Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gien


Das Unzu­frie­den­heits­syn­drom

Ver­schwö­rungs­theo­rien sind wie Blu­men, die in den Bee­ten der Unzu­frie­den­heit wach­sen. Miss­gunst, Neid und Erfolg­lo­sig­keit sind ihr Dünger.

Man kann ande­re Men­schen um etwas benei­den, es ihnen aber trotz­dem gön­nen. Man­chen Men­schen ist das jedoch nicht mög­lich. Sie miss­trau­en der grund­sätz­li­chen Freund­lich­keit und hal­ten die­se für heuch­le­risch.

Das Leben die­ser Men­schen wird oft von nega­ti­ven Gefüh­len gesteu­ert. Neid und Miss­gunst sind fes­te Bestand­tei­le ihres All­tags und haben sie ver­bit­tern las­sen. Sie kön­nen sich nicht für frem­de Men­schen freu­en.

Da sie sich wei­gern, die Ursa­che für ihre all­ge­mei­ne Unzu­frie­den­heit und Erfolg­lo­sig­keit in sozia­len und beruf­li­chen Belan­gen bei sich selbst zu suchen (man­gel­haf­te Talen­te, Dis­zi­plin­lo­sig­keit oder zu hohe Ansprü­che), machen sie ande­re dafür ver­ant­wort­lich.

Sie füh­len sich um das betro­gen, von dem sie glau­ben, dass es ihnen recht­mä­ßig zusteht. Die­se Emp­fin­dung kann dann bei man­chen Men­schen zum Nähr­bo­den für Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gien werden.

Auf­wer­tung der Bedeutungslosigkeit

Unser Leben als Nor­mal­bür­ger ist meis­tens nüch­tern und trist. Vie­le Men­schen wären gern ein Pro­mi­nen­ter, Mil­lio­när oder Ähn­li­ches. Doch da nur weni­ge eine sol­che expo­nier­te Stel­lung in der Gesell­schaft ein­neh­men kön­nen, fin­den wir ande­re Wege, um unse­rem Leben mehr Bedeu­tung zu geben (wenn es uns denn wich­tig ist).

Wis­sen wir bei­spiels­wei­se von Geheim­bün­den und Ver­schwö­rung, hebt uns das auto­ma­isch auf einen Sockel. Wir sind zwar immer noch in sozia­ler und beruf­li­cher Abseits­stel­lung, füh­len uns aber nicht mehr so bedeu­tungs­los, denn wir gehö­ren zu den Ein­ge­weih­ten und Aus­er­wähl­ten. Wir ken­nen jetzt die wah­ren Zusam­men­hän­ge in der Welt.

Unser Leben ist nicht mehr so sinn­los wie ohne die­sen Glau­ben. Wir haben jetzt eine Auf­ga­be und füh­len uns wie Unter­grund­kämp­fer, die für die Befrei­ung der Mensch­heit kämp­fen. Und wir sind von Leu­ten umge­ben, die alle genau­so den­ken wie wir und von den glei­chen Bedürf­nis­sen ange­trie­ben wer­den. Dort wider­spricht uns nie­mand.

In die­sem Echo­raum der eige­nen Gefüh­le und Gedan­ken geben wir uns gegen­sei­tig unse­re drin­gend benö­tig­te Selbstbestätigung.

Ablen­kung und Beschäftigung

Natür­lich haben die meis­ten Men­schen kein Pro­blem damit, ein ein­fa­ches, durch­schnitt­li­ches, letzt­end­lich belang­lo­ses Leben zu füh­ren. Es bleibt ihnen in ihrem All­tag (Fami­lie, Kin­der, Haus, Beruf) meis­tens auch gar kei­ne Zeit, irgend­et­was zu ver­mis­sen.

Wer sein Leben trotz­dem berei­chern oder erwei­tern will, pflegt viel­leicht ein unge­wöhn­li­ches oder ein­sa­mes Hob­by. Oder wir flüch­ten uns in Online­spie­le, in denen wir unse­re Fan­ta­sien aus­le­ben und unse­ren tris­ten All­tag wür­zen, indem wir in die Rol­len von Zau­be­rern, Krie­gern, Trol­len oder Feen schlüp­fen.

