Angst vor dem Wissen


Der Fluch des Wissens

Nur zu glauben, weil wir uns nicht zu wissen trauen, ist sehr dumm, denn das, was wir aufgrund unserer Angst vor dem Wissen nicht wissen, existiert ja trotzdem.

Angst ist eine der Haupttriebfedern eines jeden religiösen Glaubens, obwohl uns das selten bewusst ist und wir es ungern zugeben. Als religiös Glaubende versuchen wir die Existenz zu »entmystifizieren«, indem wir sie auf die Schöpfung eines Gottes reduzieren. Atheisten hingegen findet im Rationalen oder der Wissenschaft eine beruhigende Erklärung für das Rätsel der Existenz. Diese Modelle geben uns ein Gefühl der Sicherheit und Kontrolle und halten unsere (unbewussten) Ängste in Schach.
Ein weißes Gitter wie eine Bienenwabe

Unsere Sinnsuche im Übersinnlichen demonstriert unsere Fantasielosigkeit und Desinteresse an der Existenz und dem Leben selbst! Eigentlich müssten die Existenz und die Probleme der Welt unsere Neugier und Aufmerksamkeit vollkommen in Anspruch nehmen, sodass uns weder Zeit, Lust noch Energie blieben, uns anderen Fragen zuzuwenden.

Religiöser Glaube blockiert unsere Fantasie

Unser Leben könnte reich und interessant sein, doch indem wir uns überwiegend mit Dingen beschäftigen, die meistens gar nicht relevant sind, verbauen wir uns diese Möglichkeit.

Der Grund ist einfach: Wer ein reiches und interessantes Leben will, muss dafür etwas tun, beispielsweise eigene Interessen entwickeln und kreativ tätig sein. Doch dazu sind wir meistens nicht fähig, denn Kreativität und Fantasie sind Herausforderungen, denen wir selten gewachsen sind. Daher bleiben wir beim dem, was man uns aus traditionellen Gründen vorsetzt (in diesem Zusammenhang, die Religionen oder die Ablehnung derselben) und leben ein Leben, wie es uns in die Wiege gelegt wurde. Überlieferte Glaubenssätze unreflektiert zu übernehmen ist sicher, denn diese haben sich über Jahrhunderte oder Jahrtausende bewährt. Deswegen muss »an ihnen etwas dran sein«, denken wir. Sie helfen uns, die unangenehmen Aspekte des Lebens auszublenden – diese Eigenschaft schätzen wir sehr. Wir haben ein tief sitzendes Mistrauen gegenüber dem Wissen über uns, der Welt und dem Leben, denn wir spüren, dass es uns nicht gefallen würde.


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