Unsere ethische Weiterentwicklung


Die Ethische Entwicklung ist unaufhaltsam

Die Entwicklung der Menschheit ist ein zur Hälfte automatisch ablaufender Prozess. Dieser kann beschleunigt oder verlangsamt, doch nicht verhindert werden. Unsere Entwicklung ist ein Selbstläufer, denn alles, was es im Universum gibt, entwickelt sich weiter, denn Entwicklung ist eine Eigenschaft, die allem Existierenden anhaftet.

Blick durch ein beschmiertes Fenster auf ein anderes Fenster.

Anders ausgedrückt: Damit etwas weiterhin existieren kann, muss es beweglich, also entwicklungsfähig sein. Andernfalls stirbt oder verschwindet es. Jede Art von Bewegung ist eine Art der Weiterentwicklung, auch wenn sie für uns nicht immer erkennbar ist. Dabei ist es unerheblich, dass der Existenzcharakter von Ethik eine ideelle Natur besitzt und keine materielle oder energetische. Denn Ethik, Materie, Energie, Raum, Gedanken und sogar Bewusstsein haben alle eine »Eigenschaft« gemeinsam: Sie existieren in diesem Universum und das heißt: »Irgendwo« haben sie den gleichen kleinsten Nenner. Und dieses Universum ist ein Ort der Bewegung, des Flusses und der Veränderung. Das Universum ist nicht statisch, es lebt. Alles, was es in diesem Universum gibt, ist in einem Veränderungsprozess eingebunden. Und jede Veränderung kann nur eine Entwicklung nach vorne sein, eine Ausdifferenzierung, obwohl es hin und wieder scheint, als entwickle sich etwas zurück.
Und nichts entwickelt sich, weil es sich entwickeln will. Die Entwicklung von etwas (Bewusstsein, Ethik, Wissen etc.) findet nicht aufgrund einer Absicht statt. Es gibt sie, weil es das Universum gibt, ein Etwas, das sich von Anbeginn seiner Existenz in einem Entwicklungsprozess befindet. Alles, was dieses Universum beinhaltet, ist in diesem Prozess eingeschlossen, auch unsere Ethik.

Verweigert sich beispielsweise ein Mensch der ethischen Weiterentwicklung (sträubt er sich, freundlicher und friedlicher zu werden), kann ihm das zwar gelingen, doch verhindert er damit die ethische Weiterentwicklung als solche nicht. Indirekt könnte seine Weigerung die Entwicklung sogar fördern und beschleunigen, indem sein negatives Beispiel auf andere animierend wirkt.

Ein Gebilde aus gewachsenen Kristallen, auf blauem Hintergrund.

Als Analogie zur ethischen Weiterentwicklung kann vielleicht die Entwicklung der Naturwissenschaften gelten: Im Mittelalter wurden Menschen (beispielsweise Kopernikus, Giordano Bruno), die das damals vorherrschende Weltbild (Sonne dreht sich um die Erde und Ähnliches) infrage stellten, geächtet oder umgebracht. Trotzdem wurde die naturwissenschaftliche Entwicklung dadurch nicht aufgehalten, möglicherweise wurde sie dadurch sogar beschleunigt.

Und bei der ethischen Entwicklung ist es nicht anders. Obwohl es Menschen gibt, die sagen oder sogar glauben, die Menschheit als Ganzes wird sich ethisch niemals weiterentwickeln, findet diese Entwicklung trotzdem statt, auch wenn sie viele Jahrhunderte oder Jahrtausende andauert und kaum wahrnehmbar ist. Denn, wie oben bereits gesagt: Alles was es gibt entwickelt sich weiter, ob es nun will oder nicht.


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