Eine wei­te­re Metho­de zur Ablen­kung vom nüch­ter­nen All­tag kann ein aus­ge­präg­tes Ver­eins­le­ben sein, von dem wir uns ein­span­nen las­sen. Wem all das nicht befrie­digt oder nicht mög­lich ist, der fin­det viel­leicht zur Eso­te­rik, Ufo­lo­gie oder Reli­gi­on. Das sind die übli­chen Tra­di­tio­nen, mit deren Hil­fe wir unser Leben für uns inter­es­san­ter machen.

Das ulti­ma­ti­ve Ablen­kungs­ma­nö­ver von der Belang­lo­sig­keit unse­rer eige­nen Exis­tenz ist viel­leicht der Glau­be an Ver­schwö­run­gen. Doch hier kommt ein zusätz­li­ches Ele­ment ins Spiel: Als jemand, der glaubt zu wis­sen, dass es welt­be­we­gen­de Ver­schwö­run­gen gibt, besit­zen wir über­wie­gend ein rechts­kon­ser­va­ti­ves und auto­ri­tä­res Gemüt. Wir sind nicht sel­ten anti­se­mi­tisch ein­ge­stellt, mögen den Femi­nis­mus nicht und haben auch etwas gegen Homo­se­xua­li­tät (aller­dings haupt­säch­lich nur bei Män­nern). Wir besit­zen kein moder­nes Welt- und Menschenbild.

Repres­si­ve Lebenseinstellung

Unser Glau­be an Ver­schwö­run­gen ist Aus­druck unse­rer repres­si­ven Lebens­ein­stel­lung. Je unzu­frie­de­ner wir mit dem Ver­lauf unse­res Lebens sind, des­to mehr nei­gen wir dazu, ande­re ver­ant­wort­lich zu machen. Des­we­gen kön­nen Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gien auch als Unzu­frie­den­heits­syn­drom bezeich­net wer­den.

Als Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen besit­zen wir also einen auto­ri­tä­ren Cha­rak­ter. Unse­re gesell­schaft­li­che Abseits­stel­lung und Erfolg­lo­sig­keit hat uns ver­bit­tern las­sen. Wir has­sen alle, die leicht und locker durchs Leben gehen, weil uns selbst das nicht mög­lich ist. Lebens­lus­ti­ge Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker sind daher die gro­ße Aus­nah­me und eigent­lich ein Wider­spruch in sich selbst.

Fremd­schuld­zu­wei­sung

Ein wei­te­rer Aspekt: Ver­schwö­rungs­theo­rien geben uns schein­ba­re ein­fa­che Lösun­gen für kom­ple­xe Pro­ble­me. Außer­dem neh­men sie uns die Ver­ant­wor­tung ab. Nicht wir (als Gesell­schaft und Indi­vi­du­en) sind dann für das ver­ant­wort­lich, was auf die­sem Pla­ne­ten alles nicht in Ord­nung ist, son­dern die Juden, Illu­mi­na­ten, Frei­mau­rer, Aus­län­der oder auch Ali­ens – also fik­ti­ve oder rea­le Frem­de, die stets als Min­der­heit auf­tre­ten und fei­ge im Hin­ter­grund agie­ren.

Wir müs­sen uns dann nicht ändern, son­dern haben den selbst aus­er­stell­ten Frei­brief, so wei­ter­ma­chen zu kön­nen wie gewohnt, da wir ja sowie­so nichts ändern könn­ten: Die Außer­ir­di­schen, Geheim­bün­de oder auch Hohl­welt­be­woh­ner sind schuld und wir die unschul­di­gen Opfer.

Das alles ist sehr bequem und prak­tisch, wenn man sich mit sei­nem eige­nen Leben nicht beschäf­ti­gen will.

Die Welt: Spie­gel unse­rer Widersprüchlichkeit

Wir sind wider­sprüch­li­che Wesen und ohne es zu mer­ken, gestal­ten wir die Welt so, wie wir selbst sind.

Der Zustand der Welt ist ein kol­lek­ti­ver Aus­druck der see­li­schen, geis­ti­gen und mora­li­schen Beschaf­fen­heit der Mensch­heit als Gan­zes. Lei­der wis­sen wir das nicht. Aller­dings könn­ten wir es wis­sen, wür­den wir uns für die Welt und die Men­schen inter­es­sie­ren. Meis­tens inter­es­sie­ren wir uns aber nur für uns selbst und unse­re Ver­wand­ten, Freun­de und Part­ner – und das auch nur ober­fläch­lich.

