Die Verschwörer

Der Dilettantismus der Verschwörer

Wer einen anderen Menschen, oder sogar eine ganze Bevölkerungsgruppe manipulieren will, tut das selbstverständlich so, dass er dabei nicht bemerkt wird. Denn eine Manipulation ist nur dann wirksam, wenn sie unentdeckt bleibt.

Eine poröse Oberfläche, die mit einem transparenten Schleicher überzogen ist.Verschwörungstheoretiker behauten bekanntlich, geheime oder auch bekannte Organisationen würden die Bevölkerung manipulieren. Viele dieser Manipulationen wären dann allerdings so plump durchgeführt, dass man den Verschwörern oder den Manipulatoren Dilettantismus unterstellen kann. Diese Verschwörer investieren wahrscheinlich sehr viel Geld und Energie in ihre Aktivitäten, legen gleichzeitig aber keinen Wert darauf, unentdeckt zu bleiben, obwohl das mit nur wenig Aufwand möglich wäre. Ein Beispiel sind die sogenannten Chemtrails. Hätten irgendwelche geheimen Gruppen die Absicht, die Bevölkerung oder das Klima auf globaler Ebene zu manipulieren, fänden sich sicherlich Methoden, die vor der Öffentlichkeit verborgen blieben. Stattdessen fliegen sie mit Flugzeugen für jeden gut sichtbar durch die Gegend und versprühen Chemikalien. Eine solche Vorgehensweise ist ziemlich dumm, wenn man etwas verheimlichen will.

Auffällig dumm verhalten sich die Verschwörer bei fast allen ihrer Tätigkeiten. Deshalb entsteht der Eindruck: Sie wollen entdeckt werden!

Anders ließe sich der konspirative Dilettantismus dieser Leute nicht erklären. Und genauso unerklärlich ist es, dass sie den Gegnern ihrer Verschwörungen Raum und Gelegenheit lassen, die Verschwörungen in den Medien (Internet, Blogs, Youtube etc.) aufzudecken – was sie mit ihrem weltweiten Einfluss auf die Medien sicherlich verhindern könnten.
Die Regel scheint deshalb zu lauten: Aufgedeckte Verschwörungen wurden schlampig durchgeführt. Und das scheint auf mehr oder weniger alle Verschwörungen zuzutreffen, angefangen bei der gefakten Mondlandung, den Illunimaten, den Chemtrails, bis hin zu der Sprengung des World Trade Centers usw. All diese Verschwörungen wurden dilettantisch durchgeführt, denn sonst hätten sie nicht aufgedeckt werden können.

Erfolgreich trotz Dummheit

Ein herabregnendes Trümmerfeld, wie ein zerbrochener Komet, in der Mitte ein breiter Feuerstrahl.

Deswegen kann gesagt werden: Obwohl die Verschwörer unglaublich mächtig sind und über viele Möglichkeiten verfügen, scheinen sie nicht besonders intelligent zu sein. Doch wie erklärt sich die berufliche und soziale Erfolglosigkeit der meisten Verschwörungsaufdecker? Immerhin besitzen diese einen gesunden, überlegenen Menschenverstand, sind also mit anderen Worten sehr intelligent und müssten allein aus diesem Grund (quasi als Nebeneffekt ihrer hohen Intelligenz) beruflich erfolgreich sein. Stattdessen sind viele von ihnen Hartz-IV-Empfänger, haben nur einen niedrigen bis gar keinen Bildungsgrad, einen bedeutungslosen Job, sprechen und schreiben ein schlechtes Deutsch (obwohl viele von ihnen viel Wert auf ihr Deutschsein legen, was ziemlich widersprüchlich ist) und können sich nur mangelhaft artikulieren. Natürlich gibt es Ausnahmen. Diese Ausnahmen sind dann in der Verschwörungsaufdeckerszene oft die führenden Köpfe.
Für diese auffällige Diskrepanz gibt es zwei mögliche Erklärungen.
Erstens:

Eine weitere Verschwörung ist für die soziale Abseitsstellung der meisten Verschwörungsaufdecker verantwortlich. Die Verschwörer sorgen im Geheimen dafür, dass die Entlarver ihrer Machenschaften beruflich und sozial nicht auf die Füße kommen, damit diese sich nicht effektiv organisieren können.

Besser und einfacher wäre allerdings, sie würden gleich darauf achten, dass ihre primären Verschwörungen gar nicht erst bemerkt werden.

Zweitens:

Die Verschwörungsaufdecker lehnen es bewusst ab, beruflich und sozial erfolgreich zu sein. Sie könnten es – wenn sie wollten! – doch sie wissen, Bildung, sozialer und beruflicher Erfolg sind unwichtig und Zeitverschwendung, da all das sowieso nur auf Täuschung und Illusion beruht.

Abseits der Ironie stellt sich jedoch die Frage: Was ist wahrscheinlicher: Menschen, mit mangelhafter Bildung und geringem Assoziationsvermögen, decken die Machenschaften mächtiger Geheimorganisationen auf. Oder: Aufgrund ihrer kaum vorhandenen Bildung ist diesen Menschen nicht bewusst, dass sie wenig, bis gar nichts wissen. Dieses »Nichtwissen vom eigenen Nicht-Wissen« lässt sie glauben, viel zu wissen und den Durchblick zu haben. Wem das eigene Nichtwissen nicht bekannt ist, hält sich vielleicht für wissend. Dieses Phänomen ist bekannt.