Dummheit, Angst und Gier


Wir fürchten uns vor dem Leben

Die wichtigsten Faktoren, die unser Verhalten überwiegend bestimmen, sind Dummheit und Angst, wobei die Dummheit auch ein Resultat der Angst sein kann.

Eine dunkle Nacht, in der Ferne sind die Lichter seiner kleinen Siedlung zu sehen

Wir haben Angst, den Ansprüchen, welche die Gesellschaft und das Leben an uns stellen, nicht zu genügen. Wir haben Angst vor der Meinung anderer, die über unser abweichendes Verhalten lästern könnten, auch wenn wir es nicht zugeben, weil uns dieses unreife Verhalten peinlich ist. Wir haben Angst vor Veränderungen, denn diese können Unsicherheit bedeuten. Der ständige Versuch, unseren Ansprüchen und dem gesellschaftlichen Leistungsdruck gerecht zu werden sowie die Angst, dabei zu versagen, machen uns angespannt. Aufgrund dieser Angespanntheit verhalten wir uns oft dumm.

Diese Dummheit fördert unseren Hang zum Opportunismus, zur Heuchelei und Gier. Da uns (aufgrund der Angst, der Anspannung und des permanenten Stresses) Zeit und Kraft fehlen, uns mit den permanenten Anforderungen und Eindrücken des Lebens bewusst und kreativ auseinanderzusetzen, reagieren wir nur, ohne vorher und nachher nachzudenken.

Solange uns die Konventionen wichtiger sind als das Leben, können wir uns nie wirklich gut und ausgiebig entspannen. Wir verleugnen uns ohne es zu merken, wenn wir uns lebenslang anpassen, verstecken oder Erfolgen hinterherlaufen, um möglichst reibungslos durchs Leben zu kommen. Wir sind selten couragiert und halten den Status quo aufrecht, indem wir uns weigern, über die alteingefahrenen Konventionen hinauszudenken. Deswegen entwickeln wir uns ein Leben lang kaum weiter, denn der Stress und der Druck des gesellschaftlichen Lebens nehmen uns den Raum für diese Möglichkeit. Letztendlich liegt es aber an uns, denn wir unterwerfen uns diesen Regeln freiwillig. Es geschieht aus Bequemlichkeit und Gewohnheit.

Unsere Konditionen sind unsere Fesseln

Eine Landschaft, wie zerstört, am Horizont die Silhouette einer zerstörten Burg aus einem Hügel

Es sind die Gewohnheiten, unsere Konditionierungen, die unser Leben bestimmen und von denen wir uns, aus Bequemlichkeit, Trägheit, Unwissenheit oder Gleichgültigkeit nicht trennen. Obwohl es sich in vielen Fällen nicht um schlimme Dummheiten handelt: In der Summe bekommen sie Gewicht. Und so geht es uns allen: Wir sind Sklaven unserer Gewohnheiten im Handeln und im Denken. Unsere Gewohnheiten hindern uns daran, aus unseren Alltags- und Lebensroutinen auszubrechen um ein selbstbestimmtes, frisches und kreatives Leben führen zu können.

Diese Website befasst sich mit uns und dem, was wir tun, denken, wünschen, hoffen und wollen, mit unseren Unfähigkeiten und Dummheiten. Die Betonung liegt auf »uns« oder »wir«, und nicht auf »den« oder »die« Menschen. Es wird also nicht zwischen »uns« und »den anderen« unterschieden, denn letztlich sind wir alle austauschbar. Mit uns oder wir ist also die Menschheit gemeint. Das bedeutet, ich schließe mich bei dieser »Analyse« mit ein, denn ich bin nicht anders als alle anderen, obwohl ich viele der Dummheiten, über die ich schreibe, glaube erkannt zu haben und deshalb glaube, mich ihnen entziehen zu können. Aber behauptet das nicht jeder von sich? Auch ich konsumiere tagtäglich Dinge, die ich nüchtern betrachtet gar nicht brauche, mache aus Gewohnheit Dinge mit, die mich eigentlich nicht interessieren und in meiner Entwicklung behindern. Aus Gewohnheit, Bequemlichkeit, Dummheit, Langeweile oder Angst vor Veränderung!