Und da wir davon nichts wis­sen (weil es uns eigent­lich nicht inter­es­siert), glau­ben wir nur all­zu gern all das, was uns selbst aus der Schuss­li­nie nimmt. Tra­di­ti­ons­ge­mäß sind es immer ande­re Men­schen – also Frem­de, ande­re Völ­ker, frem­de Kul­tu­ren oder Min­der­hei­ten, die wir ver­ant­wort­lich für die Miss­stän­de machen. Denn die Vor­stel­lung, wir selbst könn­ten etwas damit zutun haben, gefällt uns nicht und des­we­gen tun wir alles, um die­se Asso­zia­ti­on zu vermeiden.

Das Selbst­ver­ständ­nis der Verschwörungsideologen

Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen (bzw. Theo­re­ti­ker) bezeich­nen und ver­ste­hen sich selbst­ver­ständ­lich nicht als sol­che. Die­ser Aus­druck ist für sie eine absicht­lich abwer­ten­de und dis­kri­mi­nie­ren­de Bezeich­nung. Sie nen­nen sich ger­ne »Trut­her«, was viel­leicht mit »Wahr­heits­lie­ben­der« über­setzt wer­den kann.

Ihnen ist nicht bewusst, dass jeder, der tat­säch­lich die Wahr­heit kennt und liebt, sich nie­mals so bezeich­nen wür­de, denn die­ses pla­ka­ti­ve Eti­kett ist extrem sug­ges­tiv und des­we­gen unse­ri­ös – was man als ech­ter Wahr­heits­lie­ben­der mit Sicher­heit weiß!

Denn nur weil eine Kis­te mit dem Schild „Wahr­heit“ ver­se­hen ist, muss noch lan­ge kei­ne drin sein. Und die Erfah­rung zeigt: Meis­tens ist das Gegen­teil drin.

Immun gegen Fra­gen und Kritik

Sie bezeich­nen sich als Fra­gen stel­len­de oder kri­tisch den­ken­de Men­schen, tun jedoch die gan­ze Zeit das Gegen­teil: Alles, was sie wis­sen, haben sie aus Büchern oder dem Inter­net. Sie schau­en sich die Welt also nie ohne Fil­ter an und kon­su­mie­ren aus­schließ­lich das, was spe­zi­ell für sie her­ge­stellt wur­de.

Dort wer­den ihre Res­sen­ti­ments gegen die freie und offe­ne Gesell­schaft bestä­tigt und mit neu­er Nah­rung gefüt­tert. Man erzählt ihnen, war­um sie in die­ser Gesell­schaft abseits ste­hen, kei­nen tol­len Job haben und meis­tens auch kei­ne Freun­din oder Part­ne­rin fin­den. (Die meis­ten Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen sind in der Tat Män­ner ohne Part­ne­rin. Ein Zufall?)

Spre­chen sie von Bewei­sen oder Indi­zi­en, han­delt es sich stets um Tex­te oder Vide­os, die von ande­ren erstellt wur­den. Sie selbst haben nie etwas von dem, was sie behaup­ten, recher­chiert. (Bei­spiels­wei­se indem sie ihren Com­pu­ter, ihr Han­dy und Fern­se­her aus­schal­ten, vor die Tür gehen und dort die Welt und die Men­schen wahr­neh­men und ken­nen­ler­nen.)

Dass die­se „Doku­men­te“, auf denen sich ihr Glau­be stützt, kei­ne Beweis­kraft besit­zen und auch nicht als Indi­zi­en tau­gen, inter­es­siert sie nicht, denn dar­um geht es gar nicht. Sie nut­zen die­se ledig­lich zur Recht­fer­ti­gung ihrer Abnei­gung gegen die­se offe­ne und freie Gesellschaft.

Igno­ranz und ver­ba­le Aggressivität

Zur krea­ti­ven Aus­ein­an­der­set­zung mit ihrem Glau­ben sind Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen nicht fähig, da ihnen hier­für der Wil­le fehlt.

