Kreatives Glauben


Die kreative Seite des Glaubens

Wie bereits erwähnt, lehne ich das Glauben nicht ab. Doch nur zu glauben, weil man sich nicht zu wissen traut, ist sehr dumm, denn das, was man aufgrund seiner Angst vor dem Wissen nicht weiß, existiert ja trotzdem. Es gibt jedoch eine Art des Glaubens, die keine Abkehr von Leben bedeutet, sondern eher eine positive Lebenseinstellung. Man könnte sie als kreatives, also schöpferisches Glauben bezeichnen.

Folgendes Beispiel beschreibt das kreative Glauben:

Müssen wir beispielsweise unter Zeitdruck dringend irgendwo hin, ohne den kürzesten Weg zu kennen, sondern nur die Richtung, ergibt es keinen Sinn zu sagen: „Solange ich nicht die kürzeste oder schnellste Strecke kenne, mache ich mich erst gar nicht auf den Weg.“ Das wäre dumm, denn dadurch nehmen wir uns die Möglichkeit, unser Ziel noch rechtzeitig zu erreichen. Deshalb ist folgende Vorgehensweise sinnvoll: Wir wählen eine Strecke, von der wir glauben, dass sie die kürzeste oder schnellste zum Ziel ist. Während wir unterwegs sind, sollten wir das nicht vergessen. Das motiviert uns, schnell zu gehen. Möglicherweise haben wir bloß den zweit- oder drittschnellsten Weg gewählt, doch der Glaube, auf dem schnellsten zu sein, kann uns beflügeln und wir erreichen unser Ziel aufgrund dieser positiven Einstellung doch noch rechtzeitig. Ohne den Glauben, auf dem schnellsten Weg gewesen zu sein, hätten wir uns vielleicht nicht beeilt und unser Ziel nicht rechtzeitig erreicht. Eine optimistische Einstellung zum Geschehen, die durchaus den Charakter eines Glaubens haben kann, ist in bestimmten Situationen also sehr hilfreich.

Eine bunte, formlose Struktur

Und sicherlich gibt es noch genügend andere Lebensbereiche, in denen der Glaube an etwas eine vorteilhafte Auswirkung auf unser Leben hat. Doch sollten wir darauf achten, dass unser Glaube keine Lebenslüge unterstützt. Glauben wir, eines Tages reich und berühmt zu sein, werden wir höchstwahrscheinlich eine bittere Enttäuschung erleben. Glauben wir hingegen, dass unser Engagement im Job oder im Alltag unser Leben bereichert, werden wir vermutlich erfreuliche Erfahrungen machen.
Positives Denken ist wichtig und eine gute Motivationstechnik, doch dürfen wir nicht versuchen, das Unmögliche möglich zu machen. Doch oft genug sind wir einfach nur beschwingt von der Idee (Affirmation): „Wenn ich es nur wirklich will, wird es auch irgendwann geschehen.“ So etwas geschieht eher selten und ist letztendlich ein Zufall.

Wir sollten unsere »Glaubensenergie« also intelligent verwenden. Das gelingt uns nur selten, den meistens wollen wir nur unsere naiven Fantasien realisieren oder der Realität entfliehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.