Welt der ungenutzten Möglichkeiten


Wir haben alle Möglichkeiten, die Welt friedlich und freundlich zu gestalten. Stattdessen gibt es jede Menge Elend, Gewalt, Kriege, krasse Ausbeutung und Ähnliches mehr auf diesem Planeten.

Woran liegt das? Warum gelingt es uns nicht, eine Welt zu gestalten, ohne Kriege, Elend, Gewalt und Hunger, obwohl die Voraussetzungen dafür mehr als gegeben sind? Sämtliche Ressourcen, die wir brauchen, sind doch im Überfluss vorhanden: Trinkwasser, fruchtbarer Boden, Mineralien und Erze. Die knapper werdenden fossilen Rohstoffe Erdöl und Kohle, die wichtig für unsere Energiegewinnung sind, aber enorme Umweltverschmutzung erzeugen, sind Auslaufmodelle und nicht zukunftstauglich. Wenn wir wollten, könnten wir bereits heute auf sie zur Energiegewinnung verzichten. Doch da sie nach wie vor ein gutes Geschäft sind, geben wir sie nicht auf.

Ein poröser schwarzer Gegenstand, wie ein Stein, der rot und weiß angestrichen ist.Außerdem besitzt unser Planet ein günstiges Mischklima: warme und heiße, kalte und sehr kalte, trockene und feuchte Zonen. Diese unterschiedlichen klimatischen Zonen sind der Motor zur ständigen Regeneration der Erdatmosphäre. Nahrungsmangel müsste es nicht geben, denn es gibt mehr als genug Anbauflächen, die hervorragend zur Lebensmittelproduktion geeignet sind. Die modernen Techniken zur Nutzung der umweltfreundlichen, regenerativen Energiequellen Energiequellen (Wind, Wasser, Sonne, Wellen, Erdwärme) sind inzwischen weit entwickelt und im größeren Rahmen einsetzbar. Platzmangel gibt es ebenfalls nicht! Die Voraussetzungen sind somit gegeben. Eigentlich haben wir keinen Grund mehr uns zu streiten, gegenseitig zu bekämpfen, zu betrügen, auszunutzen oder umzubringen, denn für jeden ist genug da. Was ist also der Grund für unsere Unfähigkeit, auf breiter Basis freundlich und friedlich miteinander auszukommen?

Kurz gesagt: Wir sind der Grund, denn in Wirklichkeit wollen wir gar keine allumfassende, globale Friedlichkeit! Wir tun nur so, als würden wir es wollen. Insgeheim finden wir die Vorstellung von einem weltumspannenden Frieden langweilig und bezeichnen diese Idee deshalb oft auch als naive Träumerei. In Wirklichkeit sind wir nicht bereit, das zu tun, was die Voraussetzung für eine bessere Welt wäre: eine grundsätzliche Verhaltensänderung unsererseits. Wir müssten unsere Gewohnheiten ändern, und das wollen wir nicht!

Unsere Unfähigkeit und unser Unwille sind das Problem, und nicht die Wirtschafts- oder Gesellschaftssysteme. Denen geben wir jedoch gerne die Schuld. Doch Systeme und Institutionen sind nur so gut wie die Menschen, von denen sie erschaffen wurden.

Gäbe es ein Gesellschaftssystem, das ein friedliches und kreatives Zusammenleben aller Menschen garantiert oder erzwingt, hätte es sich schon längst im Laufe der Menschheitsgeschichte in irgendeinem Teil der Erde herauskristallisiert und von dort aus auf die gesamte Welt übertragen, denn das, was am besten funktioniert, setzt sich letztendlich auch durch.

ein bunter Lattenzaun, durch den transparent sowas wie eine Landschaft zu sehen ist.Doch das ist nie geschehen, und deshalb scheint es ein solches System nicht zu geben. Offenbar liegt es ganz allein an uns, dass wir nur schlecht als recht miteinander auskommen.
Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass einmal ein Heil bringendes System oder vielleicht ein weiser Mann die Menschheit in eine bessere Zukunft führt. Wir müssen lernen, es selbst zu tun, und das geht nur, wenn wir uns ändern. Doch diese Erkenntnis ist sehr schwer weil unbequem, folglich haben wir sie nur selten.