Ihrer tat­säch­li­chen Moti­ve für ihren Glau­ben an Ver­schwö­rungs­theo­rien sind ihnen (wahr­schein­lich) nicht bewusst, denn um die­se ergrün­den zu kön­nen, bräuch­ten sie selbst-ana­ly­ti­sche Fähig­kei­ten, die ihnen völ­lig feh­len. Oft kön­nen sie sich nur ein­ge­schränkt arti­ku­lie­ren (sie­he bei­spiels­wei­se die Leser­kom­men­ta­re auf der Sei­te Rep­ti­lo­ide). Des­halb begeg­nen sie Fra­gen und Kri­tik eher mit einer aggres­si­ven Rhe­to­rik (Pöbe­lei­en, Beschimp­fun­gen, Belei­di­gun­gen), als mit Argu­men­ten.

Viel­leicht spü­ren sie instink­tiv den „intel­lek­tu­el­len Anfor­de­run­gen“, die eigent­lich nicht hoch sind, nicht gewach­sen zu sein. Des­we­gen gehen sie ihnen aus dem Weg, durch Igno­ranz und ver­ba­le Aggres­si­vi­tät.

Jeder, der nicht so denkt wie sie, ist auto­ma­tisch ein Opfer, eine Mario­net­te oder auch ein Agent der Ver­schwö­rungs­mäch­te. Die­se Ein­stel­lung ist eine plum­pe Stra­te­gie, die es ihnen leicht macht, Kri­tik abpral­len zu lassen.


MISS­BRAUCH VON AUSDRÜCKEN


4 Gedanken zu „Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gien“

  1. Moin moin.
    Schön daß Du so erfri­schend offen mit heik­len The­men umgehst. Trifft man nicht so allerhäufigst.
    Ich bin nicht son­der­lich bewan­dert mit Wis­sen und Bil­dung und wer­te für mich in der Haupt­sa­che aus, was ich erle­be. Lesen tue ich aus dem Selbst­zweck der Vergnügung.
    Ver­schwö­run­gen als Albern­hei­ten oder Über­trei­bun­gen ab zu tun ist reich­lich dumm. Selbst­ver­ständ­lich gibt es Ver­schwö­run­gen. Die Ein­tei­lung danach, was nun als Theo­rie anzu­se­hen ist, und was tat­säch­lich hand­fes­te Hin­ter­grün­de hat, muß jeder für sich selbst vor­neh­men. Das es Ver­schwö­run­gen gibt, die posi­ti­ve Zie­le haben, möch­te ich jeden­falls mal von vorn her­ein als sehr gering anse­hen, da das Ziel dahin­ter logi­scher­wei­se ist, ande­re von irgend etwas aus zu schließen.
    Soge­nann­ten Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern, soll­te man jedoch ruhig öfter mal das Gehör schen­ken. Denn laut eige­nen Aus­sa­gen ist das Aus­füh­ren von bewuß­ter Bos­haf­tig­keit eher sel­ten an zu tref­fen, im Gegen­satz zu unbe­wußt aus­ge­führ­ter. Dem­nach dürf­te man eini­gen Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern, zumin­dest sol­chen, die nicht bloß Geld ver­die­nen wol­len durch­aus posi­ti­ve Zie­le zubil­li­gen: näm­lich vor etwas zu war­nen. Das soll­te zuge­ge­be­ner­ma­ßen rela­tiv nach­voll­zieh­bar, und ohne Hys­te­rie Geschehen.
    Den­noch ist das Spek­trum, was in der Welt alles mög­lich ist, doch ziem­lich unbe­grenzt. Eini­ge Per­so­nen glau­ben bei­spiels­wei­se an nichts ande­res, als was sie sehen, oder füh­len kön­nen. Wie wäre danach erklär­bar, daß sie ohne Sauer­stoff able­ben wür­den… ? Das ande­re Extrem wie­der­um, ist , das alles was wir in unse­rer Welt sta­tisch vor­fin­den, nichts ande­res dar­stellt, als geron­ne­ne Ener­gie, wobei wir mit unse­rem mensch­li­chen Bewußt­sein als Kata­ly­sa­tor fun­gie­ren, und die­ser geron­ne­nen Ener­gie eine Form verleihen.
    Offen­sicht­lich auch, je nach­dem wie bewußt, im Ein­klang mit der Tier- und Pflanzenwelt.
    Mei­ner Ansicht nach ist die­se Annah­me äus­serst wahr­schein­li­cher, als die erst­be­schrie­be­ne, bezgl. dem allei­ni­gen Exis­tie­ren von selbst Wahrnehmbarem.
    Es ist an sich, so wie du über Dei­ne Annah­me vom Exis­tie­ren Aus­ser­ir­di­scher geschrie­ben hast, genau­so von einer Wahr­schein­lich­keit davon aus zu gehen, daß bereits ande­res bewußt intel­li­gen­tes Leben, neben dem der Men­schen unse­ren Pla­net betre­ten hat, oder es auch noch immer tut. Ob die­se nun in der Form von soge­nann­ten Rep­ti­lo­iden auf­trä­ten bleibt zur Zeit eben noch Spe­ku­la­ti­on, kann aber auch nicht unbe­dingt aus­ge­schlos­sen wer­den , mei­ner Ansicht nach. Ich kann jeden­falls bestä­ti­gen, daß Per­so­nen da sind, die man antrifft, bei denen die abson­der­li­che Pupil­len­for­mung oft auf­tritt, bei ande­rem wie­der­um gar nicht zu sehen ist, nicht bloß auf Film oder Foto­ma­te­ri­al . Das nicht sicht­ba­re Wesen neben uns exis­tie­ren, sehe ich als gege­ben, laut der The­se .der ‘gerin­nen­den’ Ener­gie, wonach wir vor unse­rer Mensch­wer­dung ver­mut­li­che schon als astra­le Lebens­form exis­tiert haben. Also: War­um soll es nicht auch noch ande­re astra­le Lebe­we­sen geben, als die irdi­scher Menschen?
    Es gibt meh­re­re Bücher auch dazu, daß bei­spiels­wei­se sicher­lich auch Lebens­for­men neben uns exis­tie­ren , die von unse­rer Ener­gie, Wis­sen, Erfah­ren etc. zu pro­fi­tie­ren ver­su­chen. Ande­rer­seits dürf­te eben­so die Mög­lich­keit bestehen, daß wir sol­cher­lei Leben beein­flus­sen, oder sogar ent­ste­hen las­sen könn­ten. Damit mei­ne ich, wir kön­nen ver­mut­lich unse­re Gedan­ken sich ver­st­elbst­stän­di­gen las­sen in gewis­ser Art und Weise.

