Unser Gott ist ein Tyrann


Gut ist das, was Gott tut

Werden wir gebeten, Gott zu definieren, oder zu beschreiben, beantwortet wahrscheinlich jeder die Frage anders. Abhängig von Kultur und Bildung sagen wir vielleicht: Gott ist der Ursprung allen Seins, unser innerster Kern, Alpha und Omega oder Ähnliches. Obwohl unsere Definitionen unterschiedlich ausfallen, in einem Punkt sind sie jedoch identisch: Gott ist für uns das ultimative Gute.

Gut ist das, was Gott tut, selbst wenn seine Taten nach weltlichen Maßstäben kriminell und widerlich sind.

Eine braune, erdige Landschaft von oben mit einem breiten silbernen Fluss.

Liest man die Bibel, macht Gott bekanntermaßen keinen guten Eindruck. Das in diesem Buch beschriebene omnipotente Superwesen besitzt viele negative menschliche Eigenschaften. Einen Menschen, der so handelt wie der biblische Gott, stecken wir für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Gottes Taten sind nach humanen Maßstäben oft das genaue Gegenteil von gut.

Da Gott jedoch unangefochten an der Spitze der Machthierarchie steht, darf er sich alles erlauben, was er will. Unsere Definition von Gut und Böse gilt für ihn nicht.

Zwischenbemerkung: Was ist gut?

Das Gute fordert keine Unterwerfung und Anpassung, ist nicht aggressiv gewalttätig, stellt keine Bedingungen. Das Gute ist auch nicht nachtragend, eifersüchtig, besitzergreifend oder rachsüchtig.
Vom Guten geht niemals eine Gefahr aus, selbst für Menschen nicht, die sich als böse bezeichnen oder Böses tun. Vor dem Guten muss sich also niemand fürchten, weder gute noch böse Menschen. Denn wäre das Gute nur für gute Menschen gut, wäre es gar nicht gut, sondern relativ, also eine Definitionssache. Gut wäre dann eher so etwas wie eine Belohnung für ein ganz bestimmtes Verhalten und dieses Verhalten muss selbst nicht gut sein.
Die Belohnung, die man für eine böse Tat erhält, empfindet man selbst vielleicht als gut. Gut wäre dann das, was einen Vorteil bietet, beziehungsweise als gut empfunden wird. Das hat jedoch nichts mit Gut zu tun. Stiehlt beispielsweise jemand einem Menschen Geld und schenkt dieses dann einer anderen Person, kann diese das als gut empfinden und den Räuber als Wohltäter, als guten Menschen. Aus der Sicht des Beschenkten ist der Dieb gut, aus der Sicht des Bestohlenen schlecht. Gut und schlecht ist dann das, was als gut und schlecht bezeichnet wird – und damit verlöre es seine Bedeutung. Nach dieser Definition gäbe es also kein Gutes an sich, sondern nur Vorteilhaftes. Das wäre die Perversion des Guten.

Gott: ein schlechtes Beispiel für Rechtschaffenheit

Gott muss sich an die Gesetze, die er uns auferlegt, selbst nicht halten. Denn es gibt keinen Richter über ihn, der ihn für seine Taten verantwortlich machen könnte. Das ist die Definition eines Diktators.

Eine Wand in einer Höhle, die schwach beleuchtet wird.

Doch mit dem tyrannischen Charakter Gottes haben wir kein Problem, obwohl wir diese Tatsache nicht aussprechen. Wie erwarten von ihm Befehle und keine Diskussionsbereitschaft. Einen demokratischen Gott könnten wir nicht ernst nehmen! Wir haben nichts gegen den tyrannischen Charakter Gottes, gegen seine willkürlichen Entscheidungen, denn solange wir ihm gehorchen, ihn nicht verärgern, fühlen wir uns auf der sicheren Seite.

Dem höchsten Wesen gestehen wir zu, ein Tyrann oder Diktator zu sein. Eigentlich erwarten wir das sogar: Unser Gott darf kein Demokrat sein.
Auf diesem Hintergrund kann man den biblischen Gott als Verlängerung unserer Egos verstehen. Wir selbst wären gerne Götter mit omnipotenten Fähigkeiten. Wir projizieren unsere unbewussten Allmachtsfantasien auf unseren fiktiven Schöpfer. Gott ist stellvertretend für uns allmächtig. Vielleicht ist diese These etwas gewagt, doch sie kann erklären, warum wir in modernen Zeiten noch an unserem archaischen Gott festhalten.