Organismus Menschheit


Destruktive Seite der Menschheit

Eine gelb-orangene zerrissene Struktur mit Schlieren undDie Menschheit hat ihre Stärken und ihre Schwächen. Mit den Schwächen müssen wir leben, solange wir sie noch nicht transzendiert haben. Und nur eine Transzendierung kann die Menschheit auf eine höhere Bewusstseinsebene heben. Wir können die negativen Seiten des Organismus Menschheit nicht abschaffen oder wegzüchten. Die Menschheit kann nicht zum Guten oder zur Friedlichkeit erzogen werden. Das wurde schon oft versucht, doch funktioniert hat es nie. Wir können uns zwar friedliches und freundliches Verhalten antrainieren, doch das alleine reicht nicht. Denn solange Friedlichkeit und Freundlichkeit nur Optionen sind, die wir wahrnehmen oder auch nicht, ist das Problem nicht gelöst.

Wir können unsere destruktive Seite nicht direkt bekämpfen, denn dabei müssten wir Methoden anwenden, die zwangsläufig der destruktiven Seite angehören.

Angenommen, wir würden alle Menschen, von dessen korrupten Charakter wir überzeugt sind, daran hindern, öffentliche Ämter zu bekleiden. Höchstwahrscheinlich würden wir dann auch ehrliche Menschen der Korruption beschuldigen, denn Irrtümer gibt es immer. Wir würden glauben, Gutes zu tun, in Wirklichkeit täten wir das Gegenteil, ohne es zu merken. Damit würden wir das Übel, das wir eigentlich abschaffen wollen, unbemerkt zur Hintertür wieder hereinlassen und kämen uns dabei auch noch fortschrittlich vor.

Machtmissbrauch und Manipulator

Denn wir dürfen nicht vergessen: Wir sind fast alle (auf unterschiedliche Arten) emotional korrupt und missbrauchen im Alltag und im Beruf unsere Macht und Möglichkeiten. Wir manipulieren uns selbst und andere, ohne es richtig zu wissen. Eltern missbrauchen oft ihre Macht gegenüber ihren Kindern, Lehrer die Macht gegenüber ihren Schülern, Vorgesetzte die Macht gegenüber ihren Untergebenen und Tierhalter die Macht gegenüber ihren Tieren. Wir tun es auf unterschiedliche Weisen, in unterschiedlichen Graden sowie auf unterschiedlichen Gebieten – aber wir tun es!
Eine bunte Struktur, zerrissen mit vielen Furchen und LinienPolitiker, Beamte, Manager und Banker schaden mit ihrem Machtmissbrauch der Allgemeinheit. Der Machtmissbrauch, der in Familien, unter Freunden oder am Arbeitsplatz stattfindet, richtet „nur“ vereinzelt Schaden an, doch da er in Millionen Einzelfällen geschieht und Millionen Individuen davon betroffen sind, ist auch dieser Schaden groß, vielleicht sogar der größere. Und global sind es sogar Milliarden Menschen, die aufgrund von Machtmissbrauch psychisch und physisch geschädigt sind und dadurch selbst wieder zum Machtmissbrauch animiert werden. Aus dieser Masse der psychisch und sozial geschädigten Menschen rekrutieren unsere Manager und Politiker, welche die Wirtschaft und Politik gestalten.

Wir alle sind von der Widersprüchlichkeit des gesellschaftlichen Lebens korrumpiert, oft bereits von Kindheit an.

Das wissen wir meistens und haben uns damit abgefunden und auch anrangiert. „So ist das Leben nun mal“, verteidigen wir unsere Gleichgültigkeit achselzuckend und gehen zur Tagesordnung über. Wir finden es normal, manipuliert zu werden und selbst zu manipulieren. Wir denken Gewalt, Manipulation, Betrug und Hinterlist sind natürliche und normale Bestandteile des Lebens und halten die Vorstellung einer gewaltfreien und freundlichen Welt für unrealistisch oder utopisch, manchmal sogar für falsch, denn für viele scheint das Leben ein einziger Kampf zu sein.