    Mecker­bol­zen

    Mecker­bol­zen

    Antworten
    • Hal­lo,
      Dan­ke für dei­nen anre­gen­den Kommentar.

      Schön daß Du so erfri­schend offen mit heik­len The­men umgehst.

      Na ja, ob das wirk­lich ein HEIK­LES The­ma ist, weiß ich nicht. Aber es ist inter­es­sant, da der Glau­be an Ver­schwö­run­gen einen ähn­li­chen Cha­rak­ter besitzt, wie die Reli­gi­on. In gewis­ser Wei­se sind Ver­schwö­rungs­theo­rien Religionsersatz.

      Ver­schwö­run­gen als Albern­hei­ten oder Über­trei­bun­gen ab zu tun ist reich­lich dumm.

      Ich habe nie behaup­tet, dass VER­SCHWÖ­RUN­GEN albern sind. Ich spre­che von Ver­schwö­rungsTHEO­RIEN. Außer­dem schrei­be ich, dass es Ver­schwö­run­gen durch­aus geben kann. Die­se wer­den dann jedoch deut­lich raf­fi­nier­ter sein, als die, an die Ver­schwö­rungs­auf­de­cker glau­ben. Die meis­ten auf­ge­deck­ten Ver­schwö­run­gen sind jedoch albern, bei­spiels­wei­se die Erd­ku­gel-Ver­schwö­rung. Es gibt tat­säch­lich Leu­te, die glau­ben, dass die Erde eine Schei­be ist, was von den Ver­schwö­rern vor der Öffent­lich­keit ver­heim­licht wird. Und das ist für dich kei­ne Albern­heit? Ich fin­de, für die­sen Quatsch ist der Aus­druck „Albern­heit“ ziem­lich mode­rat gewählt.

      Beschäf­tigt man sich bei­spiels­wei­se mit der Mond­lan­dung, erkennt man schnell, dass es die­se tat­säch­lich gege­ben hat. Iro­ni­scher­wei­se eig­nen sich die angeb­li­chen Bewei­se seht gut, die Echt­heit der Mond­lan­dun­gen zu bewei­sen. Wer also an die Mond­lan­dungs­lü­ge glaubt, WÜNSCHT sich, dass die Mond­lan­dun­gen nicht statt­ge­fun­den haben. Da muss man schon lachen. Und das soll nicht albern sein?