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13 thoughts on “Unser Gott ist ein Tyrann

  1. Wie mir scheint, hast du über eine Menge Dinge in deinen bisherigen Leben
    reflektiert.

    Diese mühe machen sich leider heute die meisten Menschen nicht,
    daher kommen, die großen Probleme vor allen im westlichen Kulturkreis
    aus meiner Sicht.

    Allerdings meinem Gott, als Tyrannen darzustellen ist unerträglich!

    Nenn mir ein Fall, in den letzten Jahrzehnten, in dem Gott persönlich einen
    Völkermord beging, Menschen folterte oder zerstückelte.
    (Mir ist auch kein Fall aus der Geschichte bekannt.)

    In meiner Lebenszeit, das sind inzwischen doch schon einige Jahrzehnte, wurden
    und werden die grausamsten Verbrechen begangen. Doch bisher nie von Gott!
    Es waren immer bösartige Menschen.

    Wenn man Gott etwas vorwerfen kann, dann seine Toleranz. Und seinen Glaube
    an die Menschheit.

    1. Hallo Wolfgang

      Und wie es scheint, hast du das selbe nicht getan!

      Du solltest es eher als unerträglich finden, dass du dich als vernunftbegabtes Wesen im 21. Jahrhundert an den 3000 Jahre alten Vorstellungen unserer archaischen Vorfahren orientierst. Denn nichts anderes tust du und es ist völlig absurd. Du solltest dich fragen, wie es dazu kommen konnte.

      Ich spreche hier von dem biblischen Gott, dem mythologischen Gott, dem Gott, wie er in der Bibel beschrieben steht, dem Gott, der eine Projektion der ethischen Defizite unserer archaischen Vorfahren ist. Das sollte klar sein! Mehrmals schickt er laut Bibel sein auserwähltes Volk los, um ein anderes Volk auszulöschen. So etwas macht ein guter Gott nicht. Das müsstest du eigentlich wissen! Besonders im Deuteronomium werden viele Grausamkeiten geschildert. Das weißt du bestimmt auch. Also: Was soll deine Empörung? Jehova soll ein friedlicher und freundlicher Gott sein? Dass ich nicht lache!

      Außerdem lügt und betrügt Gott manchmal und hinterhältig ist er ebenfalls. Besonders ungöttlich und unreif sind seine Neigungen zur Eifersucht und Rachsucht. Eifersucht und Rachsucht sind sehr menschlich und zeugen von einem labilen, unreifen Charakter. Die Bibel ist voll von solchen Zeugnissen der seelischen und geistigen Unreife des biblischen Gottes, der doch nur ein Spiegel der damals vorherrschenden Zustände ist.

      Du denkst, das alles spielt keine Rolle mehr (ist verjährt), weil es schon Jahrtausende her ist, weil es nicht in »deiner Lebensphase« passiert ist? Du meinst, heutzutage würde Gott sich so nicht mehr verhalten, er hat sich verändert! Doch ein vollkommenes Wesen kann sich nicht verändern, also weiterentwickeln – das wäre widersprüchlich!

      Das Gute begeht einfach keine Schreckenstaten – aus keinem Grund und in keiner Phase! Da gibt es nichts zu diskutieren oder zu relativieren. Das versteht sich von selbst, denn »Gut« kann keine Definitionssache sein. Andernfalls wäre es mehr oder weniger bedeutungslos. Das Gute tötet nicht, es betrügt nicht und ist auch nicht rachsüchtig.

      Es spielt überhaupt keine Rolle, dass Gott in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten nicht mehr persönlich in Aktion getreten ist. Der Samen wurde vor 3000 Jahren gesetzt und wirkt bis heute. Du darfst nicht vergessen, dass der Glaube an Gott sich über die Jahrtausende nur deswegen halten konnte, weil er so typisch menschlich ist. Das ist übrigens bei allen Göttern so: Marduk und Tiamat, die griechischen, römischen, indischen oder aztekischen Götter und was es sonst noch gibt: Sie sind fast alle extrem gewalttätig und grausam, also typisch menschlich! Und Jehova macht da keine Ausnahme. Er hat sich nur im Laufe der letzten Jahrhunderte kultiviert, weil wir uns kultiviert haben.

      Du schreibst:

      In meiner Lebenszeit, das sind inzwischen doch schon einige Jahrzehnte, wurden
      und werden die grausamsten Verbrechen begangen. Doch bisher nie von Gott!

      In deiner Lebenszeit, sonst aber schon? Wird´s dadurch besser oder anders? Nein! Mein Gott, was soll das? Was ist bloß los mit dir?

