Mög­lich­kei­ten


Das unge­nutz­te Poten­zi­al der Mensch­heit

Wir haben heu­te alle Mög­lich­kei­ten, die­sen Pla­ne­ten zu einen freund­li­chen und krea­ti­ven Ort für abso­lut alle Men­schen zu machen. Statt­des­sen füh­ren wir immer noch Krie­ge, beu­ten ande­re Men­schen und Län­der aus und betrü­gen, über­vor­tei­len und berau­ben uns wech­sel­sei­tig.

Das ist die all­ge­mei­ne Situa­ti­on, in der die Mensch­heit sich seit Jahr­tau­sen­den befin­det.

Als räu­be­risch-krie­ge­ri­sche Spe­zi­es haben wir zwar seit Anbe­ginn der Zivi­li­sa­ti­on die Welt mit räu­be­risch-krie­ge­ri­schen Mit­teln zu dem gemacht, was sie heu­te ist. Mag sein, dass wir die­sen Weg sogar gehen muss­ten, um uns wei­ter­ent­wi­ckeln zu kön­nen. Doch heut­zu­ta­ge gibt es kei­ne Grün­de mehr, an die­sen archai­schen „Ent­wick­lungs­me­cha­nis­men“ (Krieg, Aus­beu­tung, Skla­ve­rei, Über­vor­tei­lung etc.) fest­zu­hal­ten. Wir haben inzwi­schen bes­se­re Mög­lich­kei­ten zur Gestal­tung der Welt.

Das ani­ma­li­sche, reak­ti­ve oder auch blin­de Evo­lu­ti­ons­prin­zip (der Stär­ke­re setzt sich durch und domi­niert den Schwä­che­ren) hat heu­te sei­ne Sinn­haf­tig­keit und Wir­kungs­kraft in der Men­schen­welt wei­test­ge­hend ver­lo­ren. Als es in der Welt noch etwas zu ent­de­cken und zu erobern gab, hat­te es aus evo­lu­ti­ons­tech­ni­scher Sicht eine gewis­se Rele­vanz – doch die­se Zei­ten sind vor­bei.

Krieg und Aus­beu­tung sind heu­te nicht mehr sinn­voll

Bei­spiels­wei­se könn­ten wir inzwi­schen mit nur einem ein­zi­gen gro­ßen Krieg die gesam­te Ober­flä­che des Pla­ne­ten (mit Atom­waf­fen) zer­stö­ren und unbe­wohn­bar machen. Und das bedeu­tet, wenn wir als Mensch­heit wei­ter­hin Krie­ge gegen­ein­an­der füh­ren wol­len, dür­fen wir unse­re bes­te Waf­fe nicht benutz­ten!
Doch das hat etwas Schi­zo­phre­nes und Frus­trie­ren­des an sich, denn nor­ma­ler­wei­se ent­wi­ckeln und bau­en wir Waf­fen, um sie dann auch ein­set­zen zu kön­nen. Es zeigt, das „Prin­zip der Domi­nanz des Stär­ke­ren« hat sich tat­säch­lich aus­ge­reizt bzw. tot­ge­lau­fen. Es kann sehr gefähr­lich sein, wei­ter­hin dar­an fest­zu­hal­ten.

Die meis­ten der krie­ge­ri­schen bzw. kriegs­ähn­li­chen Kon­flik­te, die es in der Welt heu­te gibt, müss­te es eigent­lich nicht mehr geben. Aus evo­lu­ti­ons­tech­ni­scher Sicht sind sie in die­ser moder­nen Welt über­flüs­sig und kon­tra­pro­duk­tiv. Es gibt sie nur, weil wir immer noch den unbe­wuss­ten archai­schen Trieb in uns haben, uns hin und wie­der aggres­siv abre­agie­ren zu kön­nen.

Bei­spiels­wei­se fun­gie­ren vie­le unse­re sport­li­chen Ver­an­stal­tun­gen (beson­ders Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaf­ten und Län­der­spie­le) für vie­le Sport­fans unbe­wusst als Kriegs­er­satz. Sie enga­gie­ren sich sosehr für ihren Sport, als gehe es bei­na­he schon um ihr Leben und den Sinn des­sel­ben.

Das Mit­tel­al­ter ist vor­bei

Die Welt ist nicht mehr so wie vor tau­send Jah­ren. Alles, was eine freund­li­che, krea­ti­ve und fried­li­che Welt benö­tigt, besitzt die Mensch­heit inzwi­schen. Nur der Wil­le und die Ein­sicht feh­len uns noch.