Ende der Jugend

Eine grau-schwarz-nebelige Struktur, hinter der ein Licht durchscheintDiese Einstellung spiegelt unsere unreife Beziehung zum Menschsein selbst wider. Uns ist nicht bewusst, dass die Menschheit ein Organismus ist, der sich entwickelt. Noch ist dieser Organismus relativ primitiv und befindet sich gerade am Ende seiner „Jugend“. Seine Kindheit hat er zwar hinter sich, erwachsen ist er deshalb aber nicht. Doch wie es bei Jugendlichen oft der Fall ist: Weil sie keine Kinder mehr sind, fühlen sie sich wie Erwachsene.
Wir sollten das bedenken, wenn wir über die Menschheit urteilen, denn es ist wenig sinnvoll, ihr ein Verhalten abzuverlangen, zu dem sie – aus evolutionärer Sicht – noch gar nicht fähig sein kann. Als Einzelwesen können wir sehr reif und weise sein – unabhängig von unserem Alter! Doch als Menschheit sind wir wenig mehr als ein pubertierender Jugendlicher, der das Ende seiner Trotzphase durchlebt. Dass also die Menschheit noch nicht fähig ist, sich als Ganzes friedlich und freundlich zu verhalten, braucht uns nicht zu verunsichern, beschämen oder ängstigen, denn die Entwicklung der Menschheit folgt ihrem natürlichen Verlauf.

Die Systeme sind nicht das Problem


Das Problem ist unser Verhalten

Die eigentlichen Probleme sind nicht unsere Systeme. Die Probleme, die sich zurzeit verstärkt zeigen (hohe Arbeitslosigkeit, Verarmung, soziale Verwahrlosung eines Teils der Jugend, daraus resultierende Nationalisierung und Fremdenhass (der in seinem Kern eigentlich Menschen- und Lebenshass ist), krasser werdende Ausbeutung und Ähnliches mehr), sind nur Symptome unseres widersprüchlichen Charakters, und nicht das Problem. Das Problem ist unser Verhalten:

Wir wollen alles haben, geben aber nur ungern und scheren uns obendrein einen Dreck um die anderen.
Jeder glaubt, er weis bescheid und die anderen sind Spinner.
Wir kritisieren die Fehler der anderen und ignorieren unsere eigenen.
Wir sind selten bereit, uns aufeinander ehrlich einzulassen.
Wir sind nur freundlich und großzügig, wenn wir es uns locker leisten können oder in irgendeiner Form davon profitieren.

Rot-gelbe Strukturen auf schwarzem Hintergrund wie FlammenAusnahmen gibt es natürlich schon. Und weil wir so sind, sind auch unsere Systeme und Institutionen so. Warum sollte es anders sein? Alles was wir erschaffen, spiegelt unseren inneren Zustand wider. Ein ängstlicher, depressiver Künstler schafft beispielsweise keine fröhlichen, lebensbejahenden Kunstwerke und ein unbeschwerter, lebenslustiger Schriftsteller schreibt keine neurotischen Bücher. Und hinterlistige, verlogene und egozentrische Menschen schaffen keine ehrlichen und menschenfreundlichen Systeme. Würde ein Schriftsteller, Musiker oder Künstler sagen: „Tut mir leid, ich kann nichts für die schlechte Qualität meiner Werke. Andere sind dafür verantwortlich“, könnten wir ihn nicht ernst nehmen. Doch genau so verhalten wir uns, wenn wir den Systemen, der Wirtschaft oder den Politikern die Schuld für den desolaten Zustand der Welt geben. Wir weigern uns, die Verantwortung für unsere direkten oder indirekten Werke zu übernehmen, um uns unsere Unfähigkeit und unseren Unwillen nicht eingestehen zu müssen.

