zitie­ren und an ihren Inhalt glau­ben, geben sie Gott eine Gestalt, Eigen­schaf­ten und Inten­tio­nen. Denn es macht kei­nen Unter­schied, ob die in die­sem Buch über Gott gemach­ten Aus­sa­gen von ihnen selbst oder von jemand ande­res stam­men.

Mein onto­lo­gi­sches Aus­schlie­ßungs­prin­zip behan­delt hin­ge­gen das Phä­no­men der Exis­tenz (die eine Schöp­fer­in­stanz, falls es sie gibt, mit ein­schließt). Die Exis­tenz ist tat­säch­lich als Phä­no­men erkenn­bar. Im Gegen­satz zu Gott ist sie kei­ne Spe­ku­la­ti­on, an die wir glau­ben kön­nen oder nicht.

Es macht also kei­nen Sinn zu sagen: „Ich glau­be, dass es die Exis­tenz gibt.“ Was auch immer sie ist oder bedeu­tet: Es gibt sie – das ist defi­ni­tiv wahr. Von Gott kön­nen wir das aller­dings nicht sagen – nur glau­ben.


Letz­te Ände­rung am 19 Okt. 2026

11 Kommentare zu „Glau­bens­sys­te­me“

  1. „Das Schick­sal mischt die Kar­ten, und wir spie­len.“ Arthur Scho­pen­hau­er

    Ich spie­le mit Kunst und Phi­lo­so­phie.

    Schö­ne Grüs­se aus der Frei­den­ker Gale­rie
    Rai­ner Osten­dorf

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    • Doch was ist Schick­sal?
      Zufall? Vor­se­hung? Kau­sa­li­tät?
      Gibt es das alles über­haupt und wenn ja, was ist es?
      Oder sind es nur Kon­zep­te, mit denen wir uns die Will­kür­lich­kei­ten des Lebens erklä­ren wol­len?

      Und was ist Spiel, was ist Frei­heit und was Den­ken?

      Fra­gen über Fra­gen, die nie­mand beant­wor­ten kann … nur ein wei­te­res Spiel.

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      • Wir spre­chen immer dann vom Schick­sal, wenn wir selbst uns wei­gern die Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men.

      • du sprichst mir aus der see­le…
        schick­sal hin , schick­sal her…
        das leben ist nicht immer fair.
        glaubst du an das kau­sa­li­täts­prin­zip?
        gruss
        san­dra

      • San­dra, das Kau­sa­li­täts­prin­zip (Die Ursa­che ver­ur­sacht eine Wir­kung), ist mei­ner Mei­nung nach genau so unab­ding­bar wie das Pola­ri­tät Gesetzt. In dem Moment wo man den einen Pol eli­mi­niert ver­liert der ande­re sei­ne Exis­tenz. Nichts ent­steht ohne eine Ursa­che. Nichts exis­tiert ohne einen Gegen­pol.

  2. Hier steht lei­der viel Unsinn. Die Logik ist lei­der falsch. Gott muß nicht des­halb erschaf­fen wor­den, weil das Uni­ver­sum erschaf­fen wur­de. Umge­kehrt kann auch nicht von der Ewig­keit Got­tes auf die Ewig­keit des Uni­ver­sums geschlos­sen wer­de. Lei­der hast Du eini­ges falsch ver­stan­den. Logik ist nur vor­han­den, wenn eine Aus­sa­ge wahr ist und nicht wider­legt wer­den kann. Die Logik für die Exis­tenz Got­tes ist dem­nach wahr, weil nichts aus dem Nichts ent­ste­hen kann, wie vie­le Astro­phy­si­ker heu­te wis­sen und auch argu­men­tie­ren. Aber damit mei­nen Sie natür­lich nicht gar nichts, son­dern dies ist exakt der Beweis für die Exis­tenz Got­tes. Da nichts aus dem Nichts ent­ste­hen kann, kann nur Gott das Uni­ver­sum erschaf­fen haben. Soweit so gut. Der Unter­schied zwi­schen Gott und dem Uni­ver­sum ist, daß Gott ewig ist, aber das Uni­ver­sum end­lich. Hier ist dein zwei­ter Denk­feh­ler. Es ist heu­te bewie­sen, daß das Uni­ver­sum einen Anfang hat. Daher ist es nicht ewig, son­dern end­lich. Wenn es end­lich ist, kann es nicht aus dem Nichts ent­stan­den sein. Wenn es aber doch aus dem Nichts ent­stan­den ist, dann kann nur Gott es enstan­den haben las­sen. Die­se Logik ist unum­stöß­lich, wird aber lei­der von Vie­len nicht ver­stan­den. Gott hin­ge­gen kann nicht erschaf­fen wor­den sein, da er ewig ist. Etwas Ewi­ges kann nicht erschaf­fen wor­den sein. Das ist ja gera­de die alte Logik, die die Athe­is­ten ver­wen­det haben, um die Ent­ste­hung des lebens auf der Erde ohne Gott zu erklä­ren. Lei­der ist aber bereits seit eini­gen Jahr­zehn­ten die End­lich­keit des Uni­ver­sums bewie­sen, so daß Athe­is­ten schon lan­ge nicht mehr auf dem Neu­es­ten Stand sind. Sie ver­su­chen wei­ter krampf­haft etwas zu wider­le­gen mit einer Logik, die falsch ist.

