Außerirdische Gefahr


Die wahre Gefahr geht von uns aus

Eine Landschaft wie ein Tal aus erstarrter Lava, der Horizont ist gelb-rot.

Oft wird die Befürchtung geäußert, von den außerirdischen Besuchern (falls es sie denn gibt) gehe eine Gefahr aus. Nicht nur bestimmte Fraktionen der UFO-Gläubigen äußern diese Befürchtung. Selbst Wissenschaftler, die sich mit diesem Thema beschäftigen, wie der bereits erwähnte Stephen Hawking, tun das. Stephen Hawking ist sicherlich ein brillanter theoretischer Physiker, doch das scheint ihn nicht davor zu bewahren, mitunter Schwachsinn zu reden. Vielleicht hat er zu viele schlechte Science-Fiction-Filme gesehen – wer weiß! Seine Meinung beweist: Selbst hochintelligente Menschen geben manchmal dummes, fantasieloses Zeug von sich. Man befürchtet wohl, die Außerirdischen könnten böse sein – oder anders ausgedrückt: so wie wir! Wie kommt es dazu, dass so viele Menschen denken, diese hypothetischen Wesen könnten gefährlich sein?

Die Antwort ist eigentlich ziemlich einfach:

Seit Jahrtausenden überfallen wir uns gegenseitig, rauben uns aus, bringen andere Menschen um oder versklaven sie. Seit Jahrtausenden nehmen wir uns das vom Anderen was wir brauchen, oder glauben zu brauchen. Es ist uns egal, dass die Menschen, die wir ausrauben oder versklaven anschließend leiden, da das Leid anderer Menschen nicht unser Leid ist.

Seit Jahrtausenden leben viele von uns nach dem Motto: „Der Stärke hat recht, der Stärke und Rücksichtslosere überlebt, denn alles, worum geht, ist sich zu behaupten.“ Und dieses Motto übertragen wir kurzerhand auf das gesamte Universum.

Weil wir übel drauf sind und eine Gefahr für andere darstellen, unterstellen wir den Außerirdischen die gleiche Eigenschaft.

Die Außerirdischen nach unserem Vorbild

Eine Formation von Scheiben auf blau-grünem Hintergrund.

Das ist ziemlich fantasielos aber auch anmaßend und dumm! Wir machen es uns bequem und vermeiden die Konfrontation mit unserem eigenen Verhalten, indem wir die irdische Situation auf das Weltall übertragen. Wenn Gewalt, Ausbeutung, Mord, Diebstahl und Sklaverei universelle Prinzipien sind, müssen wir uns nicht ändern – es wäre sogar gefährlich. Wir erklären das gesamte Universum einfach zu einem Kriegsschauplatz und »normalisieren« so unseren eigenen Hang zur Gewalt. Die Außerirdischen haben kriegerisch zu sein, weil wir es sind und bleiben wollen.

In vielen Science-Fiction-Filmen ist es genau so: Die meisten fremden Spezies sind dort kriegerisch, räuberisch, hinterhältig, betrügerisch, ehrlos, gierig und verlogen. In diesen Filmen sind wir die Guten, die ethisch und moralisch Überlegenen. Billiger, dümmer und fantasieloser geht es kaum.
Doch wenn es tatsächlich außerirdische Besucher gibt, brauchen wir nicht fürchten, sie könnten so übel drauf sein wie wir. Diese Wesen hätten bereits das überwunden und überlebt, was wir noch vor uns haben. Es ist natürlich spekulativ, aber es gibt berechtigte Gründe zu der Annahme, dass diese Wesen moralisch und ethisch weiterentwickelter sind als wir. Denn wenn es eins gibt, was wir über die Außerirdischen wissen können, dann Folgendes: Sie sind nicht wie wir.

Schwarze Schatten auf einem gelben Hintergrund, wie Fledermäuse.

Doch wir erschaffen nicht nur unsere Götter nach unserem Vorbild, sondern auch unsere Außerirdischen. Unsere projizierten Götter sind strafend, belohnend, despotisch oder gewalttätig, weil wir es sind! Wären wir größtenteils friedliche und freundliche Wesen, wären es auch unsere Götter. Und die Außerirdischen in unseren Filmen und Romanen sind aus den gleichen Gründen gewalttätig und despotisch. Wir können halt nur das in anderen Lebewesen sehen (selbst wenn sie hypothetisch sind), was wir bereits kennen.

Intergalaktische Ausbeuter

Manchmal wird die Behauptung geäußert, bei den Außerirdischen hätten wir den Status von Tieren, denn sie ständen in ihrer Entwicklung so weit über uns, wie wir über den Tieren. Und da wir Tiere als Versuchsobjekte benutzen, täten sie dasselbe mit uns. Doch dieser Vergleich ist aus zwei Gründen nicht haltbar.