Unsere Systeme sind ein Spiegel

Nicht die Systeme haben uns so gemacht, wie wir sind (korrupt, verlogen, heuchlerisch, unbarmherzig, gleichgültig usw.), sondern wir die Systeme, und zwar nach unserem Vorbild!

eine wandähnliche Struktur, mit Pastellfarben in Formen, Linien aufgetragen.Wir waren bereits schlecht drauf, bevor es all diese Systeme und Institutionen gab. Wir sollten also aufhören, unsere Verantwortung zu leugnen, indem wir die Schuld an den Missständen in der Welt den Systemen, Minderheiten oder den Eliten in Politik und Wirtschaft geben.
Vielleicht wären sogar viele Systeme tauglich, doch solange wir nicht bereit sind, bedingungslos friedlich und freundlich miteinander zu leben, wird sich die Situation in der Welt nicht ändern. Darum sind wir dumm! Wir haben alle Möglichkeiten, nutzen sie aber nicht. Und um uns darüber hinwegzutäuschen, dass unser Unwille, unsere Dummheit und Gier die Ursachen für die meisten Missstände auf diesem Planeten sind, finden wir ständig irgendwelche Ausreden und Sündenböcke: Kapitalismus, Kommunismus, Freie Marktwirtschaft, Neoliberalismus, Geheimbünde, Weltverschwörungen, Theismus, Atheismus aber auch Außerirdische, Juden, das Bankensystem, Ausländer und Ähnliches mehr. Allem geben wir die Schuld, absolut allem … nur uns nicht!

Hybris der Ideologien und Religionen


Ideologien sind wie Gefängnisse

Es geht nicht darum, ein bürgerlicher Mensch oder ein Intellektueller zu sein, auch kein Atheist, Theist, Anarchist oder Demokrat. Denn diese Kategorien, mit denen wir uns oft nur oberflächlich etikettieren und ausschmücken, sind alle relativ und bedeuten ohne eine konkrete Zuordnung und Interpretation sowieso kaum etwas.

Eine steinerne Struktur, wie buntes MamorNicht auf die bürgerliche, intellektuelle, theistische oder atheistische Sichtweise kommt es an, sondern ganz allein auf unser Verhalten. Ein intellektueller Mensch kann genauso destruktiv handeln wie ein bürgerlicher – und das gilt für alle „Kategorien“.
Oft glauben wir jedoch, nur eine bestimmte Ideologie oder Religion kann die Welt und das Geschehen in ihr in eine positive Richtung lenken. Theisten sagen, allein der Glaube an Gott kann die Welt retten, Intellektuellen ist die Aufklärung der Menschen das Wichtigste, Atheisten sehen das Wohl der Menschheit vielleicht im Materialismus oder für Anarchisten ist die Herrschaftslosigkeit die Lösung aller gesellschaftlichen Probleme.
Gleichzeitig sieht jede dieser Gruppen in ihrem direkten Gegenspieler den Grund für das Übel in der Welt: Für Theisten ist es die Gottlosigkeit, für Anarchisten die Bürgerlichkeit und für die Intellektuellen ist die mangelhafte Bildung der Massen verantwortlich für das Übel in der Welt.
Diese Einstellung hindert uns zu erkennen, dass wir (als Einzelne und als Gemeinschaft) für die Missstände in der Welt verantwortlich sind. Wir sind die Übeltäter in der Welt und nicht irgendwelche Ideologien oder Glaubenssysteme.
Menschliches Leid wird fast immer von anderen Menschen erzeugt, und nicht von der Religion, Bürgerlichkeit oder Intellektualität. Diese sind Werkzeuge, die wir benutzten, um unsere eigene Destruktivität (meistens unbewusst) im Zaum zuhalten, zu legitimieren oder zu kaschieren. Nicht die Bürgerlichkeit, Intellektualität, Religiosität oder Antireligiosität sind daher für den Zustand der Welt verantwortlich, sondern ganz allein unser Verhalten.

Darum ist es vollkommen egal, wie wir uns nennen oder was wir behaupten zu sein, denn nur auf unser Verhalten kommt es an. Doch dieses ist bisher ziemlich ungeeignet zur Gestaltung einer friedlichen und freundlichen Welt.

Dass wir alle sosehr an unseren Ideologien und Glaubenssystemen festhalten, die doch so viel Leid erzeugen, zeigt: Friedlichkeit und Freundlichkeit sind gar nicht unsere obersten Prioritäten, obwohl wir das oft behaupten und vielleicht auch glauben. Natürlich haben wir nichts gegen Friedlichkeit und Freundlichkeit – wichtiger ist uns allerdings der Glaube oder die politische Einstellung. Und für jeden ist der eigene Glaube oder die eigene Ideologie natürlich richtig.