      Vie­le der Ver­schwö­rungs­theo­rien sind ziem­lich unlo­gisch, bei­spiels­wei­se die World Tra­de Cen­ter Ver­schwö­rung. Die Ver­schwö­rungs­auf­de­cker behaup­ten, dass es gesprengt wur­de, um einen Grund für einen Krieg zu haben. Doch die USA hat­ten noch nie einen Grund nötig, um Krieg zu füh­ren. Wenn die USA Krieg machen wol­len, tun sie es ein­fach. Wozu also einen Grund kon­stru­ie­ren, der unnö­tig, auf­wen­dig und oben­drein sehr teu­er ist, wenn es auch ohne geht? Die World Tra­de Cen­ter Ver­schwö­rungs­theo­rie ist ein wei­te­res gutes Bei­spiel dafür, dass die meis­ten Ver­schwö­rungs­theo­rien an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen sind. Außer­dem tau­gen die angeb­li­chen Bewei­se bei genau­er Betrach­tung nichts.

      Selbst­ver­ständ­lich gibt es Verschwörungen.

      Hast du irgend­wel­che Bewei­se oder zumin­dest Indi­zi­en, die dein schnell dahin­ge­wor­fe­nes „Selbst­ver­ständ­lich“ recht­fer­ti­gen könn­ten? Das wäre schon gut und ist oben­drein ziem­lich wich­tig. Andern­falls hat dei­ne Behaup­tung kei­nen Wert.

      Für die einen ist es selbst­ver­ständ­lich, dass es Gott gibt, für ande­re ist es selbst­ver­ständ­lich, dass es UFOS gibt, für ande­re ist es selbst­ver­ständ­lich, dass der Kom­mu­nis­mus siegt, es eine jüdi­sche Welt­ver­schwö­rung gibt oder die Erde hohl ist und, und, und … Vie­les davon ist ein­fach nur dum­mes Zeug. All das sind nur Behaup­tun­gen, die schnell gemacht sind, weil sie gemacht wer­den kön­nen! – das ist alles!

      Soge­nann­ten Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern, soll­te man jedoch ruhig öfter mal das Gehör schenken.

      Wenn das denn gehen wür­de! Sehr vie­le Ver­schwö­rungs­auf­de­cker sind Hartz-4-Emp­fän­ger bzw. Lang­zeit­ar­beits­lo­se oder in soge­nann­ten pre­kä­ren Arbeits­ver­hält­nis­sen beschäf­tigt. Das schei­nen die wich­tigs­te Qua­li­fi­ka­tio­nen zu sein, die einen guter Ver­schwö­rungs­auf­de­cker aus­ma­chen. Oft sind sie rechts­kon­ser­va­tiv, anti­se­mi­tisch und ziem­lich into­le­rant gegen­über allem, was sie nicht ver­ste­hen. Sie sind sel­ten in der Lage, sich ver­ständ­lich aus­zu­drü­cken und schrei­ben ein schlech­tes Deutsch (was selt­sam ist, denn vie­le von Ihnen legen sehr viel Wert auf ihr Deutsch-sein). All das macht es schwie­rig, ihnen „Gehör zu schen­ken“ und lässt mich stark dar­an zwei­feln, dass sie die Kom­pe­tenz besit­zen, ein sol­ches The­ma ernst­haft anzugehen.

      Stellt man ihnen Fra­gen, bei­spiels­wei­se nach den Bewei­sen für ihre Behaup­tun­gen, bekommt man meis­tens kei­ne Ant­wort. Fragt man wie­der­holt danach, wird man nicht sel­ten beschimpft und manch­mal auch bedroht. War­um rücken die Ver­schwö­rungs­auf­de­cker nicht ein­fach mit ihren Bewei­sen her­aus? War­um wer­den sie aggres­siv, wenn man danach fragt?

      Du meinst also, die­se Leu­te haben den Durch­blick und decken die Machen­schaf­ten von mäch­ti­gen Geheim­or­ga­ni­sa­tio­nen auf? Auch das ist albern.

