Die Enttabuisierung der Unkonventionalität


Wahrscheinlich werden viele Solarenergiegegner oder Skeptiker den auf der vorhergehenden Seite dargestellten Ansatz kopfschüttelnd als naiv und unrealistisch abwehren. Meiner Meinung nach nur, weil er unkonventionell ist! Das ist sein einziger „Schwachpunkt“. Argumente, die tatsächlich aufzeigen, dass es so nicht funktionieren könnte, haben sie nicht. Ihre Hauptargumente lauten in etwa so:

Das kann man doch nicht machen, so kann man doch nicht vorgehen!
Das ist unökonomisch!
Wie sieht das denn aus, wenn alle Dächer blau sind!
Die Menschen haben nicht das Geld für eine eigene Solarkraftanlage.

Die ersten drei Argumente widerlegen sich praktisch selbst:
1. Selbstverständlich kann man das machen, man muss es nur tun.
2. Es muss nicht ökonomisch sein, denn Sonneneinstrahlung ist keine Ressource, mit der wir haushalten müssen.
3. Es ist vollkommen egal, welche Farbe die Dächer haben.

Beim letzten Argument übersehen die Kritiker einen entlarvenden Umstand: Nur wenige Menschen haben beispielsweise ein Problem damit, sich alle zehn Jahre ein neues Auto zu kaufen, obwohl das alte noch gut funktioniert. Es ist nicht mehr auf dem neusten technischen Stand, das ist alles! Niemand stöhnt und sagt: „Wie bitte, ich soll schon wieder 20 Tausend Euro für ein Auto ausgeben? Das kann ich mir nicht leisten.“ Stattdessen sind wir mit Freude dabei, machen sogar Schulden für das neue Spielzeug. Wer also alle zehn Jahre Geld für ein eigentlich überflüssiges neues Auto aufbringen kann, hat erst recht Geld für eine eigene Solaranlage – doch die wäre unkonventionell!

Und obendrein wären die Verbraucher dann unabhängig von den Energiebetreibern, was ungern gesehen wird. Und gegen diese „Argumente“ kommt man nicht an, bringen sie doch eine Einstellung zum Ausdruck, die eine irrationale und vorurteilsbehaftete, emotionale Basis besitzt und unverrückbar ist.

Die Barriere im Denken durchbrechen

Solange diese Barriere in unserem Denken nicht durchbrochen wird, werden wir das Energieproblem kaum lösen. Die Denkweisen der Vergangenheit sind für die Zukunft nicht tauglich, doch das verstehen wir nicht. Leider sind die älteren Generationen noch viel zu oft ein Vorbild für die jüngeren. Das ist in Alltagsfragen sicher sinnvoll und gut, kann jedoch in Angelegenheiten, die inzwischen außerhalb der Erfahrungswelt der älteren Generationen liegen, fatale Auswirkungen haben.
Damit die neuen, modernen Energiequellen sich etablieren können, ist also eine andere, ebenfalls neue Art der Wahrnehmung nötig.

Nicht die Wirtschaftlichkeit sollte im Fokus der Interessen stehen, sondern die Nützlichkeit. Es ist eine Frage der Gewöhnung, das ist alles.


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