      Und zuletzt:
      Du meinst, der biblische Gott ist tolerant? Wo hast du das denn her? Lies die Bibel! Für das kleinste Vergehen wird man in der Bibel aufs Schrecklichste bestraft. Beispiel: Lots Frau dreht sich aus Neugier um und wird als Strafe in eine Salzsäule verwandelt! Das ist äußerst intolerant. Tolerant wäre es gewesen, wenn Gott gesagt hätte: „Okay, ich hatte ihr zwar verboten, sich noch einmal umzudrehen, aber ich kann verstehen, dass sie neugierig war. Schwamm drüber.“ Andererseits: Wer im Namen Gottes Widerliches tut, gilt als gerecht. Beispiel: Lot liefert seine Töchter (die er zuvor sexuell missbraucht hat, was von Gott nicht bestraft wurde) dem Mob aus, damit zwei Engel (denen sowieso nichts passiert wäre) nicht belästigt werden. So etwas gefällt dir? So etwas findest du gerecht? Diese Geschichte spiegelt nur das unreife Gerechtigkeitsverständnis unserer archaischen Vorfahren wider – sonst gar nichts!

      Und dass HEUTE so viele Leute (beispielsweise du) sich nicht davon abgestoßen fühlen, ist streng genommen skandalös!

  2. Vielleicht ist es aus guten Gründen so eingerichtet, dass wir Menschen nur Ahnungen und
    Vorstellungen von „Gott“ haben können.
    Niemals sprach er in menschliche Gehörgänge!
    Das biblische arge Gottesbild, von Menschen gebastelt und gemalt, ist zur Zeit ganz zerbrochen.

  3. Was ist Gott? Uns allen fehlt die Definition.
    Als die junge Ministerin Schröder mal sagte, eventuell könne man auch „das Gott“ sagen, regten sich die meisten Zeitungsleser sehr auf, aber ich neige auch zu solchen und ähnlichen Überlegungen.
    Ich ahne, dass „Gott“ nicht allmächtig ist und auch nicht hierachisch hoch über uns wie ein Kaiser oder Diktator.

  4. In Punkto Religion soll es sowieso nur darum gehen, dass wir in guter Gesinnung, also in gutem Geist mit uns und anderen Leuten umgehen. Das ist der Sinn unseres Lebens. Alles andere bringt großes Unglück und zwar nachhaltig.

    Den Himmel und die Hölle können wir in uns und ringsherum bauen. Wir neigen mehr zum Letzterem – leider.
    Die Menschen kommen mir auch religiös sehr verletzt vor.
    Das Lauschen in die eigene Innerlichkeit hilft mir sehr in dieser harten Umbruchszeit.

    1. Danke für deine anregenden Gedanken.

      Du schreibst: „Vielleicht ist es aus guten Gründen so eingerichtet, dass wir Menschen nur Ahnungen und Vorstellungen von „Gott“ haben können.“

      Aber von wem könnte das eingerichtet sein?

      Du schreibst: Das biblische arge Gottesbild, von Menschen gebastelt und gemalt, ist zurzeit ganz zerbrochen.

      Fragt sich nur, warum wir ein solches Gottesbild haben. Ohne Zweifel reflektiert es die Assoziationen unserer archaischen Vorfahren. Aber gäbe es heutzutage überhaupt Religion, den Glauben an ein außeruniverselles Superwesen, wenn unsere archaischen Vorfahren die Religion nicht „erfunden“ hätten? Ich finde, das ist eine berechtigte Frage.

      Du schreibst: Was ist Gott? Uns allen fehlt die Definition.

      Ich vermute, Gott ist das, was wir uns darunter vorstellen. Jeder bastelt sich seinen Gott nach seinen persönlichen Bedürfnissen zurecht. Das war vor 3000 Jahren so und ist es heute bestimmt auch noch.

      Du schreibst: In Punkto Religion soll es sowieso nur darum gehen, dass wir in guter Gesinnung, also in gutem Geist mit uns und anderen Leuten umgehen.

      Das könnte das Ideal sein. Doch dafür brauchen wir keine Religionen. Um freundlich und friedlich zu sein, sind Religionen oder der Glaube an einen Gott nicht nötig. Manche Leute animiert die Religion zum Guten, doch vielleicht noch mehr Leute werden von ihr zum Schlechten animiert. Wer friedlich und freundlich ist, ist es meistens unanhängig von irgendeiner Religion.

      Gibt es also ein außeruniverselles Superwesen, außer wir assoziieren es? Ist vielleicht jede Form der Religiosität auf direkte oder indirekte Indoktrination zurückzuführen? Können wir wirklich ganz sich sein, dass wir nicht manipuliert worden sind?

      Soviel auf die Schnelle zu deinen wirklich anregenden Gedanken.

