Welt der ungenutzten Möglichkeiten

Welt der ungenutzten Möglichkeiten

12 Dez 2013 7 Von Stirzeltuff

Wir haben alle Möglichkeiten, die Welt friedlich und freundlich zu gestalten. Stattdessen gibt es jede Menge Elend und Leid, Gewalt und Kriege, Betrug und Ausbeutung auf diesem Planeten. Woran liegt das?

Alles, was wir dafür benötigen, ist doch im Übermaß vorhanden: Trinkwasser, fruchtbarer Boden, Mineralien, Erze sowie andere wichtige Ressourcen. Warme, heiße, kalte, trockene und feuchte Zonen umspannen den Erdball. Sie sind der Motor zur ständigen Regeneration der Erdatmosphäre und der Meere. Nahrungsmangel müsste es nicht geben, denn es gibt mehr als genug Anbauflächen, die zur Lebensmittelproduktion geeignet sind. Wenn trotzdem in Teilen der Welt Menschen hungern, liegt das nicht daran, dass wir eventuell zu wenig Lebensmittel und Wasser haben, sondern verschwenderisch damit umgehen, Verteilungsprobleme haben oder aus vielen unterschiedlichen Gründen Profit- und Misswirtschaft damit betreiben.

Die für unsere Energiegewinnung wichtigen fossilen Rohstoffe Erdöl und Kohle erzeugen in unserer globalen, industrialisierten Welt enorme Verschmutzung und sind deshalb als zukünftige Energieträger ungeeignet. Wenn wir wollten, könnten wir bereits heute auf sie zur Energiegewinnung verzichten. Doch da sie nach wie vor ein gutes Geschäft sind, geben wir sie nicht auf. Die modernen Techniken zur Nutzung der umweltfreundlichen, regenerativen bzw. rohstoffunabhängigen Energiequellen (Wind, Wasser, Sonne, Wellen, Erdwärme) sind inzwischen weit entwickelt und im größeren Rahmen einsetzbar. Platzmangel gibt es ebenfalls nicht! Die Voraussetzungen sind somit gegeben. Eigentlich haben wir keine Gründe mehr uns zu streiten, gegenseitig zu bekämpfen, zu betrügen, auszunutzen oder umzubringen, denn für jeden ist genug da. Was ist also die Ursache für unsere Unfähigkeit, auf breiter Basis freundlich und friedlich miteinander auszukommen?

Kurzum: Wir sind der Grund, denn in Wirklichkeit wollen wir gar keine umfassende, globale Friedlichkeit!

Manchmal bezeichnen wir diese Idee sogar als unrealistisch oder auch langweilig. Für eine solche Welt müssten wir unser Verhalten ändern, unsere lieb gewonnenen Gewohnheiten ablegen – und dazu haben wir absolut keine Lust.

Unsere Unfähigkeit und unser Unwille sind demnach das Problem, und nicht die Wirtschafts- oder Gesellschaftssysteme. Denen geben wir jedoch gerne die Schuld. Doch Systeme und Institutionen sind nur so gut wie die Menschen, von denen sie erschaffen wurden.

Gäbe es ein Gesellschaftssystem, das ein friedliches und kreatives Zusammenleben aller Menschen garantiert oder erzwingt, hätte es sich schon längst im Laufe der Menschheitsgeschichte in irgendeinem Teil der Erde herauskristallisiert und von dort aus auf die gesamte Welt übertragen, denn das, was am besten funktioniert, setzt sich letztendlich auch durch.

Die Natur (die Evolution) findet im Laufe der Zeit immer die beste und stabilste Lösung. Dieses Prinzip lässt sich auf die Menschenwelt übertragen (die nichts anderes ist, als eine weiterführende Evolution). Doch das ist nie geschehen, und deshalb scheint es ein solches System nicht zu geben. Offenbar liegt es an uns selbst, dass die Welt in einem so schrecklichen Zustand ist.
Wir dürfen auch nicht darauf warten, dass einmal ein Heil bringender Mann die Menschheit in eine bessere Zukunft führt. Wir müssen lernen, es selbst zu tun, und das geht nur, wenn wir uns ändern. Doch diese Erkenntnis ist unbequem und unbeliebt – folglich haben wir sie nur selten oder banalisieren sie.