Selbstverständnis ändern


Wandel des Selbstverständnisses

Die Gesellschaftsform, wie es sie heute in fast allen Ländern gibt, ist ein Auslaufmodell. Es hat gut funktioniert, doch seine Tage sind gezählt.

Auf einem himmelblauen Hintergrund fliegen bunte Fetzen auseinander, wie nach einer Explosion.Wir müssen jetzt damit beginnen, uns Gedanken zu machen, wie ein zukünftiges aussehen könnte. Doch bevor wir das tun, sollten wir bedenken, dass eine neue Gesellschaftsform auch einen neuen Menschentyp braucht. Nur eine neue Gesellschaftsform entwerfen und einführen, wird nicht funktionieren, solange die Menschen, die dieser neuen Gesellschaft angehören, in den alten Kategorien denken und assoziieren. Wir müssen uns ebenfalls ändern.

Die Kurzbeschreibung des augenblicklich überwiegend vorherrschenden Menschentyps lautet: konkurrenzorientiertes Einzelwesen, mit mangelhafter Empathiefähigkeit. Die Kurzbeschreibung des zukünftigen Menschentyps lautet in etwa so: Emanzipiertes Einzelwesen, das sich sehr für seine Mitmenschen interessiert.
Von diesem Typen sind wir noch weit entfernt. Wir verstehen zwar, was damit gemeint ist, halten ihn jedoch für utopisch, naiv, realitätsfern oder für überflüssig, möglicherweise sogar für gefährlich. Wir sagen vielleicht: „So ist der Mensch nun mal nicht, und wird es niemals sein.“ Der erste Halbsatz trifft zu, doch er bezieht sich nur auf unsere Vergangenheit und Gegenwart. Der zweite ist jedoch Ausdruck einer pessimistischen Lebenseinstellung. Wir besitzen keine Erfahrungswerte, von denen sich ableiten lässt, dass die Menschheit als Ganzes sich niemals grundlegend ändern wird. Das Gegenteil ist jedoch möglich: Alles, was es gibt, entwickelt sich erfahrungsgemäß im Laufe seiner Existenz weiter.
Ein deformierter gelb-bräunlicher Stern auf schwarz verkohlten Hintergrund.Der Wandel des menschlichen Selbstverständnisses – die Art, wie wir uns, unsere Umwelt, unsere Mitmenschen und das Leben wahrnehmen – ist nur eine Frage der Zeit. Noch sind wir überwiegend alle Einzelkämpfer, kooperieren oder arbeiten nur mit anderen, wenn wir davon profitieren. Andere Menschen besitzen einen Wert für uns, wenn sie uns etwas bedeuten. Da unsere Verwandten – aufgrund unserer emotionalen und sozialen Abhängigkeit von ihnen – uns am meisten bedeuten, haben sie den größten Wert für uns.
Aus diesem Grund tun wir für unsere Verwandten Dinge, die wir für fremde Menschen niemals täten. Vollkommen fremde Menschen besitzen für uns keine Bedeutung und nur einen geringen bis gar keinen Wert.

Das Leid fremder Menschen ist uns meistens egal. Doch die Aufteilung in „Menschen, die einen Wert für uns haben/uns etwas bedeuten“ und „Menschen, die keinen Wert für uns haben/uns nichts bedeuten“, muss der Vergangenheit angehören! Sie ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Welt in einem so schrecklichen Zustand ist.

Abschaffung der Menschenkategorien

Das müssen wir verstehen, damit sich unser egozentrisches Selbstverständnis ändern kann. Der erste Schritt in diese Richtung ist die Abschaffung der »Menschenkategorien«.

Die Aufteilung in Schwarze, Weiße, Asiaten, Ausländer, Einheimische, Juden, Moslems, Christen, Buddhisten, Atheisten und Ähnliches mehr, muss verschwinden. Doch wollen wir das? Denn dann würden wir auch unsere Feindbilder verlieren!

Das ist eine wichtige und schwierige Etappe. Die nachfolgenden Schritte sind vergleichsweise einfach: Wem die Hautfarbe, Herkunft oder Religion eines Menschen egal ist, dem ist es auch egal, ob ein Mensch reich oder arm, dick oder dünn, schlau oder klug ist. Es gäbe keine Diskriminierungen mehr. Und wer nicht diskriminiert, benachteiligt oder verfolgt wird, muss sich nicht verteidigen, hat einen entspannten Blick auf die Welt und das Leben und kann die dadurch frei gewordenen mentalen Ressourcen für kreative Dinge einsetzen. Das wäre ideal.


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