Böse ist nicht der Kontrahent von gut


Böse ist die Abwesenheit von Gut

Wenn das Böse nur eine destruktive Ausdrucksform von Unbewusstheit ist, gibt es das Böse genauso wenig, wie das Unbewusste. Unbewusstheit ist nur die Abwesenheit von Bewusstsein. Böse ist die Abwesenheit von Gut – und nicht sein Gegenspieler!

Wie Erich Kästner so treffend sagte: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Das Gute ist eine bewusste, kreative, schöpferische Intension, die aufrechterhalten werden muss, damit sie nicht verblasst.

Eine dynamische, symmetrische Wolkenstruktur.Verschwindet das Bewusstsein, verschwindet auch das, was wir das Gute nennen: die absichtliche Gestaltung und Aufrechterhaltung einer friedlichen und freundlichen Welt. Je bewusster wir sind, desto mehr liegt uns eine solche Welt am Herzen. Der sogenannte Kampf zwischen Gut und Böse ist in Wahrheit also ein Bewusstwerdungsprozess.
Dieser Prozess erstreckt sich schon über Tausende, vielleicht sogar Millionen Jahre dahin. Und er ist noch nicht beendet, denn das Bewusstsein der Menschheit ist weit gespreizt: Es gibt Menschen mit sehr weit und andere mit nur schwach entwickeltem Bewusstsein sowie viele Schattierungen dazwischen. Was für diese Streuung verantwortlich ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Vielleicht spielen Sozialgenetik, Sozialbiologie und Epigenetik dabei eine Rolle: Menschen mit hoch entwickeltem Bewusstsein beeinflussen andere mit niedrigem. Nach der Theorie der Sozialgenetik schreibt sich das gelernte, abgeguckte Verhalten letztendlich in das genetische Erbgut ein.

Ein Bewusstwerdungsprozess

Über viele Generationen kann es so zu einer langsamen Erhöhung des durchschnittlichen Bewusstseins kommen. Doch das ist nur eine Theorie, die das allmähliche Voranschreiten des Bewusstseins der Menschheit erklären könnte. Vielleicht ist der Grund dafür aber ein ganz anderer. Es ist im Rahmen dieser Abhandlung auch nicht wichtig, was für diese Entwicklung verantwortlich ist. Tatsache ist jedoch: Es gibt sie – und nur darauf kommt es an.
Festzuhalten ist:

Handeln Menschen böse, bringen sie damit ihre Unbewusstheit zum Ausdruck. Ihr unbewusstes Handeln hat einen monströs-destruktiven Charakter, mit dem sie andere und letztendlich sich selbst schaden.

Bunte, in einer dynamischen Bewegung dahinströmende Schlieren.

Diese Definition soll das Böse nicht verharmlosen, nach dem Motto: „Böses ist ja nur Unbewusstheit – wir können nichts dafür, wenn wir böse handeln.“ Das wäre Quatsch! Unbewusstheit ist zwar ein Ausdruck von seelischer Unreife (für die man normalerweise nichts kann), unsere Unreife ist allerdings auch oft selbst verschuldet, beziehungsweise künstlich. Wir wollen oft nichts wissen, weil Unwissenheit bequem ist. „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“, ist ein beliebter Spruch, mit dem wir versuchen, unsere Unreife zu kultivieren oder schönzureden. Wissen ist für uns manchmal eine Bürde, der wir gerne ausweichen.
Wenn wir so tun (bewusst oder unbewusst), als wäre das Böse eine externe oder interne Macht (beispielsweise Dämonen oder animalische Triebe), der wir ausgeliefert sind, schieben wir die Verantwortung für unser destruktives Handeln von uns. Doch das wird nicht immer funktionieren und sich irgendwann rächen.

One thought on “Böse ist nicht der Kontrahent von gut

  1. Ist das Böse, das wir früher „Teufelei“ oder „Teufel, Widersacher, Beelzebub, Satan“
    genannt haben, nicht das Pendant zumSprechen über „Gott“. So wie wir halt früher über „Gott „- ganz ohne Gänsefüßchen geschrieben haben, was man sowieso unterlassen sollte.

    Manche Psych.- Professoren schreiben, dass wir alle kränkeln und deshalb schlimm miteinander umgehen.
    Und dass niemand uns soviel Leid antun kann, wie wir uns selber antun, – aus Selbsthass usw.

    Im Jahr1997 schrieb einer von ihnen prophetisch:
    In 20 Jahren wird jeder zweite Deutsche nimmer normal sein…

    Zur Zeit meine ich, dass Menschen aus Traurigsein Destruktives tun.
    Und dass sie kaum geistigen Austausch haben, darunter existenziell leiden.
    Bei mir war es der Fall und deshalb danke ich.

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