Organismus Menschheit


Destruktive Seite der Menschheit

Eine gelb-orangene zerrissene Struktur mit Schlieren undDie Menschheit hat ihre Stärken und ihre Schwächen. Mit den Schwächen müssen wir leben, solange wir sie noch nicht transzendiert haben. Und nur eine Transzendierung kann die Menschheit auf eine höhere Bewusstseinsebene heben. Wir können die negativen Seiten des Organismus Menschheit nicht abschaffen oder wegzüchten. Die Menschheit kann nicht zum Guten oder zur Friedlichkeit erzogen werden. Das wurde schon oft versucht, doch funktioniert hat es nie. Wir können uns zwar friedliches und freundliches Verhalten antrainieren, doch das alleine reicht nicht. Denn solange Friedlichkeit und Freundlichkeit nur Optionen sind, die wir wahrnehmen oder auch nicht, ist das Problem nicht gelöst.

Wir können unsere destruktive Seite nicht direkt bekämpfen, denn dabei müssten wir Methoden anwenden, die zwangsläufig der destruktiven Seite angehören.

Angenommen, wir würden alle Menschen, von dessen korrupten Charakter wir überzeugt sind, daran hindern, öffentliche Ämter zu bekleiden. Höchstwahrscheinlich würden wir dann auch ehrliche Menschen der Korruption beschuldigen, denn Irrtümer gibt es immer. Wir würden glauben, Gutes zu tun, in Wirklichkeit täten wir das Gegenteil, ohne es zu merken. Damit würden wir das Übel, das wir eigentlich abschaffen wollen, unbemerkt zur Hintertür wieder hereinlassen und kämen uns dabei auch noch fortschrittlich vor.

Machtmissbrauch und Manipulator

Denn wir dürfen nicht vergessen: Wir sind fast alle (auf unterschiedliche Arten) emotional korrupt und missbrauchen im Alltag und im Beruf unsere Macht und Möglichkeiten. Wir manipulieren uns selbst und andere, ohne es richtig zu wissen. Eltern missbrauchen oft ihre Macht gegenüber ihren Kindern, Lehrer die Macht gegenüber ihren Schülern, Vorgesetzte die Macht gegenüber ihren Untergebenen und Tierhalter die Macht gegenüber ihren Tieren. Wir tun es auf unterschiedliche Weisen, in unterschiedlichen Graden sowie auf unterschiedlichen Gebieten – aber wir tun es!
Eine bunte Struktur, zerrissen mit vielen Furchen und LinienPolitiker, Beamte, Manager und Banker schaden mit ihrem Machtmissbrauch der Allgemeinheit. Der Machtmissbrauch, der in Familien, unter Freunden oder am Arbeitsplatz stattfindet, richtet „nur“ vereinzelt Schaden an, doch da er in Millionen Einzelfällen geschieht und Millionen Individuen davon betroffen sind, ist auch dieser Schaden groß, vielleicht sogar der größere. Und global sind es sogar Milliarden Menschen, die aufgrund von Machtmissbrauch psychisch und physisch geschädigt sind und dadurch selbst wieder zum Machtmissbrauch animiert werden. Aus dieser Masse der psychisch und sozial geschädigten Menschen rekrutieren unsere Manager und Politiker, welche die Wirtschaft und Politik gestalten.

Wir alle sind von der Widersprüchlichkeit des gesellschaftlichen Lebens korrumpiert, oft bereits von Kindheit an.

Das wissen wir meistens und haben uns damit abgefunden und auch anrangiert. „So ist das Leben nun mal“, verteidigen wir unsere Gleichgültigkeit achselzuckend und gehen zur Tagesordnung über. Wir finden es normal, manipuliert zu werden und selbst zu manipulieren. Wir denken Gewalt, Manipulation, Betrug und Hinterlist sind natürliche und normale Bestandteile des Lebens und halten die Vorstellung einer gewaltfreien und freundlichen Welt für unrealistisch oder utopisch, manchmal sogar für falsch, denn für viele scheint das Leben ein einziger Kampf zu sein.

Ende der Jugend

Eine grau-schwarz-nebelige Struktur, hinter der ein Licht durchscheintDiese Einstellung spiegelt unsere unreife Beziehung zum Menschsein selbst wider. Uns ist nicht bewusst, dass die Menschheit ein Organismus ist, der sich entwickelt. Noch ist dieser Organismus relativ primitiv und befindet sich gerade am Ende seiner „Jugend“. Seine Kindheit hat er zwar hinter sich, erwachsen ist er deshalb aber nicht. Doch wie es bei Jugendlichen oft der Fall ist: Weil sie keine Kinder mehr sind, fühlen sie sich wie Erwachsene.
Wir sollten das bedenken, wenn wir über die Menschheit urteilen, denn es ist wenig sinnvoll, ihr ein Verhalten abzuverlangen, zu dem sie – aus evolutionärer Sicht – noch gar nicht fähig sein kann. Als Einzelwesen können wir sehr reif und weise sein – unabhängig von unserem Alter! Doch als Menschheit sind wir wenig mehr als ein pubertierender Jugendlicher, der das Ende seiner Trotzphase durchlebt. Dass also die Menschheit noch nicht fähig ist, sich als Ganzes friedlich und freundlich zu verhalten, braucht uns nicht zu verunsichern, beschämen oder ängstigen, denn die Entwicklung der Menschheit folgt ihrem natürlichen Verlauf.

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