Religionen und Ideologien verhindern Weiterentwicklung

Der Blick auf eine Landschaft im braun-gelben LichtBisher haben weder Religionen noch Systeme Friedlichkeit und Freundlichkeit dauerhaft hervorgebracht. In keinem Land! Oft ist sogar das Gegenteil der Fall: Religionen und Ideologien sind in vielen Fällen die Ursachen für Streitigkeiten, die Friedlichkeit und Freundlichkeit unmöglich machen. Denn alle Glaubenssysteme und Ideologien haben eine Eigenschaft gemeinsam: Sie differenzieren sich im Laufe der Zeit aus und aus einer ursprünglich einheitlichen Lehre entstehen im Lauf der Jahrzehnte oder Jahrhunderte unterschiedliche, die sich unter Umständen dann gegenseitig bekämpfen. Vor zweitausend Jahren gab es beispielsweise nur ein Christentum, inzwischen gibt es diverse christliche Konfessionen, die sich in einigen Fällen sogar im Krieg miteinander befinden oder befanden. Nicht anderes ist es im Islam und auch im Hinduismus.
Oft sind diese Differenzen unwesentlich und trotzdem die Ursachen für schreckliches Leid. Das lässt vermuten, die eigentlichen Gründe für unsere religionsbedingten oder ideologischen Konflikte sind gar nicht die angeblichen Unvereinbarkeiten bestimmter religiöser oder politischer Inhalte.

Unsere religiösen und ideologischen Unterschiede dienen uns lediglich als Rechtfertigung für unser kriegerisches Gemüt. Provokant ausgedrückt: Wir brauchen Religionen und Ideologien, als Gründe zur Kriegsführung.

Eine schwarze, schwere, dichte WolkenfrontWir geben ungern zu, dass wir gewalttätig sind, weil uns Gewalt und Macht gefallen. Deswegen halten wir an der Gewalt fest und kreieren unbewusst oder bewusst Umstände, mit deren Hilfe wir unsere Gewaltlust vor anderen und vor uns selbst verstecken oder rechtfertigen. Dieses Bild beschreibt jedoch nur einen Teil unserer Gewaltbereitschaft. Die Gründe für unsere dauerhafte Gewaltbereitschaft gegen andere Menschen lassen sich auch nicht auf Religionen und Ideologien reduzieren. Sie wurzeln in unserem Versuch, unsere Unzulänglichkeitsgefühle durch Machtausübung über andere zu kompensieren. Sind wir in der Lage, anderen Menschen schlimme Dinge anzutun, reicht uns das oft, uns besser und bedeutender zu fühlen.

Die Welt braucht also keine Ideologien, Religionen oder Dogmen. Diese sind zur Friedensstiftung alle ungeeignet. Zur Friedlichkeit und Freundlichkeit können wir nur vorübergehend konditioniert oder animiert werden, denn die gelernte Friedlichkeit basiert meistens auf der Unterdrückung unserer destruktiven Impulse. Früher oder später brechen diese wieder hervor und richten dann wahrscheinlich mehr Schaden an als vorher.

Der einzige Erfolg versprechende Weg in eine bessere Welt scheint somit zu sein: Friedlichkeit und Freundlichkeit, weil wir Friedlichkeit und Freundlichkeit mögen! Sind wir nur aus Vernunftgründen friedlich und freundlich, wird es nicht funktionieren, denn jede Einsicht verliert mit der Zeit ihre Wirkung.

Dummheit, Angst und Gier


Wir fürchten uns vor dem Leben

Die wichtigsten Faktoren, die unser Verhalten überwiegend bestimmen, sind Dummheit und Angst, wobei die Dummheit auch ein Resultat der Angst sein kann.