Es gibt genug frucht­ba­re Böden, jede Men­ge Trink­was­ser, Mine­ra­li­en, Erze und ande­re wich­ti­ge Roh­stof­fe. Und auch genü­gend Platz für abso­lut alle Men­schen. Mit unse­rer moder­nen Tech­nik könn­ten wir all das nut­zen. Und wenn wir ver­ant­wor­tungs­voll dabei vor­gin­gen (die Prä­mis­se unse­res Han­delns also nicht die Pro­fit­ma­xi­mie­rung wäre), müss­ten wir die Natur dabei auch nicht zer­stö­ren. Doch die ist uns meis­tens völ­lig egal. Als Unter­neh­mer und Inves­to­ren geht es uns haupt­säch­lich nur ums Geld – alles ande­re ist unwich­tig (oft auch unse­re per­sön­li­che Gesund­heit).

Alle Men­schen in allen Tei­len der Welt könn­ten mit allem ver­sorgt wer­den, was die­se in allen Berei­chen und Belan­gen ihres Lebens benö­ti­gen. Wir tun es also nicht des­we­gen nicht, weil wir es nicht könn­ten, son­dern nicht wol­len. Es ist uns egal, wie die Welt im Gan­zen aus­sieht und dass der Wohl­stand der rei­chen Län­der oft auf der Aus­beu­tung der armen auf­baut.

Künst­li­cher Nah­rungs­man­gel und Pro­fit­gier

Dass es trotz all unse­rer Mög­lich­kei­ten und des Über­flus­ses noch Län­der gibt, in denen Nah­rungs­man­gel herrscht, liegt nicht dar­an, dass es zu wenig Lebens­mit­tel auf die­sen Pla­ne­ten gibt, son­dern wir ver­schwen­de­risch damit umge­hen, Ver­tei­lungs­pro­ble­me haben oder aus unter­schied­li­chen Grün­den Profit‑, Macht- und Miss­wirt­schaft damit betrei­ben.

Oft ist es aber ein­fach nur Gleich­gül­tig­keit, denn wenn es frem­den Men­schen in frem­den Tei­len der Welt schlecht geht, beein­träch­tigt das unse­ren All­tag nicht.

Die für unse­re Ener­gie­ge­win­nung wich­ti­gen Roh­stof­fe Erd­öl und Koh­le erzeu­gen inzwi­schen welt­weit enor­me Ver­schmut­zung und sind des­halb als zukünf­ti­ge Ener­gie­trä­ger unge­eig­net. Wenn wir woll­ten, könn­ten wir bereits heu­te, zum Anfang des 21. Jahr­hun­derts, kom­plett dar­auf ver­zich­ten. Doch da wir dar­an gewöhnt sind und nach wie vor viel Geld damit ver­dient wer­den kann, hal­ten wir dar­an fest.

Kei­ne Lust auf Ver­än­de­rung

Was ist der Grund für unse­re Unfä­hig­keit, all­ge­mein freund­lich und fried­lich mit­ein­an­der aus­zu­kom­men? War­um sind wir als Welt­ge­mein­schaft in einer im Prin­zip auf­ge­klär­ten und moder­nen Welt nicht alle an einer freund­li­chen, krea­ti­ven, fai­ren und auch ver­ant­wor­tungs­vol­len Welt inter­es­siert? Manch­mal bezeich­nen wir die Vor­stel­lung von einer sol­chen Welt als gefähr­lich, unrea­lis­tisch oder sogar auch lang­wei­lig.

Ich ver­mu­te, wir spü­ren intui­tiv für eine sol­che Welt unser Ver­hal­ten ändern und unse­re lieb gewon­ne­nen Gewohn­hei­ten able­gen zu müs­sen. Wir müss­ten uns auch für Neu­es und Frem­des öff­nen und ganz all­ge­mein unse­ren geis­ti­gen Hori­zont erwei­tern. Doch dar­auf haben wir abso­lut kei­ne Lust, da all das kei­nen Spaß macht. Außer­dem kann man damit kein Geld ver­die­nen – viel­leicht der wich­tigs­te Grund für unse­re Wei­ge­rung.

Schum­meln ist erlaubt

Das Über­vor­tei­len, Mani­pu­lie­ren und Aus­trick­sen unse­rer Kon­kur­ren­ten sind legi­ti­me Mit­tel in unse­rer Welt. Die Wer­bung in den Medi­en ist ein Bei­spiel: Jeder weiß, die dort gemach­ten Ver­spre­chun­gen sind oft unrea­lis­tisch. Wir wis­sen auch oder kön­nen uns zumin­dest den­ken, dass die Pro­mi­nen­ten, die für irgend­et­was Wer­bung machen, die­ses Zeug selbst nie­mals kau­fen. Man macht uns also etwas vor und wir wis­sen es auch.

