Offenheit


Offenheit muss einfach sein

Offenheit und Einfachheit bedingen sich gegenseitig und gehören zusammen. Offenheit kann niemals komplex sein, denn eine von bestimmten Faktoren abhängige Offenheit ist eingeschränkt. Dann handelt es sich bloß um bedingte Offenheit, was eigentlich gar keine ist. Ist man nur für das offen, was man bereits kennt und befürwortet, bedeutet das sogar das Gegenteil: relative Geschlossenheit. Diese Art „Offenheit“ findet man bei vielen Menschen.

Eine Landschaft, am Horizont Hügel und Wolken

Oft halten wir uns für offene Menschen. Betrachten wie aber unser Leben, unsere Gedanken und Meinungen, finden wir nur Konventionen und Ideologien der verschiedensten Kategorien. Wir sind vollgepackt mit geschlossenen Systemen, vorgefertigten Meinungen und überliefertem Halb- und Falschwissen. Sich selbst als offen oder aufgeschlossen zu bezeichnen, ist daher eine Mode, für viele wie ein Zwang, ein Attribut, mit dem wir uns gern und schnell ausschmücken, ohne wirklich zu wissen, was wir da eigentlich sagen. Das ist uns nicht bewusst, und so leben wir unser Leben in der Illusion, aufgeschlossene, moderne Menschen zu sein, obwohl das Gegenteil der Fall ist.

Zur Verschlossenheit erzogen

Wir alle wurden in unserer Kindheit erzogen, keine offenen Menschen zu sein. Uns wurde zwar nicht gesagt, wir sollen uns gegen neue, fremde Impulse verschließen, doch das war auch gar nicht nötig. Unsere Erziehungsmethoden beinhalten bereits Mechanismen, die dafür sorgen, dass wir nur das in unser Bewusstsein integrieren, was für die Gemeinschaft nützlich ist.

Die Gesellschaften, so wie sie sind, vertragen nur ein geringes Maß Offenheit. Offenheit wird zugelassen oder ist erwünscht, wenn sie eine stabilisierende Wirkung auf die Gesellschaft hat. Doch diese Art Offenheit gibt es selten.

Man findet sie bei Clowns, Komikern und Kabarettisten, die durch ihre Hofnarrenfunktion der Bevölkerung ein Ventil zum Frustabbau bieten. In der Wissenschaft wird Offenheit erwartet, solange keine moralischen oder ethischen Tabus verletzt werden. In der Kunst ist es ähnlich. In vielen anderen Bereichen des Lebens müssen wir uns jedoch konform und angepasst verhalten. Und das wird möglich, wenn wir als Einzelne nicht mehr wahrnehmen, als zur Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Stabilität nötig ist.

Eine bunte, fließende Verflechtung von Kurven und Linien

Wir haben gelernt, uns nur für das zu interessieren, was die Gesellschaft anerkennt und toleriert, denn nur so kommen wir reibungslos durchs Leben. Andernfalls befinden wir uns schnell im gesellschaftlichen Abseits, was sich nur weniger leisten können.

Meistens sind wir nur eingeschränkt fähig, autonome und emanzipierte Gedanken zu entwickeln, ohne gleichzeitig gesellschaftsunfähig zu werden. Aus diesem Grund bleiben wir bei dem, was wir kennen und können, selbst wenn wir insgeheim mit unserem Leben unzufrieden sind.
Trotzdem ist es für unsere individuelle Entwicklung besser, für neue Gedanken und Ideen offen zu sein, selbst wenn unsere gesellschaftliche Integrität darunter leidet. Diese ist zwar wichtig, wichtiger ist jedoch unsere innere, die nicht im Schatten der äußeren stehen darf.


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