Nationalismus


Nationalismus: Geißel unserer globalen Entwicklung

Eine Lichtkonstruktion, ähnliche wie eine grelle Explosion.Nationalismus ist ein anderes Wort für Vaterlandsliebe oder Heimatverbundenheit. Wir sprechen von unserer Heimat und meinen damit das Land, in dem wir geboren und aufgewachsen sind. In diesem Land besitzen wir eine »angeborene Aufenthaltsgenehmigung« und fühlen uns zu Hause. Mit Heimat verbinden wir auch die kulturellen und traditionellen Werte, bei denen wir uns wohlfühlen, weil wir mit ihnen vertraut sind.

 

Wird beispielsweise ein Deutscher in Brasilien geboren und wächst in Brasilien unter Brasilianern auf, ist er an die brasilianische Kultur gewöhnt. Dann ist Brasilien seine Heimat, und wenn seine brasilianischen Mitbürger ihn aufgrund seines eventuell etwas fremdartigen Aussehens nicht ablehnen, fühlt und denkt er wie ein Brasilianer, obwohl er deutsche Eltern hat. Welche Heimat oder Herkunft ein Mensch hat, hängt also nicht von seiner Abstammung ab.

Oft wird die nationale Zugehörigkeit jedoch allein auf den Phänotypen angewandt, dem äußeren Erscheinungsbild eines Menschen, das bei den Völkern unterschiedlich sein kann. Wird jemand mit türkischen Eltern in Deutschland geboren, wächst er auch mit der deutschen Kultur und der deutschen Sprachen auf, sodass er deutsch denkt und empfindet. Trotzdem kann er für national eingestellte Deutsche als Ausländer gelten, obwohl er deutsch denkt, fühlt, handelt und lebt.

Diese Einschränkung hat etwas mit der Befangenheit zu tun, die wir fast alle kennen, wenn wir einem Menschen gegenüberstehen, dessen Aussehen für uns ungewohnt ist.

Deutschnationale begründen ihre Abneigung gegen Ausländer oft mit deren genetischer Andersartigkeit, doch inzwischen ist wissenschaftlich bewiesen, dass es keine nennenswerten genetischen Unterschiede zwischen beispielsweise Deutschen und Afrikanern gibt. Ein nicht klar erkennbares Szenarium, wie ein Marktplatz mit Straßen und Häusern.Können wir mit dieser Befangenheit, die unangenehm sein kann, nicht umgehen, neigen wir dazu, ihr aus dem Weg zu gehen. Denn alles, was fremd und ungewohnt für uns ist, verunsichert uns, da wir nicht wissen, wie wir uns verhalten sollen. Deshalb umgeben wir uns vorzugsweise mit Menschen, die unserem Phänotypen angehören. In Extremfällen, die gar nicht so selten sind, vertreiben wir Menschen mit einem für uns ungewohntem Erscheinungsbild sogar.

Fremdschuldzuweisung

Diese Ressentiments gegenüber Menschen, die aus einem uns fremden Kulturkreis stammen oder ungewohnt aussehen, nennen wir Fremdenfeindlichkeit oder auch Xenophobie. Wir befürchten, diese Menschen verfälschen unsere Kultur und Traditionen und lehnen sie deswegen ab. Das ist der offizielle Grund für unsere Fremdenfeindlichkeit.
Der eigentliche Grund ist allerdings ein anderer: Er ist nicht die Angst vor Überfremdung oder die Angst vor fremden Kulturen, sondern die Unzufriedenheit mit uns selbst. Das mag auf den ersten Blick nicht erkennbar sein, denn meistens sind wir uns nicht bewusst, dass unsere innere Unzufriedenheit ein Produkt unseres unerfüllten Lebens ist. Doch:

Wirklich glücklichen oder zufriedenen Menschen ist es egal, woher ihre Nachbarn stammen, welche Hautfarbe sie haben oder welcher Kultur sie ursprünglich angehörten.

Eine sandfarbene abstrakte Konstruktion, mit grober Oberflächenstruktur.

Da wir also den wahren Grund für unsere permanente innere Unzufriedenheit nicht kennen, projizieren wir ihn auf äußere Umstände – in diesem Fall sind das unsere Mitbürger mit ausländischer Herkunft oder ungewohntem Aussehen. Gäbe es zum Beispiel keine Mitbürger ausländischer Herkunft, würden wir einer anderen Randgruppe (vielleicht Obdachlose oder Homosexuelle) bevorzugt mit Vorurteilen begegnen, um unsere Unzufriedenheit abzureagieren.

Unsere Fremdenfeindlichkeit ist demnach ein Ergebnis unseres ständigen Lebensfrustes. Unsere Lebensansprüche sind unrealistisch und das spüren wir unterschwellig. Deswegen haben wir einen unbewussten Groll gegen uns selbst, den wir auf andere umleiten. Wir reagieren diese Gefühle dann auf verschiedene Weisen ab – und eine davon ist die Fremdenfeindlichkeit.


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3 thoughts on “Nationalismus

  1. Ich habe mir vor 10 Jahren den Titel „Mensch“ vom Arsch gerissen! Ich lege keinen Wert darauf, zur dieser bekloppten Menschheit zu gehören! Diese Menschheit ist ein gewalttätiger, geldgieriger, profitgieriger Schweißhaufen!

    1. Tja, trotzdem bist und bleibst du ein Menschen und gehörst dazu, egal mit oder ohne Titel, egal ob du es willst oder nicht. Du solltest das beste daraus machen. Du kannst dich natürlich in einem Loch verkriechen und schmollen, doch das ändert nichts an der Tatsache. Du bist ein Mensch und teilst dein Dasein auf diesem Planeten mit anderen Menschen – von denen leider viele Arschlöcher und Idioten sind.

      Ich hoffe, die gewalttätigen, gleichgültigen und gierigen Menschen sterben irgendwann aus. Doch wenn du dich zurückziehst, überlässt du genau diesen Menschen das Feld und die Situation wird dadurch nur schlimmer. Willst du das denn?

  2. Liebe Antonia,
    warum nur schreibst du dem Michael keine Antwort?
    Er plagt sich uns zuliebe mit uns herum.
    Wir, du, ich und fast alle wollen doch nicht stagnieren, eine schmerzvolle Erkenntnisreihe einfach abbrechen.

    Weißt du was? Wie ich aus großer Empfindlichkeit vor 10 Jahren e n d l i c h rauskam?
    Ich hatte plötzlich gemerkt, dass ich selbst schon alles, wirklich alles zu anderenLeuten gesagt und ihnen gegenüber getan habe, was mich verletzt und bin mir nicht mal sicher,

    was ich morgen oder in zwei Jahren Schädliches fabrizieren werde.

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