Uns wird unter­stellt bzw. es wird von uns als Kon­su­men­ten erwar­tet, mün­dig genug zu sein, erken­nen zu kön­nen, was echt oder eine Über­trei­bung ist.

Und im rest­li­chen Leben ist es nicht anders. Schum­meln, Trick­sen und viel­leicht auch Betrü­gen sind erlaub­te Optio­nen. Es wird still­schwei­gend tole­riert bzw. über­se­hen, solan­ge man es nicht über­treibt oder sich dabei direkt erwi­schen lässt. Und je offe­ner und frei­er ein Sys­tem ist, des­to leich­ter lässt es sich natür­lich miss­brau­chen. Das ist der Nach­teil alle offe­nen, frei­en und demo­kra­ti­schen Sys­te­me (im Prin­zip aber sein ein­zi­ger).

Wir müs­sen die­se „Lizenz zum Schum­meln“ aber nicht nut­zen. Wir haben als Ein­zel­ne die Wahl und kön­nen unse­re Idea­le und Grund­ge­set­ze, Grund­rech­te und Grund­pflich­ten auch wirk­lich ernst neh­men. Es liegt ganz an uns selbst (als Gemein­schaft und Indi­vi­du­en) und kann durch staat­li­che Ver­ord­nun­gen nicht erzwun­gen wer­den.

Unse­re Sys­te­me sich unschul­dig

Gäbe es ein Gesell­schafts­sys­tem, das ein fried­li­ches und krea­ti­ves Zusam­men­le­ben aller Men­schen auf lan­ge Sicht garan­tiert oder erzwingt, hät­te es sich schon längst im Lau­fe der Mensch­heits­ge­schich­te in irgend­ei­nem Teil der Erde her­aus­kris­tal­li­siert und von dort aus in der gesam­ten Welt ver­brei­tet. Denn das, was am bes­ten funk­tio­niert, setzt sich letzt­end­lich auch durch.

Oft behaup­ten oder den­ken wir, dass der Grund für die Unge­rech­tig­kei­ten in einer Gesell­schaft das „fal­sche Sys­te­me“ ist. Doch ich behaup­te: Ein Sys­tem, das die pri­mä­ren Pro­ble­me der Mensch­heit für uns löst, wird es höchst­wahr­schein­lich nicht geben. Es gibt zwar bes­se­re und schlech­te­re, viel­leicht auch gute, doch sie sind nicht wirk­lich für den schreck­li­chen Gesamt­zu­stand der Welt ver­ant­wort­lich.

Haupt­säch­lich sind wir es, die die Welt zu dem machen, was sie ist. Es liegt an unse­rem unrei­fen Bewusst­sein und wider­sprüch­li­chen Ver­hal­ten in so vie­len Berei­chen des Lebens.

Auf die­ser Web­sei­te geht es im Wesent­li­chen dar­um, das auf­zu­zei­gen. Dabei wird nicht zwi­schen dir, mir, uns oder den ande­ren unter­schie­den. Wir müs­sen erken­nen und ler­nen, dass es kei­ne ande­ren gibt – son­dern nur uns. Aus deren Sicht sind näm­lich wir die ande­ren.

Wir, wir und noch­mals wir

Das, was wir als »Ande­re« oder auch »Frem­de« bezeich­nen, sind in Wirk­lich­keit nur Pro­jek­ti­ons­flä­chen. Auf die lagern wir unse­re unge­lieb­ten Eigen­schaf­ten, Pro­ble­me, Ängs­te und see­li­schen Defi­zi­te bzw. all das, was wir an uns selbst bewusst oder unbe­wusst nicht mögen, aus. Denn mit uns selbst wol­len wir uns auf gar kei­nen Fall beschäf­ti­gen.

Die Ver­ant­wor­tung für unser eige­nes Ver­sa­gen und Unver­mö­gen schie­ben wir ein­fach ande­ren in die Schu­he (Frem­den, Aus­län­dern, Anders­den­ken­den oder auch Außer­ir­di­schen). Nicht wir sind aus unse­rer Sicht die­je­ni­gen, die etwas falsch machen und sich des­halb ändern müs­sen, son­dern „die ande­ren“.

Es geht auf die­ser Web­site also nur um UNS, der Spe­zi­es, die auf die­sem Pla­ne­ten das allei­ni­ge Sagen hat und des­we­gen auch für alles ver­ant­wort­lich ist, was in der Welt geschieht.