Katharsis der Menschenheit


Den Konkurrenzkampf beenden

Eine rot-weiß gescheckte Fläche mit Rissen und einer rauen StrukturDie Menschheit befindet sich seit Jahrtausenden in einer permanenten Katharsis, einem Reinigungsprozess. Wir sind damit beschäftigt, unsere archaisch-primitiven Gewohnheiten zu überwinden, indem wir sie ausleben. Davon wissen wie jedoch nichts. Denn wir haben als Menschheit nicht die Möglichkeit, unser Verhalten aufgrund von Erkenntnis zu ändern, denn die Menschheit als Ganzes besitzt kein Bewusstsein. Diese Möglichkeit haben wir nur als Einzelwesen – und das auch nicht immer! Unser tierisches Erbe zwingt uns leider nach wie vor dazu, uns gegenseitig umzubringen, zu betrügen, auszurauben oder andere schlimme Dinge anzutun. Nicht alle verhalten sich so – vielleicht noch nicht einmal die Mehrheit – doch die es tun, beeinflussen durch ihr Verhalten das allgemeine moralische Klima in den Gesellschaften. Die meisten von uns gestalten ihr Leben nur in dem Maß friedlich, wie es die Umstände erlauben.

Wir werden erst dann damit aufhören, wenn wir als Gesamtheit erkennen, dass Aggressivität, Gewalt und Hinterlist für die Entwicklung der Menschheit hinderlich sind.

Wir müssen erkennen, dass der Nachteil anderer Menschen nicht unser Vorteil, sondern auch unser Nachteil ist. Diese Erkenntnis ist zum gegenwärtigen Entwicklungsstand der Spezies Mensch nur einzelnen möglich, denn unsere archaischen Wesensanteile sind noch sehr hoch und beeinflussen unser Handeln und Denken mehr, als uns bewusst ist.
Eine dunkle Struktur wie eine leuchtende Gaswolke im AllKonkurrenzdenken und Überlebenswille (der die Fortpflanzung mit einschließt) sind die hauptsächlichen Beweggründe für unser alltägliches Handeln. Überlebenswille ist ein natürlicher Trieb. Allerdings leben wir ihn zu Teilen immer noch so aus, wie einen Überlebenskampf in einer feindlichen Umwelt. Doch unsere Umwelt ist längst nicht mehr so lebensfeindlich, wie sie es zu prähistorischen Zeiten war. In der Regel gibt es keine wilden Raubtiere mehr, mit denen wir unseren Lebensraum teilen müssen. Wetter und Klima sind keine unberechenbaren Variablen mehr, die unseren Lebensraum jederzeit zerstören könnten. Ausnahmen gibt es natürlich schon (Flutkatastrophen, Erdbeben, Stürme etc.), doch die sind relativ selten und manchmal auch auf Nachlässigkeit zurückzuführen (beispielsweise Flussbegradigungen). Und um Nahrung müssen wir längst nicht mehr so unerbittlich konkurrieren, wie es früher oft der Fall war.

Organismus Menschheit

Eine schwarz-rote, glänzende Struktur, wie PaprikaschotenTrotzdem verhalten wir uns oft so, als wäre die Welt eine, in der nur der überlebt, der stärker, raffinierter, listiger oder kaltblütiger ist. Doch um zu überleben, ist Konkurrenzkampf heutzutage nicht mehr nötig. Das haben wir noch nicht verstanden. Wir brauchen nicht mehr um die gleichen Ressourcen, Nahrungsquellen oder Territorien streiten. Wir können teilen. Wir sind zwar vernunftbegabte Wesen, doch wären wir das wirklich alle, wüssten wir, dass es keinen Grund mehr gibt, uns so zu verhalten, wie unsere tierischen Gene es uns vielleicht befehlen. Das ist natürlich nur eine Hypothese oder Vermutung. Sie kann jedoch erklären, warum unser Verhalten zum Teil noch das von Steinzeitmenschen ist, die allerdings über moderne Waffen und Technik verfügen.

Die Menschheit deshalb als unverbesserlich oder sogar als krank zu verurteilen, wäre übereilt.

Wir können davon ausgehen, dass der »Organismus Menschheit« sein Bestes gibt. Wir haben es allerdings nicht leicht, denn als Menschheit sind wir moralisch ziemlich inhomogen. Es gibt friedliche und aggressive, dumme und kluge, bösartige und gutartige Menschen. Doch die aggressiven, korrupten, gleichgültigen oder machthungrigen drängen sich oft in den Vordergrund, beziehungsweise übervorteilen ihre friedlichen, ehrlichen oder kreativen Konkurrenten mit unfairen Mitteln. Deshalb sind viele Positionen in Politik und Wirtschaft von Menschen besetzt, die für diese Aufgaben eigentlich ungeeignet sind, da sie sich überwiegend nur für ihren eigenen Vorteil interessierten.
Als fairer, ehrlicher und freundlicher Mensch kann man sich in dieser Welt gegen Unehrlichkeit und Verschlagenheit nur durchsetzen, indem man selbst unehrlich und verschlagen ist. Doch damit korrumpiert der ehrliche Mensch sich und wird zum Heuchler.

Selbstbezogene Machtmenschen haben es leicht sich durchsetzen, denn ihnen ist es egal, Heuchler zu sein, selbst wenn die Allgemeinheit das weiß.

Solange es gerichtlich nicht bewiesen werden kann und keine Konsequenzen hat, stört es sie nicht.
Selbstbezogene Machtmenschen in Politik und Wirtschaft behaupten offiziell, sich für das Wohl der Gesellschaft oder der Menschen einzusetzen. Wir glauben ihnen das meistens zwar nicht wirklich, sind aber genötigt, es formell zu tun, beziehungsweise uns damit abzufinden, da das Gegenteil nicht beweisbar ist. Das ist ein zusätzlicher Faktor, der die Weiterentwicklung der Gesellschaften und der Menschheit zu einem so schwierigen und zähen Prozess macht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.