Erstens: Sollten diese Wesen tatsächlich so weit entwickelt sein, verhielten sie sich niemals wie wir. Es wäre ein Widerspruch. Zweitens: Es gibt noch ein paar indigene Völker auf der Erde, die von unserer Zivilisation abgeschnitten und im Vergleich mit uns ziemlich primitiv sind. Sie leben noch wie in der Steinzeit, und unsere Technik muss auf sie wie Magie oder Zauberei wirken. Trotzdem sind diese Menschen sehr lernfähig. Würde man eines ihrer Kinder auf eine unserer Schulen schicken, würde es genauso leicht oder schwer lernen, wie jedes andere Kind. Mit Tieren ginge das nicht.

Genauso wäre es mit einem Menschenkind, könnte man es auf einer Schule der Außerirdischen schicken. Es wäre wahrscheinlich genauso lernfähig, wie ein außerirdisches Kind. Der Grund ist: Menschen sind keine Tiere! Denn der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist kein gradueller, sondern ein grundsätzlicher. Der Unterschied zwischen uns und den hoch entwickelten Außerirdischen ist jedoch nicht grundsätzlich, sondern relativ.

Wenn ein Steinzeitmensch fähig ist, moderne Mathematik und Naturwissenschaften zu verstehen, versteht auch ein moderner Mensch die Physik der Außerirdischen. Und deswegen könnten wir für sie niemals so etwas sein wie Tiere. Außerdem können wir davon ausgehen, dass die Außerirdischen selbst Tiere nicht als Versuchsobjekte benutzen. Warum sollten sie so unsensibel sein wie wir?

Auf schwarzem Hintergrund eine dahinfließende Formation von grauen Punkten, wie ein Vogelschwarm.

Manchmal mutmaßen wir, die Außerirdischen kommen hierher, weil sie auf unsere Bodenschätze scharf sind, zum Beispiel Metalle wie Gold. Auch diese Vorstellung ist ziemlich albern! Die Erde ist mit Sicherheit nicht der einzige Planet in der Milchstraße, auf dem es Bodenschätze gibt. Wahrscheinlich besitzen viele Planeten anderer Sonnensysteme mit fester Oberfläche diverse Metalle. Zusätzlich gibt es jede Menge Asteroiden, die ebenfalls Mineralien und Erze enthalten dürften. Suchen irgendwelche Aliens tatsächlich nach Mineralien und Erze, tun sie das mit Sicherheit nicht auf der Erde. Das wäre viel zu umständlich. Einen Asteroiden abzubauen ist sehr viel einfacher, als die Bevölkerung eines ganzen Planeten zu versklaven.

Auch hier projizieren wir unsere eigenen negativen Eigenschaften auf die hypothetischen Außerirdischen: Wir beuten andere Länder und Völker aus, daher tun sie es ebenfalls. Das ist eine ziemlich erbärmliche Assoziation und ein Zeugnis unserer beschränkten Vorstellungskraft.


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2 thoughts on “Außerirdische Gefahr

  1. Lieber Herr Michael,
    Entwicklung einer hoeheren Zivilisation basiert auf Auslese, auf Kampf ums Ueberleben, auf Wettbewerbszwang. Alles andere waere reines Wunschdenken. Sie erliegen dem Prinzip, dass die, nehmen wir hier nur die uns weit voraus entwickelten, Ausserirdischen sich voellig ohne diesem Wettbewerb entwickelt haetten. Alle voellig anders sind als wir und somit eine andere Geschichte haben. Nun hat die Physik ein Wesen hervorgebracht, das keinem goettlichen Schoepfer unterliegt, wir also eine Entwicklung von Versuchen und Fehlern unterlagen und stets unterliegen werden. Ohne diesen Kampf unseres Geistes mit sich selbst und seiner Umgebung gaebe es uns heute nicht in der Weise, dass wir Technik, wie z.B. die Raumfahrt, entwickelt haetten. Auf Ihren Widerspruch, dass Menschenkinder bei Ausserirdischen genauso lernen wuerden, wie ausserirdische Kinder, obwohl Sie den Ausserirdischen eine voellig andere Evolution zugestehen moechten, ist ein Widerspruch in sich. Ich wollte Sie nur darauf hinweisen. MfG, Terence

    1. Sie Schreiben:
      Entwicklung einer hoeheren Zivilisation basiert auf Auslese, auf Kampf ums Ueberleben, auf Wettbewerbszwang.

      Ich denke, da irren Sie sich. Ich würde sagen: Die Entwicklung NIEDERER Zivilisationen basiert auf Auslese, Kampf und Wettbewerbszwang. In der Vergangenheit wahr es jedenfalls so … bei den Tieren, den Pflanzen und auch der Menschheit … vielleicht bis in die heutige Zeit hinein. Für HÖHERE Zivilisation (eine Stufe, welche die Menschheit noch nicht erreicht hat) wird dieses Prinzip allerdings nicht mehr funktionieren. Das ist natürlich nur eine Vermutung oder Hypothese, die sich vom BEOBACHTBAREN evolutionären Entwicklungsprinzip jedoch ableiten lässt: Je weiter wir in der Vergangenheit zurückschauen, desto mehr besitzt die evolutionäre Dynamik einen groben Charakter. Je weiter sie voranschreitet, desto mehr verfeinert sie sich. Es ist eben KEIN Wunschdenken: Man kann es beobachten – oder wollen Sie etwa abstreiten, dass die Menschheit sich im Laufe der Jahrtausende ETHISCH weiterentwickelt hat? Es ist eine beweisbare Tatsache!

