Dummheit


Dummheit ist Faulheit des Denkens

Der Ausgang des »Kampfes zwischen Dummheit und Klugheit« wird vielleicht das Schicksal der Menschheit entscheiden.

Dieser Planet heißt zwar Erde, eine treffendere Bezeichnung wäre jedoch „Planet der Dummen“, denn oft verhält sich die Mehrzahl aller Menschen einfach nur dumm.
Anstatt uns wechselseitig zu fördern und zu unterstützen, bekämpfen wir uns lieber, rauben uns aus, belügen und betrügen wir uns, wenn es einen Vorteil bedeutet. Nicht ständig und nicht alle, aber viel zu oft und viel zu viele. Das ist ziemlich traurig. Wir schaden so nicht nur den anderen, unseren vermeintlichen Konkurrenten, sondern letztendlich uns selbst. Das merken wir allerdings nicht. Und nur dumme Menschen fügen sich Schaden zu, ohne es zu merken. Wir müssten jedoch nicht dumm sein, und wenn wir wollten, wären wir es auch nicht.

Eine kristallähnliche Struktur, auf dem Hintergrund eines kosmischen Abgrunds.

Vielleicht ist diese Theorie etwas gewagt, doch ich behaupte einfach mal: Dumm sein kann einen verführerischen Vorteil haben, denn dumme Menschen können für ihre Handlungen nur eingeschränkt verantwortlich gemacht werden. Wir übersehen dabei zwar, dass wir auch dann, wenn wir nicht verantwortlich sind, trotzdem die Konsequenzen für unser Handeln tragen, doch das ist uns egal, denn allein auf den momentanen Vorteil kommt es uns an. Die negativen Folgen werden wir schon irgendwie meistern, so glauben wir. Vielleicht bleiben sie aber auch aus, so hoffen wir. Dieses Verhalten ist ziemlich dumm.

Wenn wir als Kinder bedingungslos das glauben, was uns die Erwachsenen sagen, ist das normal, gut und richtig, denn in diesem Alter haben wir wenig Erfahrung. Die einzige halbwegs verlässliche Wissensquelle sind für Kinder die Erwachsenen. Als Jugendliche verfügen wir dann über eine gewisse Reife, deshalb könnten wir zumindest die groben Irrtümer der Erwachsenen erkennen. Reden unsere Eltern beispielsweise abfällig über Ausländer oder Obdachlose, könnten wir als Jugendliche bereits spüren, dass an diesem Gerede etwas faul ist. Tun wir es nicht, ist das verzeihlich, denn wir sind abhängig von unseren Eltern und es braucht Mut, sich ihrem gelegentlich negativem Einfluss zu entziehen.

Dumm ist der, der dumm bleibt

Eine grau-weiße Fläche schiebt sich wie eine Gletscherzunge über eine rote Fläche und droht sie ganz zu bedecken.Pflegen wir später als Erwachsene aber die gleichen Vorurteile und Irrtümer, haben wir uns nicht zu eigenständig denkenden Menschen entwickelt. Und das ist eine Form der Dummheit, denn kluge Menschen entwickeln ihre Meinungen und Ansichten aufgrund eigener Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke ständig weiter. Und mit etwas Bewusstsein und Interesse am eigenen Leben sollte das jedem möglich sein. Deswegen ist unsere Dummheit – zumindest teilweise – selbst verschuldet.

»Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß«, ist ein bekannter Spruch und oft das Motto für das Versteckspiel, das wir Leben nennen.

Wir wenden es an, um die unangenehmen Aspekte des Daseins auszublenden. Das klappt sehr gut, solange die negativen Konsequenzen unseres oft kurzsichtigen Verhaltens noch irgendwie handhabbar sind. Und sind sie es irgendwann nicht mehr, sind wir sehr erfinderisch im Umgang mit ihnen: Schnell verschieben wir unsere Probleme nach hinten, verlagern sie beispielsweise in die Zukunft oder geben ihnen andere Namen, um sie nicht als das wahrnehmen zu müssen, was sie sind: selbst verschuldete Hemmnisse unserer Entwicklung. Andere oder spätere Generationen (oder unser zukünftiges Ich) werden das Problem schon irgendwie lösen, suggerieren wir uns unausgesprochen. Doch warum verhalten wir uns so oft sehenden Auges so dumm?


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3 thoughts on “Dummheit

  1. Hallo Michael,

    es wäre für mich interessant zu wissen wie das gemeint ist mit bewusst und unbewusst? Es hört sich nach einem totalen Zustand an: „bewusst sein“ – wenn man bewusst ist oder nicht …

    Gibt das Bewusstsein einem Menschen Seele?