Eine dunkle Nacht, in der Ferne sind die Lichter seiner kleinen Siedlung zu sehen

Wir haben Angst, den Ansprüchen, welche die Gesellschaft und das Leben an uns stellen, nicht zu genügen. Wir haben Angst vor der Meinung anderer, die über unser abweichendes Verhalten lästern könnten, auch wenn wir es nicht zugeben, weil uns dieses unreife Verhalten peinlich ist. Wir haben Angst vor Veränderungen, denn diese können Unsicherheit bedeuten. Der ständige Versuch, unseren Ansprüchen und dem gesellschaftlichen Leistungsdruck gerecht zu werden sowie die Angst, dabei zu versagen, machen uns angespannt. Aufgrund dieser Angespanntheit verhalten wir uns oft dumm.

Diese Dummheit fördert unseren Hang zum Opportunismus, zur Heuchelei und Gier. Da uns (aufgrund der Angst, der Anspannung und des permanenten Stresses) Zeit und Kraft fehlen, uns mit den permanenten Anforderungen und Eindrücken des Lebens bewusst und kreativ auseinanderzusetzen, reagieren wir nur, ohne vorher und nachher nachzudenken.

Solange uns die Konventionen wichtiger sind als das Leben, können wir uns nie wirklich gut und ausgiebig entspannen. Wir verleugnen uns ohne es zu merken, wenn wir uns lebenslang anpassen, verstecken oder Erfolgen hinterherlaufen, um möglichst reibungslos durchs Leben zu kommen. Wir sind selten couragiert und halten den Status quo aufrecht, indem wir uns weigern, über die alteingefahrenen Konventionen hinauszudenken. Deswegen entwickeln wir uns ein Leben lang kaum weiter, denn der Stress und der Druck des gesellschaftlichen Lebens nehmen uns den Raum für diese Möglichkeit. Letztendlich liegt es aber an uns, denn wir unterwerfen uns diesen Regeln freiwillig. Es geschieht aus Bequemlichkeit und Gewohnheit.

Unsere Konditionen sind unsere Fesseln

Eine Landschaft, wie zerstört, am Horizont die Silhouette einer zerstörten Burg aus einem Hügel

Es sind die Gewohnheiten, unsere Konditionierungen, die unser Leben bestimmen und von denen wir uns, aus Bequemlichkeit, Trägheit, Unwissenheit oder Gleichgültigkeit nicht trennen. Obwohl es sich in vielen Fällen nicht um schlimme Dummheiten handelt: In der Summe bekommen sie Gewicht. Und so geht es uns allen: Wir sind Sklaven unserer Gewohnheiten im Handeln und im Denken. Unsere Gewohnheiten hindern uns daran, aus unseren Alltags- und Lebensroutinen auszubrechen um ein selbstbestimmtes, frisches und kreatives Leben führen zu können.

Diese Website befasst sich mit uns und dem, was wir tun, denken, wünschen, hoffen und wollen, mit unseren Unfähigkeiten und Dummheiten. Die Betonung liegt auf »uns« oder »wir«, und nicht auf »den« oder »die« Menschen. Es wird also nicht zwischen »uns« und »den anderen« unterschieden, denn letztlich sind wir alle austauschbar. Mit uns oder wir ist also die Menschheit gemeint. Das bedeutet, ich schließe mich bei dieser »Analyse« mit ein, denn ich bin nicht anders als alle anderen, obwohl ich viele der Dummheiten, über die ich schreibe, glaube erkannt zu haben und deshalb glaube, mich ihnen entziehen zu können. Aber behauptet das nicht jeder von sich? Auch ich konsumiere tagtäglich Dinge, die ich nüchtern betrachtet gar nicht brauche, mache aus Gewohnheit Dinge mit, die mich eigentlich nicht interessieren und in meiner Entwicklung behindern. Aus Gewohnheit, Bequemlichkeit, Dummheit, Langeweile oder Angst vor Veränderung!

Auf dieser Website geht es also um unsere Unfähigkeiten, unsere Handicaps, unsere »Dämonen«, die es uns so schwer machen, uns weiterzuentwickeln und friedlich miteinander auszukommen. Dabei überschneiden sich die Inhalte der Themen oft, da viele Aspekte unseres Lebens vom Denken, Glauben und unseren Gewohnheiten bestimmt werden.