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    • Gott muß nicht des­halb erschaf­fen wor­den [sein], weil das Uni­ver­sum erschaf­fen wur­de.

      Das behaup­te ich auch nir­gend­wo. Nir­gend­wo schrei­be ich, dass alles, was exis­tiert, auch erschaf­fen wor­den sein muss.

      Umge­kehrt kann auch nicht von der Ewig­keit Got­tes auf die Ewig­keit des Uni­ver­sums geschlos­sen wer­de.

      Auch das behaup­te ich nicht.

      Logik ist nur vor­han­den, wenn eine Aus­sa­ge wahr ist und nicht wider­legt wer­den kann. Die Logik für die Exis­tenz Got­tes ist dem­nach wahr, weil nichts aus dem Nichts ent­ste­hen kann, wie vie­le Astro­phy­si­ker heu­te wis­sen und auch argu­men­tie­ren.

      Du ver­knüpfst da zwei Din­ge mit­ein­an­der, die über­haupt nichts mit­ein­an­der zu tun haben. »Logik« und das »Phä­no­men der Exis­tenz« soll­ten man nie­mals mit­ein­an­der ver­knüp­fen. Wenn wir glau­ben, dem Phä­no­men der Exis­tenz mit unse­rer pri­mi­ti­ven Logik bei­zu­kom­men, dre­hen wir uns ledig­lich in einem Kreis, den wir zuvor selbst gezeich­net haben.
      Außer­dem unter­stellst du mir schon wie­der Aus­sa­gen, die ich nie gemacht habe.

      Wo ist der logi­sche Schluss, wenn du schreibst: »Die Logik für die Exis­tenz Got­tes ist dem­nach wahr …«? Es ist logisch, dass etwas wahr ist, wenn es defi­ni­tiv exis­tent ist. Bei­spiels­wei­se, wenn ich vor dir ste­he und du mich sehen kannst, ist es defi­ni­tiv wahr, dass es mich gibt. Gott hin­ge­gen ist nur der tra­di­tio­nel­le Ver­such, mit der wir uns die Exis­tenz und das Leben erklä­ren wol­len.

      Die Ant­wort auf die Fra­ge „War­um kann es etwas ohne Ursprung geben, etwas ande­res jedoch nicht?“, beant­wor­test du lei­der nicht. Denn das behaup­test du doch wohl impli­zit, oder nicht?

      Logisch ist: Wenn Gott ohne Ursprung exis­tie­ren kann, ist bewie­sen, dass ursprungs­lo­se Exis­tenz mög­lich ist. Die Behaup­tung, »nicht kann ohne Ursprung exis­tie­ren«, wäre dem­nach falsch.

      Wel­che Astro­phy­si­ker argu­men­tier­ten mit dem Satz »Nichts kann aus dem Nichts ent­ste­hen«? Mag ja sein, dass es ein paar weni­ge gibt, die das tun, die gro­ße Mehr­zahl aller Phy­si­ker spricht jedoch immer noch von der Ent­ste­hung des Uni­ver­sums aus dem Nichts (der mathe­ma­ti­schen Aus­dif­fe­ren­zie­rung der Null). Da Phy­si­ker jedoch nie erklä­ren, was die­ses Nichts eigent­lich ist oder sein könn­te, kann unter­stellt wer­den, dass der Aus­druck »Nichts« nur der Ver­such einer Begriffs­fin­dung für etwas ist, das nicht asso­zi­iert wer­den kann.

      Der Unter­schied zwi­schen Gott und dem Uni­ver­sum ist, daß Gott ewig ist, aber das Uni­ver­sum end­lich. Hier ist dein zwei­ter Denk­feh­ler. Es ist heu­te bewie­sen, daß das Uni­ver­sum einen Anfang hat. Daher ist es nicht ewig, son­dern end­lich.