    Ich denke ein Mensch mit Seele könnte auch nicht bewusst destruktiv handeln …

  2. Hallo Dominicus,

    nicht nur scheinbar … Meine Website ist ja die ganze Zeit im Fluss, auch mit dem Design experimentiere ich noch. Das augenblickliche Design gefällt mir bisher am besten. Aber wirklich zufrieden bin ich immer noch nicht. Ich glaube auch, dass die augenblickliche Überschrift ansprechender ist.

    Naja, egal wo der Anstoß zur Veränderung herkommt, ob von innen, außen oder beides, Hauptsache es gibt ihn und er bewirkt auch was. Ich glaube nicht, dass ich mit meinem Blog Anstöße zum Nachdenken geben kann, obwohl es mir natürlich gefallen würde, besonders meinem Ego. Aber ich bin mir auch bewusst, dass das, was ich schreibe, auch Blödsinn sein könnte. Vielleicht mache ich es mir auch zu einfach, indem ich gleich die gesamten Probleme der Menschheit auf Dummheit, Bequemlichkeitsdenken, Verantwortungsvermeidungs-Strategien (ein Begriff, den ich erfunden habe) und Ähnliches reduziere. Man könnte denken, dass, wenn es wirklich so einfach wäre, die Menschheit ihre Probleme schon längst im Griff haben müsste.

    Das Beispiel mit dem Jungen ist leider ziemlich exemplarisch. Ein Großteil der „Meinungsbildung“
    der Menschen geschieht leider auf diese Art der „Indoktrination“. Woran das liegt, habe ich noch nicht kapiert: Es gibt ja Menschen, die in ihrer Jugend und Kindheit schlimme Dinge erlebt haben, im Erwachsenenalter aber trotzdem nicht so werden, andere hingegen schon. Warum ist das so? Wo ist der Unterschied? Warum werden manche Kinder nicht so wie ihre Eltern, obwohl sie exakt den gleichen Einflüssen ausgesetzt waren, wie die, die so wie ihre Eltern werden? Hat es was mit Intelligenz zu tun, wenn manche Kinder merken, dass das, was ihnen zum Beispiel ihre Eltern erzählt, Blödsinn ist?

    Klar macht man in der Schule, im Elternhaus, am Arbeitsplatz und an vielen anderen Orten, Dinge mit, die einen eigentlich nicht interessieren. Man weiß, was von einem erwartet wird, und passt sich an, ist äußerlich konform, weil man verstanden hat, dass die Gesellschaft nun mal so funktioniert. Es findet aber keine Verinnerlichung statt. Man lernt also die Gedichte auswendig und vergisst sie ziemlich schnell wieder. Der Junge, aus dem Beispiel, hat das Verhalten seines Vaters aber nicht äußerlich kopiert und innerlich abgelehnt, sondern er hat das Verhalten seines Vaters (unreflektiert) übernommen und wird es vielleicht sein ganzes Leben lang behalten.

    Ich muss die Frage also wiederholen: Warum entwickeln manche Menschen ein eigenständiges Denken und warum tun das andere nicht?

    Ich hoffe, du findest die Diskussion mehr als nur amüsant, eher interessant und vielleicht auch informativ.

    Was die Analogie zwischen Dunkelheit/Unbewusstheit betrifft, habe ich gerade eine Diskussion mit Manuel auf der Seite „Das Böse“ am Laufen. Manuel meint, dass Dunkelheit etwas Eigenständiges ist, und nicht einfach nur die Abwesenheit von Licht. Ich versuche gerade seine Argumentation zu verstehen, was mir bisher noch nicht gelungen ist. Vielleicht fällt dir ja etwas dazu ein.

    Wenn der Grundzustand Unbewusstheit ist, dann ist Bewusstsein ein quasi „künstlich“ hervorgerufener Zustand, muss also ständig aufrechterhalten, bzw. erneuert, bzw. gepflegt werden.

    Das Töten von Menschen im Krieg ist vielleicht eine Ausnahmesituation. Im Normalfall ziehen Soldaten (glaube ich jedenfalls) nicht deswegen in den Krieg, weil sie Lust aufs Töten haben, sondern weil sie dazu „genötigt“ werden. Und wenn ein Soldat erst mal im Krieg ist, „mach er mit“, weil er sich der Situation nicht mehr entziehen kann.