      Die weni­gen gebil­de­ten oder aka­de­mi­schen Ver­schwö­rungs­auf­de­cker (die viel­leicht Bücher zu die­sem The­ma schrei­ben) wei­sen bei genau­er Betrach­tung nicht sel­ten eine „tra­gi­sche“ His­to­rie ihrer Kar­rie­re auf: Sie wur­den bei Beför­de­run­gen viel­leicht über­gan­gen oder haben nicht die Aner­ken­nung erhal­ten, von der sie glau­ben, dass sie ihnen zusteht, füh­len sich dis­kri­mi­niert (oder wur­den es sogar) und Ähn­li­ches mehr. Also haben sie eine alter­na­ti­ve Metho­de gefun­den, sich zu pro­fi­lie­ren. Auch das ist nicht vertrauenserweckend.

      Es ist an sich, so wie du über Dei­ne Annah­me vom Exis­tie­ren Aus­ser­ir­di­scher geschrie­ben hast, genau­so von einer Wahr­schein­lich­keit davon aus zu gehen, daß bereits ande­res bewußt intel­li­gen­tes Leben, neben dem der Men­schen unse­ren Pla­net betre­ten hat, oder es auch noch immer tut.

      Nein, das sind zwei ver­schie­de­ne Sachen. Dass sich in den unend­li­chen Wei­ten des Uni­ver­sums auch auf ande­ren Pla­ne­ten intel­li­gen­tes Leben ent­wi­ckelt hat, ist hoch­wahr­schein­lich, obwohl wir es natür­lich nicht wis­sen. Davon lässt sich jedoch nicht abzu­lei­ten, dass es auch wahr­schein­lich ist, die­se Lebe­we­sen könn­ten bereits hier auf der Erde gewe­sen sein oder sogar immer noch hier sein. 

      Das ers­te ist höchst­wahr­schein­lich, wir kön­nen eigent­lich davon aus­ge­hen, dass es stimmt.

      Das zwei­te ist jedoch nur eine Spe­ku­la­ti­on. Es wäre kei­ne Spe­ku­la­ti­on, wenn wir dies­be­züg­lich irgend­wel­che Erfah­rungs­wer­te hät­ten. Sol­che empi­ri­schen Daten wären jedoch nur mög­lich, wenn wir in Raum­schif­fen bereits 1000 frem­de Pla­ne­ten besucht hät­ten, auf denen es intel­li­gen­tes Leben gibt, und dort fest­ge­stellt hät­ten, dass vie­le davon schon von ande­ren Ali­ens besucht wor­den wären. Davon lie­ße sie dann ablei­ten, dass auch die Erde wahr­schein­lich von Außer­ir­di­schen besucht wor­den wären und immer noch wird.

      Ich kann jeden­falls bestä­ti­gen, daß Per­so­nen da sind, die man antrifft, bei denen die abson­der­li­che Pupil­len­for­mung oft auf­tritt, bei ande­rem wie­der­um gar nicht zu sehen ist, nicht bloß auf Film oder Fotomaterial.

      Du kannst es bestä­ti­gen? Wie funk­tio­niert das?
      Aber auch das bedeu­tet nicht viel. Ers­tens gibt es sowie eine Abnor­mi­tät, die sich Kat­zen­au­gen-Syn­drom nennt. Die­se Leu­te haben tat­säch­lich Pupil­len, die etwas läng­lich aus­se­hen. Außer­dem sehen wir ziem­lich schnell Din­ge, die in Wirk­lich­keit gar nicht da sind. Bei Ver­schwö­rungs­auf­de­ckern und Ufo­gläu­bi­gen ist die­se Nei­gung beson­ders aus­ge­prägt. Dann schaut man nicht rich­tig hin, liest nicht rich­tig, hört nicht rich­tig zu – weil man das gar nicht will, den das wür­de ihnen den Spaß verderben.

      Oder wir sehen etwas am Him­mel, das wir nicht ein­ord­nen kön­nen und wenn uns dann der Gedan­ke gefällt, haben wir ein UFO gese­hen. Wer glau­ben möch­te, dass es Rep­ti­lo­iden gibt, fin­det genü­gend Bewei­se dafür. Wer glau­ben möch­te, dass es UFOs gibt, eben­falls. Glei­ches gilt für Reli­gio­nen oder poli­ti­sche Ideologien.