      Bewie­sen ist gar nichts. Es sind alles nur Theo­rien! Woher willst du wis­sen, dass die Urknall­theo­rie rich­tig ist? Wir glau­ben nur, dass sie rich­tig ist. Woher willst du wis­sen, dass das Uni­ver­sum end­lich ist? Auch das ist nur eine Theo­rie. Es gibt auch die Theo­rie vom unend­li­chen Uni­ver­sum: »Es kommt zum Urknall, das Uni­ver­sum ent­steht, expan­diert, bläht sich auf und fällt irgend­wann (in 1000 Mil­li­ar­den Jah­ren oder noch viel spä­ter) wie­der in sich zusam­men, ver­dich­tet sich erneut zu einer Quan­ten­sin­gu­la­ri­tät, aus der dann der nächs­te Urknall resul­tiert usw.« Das kann bis in alle Ewig­kei­ten so wei­ter­ge­hen … aber wie gesagt: alles nur Theo­rien.

      Wenn es end­lich ist, kann es nicht aus dem Nichts ent­stan­den sein.

      War­um soll­te etwas End­li­ches nicht aus dem Nichts ent­ste­hen kön­nen? (Vor­aus­ge­setzt, Ent­ste­hung aus dem „Nichts“ ist über­haupt mög­lich.) Im Umkehr­schluss wür­de das bedeu­ten: Nur Unend­li­ches kann aus dem Nichts ent­ste­hen. Das wie­der­um wür­de bedeu­ten: Da Gott unend­lich ist, ist er aus dem Nichts ent­stan­den. Das wür­de ihn jedoch als end­lich defi­nier­ten, da er ja einen Anfang hat­te.

      Wenn es aber doch aus dem Nichts ent­stan­den ist, dann kann nur Gott es ent­stan­den haben las­sen. Die­se Logik ist unum­stöß­lich, wird aber lei­der von Vie­len nicht ver­stan­den.

      War­um? War­um ist die­se Logik unum­stöß­lich? Wenn die­se Logik so wich­tig und ein zen­tra­les Ele­ment in dei­ner Argu­men­ta­ti­on ist, wäre es nur fol­ge­rich­tig, dass du sie an die­ser Stel­le aus­führ­lich erklärst, sie also plau­si­bel macht. Es reicht ein­fach nicht aus, zu sagen: »Die­se Logik ist unum­stöß­lich«, nur weil du es so emp­fin­dest.

      Wenn es aber doch aus dem Nichts ent­stan­den ist, dann kann nur Gott es ent­stan­den haben las­sen.

      Das ergibt kei­nen Sinn. Denn wenn Gott das Uni­ver­sum erschaf­fen hat, ist es doch nicht aus dem Nichts ent­stan­den, son­dern »aus ihm gekom­men«. Außer: Gott wäre das Nichts. Aber auch das ergä­be kei­nen Sinn.

      Gott hin­ge­gen kann nicht erschaf­fen wor­den sein, da er ewig ist. Etwas Ewi­ges kann nicht erschaf­fen wor­den sein.

      Nie­mand behaup­tet, dass Gott erschaf­fen wur­de. Wie kommst du immer wie­der dar­auf, das zu behaup­ten?

      Unab­hän­gig davon und ganz prag­ma­tisch gefragt: Woher willst du wis­sen, dass Gott ewig ist? Hast du das erfah­ren? Das wäre nur mög­lich, wenn du eben­falls ewig exis­tierst, und des­we­gen bestä­ti­gen könn­test, dass Gott es auch tut.

      Das ist ja gera­de die alte Logik, die die Athe­is­ten ver­wen­det haben, um die Ent­ste­hung des lebens auf der Erde ohne Gott zu erklä­ren.

      Echt? Habe ich noch nie gehört, dass Athe­is­ten so argu­men­tie­ren. Letzt­end­lich machen Athe­is­ten nichts ande­res als The­is­ten: Weil bei­de sich nicht damit abfin­den kön­nen, dass die Exis­tenz ein uner­klär­li­ches Phä­no­men ist, benut­zen sie Welt­erklä­rungs­mo­del­len, mit denen sie ihren Ver­stand beru­hi­gen. Das Welt­erklä­rungs­mo­dell der The­is­ten ist Gott, das der Athe­ist die Wis­sen­schaft. Der Unter­schied ist letzt­end­lich sowie­so unwich­tig: Bei­de tun so, als wären ihr Model­le Tat­sa­chen. In Wirk­lich­keit han­delt es sich aber nur um Spe­ku­la­tio­nen, an die man glau­ben kann oder nicht, denn nichts von dem, was Athe­is­ten und The­is­ten den­ken und sagen, kann bewie­sen wer­den.

      Lei­der ist aber bereits seit eini­gen Jahr­zehn­ten die End­lich­keit des Uni­ver­sums bewie­sen, so daß Athe­is­ten schon lan­ge nicht mehr auf dem Neu­es­ten Stand sind. Sie ver­su­chen wei­ter krampf­haft etwas zu wider­le­gen mit einer Logik, die falsch ist.