  5. Unter Freunden darf man laut denken, also ein bisschen schlampig, ja? Die einzelnen
    Gedankenschritte unvollkommen preisgeben, samt Fehlern.
    Ich mache das jetzt:
    Herausgefunden habe ich, dass es Gott, falls es ihn gibt, überhaupt nicht wichtig ist, ob wir an ihn glauben oder nicht. Er versteckt sich eh, kann den Unglauben der armen deshalb sowieso nicht übelnehmen.
    Ich erkannte, dass im atheistischen Professor Lüdemann, Göttingen „Gott“ ist und war auch baff, dass gerade er der Einzige war, der mir auf meine gedanklichen Zwischenschritte geantwortet hat vor zwei Jahren. Ich wollte es ihm auch schreiben, tat es leider nicht, weil ich Sorge hatte zu schmeicheln.

    Auf dasselbe Phänomen wie beim verfolgten Professor vielleicht sogar noch mehr, traf ich durch den französischen Film „chocolade“ mit Juliette Binoche. Bitte schauen!

    Ich erkannte „Gott“ in ihrer Rolle als atheistische Geschäftsfrau in einem kirchlichen Dorf.
    An ihrer Liebe! Diese war echter. Sie schmeckte gut und nicht so wie meine, die eventuell nach himmlischer Belohnung gierte oder aus Angst vor Gott “ getan“ wurde.
    Menschen witterten dies wahrscheinlich bei mir.
    Wenn ich Raten für eine Eigentumswohnung zahle, mache ich dasselbe wie bei der Zahlung für eine himmlische Wohnung für die Zeit nach meinem Tod. Diese
    „Liebe“ schmeckt so schlecht, igitt.

  6. Ich war im Bad, guckte auf den Bildschirm, freute mich, dass Antwort gekommen war, schrieb was, das ja gar keine Antwort war und jetzt muss ich zurück in die Heia.
    Aber morgen antworte ich, Herr Michael.

  7. Wir sind religiös indoktriniert. Reli-Lehrer sollten die Schüler immer wieder fragen:
    „Wie fühltet Ihr Euch beim Hören meiner Ausführungen?“ So gut kann ich mich erinnern, was ich als Kind spürte und kritisch dachte, meldete mich aber nicht fragend.
    Und jetzt meine ich, damals mehr und klarer gewusst zu haben als heute. Können Kinder besser in sich lauschen?
    Wären Sie als winziges Büble von einer Affenmama entführt worden und hätten es geschafft ganz ohne einem Menschen zu begegnen, 13 Jahre alt zu werden, hätten Sie auch angefangen zu philosophieren: „Was ist?“
    „Ist da etwas Unsichtbares, Wesentliches?“
    Jemand vermutete ein Gen in uns

    Ich meine, „Gott“ geschieht, ereignet sich, spielt sich ab……

    Loki und Helmut Schmidt hatten den gleichen Unglauben wie der Theologieprofessor Lüdemann, aber vor ihrer kirchlichen Hochzeit 1942 und im Jahr 1945 diskutierten sie oft miteinander, ob wir Deutschen es ethisch schaffen würden, ohne Religion
    einzusehen, was geschehen ist und einen guten Anfang zu starten. Sie kamen zu dem Ergebnis
    „Nein“.

  8. Weil dieses junge Paar klar erkannte, dass es halt mehr Chancen zur Erkenntnis hatte als die meisten älteren Leute in diesem Land. Es hatte auch andere Eltern und die schöne Kameradschaft miteinander ab der ersten Grundschulklasse. Der Junge guckte erschreckt in die so sehrbeengte Ärmlichkeit ihrer Wohnung, zog sich daraufhin aber nicht zurück, lernte viel, wollte sogar so gern, dass auch seine Eltern vom Lebensstil der anderen Mama und des anderen Papa lernt!!!

    Dann das neugierige Lesen guter Bücher, das philosophische Disputieren. Es folgte die Geburt des behinderten Buben Walter, dessen Tod in großer Kälte und anderer Kriegsarmut, das vorgeburtliche Sterben mehrerer Kinder und das Überleben ihrer Tochter Susanne, die später keine Kinder bekam. Das eigene Überleben im Krieg darf man auch nicht vergessen.
    Es ist halt eine Lebensuniversität, die wir alle zu durchlaufen haben. Mitunter sind Semester auf einer Elite-Uni dabei, der Leidensuniversität dabei.
    Wegen des Theodizeeproblems (Auschwitz vor allem) nahm er die Weltanschauung von Lokis Familie an.
    Total unfair fand er es, dass zwei Parteien das „C “ (für christlich) in ihren Partei-Namen aufnahmen und wie er es vorausgesagt hatte, tatsächlich deshalb eine Wahl nach der anderen gewonnen haben.
    Nicht mal dem Menschensohn Jesus hätte dies gefallen, sondern sehr zornig gemacht!