    Naja, was Bewusstsein ist, weiß ich natürlich auch nicht. Ich glaube das weiß niemand, obwohl viele Menschen wahrscheinlich denken, dass sie es tun. Bewusstsein hat etwas mit Wissen zu tun, Unbewusstsein etwas mit Nicht-Wissen, denke ich. Wenn ich schlafe und träume, bin ich unbewusst, was aber nicht bedeutet, dass ich keine Wahrnehmung mehr habe. Bewusstsein kann also nicht mit Wahrnehmung gleichgesetzt werden. Es gibt also auch die unbewusste Wahrnehmung.
    Wenn es so etwas wie totales Bewusstsein gibt, weiß ich nicht, was man sich darunter vorstellen könnte. Sollte es Gott geben, könnte er totales Bewusstsein besitzen (oder eher sein?). Totales Bewusstsein ist für Menschen also vielleicht gar nicht möglich, sondern nur partielles Bewusstsein.
    Vielleicht können wir sogar nur deswegen wahrnehmen, dass wir bewusst sind, weil wir nicht vollkommen bewusst sind. Vielleicht ist Bewusstsein nur möglich, wenn es auch Dinge gibt, die uns nicht bewusst sind. Wie bei der Licht-Dunkel-Dualität: Damit wir sagen können, dass es hell ist, muss es noch Bereiche geben, die nicht hell sind. (Zum Beispiel außerhalb des Raumes.)

    Du fragst, ob Bewusstsein mit „Seele“ gleichzusetzen ist? Keine Ahnung! Ist Seele etwas Eigenständiges, existiert sie also auch ohne den Körper? Keine Ahnung – könnte aber sein, ich würde mich nicht wundern. Und klar: Wenn wir Seelen haben, dann haben natürlich alle Menschen (vielleicht sogar auch Tiere?) eine Seele, und zwar unabhängig vom „Bewusstseinsgrad“.

  3. Hallo Michael,

    Deine Diskussion mit Manuel finde ich nicht wegen ihres Inhaltes amüsant – der durchaus auch informativen Charakter hat – sondern wegen seines Verlaufes.

    Ich dachte eben, wenn das Böse etwas mit Unbewusstsein zu tun hat, wäre es natürlich hilfreich zu klären, was das überhaupt ist – „unbewusst sein“.
    Assoziationen mit dem Wort „bewusst“ habe ich natürlich auch.

    Allerdings denke ich schon, dass Bewusstsein sich auf etwas Wahrnehmbares gründet, was ja bedeuten würde, dass ein Mensch der böse handelt, entweder keine Wahrnehmung für sein böses Handeln entwickelt hat, also kein Gespür dafür hat, oder, dass er sein Handeln zwar wahrnimmt aber eben kein Bewusstsein für seine Wahrnehmung entwickelt hat – das wären dann die bekannten Fälle, die eben meinen bewusst böse zu handeln. So gesehen gibt es eigentlich überhaupt nichts Böses, da ich meine Wahrnehmung ja dahingehend schärfen kann, Unbewusstes oder eben „blindes“ Verhalten anderer wahrzunehmen, und mich so gegen „Böses“ zu feien. Ähnlich verhält es sich im Straßenverkehr. Ständig kann man davon ausgehen, dass ein anderer einen Fehler mit fatalen Folgen macht.
    Natürlich gibt es auch das große „Böse“ – sozusagen – indem ganze Landstriche zerstört werden, beispielsweise im Krieg. Da langt es natürlich nicht, seine Wahrnehmung zu schärfen, um dem „Bösen“ aus dem Weg zu gehen – da ist wiederum die Frage, ob es denn nicht auch sein kann, dass ich (zum Beispiel in einer solchen Region), nicht auch böse sein muss, um zu überleben?
    Auch bleibt natürlich offen, dass, was in unsere Kultur stimmig ist, in anderen Kulturen durchaus nicht stimmen muss.

    Die Sache mit dem totalen Bewusstsein hatte ich erwähnt, (und erwähne es wieder), da in deinem Text über das Böse eben dieser Satz steht, dass man nicht ein bisschen hier bewusst sein kann und dort ein bisschen nicht, oder das man eben bewusst ist oder eben nicht. Das hört sich nach etwas Totalem an, was für mich wiederum nicht heißt, dass ich das nicht auch so denke.