      Tja, wie gesagt … das stimmt so nicht. Bewie­sen ist gar nicht. Es gibt ver­schie­de­ne Model­le und Theo­rien: das end­li­che Uni­ver­sum, das unend­li­che Uni­ver­sum, das aus dem Nichts ent­stan­de­ne Uni­ver­sum, das erschaf­fe­ne Uni­ver­sum oder das ewi­ge Mul­ti­ver­sum (evtl. noch mehr?). Kei­ne Ahnung, ob eins davon wahr ist. Kei­nes die­ser Welt­erklä­rungs­mo­del­le beant­wor­tet unse­re Fra­gen nach dem »Wie«, »War­um« und »Wo«. Und das sind doch wohl die Fra­gen, auf die es eigent­lich ankommt, oder nicht?

      Nicht nur die sog. Logik der Athe­is­ten ist falsch, son­dern auch die der The­is­ten. Wir lie­ben es halt, unse­re Behaup­tun­gen mit dem Prä­di­kat „logisch“ aus­zu­schmü­cken – damit machen wir unse­re Mei­nun­gen für uns aus unse­rer sub­jek­ti­ven Sicht unan­greif­bar. Dei­ne Logik macht da kei­ne Aus­nah­me. Du behaup­test ein­fach: Es ist logisch …, ohne auch nur ansatz­wei­se zu erklä­ren, war­um es das sein soll.

      Der Aus­druck »falsch« ist in die­sem Zusam­men­hang übri­gens nicht ganz ange­mes­sen. Inko­hä­rent oder unstim­mig wäre bes­ser. Viel­leicht könn­te man auch sagen: schlam­pig, nicht kon­se­quent zu Ende gedacht). The­is­ten und Athe­is­ten ver­su­chen mit unge­eig­ne­ten Mit­teln (unse­rem beschränk­ten Ver­stand) das Phä­no­men der Exis­tenz zu erfas­sen. Das wird nie­mals klap­pen.

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    • Peter, wel­chen Gott meinst Du? Es gibt tau­sen­de Göt­ter, und die an ihren glau­ben, sind von sei­ner Exis­tenz voll über­zeugt. Die Fra­ge ist doch eher wozu brau­chen die Gläu­bi­gen einen Schöp­fer und wofür wird er benutzt und miss­braucht.
      Ich wür­de nicht immer gleich ein ande­re Mei­nung als Unsinn abtun, es ist nur eine Mei­nung. Es ist der Gegen­pol von Sinn.
      Es ist bes­ser zu sagen: Mit einer gro­ßen an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit könn­te es so oder auch so sein. Natür­lich kann ich mich auch irren.
      Ich bin nicht Dei­ner Mei­nung, aber ich wür­de alles dafür tun, dass Du sie frei äußern kannst.

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    • Du wider­legst dich in dei­ner Aus­sa­ge selbst, denn wenn nichts aus dem Nichts ent­ste­hen kann, kann es auch Gott nicht geben!
      Wenn aber ein Gott aus dem nichts ent­steht, kann auch das Uni­ver­sum aus dem nichts ent­ste­hen!

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  3. Unser „Begrei­fen“ ist begrenzt, end­lich, nicht unend­lich.
    Das unse­res Schöp­fers nicht.
    Das ist gut so.
    Etwas zu begrei­fen bedeu­tet noch nicht damit umge­hen zu kön­nen.
    Wür­den wir also alles begrei­fen, könn­te das zum Irr­sinn und anschlie­ßen­dem Exitus füh­ren.
    Wenn man also unend­li­ches Wis­sen hat, muß man auch unend­li­che Macht besit­zen.
    Die Unend­lich­keit Got­tes ver­gli­chen mit unse­rer End­lich­keit hat eine ande­re Logik und ist nicht rein mathe­ma­tisch zu begrei­fen.
    Wenn ich sage, daß aus nichts nichts enste­hen kann, gleich­zei­tig aber Gott als ewi­ges Wesen ohne Anfang und Ende beschrei­be, so ist dies nur des­halb unlo­gisch, weil mein Begrei­fen begrenzt ist.

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    • Du sagst, unser Begrei­fen ist begrenzt, behaup­test aber gleich­zei­tig (unaus­ge­spro­chen, zwi­schen den Zei­len, impli­zit), selbst außer­ge­wöhn­lich gut im Begrei­fen zu sein, sodass es dir mög­lich ist, Din­ge begrei­fen zu kön­nen, die für nor­ma­le Men­schen gar nicht begreif­bar sind.

      Bei­spiel: Dei­nen Aus­füh­run­gen ent­neh­me ich, dass du der Mei­nung bist, begrei­fen zu kön­nen, dass es einen Schöp­fer­gott gibt und du auch eini­ges über ihn weißt. Oder ver­ste­he ich dich da falsch?

      Wenn du also fähig bist, außer­ge­wöhn­lich Din­ge begrei­fen zu kön­nen, war­um besit­zen dei­ner Mei­nung nach ande­re Men­schen die­se Fähig­keit nicht?

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