    Es war die Zeit, in der man in Bayern manche Politiker „Gottesleugner“, also Lügner nannte, was absolut ungerecht und diskrimierend ist. Man nannte dort in den Zeitungen den friedenswilligen Willy Brandt, den „unehelich geborenen Sozialisten“ und den redlichen, nie Bundestagsitzungen schwänzenden Herbert Wehner, den „bösen Kommunisten.“ Hitler war bis Ende April 1945 Katholik, also nicht so gefährlich, musste nicht exkommuniziert werden.
    Das Buch „MeinKampf“ kam nie auf den Index, aber Bücher über Mariens Hymen usw. usf. von Prof.Dr.Heinemann wurden als höchstgefährlich bezeichnet.
    Empfand man als höchst gefährlich.

    Man lauschte als Journalist nicht genügend in sich, dachte oft nicht gründlich nach; sonst hätte man doch geschrieben, dass der Kommunismus in der Weltgeschichte ertestet werden
    m u s s t e , war Jesus doch etwas ähnliches wie der allerste Kommunist. Etwas von „Gott“ könnte aber mehr in beiden Politikern, als in denen der zwei Schwesternparteien gewesen sein?

  9. Über das In-sich-lauschen las ich letztes Jahr noch etwas, als ich mich über die jetzige Entwicklung der Quäker, also der Ahnen meiner eigenen Kinder noch genauer informieren wollte.
    Dabei erkannte ich die Gefahr, dass ein Denkfehler passiert und auch im Ausland oft publiziert wird, als sei das, was die innerste Innerlichkeit eines jeden Menschen ausmacht,
    einfach das Gewissen ist.

    Es ist aber viel mehr! Zum Beispiel Kreativität, Versöhnung, Freude, Echtheit, Zuneigung, Festlichkeit, Auferstehung individuell und in Gemeinschaft.

    1. Doch was Gewissen ist? Hat jeder Mensch eins? Und wenn ja, ist es bei allen gleich?

      Es gibt Menschen, die kein Gewissen zu haben scheinen. Ist das Gewissen dieser Leute vielleicht verkümmert oder unterdrücken sie es nur? (Und falls Letzteres zutrifft, wie machen sie das? Bewusst oder unbewusst?) Oder haben sie tatsächlich keins?
      Ist Gewissen etwas, was wir lernen können oder bringt jeder eins ins Leben mit, das dann kultiviert werden muss?
      Das sind Fragen, die ich mir nicht wirklich beantworten kann, denn dafür müsste ich in die Köpfe der Leute reinschauen können.
      Es gibt Menschen, die es nicht mögen, wenn andere Leiden und es gibt Menschen, denen das Leid anderer völlig egal ist und es gibt Menschen, denen es sogar gefällt, wenn andere leiden.
      Wie ist es möglich, dass wir so unterschiedlich sind? Warum wollen nicht alle eine friedliche und freundliche Welt? Warum sind manche (vielleicht sogar viele) Menschen zur Kreativität nicht fähig?

      Vielleicht sind diese Fähigkeiten (Kreativität, Versöhnung, Freunde usw.) tatsächlich nur in uns verschüttet, wenn wir sie nicht zu haben scheinen. Vielleicht gibt es aber auch wirklich Menschen, die diese Fähigkeiten schlicht und einfach nicht besitzen (die Veranlagung zur Kreativität) und es deswegen es auch nicht möglich ist, sie ihnen zu lehren.

      Also … ich habe keine Ahnung. Vielleicht gibt es ja einen ganzen anderen Grund für das alles, der mir nicht bekannt ist.

  10. Mitgefühl

    Baff bin ich über mich, dass ich seit wenigen Jahren genau das meine, was ich früher immer bekämpfte, gefährlich deterministisch empfand:

    Wir Menschen tun halt das, was sie zur Zeit können. Ich kann das und das nicht von mir und schon gar nicht von anderen Leuten erwarten.
    Mitgefühl ist höchstwahrscheinlich auch erblich bedingt.

    Ich spazierte mit einem älteren Herrn im schönen Sonnenschein in der City von Mönchengladbach. Und andauernd hatte ich das Gefühl, er sei in in einem großen, schön geputzten Glaskasten eingesperrt. Auch während unseres Gedankenaustausches kam er nicht heraus.
    Mein ganzes Leben lang kannte ich ihn und mache mir nun noch mehr Gedanken,
    liebend um ihn.

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