    Die Argumentation Manuels ist – glaube ich – sehr komplementär. Er versucht, scheint es, die Sache unter sehr gegensätzlichen Aspekten zu komplementieren.
    Wenn also Dunkelheit etwas Eigenständiges ist, was nicht ohne licht bestehen kann, aber trotzdem nicht nur die Abwesenheit von Licht ist, dann frage ich mich, ob denn Licht ohne Dunkelheit bestehen kann, und Licht eben auch etwas anderes, als nur die Abwesenheit von Dunkelheit ist? Bis dahin wirst du, glaube ich, meine Frage bejahen, denn Licht wird ja eigenständig behandelt, also man kann Licht im Labor kopieren, sogar – wie sagt man? – „beamen“ oder so ähnlich. Nur wohin schwindet dann die Dunkelheit, wenn sie eigenständig ist? Wohin Licht schwindet, weiß man ja – ich weiß es zwar nicht so genau, könnte mich aber hineinlesen, wenn ich es wissen wollen würde, – aber Dunkelheit bleibt ja nicht da und wird erhellt, sonder es wird hell und nicht weniger dunkel, wenn also Dunkelheit sich unter dem Einfluss eines Aggressors in sich selbst zurückzieht, wohin? Und vor allem, was bleibt dann übrig, wenn man die Wahrnehmung von hell und dunkel als Bühne betrachtet, was ist dann die Bühne? … Nun ist meine Idee ein wenig verworren zum Ausdruck gekommen, aber ich hoffe, du verstehst trotzdem, was ich meine.
    Die Tiefe einer Seele entsteht zum Beispiel durch die Resonanz aus dem unbewussten Boden, und dem bewussten Sein – irgendwie so würde ich das mal sagen. … Und kann man dann stehen lassen: Je heller der Tag, desto dunkler die Nacht? Und natürlich umgekehrt auch: Je dunkler die Nacht, desto heller der Tag? Ich glaube nach dieser Methodik, sind Stromsparlampen eine tolle Erfindung.

    Um das Thema Dummheit vielleicht abzuschließen, wollte ich feststellen, dass dein Junge sich wohl eine Welt von Kanaken aufbauen muss, um dieses Verhalten sein Leben lang beizubehalten. Es kann dann natürlich gut sein, dass er in dieser Welt durchaus intelligent agieren kann, so würde aus einer primitiven Dummheit eine kriminelle Dummheit werden. Eventuell sogar etwas Böses. Die Jungs von der Schule – sozusagen – lernen selbstverständlich Gedichte auswendig, weil sie ihr Inneres schützen wollen, vor den Folgen, die entstehen würden wenn sie beispielsweise eine schlechte Note für das nicht gelernte Gedicht bekommen. Der Unterschied, zwischen dem „Kanakenbub“ und den „Jungs von der Schule“ ist, meiner Meinung nach, nur die Kultur. Die Säue vor die Perlen und nur die Säue, salopp ausgedrückt.
    Beide sind doch gleich, dein Junge tut mir aber leid, vielmehr gesagt, für ihn kann ich Mitgefühl entwickeln, natürlich aber auch nicht zeigen. Meine Erfahrung mit Kindern hat mir gezeigt, dass so ein Verhalten, speziell bei Buben, aus einem Komplex heraus entsteht. Das hat etwas mit Männlichkeit und Stärke zu tun, was man Kindern auch im anfangenden dritten Jahrtausend noch einimpft. Kurz auf den Punkt gebracht, geht es darum, dass ein Kind im Kontext (hoffentlich ist das Wort stimmig) mit anderen Kindern, etwas wie ein soziales Rollenspiel erfährt, indem es immer, sagen wir mal (dummes Wort) Alpharollen gibt, ebenso Beta, Gamma, Delta etc. In diesem Rollenspiel sucht sich das Kind aber nicht seine Rolle aus, sondern es wird einer Scharade gleich hineingeschoben. Das oberste Alpha wird meistens von den Eltern ausgefüllt und mit verschiedenen Attributen wie Stärke, Sicherheit, etc. versehen, die nach unten folgenden Rollen werden in der Umwelt wahrgenommen. Das Ich des Kindes sucht nun den Weg ein Alpha seiner Umwelt zu werden. So traurig es klingen mag, würde ich den Schreihalsbuben nur dann dumm nennen, wenn ihm jemand – in seiner Welt mit Alpharolle – auf einen sozial verträglicheren Weg hinweisen würde und er sich trotzdem auf sein Verhalten versteifen würde. Die Gedichte lernenden Kinder allerdings werden – immer noch in einem doch humanistisch geprägten Schulsystem – allerdings ständig darauf hingewiesen, dass es doch etwas anderes als eben dieses Streben nach einer Alpharolle im Leben gibt – nehmen sie diese Möglichkeit wahr? Also beide – der Junge und die Schulkinder – haben dem Wesen nach also beide das Gleiche verinnerlicht, und das Gleiche nicht verinnerlicht, nur die einen haben eine Chance, die anderen vielleicht nicht. Persönlich nehme ich diesen jungen natürlich auch als Idiot wahr, und mit „Schulkinder“ habe ich selbstverständlich etwas der Einfachheit wegen zusammengeschlossen, was auf gar keinen Fall über einen Kamm zu scheren ist.

    Doch glaube ich, dass eben dieses Rollenspiel mit dafür verantwortlich ist, dass manche Kinder eben kein eigenständiges Denken entwickeln.

    Ist das aber totaler Schwachsinn, den ich da von mir gebe, glaub ich …

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