      Sie Schreiben:
      Alles andere waere reines Wunschdenken. Sie erliegen dem Prinzip, dass die, nehmen wir hier nur die uns weit voraus entwickelten, Ausserirdischen sich voellig ohne diesem Wettbewerb entwickelt haetten.

      Wie kommen Sie darauf? Wo schreibe ich, dass diese hypothetischen Außerirdischen nicht eine ähnliche Entwicklung durchgemacht haben, wie die Spezies Mensch? An keiner Stelle schreibe ich das oder deute es auch nur an. Noch nicht einmal „zwischen den Zeilen“. Auch die Außerirdischen werden also in ihrer primitiven Vergangenheit sich nach dem Wettbewerbsprinzip weiterentwickelt haben.

      Sie Schreiben:
      Alle voellig anders sind als wir und somit eine andere Geschichte haben.

      Natürlich haben diese hypothetischen Wesen eine andere Entwicklung und Geschichte als wir. Davon können wir jedenfalls ausgehen. Das PRINZIP ihre Entwicklung wird jedoch dem unseren ähnlich sein: Evolution. Das bedeutet: Zuerst entwickeln die Lebewesen sich im brutalen Konkurrenzkampf und Wettbewerb weiter. Sobald das Potenzial DIESES Entwicklungsprinzips sich erschöpft hat, schreitet die Evolution allerdings auf einer „höheren Oktave“ weiter. Bis in alle Ewigkeiten wird dieses Konkurrenz- und Wettstreit-Prinzip also nicht funktionieren. Sollte es also Außerirdische geben, die in ihrer Entwicklung uns um Tausende oder Zehntausende Jahre voraus sind, gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass sie immer noch so drauf sind, wie wir heute (oder sie damals). Das ist nur logisch und hat absolut nicht mir Wunschdenken zu tun.

      Sie Schreiben:
      Nun hat die Physik ein Wesen hervorgebracht, das keinem goettlichen Schoepfer unterliegt, wir also eine Entwicklung von Versuchen und Fehlern unterlagen und stets unterliegen werden. Ohne diesen Kampf unseres Geistes mit sich selbst und seiner Umgebung gaebe es uns heute nicht in der Weise, dass wir Technik, wie z.B. die Raumfahrt, entwickelt haetten.

      Was meinen Sie mit Physik? Ich vermute mal, die Evolution bzw. Natur.

      Als Beispiel: Im Mittelalter war es üblich, dass herrenlose Ritter einen Fürsten oder Burgherren einfach gekidnappten und Lösegeld verlangten. Das war eine übliche, anerkannte und normale Vorgehensweise. Heute gilt ein solches Verhalten jedoch als kriminell und wird nicht mehr toleriert. Und in weiteren 1000 Jahren werden manche Methoden, die heute noch üblich und anerkannt sind (z. B. seinen Konkurrenten mit eigentlich unfairen Mitteln zu übervorteilen), vielleicht auch nicht mehr toleriert werden. Das ist natürlich nur eine Vermutung oder Hypothese, allerdings ist sie nicht aus der Luft gegriffen, denn man kann beobachten, dass sich die Kulturen und die ihnen immanente Entwicklungs-Dynamik im Laufe der Jahrtausende nach und nach verfeinern. Doch wenn ich Sie richtig verstehe, meinen Sie, dass das Leben bis in alle Ewigkeiten ein Konkurrenzkampf bleiben wird? Das ist eine pessimistische Betrachtungsweise und man kann es auch nicht beobachten. Das Gegenteil jedoch schon: Die Menschen/Staaten/Länder/Nationen kooperieren im Laufe der Jahrhunderte/Jahrtausende auf nationaler, internationaler und auch globaler Ebene immer mehr und mehr miteinander. Wenn man diese Beobachtung „extrapoliert“, kann man also annehmen, dass irgendwann einmal eine Zeit kommt, in der wir uns nicht mehr gegenseitig bekämpfen, ausrauben, übervorteilen usw. Selbst wenn es noch Jahrtausende dauert.

      Sie Schreiben:
      Auf Ihren Widerspruch, dass Menschenkinder bei Ausserirdischen genauso lernen wuerden, wie ausserirdische Kinder, obwohl Sie den Ausserirdischen eine voellig andere Evolution zugestehen moechten, ist ein Widerspruch in sich.

      Wieso ist das ein Widerspruch? Es ist eine These und lässt sich logisch ableiten. Aber vielleicht irre ich mich. Wenn meine Logik also falsch ist oder einen Denkfehler enthält, wäre es gut, wenn Sie diesen aufzeigen. Einfach zu behaupten, dass es widersprüchlich ist, reich nicht aus.

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