      Das nicht sicht­ba­re Wesen neben uns exis­tie­ren, sehe ich als gege­ben, laut der The­se .der ‚gerin­nen­den‘ Ener­gie, wonach wir vor unse­rer Mensch­wer­dung ver­mut­li­che schon als astra­le Lebens­form exis­tiert haben. Also: War­um soll es nicht auch noch ande­re astra­le Lebe­we­sen geben, als die irdi­scher Menschen?

      Das müss­test du dann erklä­ren. Du sagst sinn­ge­mäß: „Theo­re­tisch könn­te es sein, also wird es wahr­schein­lich stim­men.“ Das ist mir zu ein­fach und zu wenig.
      Und selbst wenn: Na und? Vie­les ist mög­lich – wer weiß das schon genau. Auch das habe ich geschrie­ben. Viel­leicht gibt es Ener­gie­we­sen um uns her­um. Viel­leicht gibt es auch noch sehr viel mehr, als wir uns vor­stel­len kön­nen. Doch das alles ist bes­ten­falls rein spe­ku­la­tiv und nicht wirk­lich für unser tat­säch­li­ches Leben rele­vant. Wie ich bereits schrieb: Die einen glau­ben halt an Gott, die ande­ren an UFOs und Außer­ir­di­sche, die ande­ren an den Kom­mu­nis­mus oder dass es den Holo­caust nie gege­ben hat – und jeder ist davon über­zeugt, dass es kein Glau­ben, son­dern Tat­sa­chen sind. Es ist belie­big und ein bekann­tes Phänomen.

      Es gibt meh­re­re Bücher auch dazu, daß bei­spiels­wei­se sicher­lich auch Lebens­for­men neben uns exis­tie­ren , die von unse­rer Ener­gie, Wis­sen, Erfah­ren etc. zu pro­fi­tie­ren versuchen.

      Auch hier gilt: Na und? Ver­giss die Bücher! Es ist kei­ne Kunst ein Buch zu schrei­ben und das zu behaup­ten, was die Leu­te glau­ben wol­len. Die Leser­schaft inter­es­siert sich nicht für Bewei­se und Plau­si­bi­li­tät. Haupt­sa­che, es gefällt.

      Es gibt jede Men­ge Eso­te­rik­bü­cher. Wenn wir glau­ben, was dar­in steht, dann, weil wir es glau­ben wol­len, nicht weil die­se Bücher irgend­et­was bewei­sen. Wenn es tat­säch­lich UFOs und Außer­ir­di­sche auf Erden geben soll­te, dann haben die­se Bücher und Fil­me nichts damit zu tun. Sie sind nur gute Geld­quel­len für die Autoren.

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  2. Was ist denn ein Verschwörungstheoretiker?
    Und wer ist?
    Wenn es eine Ver­schwö­rung gibt, ist er ein Beob­ach­ter und Auf­de­cker derselben.
    Das wür­de ich als posi­tiv bewerten.
    Der Water­ga­te-Fall war so eine Ver­schwö­rung. Sei­ne Auf­de­ckung geschah durch zwei Jorna­lis­ten, die man heu­te mit Sicher­heit als Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker bezeich­nen würde.
    Ich mag Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, denn sie las­sen sich nicht ein­fach alles vor­set­zen ohne es zu hinterfragen.
    Unan­gehm sind mir ehr Men­schen, die sofort duck­mäu­sernd zu allem ja sagen.
    Ent­we­der weil sie dumm sind, oder weil sie ihren Vor­teil dar­aus ziehen.

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  3. Jau, Mann! Genau! Du sagst es! Im Water­ga­te-Fall g a b es etwas zu recher­chie­ren, nach­zu­wei­sen und auf­zu­de­cken. Im Fal­le der Rep­ti­li­en – Geschich­te gibt es weder was zu recher­chie­ren, noch ist irgend­et­was davon nach­weis­bar, des­halb gibt es auch kei­ne Wahr­heit auf­zu­de­cken. Mei­ne per­sön­li­che Idee von die­sen abstru­sen Ver­schwö­rungs­theo­rien: Die Leu­te, die dar­an glau­ben, sind nütz­li­che Idio­ten einer Eso­te­rik­in­dus­trie, nütz­li­che Idio­ten der Poli­tik und/oder der Kon­sum­wirt­schaft, weil sie sich outen als Dep­pen, die wirk­lich jeden Scheiss glau­ben und denen man vor­aus­sicht­lich noch grö­ße­ren Scheiss erzäh­len kann.

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