Welt der ungenutzten Möglichkeiten

Möglichkeiten

Wir haben alle Mög­lich­kei­ten unse­ren Pla­ne­ten zu einem fried­li­chen, freund­li­chen und krea­ti­ven Ort für alle Men­schen zu machen. Statt­des­sen füh­ren wir stän­dig Krie­ge, betrü­gen und berau­ben uns gegen­sei­tig und ver­skla­ven und miss­brau­chen die Schwa­chen.

Doch war­um tun wir das?
Lebens­mit­tel, Geld und Logis­tik sind aus­rei­chend vor­han­den. Alles, was eine fried­li­che, freund­li­che und krea­ti­ve Welt benö­tigt, steht uns bereits im Über­maß zur Ver­fü­gung: Trink­was­ser, frucht­ba­rer Boden, Mine­ra­li­en, Erze sowie vie­le ande­re wich­ti­ge Res­sour­cen. Krie­ge und ähn­li­che Kon­flik­te zwi­schen den Natio­nen müss­te es in einer glo­ba­li­sier­ten Welt des­halb nicht mehr geben.

Welt­weit gibt es mehr als genug Anbau­flä­chen, die zur Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on geeig­net sind. Unse­re Pro­duk­ti­ons­me­tho­den sind inzwi­schen hoch­mo­dern und effek­tiv. Wir könn­ten Mil­li­ar­den Men­schen mit allem ver­sor­gen, was die­se in allen Berei­chen und Belan­gen des Lebens benö­ti­gen.

Wenn trotz­dem in Tei­len der Welt Nah­rungs­man­gel herrscht, liegt das nicht dar­an, dass wir even­tu­ell zu wenig davon haben, son­dern ver­schwen­de­risch damit umge­hen, Ver­tei­lungs­pro­ble­me haben oder aus unter­schied­li­chen Grün­den Profit‑, Macht- und Miss­wirt­schaft damit betrei­ben.

Die für unse­re Ener­gie­ge­win­nung wich­ti­gen fos­si­len Roh­stof­fe Erd­öl und Koh­le erzeu­gen inzwi­schen enor­me Ver­schmut­zung und sind des­halb als zukünf­ti­ge Ener­gie­trä­ger unge­eig­net. Wenn wir woll­ten, könn­ten wir bereits heu­te größ­ten­teils auf sie zur Ener­gie­ge­win­nung ver­zich­ten. Doch da sie nach wie vor ein gutes Geschäft sind, hal­ten wir dar­an fest.

Die moder­nen Tech­ni­ken und Metho­den zur Nut­zung der umwelt­freund­li­chen, rege­ne­ra­ti­ven und roh­stoff­un­ab­hän­gi­gen Ener­gie­quel­len (Wind, Was­ser, Son­ne, Wel­len, Erd­wär­me) sind inzwi­schen weit ent­wi­ckelt und im grö­ße­ren Rah­men ein­setz­bar. Platz­man­gel gibt es eben­falls nicht. Die Vor­aus­set­zun­gen sind somit gege­ben.

Keine Lust auf Veränderung

Eigent­lich haben wir kei­ne Grün­de mehr uns zu strei­ten, gegen­sei­tig zu bekämp­fen, zu betrü­gen, aus­zu­nut­zen oder umzu­brin­gen, denn für jeden ist genug da.

Was ist die Ursa­che für unse­re Unfä­hig­keit, auf brei­ter Basis freund­lich und fried­lich mit­ein­an­der aus­zu­kom­men? Manch­mal bezeich­nen wir die Idee einer rund­um fried­li­chen und freund­li­chen Welt als unrea­lis­tisch, lang­wei­lig oder sogar auch gefähr­lich. Denn damit eine sol­che wahr wer­den kann, müss­ten wir unser Ver­hal­ten ändern, auf unse­re lieb gewon­ne­nen Gewohn­hei­ten ver­zich­ten und uns für Neu­es und Frem­des öff­nen – wor­auf wir abso­lut kei­ne Lust haben.

Wir haben eine instink­ti­ve Abnei­gung gegen alles, was irgend­wie nach dem Wort „Welt­frie­den“ riecht, denn die­ser Begriff ist ver­pönt und hat eine ähn­li­che nega­ti­ve Kono­ta­ti­on wie „Gut­mensch“. Wir soll­ten uns schä­men.

Nicht unse­re Wirt­schafts- oder Gesell­schafts­sys­te­me sind schuld an all den Unge­rech­tig­kei­ten in der Welt, son­dern unse­re Wei­ge­rung über die gewohn­ten Gren­zen im Den­ken und Han­deln hin­aus­zu­ge­hen. Unse­re Sys­te­me funk­tio­nie­ren sowie­so nur so gut, wie wir es zulas­sen. Und je offe­ner ein Sys­tem ist, des­to ein­fa­cher lässt es sich miss­brau­chen.

Gäbe es ein Gesell­schafts­sys­tem, das ein fried­li­ches und krea­ti­ves Zusam­men­le­ben aller Men­schen auf lan­ge Sicht garan­tiert, hät­te es sich schon längst im Lau­fe der Mensch­heits­ge­schich­te in irgend­ei­nem Teil der Erde her­aus­kris­tal­li­siert und von dort auf die gesam­te Welt über­tra­gen, denn das, was am bes­ten funk­tio­niert, setzt sich letzt­end­lich auch durch.

Ein Sys­tem, das die pri­mä­ren Pro­ble­me der Mensch­heit löst, gibt es höchst­wahr­schein­lich also nicht. Das heißt: Unse­re Sys­te­me und Regie­run­gen sind nur bedingt für den schreck­li­chen Zustand der Welt ver­ant­wort­lich. Wir selbst sind es über­wie­gend — es liegt an unse­rem unrei­fen Bewusst­sein als Mensch­heit, an unse­rer Wider­sprüch­lich­keit in so vie­len Belan­gen des Lebens. Dar­an müs­sen wir etwas ändern.