Katharsis der Menschenheit


Überwindung archaischer Gewohnheiten

Eine rot-weiß gescheckte Fläche mit Rissen und einer rauen StrukturDie Menschheit befindet sich seit Jahrtausenden in einer permanenten Katharsis, einem Reinigungsprozess. Wir sind damit beschäftigt, unsere archaisch-primitiven Gewohnheiten zu überwinden, indem wir sie ausleben. Davon wissen wie jedoch nichts. Denn wir haben als Menschheit nicht die Möglichkeit, unser Verhalten aufgrund von Erkenntnis zu ändern, denn die Menschheit als Ganzes besitzt kein Bewusstsein. Diese Möglichkeit haben wir nur als Einzelwesen – und das auch nicht immer! Unser tierisches Erbe zwingt uns leider nach wie vor dazu, uns gegenseitig umzubringen, zu betrügen, auszurauben oder andere schlimme Dinge anzutun. Nicht alle verhalten sich so – vielleicht noch nicht einmal die Mehrheit – doch die es tun, beeinflussen durch ihr Verhalten das allgemeine moralische Klima in den Gesellschaften. Die meisten von uns gestalten ihr Leben nur in dem Maß friedlich, wie es die Umstände erlauben.

Wir werden erst dann damit aufhören, wenn wir als Gesamtheit erkennen, dass Aggressivität, Gewalt und Hinterlist für die Entwicklung der Menschheit hinderlich sind.

Wir müssen erkennen, dass der Nachteil anderer Menschen nicht unser Vorteil, sondern auch unser Nachteil ist. Diese Erkenntnis ist zum gegenwärtigen Entwicklungsstand der Spezies Mensch nur einzelnen möglich, denn unsere archaischen Wesensanteile sind noch sehr hoch und beeinflussen unser Handeln und Denken mehr, als uns bewusst ist.
Eine dunkle Struktur wie eine leuchtende Gaswolke im AllKonkurrenzdenken und Überlebenswille (der die Fortpflanzung mit einschließt) sind die hauptsächlichen Beweggründe für unser alltägliches Handeln. Überlebenswille ist ein natürlicher Trieb. Allerdings leben wir ihn zu Teilen immer noch so aus, wie einen Überlebenskampf in einer feindlichen Umwelt. Doch unsere Umwelt ist längst nicht mehr so lebensfeindlich, wie sie es zu prähistorischen Zeiten war. In der Regel gibt es keine wilden Raubtiere mehr, mit denen wir unseren Lebensraum teilen müssen. Wetter und Klima sind keine unberechenbaren Variablen mehr, die unseren Lebensraum jederzeit zerstören könnten. Ausnahmen gibt es natürlich schon (Flutkatastrophen, Erdbeben, Stürme etc.), doch die sind relativ selten und manchmal auch auf Nachlässigkeit zurückzuführen (beispielsweise Flussbegradigungen). Und um Nahrung müssen wir längst nicht mehr so unerbittlich konkurrieren, wie es früher oft der Fall war.

Organismus Menschheit

Eine schwarz-rote, glänzende Struktur, wie PaprikaschotenTrotzdem verhalten wir uns oft so, als wäre die Welt eine, in der nur der überlebt, der stärker, raffinierter, listiger oder kaltblütiger ist. Doch um zu überleben, ist Konkurrenzkampf heutzutage nicht mehr nötig. Das haben wir noch nicht verstanden. Wir brauchen nicht mehr um die gleichen Ressourcen, Nahrungsquellen oder Territorien streiten. Wir können teilen. Wir sind zwar vernunftbegabte Wesen, doch wären wir das wirklich alle, wüssten wir, dass es keinen Grund mehr gibt, uns so zu verhalten, wie unsere tierischen Gene es uns vielleicht befehlen. Das ist natürlich nur eine Hypothese oder Vermutung. Sie kann jedoch erklären, warum unser Verhalten zum Teil noch das von Steinzeitmenschen ist, die allerdings über moderne Waffen und Technik verfügen.

Die Menschheit deshalb als unverbesserlich oder sogar als krank zu verurteilen, wäre übereilt.

Wir können davon ausgehen, dass der »Organismus Menschheit« sein Bestes gibt. Wir haben es allerdings nicht leicht, denn als Menschheit sind wir moralisch ziemlich inhomogen. