Gewalt gegen Schwächere


Sind wir beispielsweise gewalttätig gegen andere, schwächere Menschen (Kinder, Frauen aber auch Tiere), rechtfertigen wir unser Verhalten oft durch gesellschaftliche und soziale Zwänge. Wir haben in unserer Kindheit und Jugend vielleicht unter der Gewalt anderer gelitten, und geben als Grund für unsere eigene Gewalttätigkeit unsere negativen Erfahrungen in unserer Kindheit an.

Wir sagen: „Eigentlich will ich meine Frau oder mein Kind nicht schlagen, aber ich wurde selbst geschlagen. Jetzt habe ich diesen Trieb in mir, den ich nicht kontrollieren kann. Gewalt ist gegen meinen Willen ein Bestandteil meines Lebens.“

Eine Landschaft, die im Nebel verborgen ist.

Doch das ist meistens eine Ausrede, denn wir wollen uns nicht mit unserem Verhalten befassen. Würden wir uns wirklich für uns, unsere Mitmenschen und unser Verhalten interessieren, käme automatisch ein Prozess in Gang, der uns erkennen ließe, dass aggressive Gewalt nicht gut ist. Doch da wir uns nicht ändern wollen, vermeiden wir diese Erkenntnis.
Auch wenn wir in unserer Kindheit tatsächlich viel Gewalt erfahren haben, macht uns das nicht automatisch zu gewalttätige Erwachsene. Es gibt Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend viel Gewalt erleiden mussten und als Erwachsene trotzdem Gewalt ablehnen. Wenn wir als Erwachsene gegen Schwächere gewalttätig sind, dann deshalb, weil uns das gefällt. Unsere negativen Kindheitserfahrungen mögen nicht ganz unschuldig an dieser Neigung sein. Doch wirklich verantwortlich sind wir selbst, denn in Wirklichkeit mögen wir die Gewalt gegen andere, wenn diese schwächer sind als wir.

Wenn wir andere Menschen oder Tiere demütigen, erniedrigen, ihnen wehtun und sie leiden lassen, stärken wir damit unser Selbstbewusstsein, das in dieser Form gar keins ist.

Viele Arten der Gewalt gegen Schwächere besitzen diesen Charakter. Wir kompensieren unsere Machtlosigkeit und die Demütigungen, die wir im Alltag und im Job hinnehmen müssen. Den Frust, den wir in Alltag anstauen, reagieren wir an wehrlosen Menschen ab. Die Argumentation, unsere Kindheitserfahrungen hätte uns so gemacht, ist also nur eine Ausrede … Bequemlichkeitsdenken. Wir wollen uns nicht mit unseren negativen Gewohnheiten beschäftigen, was als Konsequenz unser Leben verändern würde.


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