Auf dieser Website geht es also um unsere Unfähigkeiten, unsere Handicaps, unsere »Dämonen«, die es uns so schwer machen, uns weiterzuentwickeln und friedlich miteinander auszukommen. Dabei überschneiden sich die Inhalte der Themen oft, da viele Aspekte unseres Lebens vom Denken, Glauben und unseren Gewohnheiten bestimmt werden.

6 thoughts on “Dummheit, Angst und Gier

    1. Ja ja, der alte Sündenbock: Das System!

      Aber dass es dieses System gibt, ist unser Werk – es wurde uns nicht aufgezwungen. Wir erschaffen Systeme, die sich im Nachhinein als ungerecht erweisen, und beschweren uns dann: Die Systeme sind schuld für die Missstände – wir nicht! Das finde ich schon ziemlich schizophren. Wir geben dem System (unseren Schöpfungen, die dann doch wohl ein Spiegel von uns sind) die Schuld, weil wir nicht einsehen wollen, dass alles Übel in der Welt auf unser Verhalten zurückzuführen ist. Doch man kann sich auch in einem falschen, korrupten System richtig verhalten. Wenn wir uns also dumm, verantwortungslos oder egoistisch verhalten, dann nicht, weil das System uns dieses Verhalten abverlangt oder aufzwingt, sondern weil wir dumm, verantwortungslos und opportunistisch sind. Denn ein verantwortungsvoller, couragierter Mensch verhält sich auch in einem falschen oder schlechten System richtig.

      Gute, ehrliche und freundliche Menschen brauchen kein gutes System um sich richtig zu verhalten. Wenn wir nur dann gut sein können, wenn das System es uns erlaubt, ist unser Gutsein nicht viel wert.

  1. Man muss dennoch auf die Wortbedeutung achten, denn WIR umfasst ALLE aber ALLE sind nicht an schlechten Systemen Schuld oder durch sich selbst schuldig. Systeme wie Handel, Warenherstellung oder auch Bürokratie sind durch die Leisungsanbieter (Ämter, Händler, Industrie und Handel) entstanden die im laufe der Zeit immer andere Ideen hatten um etwas zu verbessern, oder zu versuchen zu verbessern. Beim Bildungssystem weiß man seit langem, dass das darin enthaltene Notensysteme diktatorisch ist und diskriminierend. Abgesehen davon dass Schule nicht immer die Spektren des Lebens behandeln. Habe nie gelernt wie man juristisch vorgehen kann, wie man im Wald überleben kann, wie man kreative Problemlösungen entwickelt, wurde nie in Begabungen spezialisiert, einfach nur Einheitsbrei. Angst und Dummheit, Angst dabei am schnellsten zu erzeugen, während Dummheit meistens ein Resultat ist, vielleicht aus schlechter Kommunikation. Faktisches Wissen ist mit ein Problem sowie auch Kommunikation untereinander. Man kann fast behaupten dass dieser Komplex passieren musste weil der Mensch nicht perfekt ist. Herrschende Geldsysteme haben schon längst bessere alternativen doch der Gott des Geldes lässt nicht mit sich reden.

    Der Mensch denkt als Individuum nicht als Spezies. (Rustin Cole – True Detective)

    1. Okay, das stimmt natürlich. WIR ALLE haben diese Systeme und Institutionen natürlich nicht erschaffen. Wir halten sie allerdings durch unser Verhalten aufrecht, ob nun absichtlich oder nicht. Begünstigt wird dieses Verhalten durch unser Bestreben möglichst bequem und reibungslos durchs Leben zu kommen. Denn wir sind mehr oder weniger alle Opportunisten. Wir sind also an den Zuständen in der Welt nicht ganz unschuldig, die einen mehr, die anderen weniger – aus Bequemlichkeit, Konformitätszwängen, Feigheit oder auch Gleichgültigkeit. Wir machen alles mit, was unsere soziale und wirtschaftliche Situation stabilisiert, bzw. vermeiden alles, was sie gefährden könnte.
      Deswegen ist eine Differenzierung schwierig. Denn wen kann man dann für die Zustände in der Welt verantwortlich machen? Die Eliten aus Politik und Wirtschaft? Die Mächtigen und Reichen? Doch woher kommen diese? Sie rekrutieren sich in den allermeisten Fällen aus der Masse der Bevölkerung und haben in der Regel mehr oder weniger zufällig ihre Machtposition erhalten. Es ist beliebig!
      In diesem Sinn ist das verallgemeinernde WIR also schon angebracht.

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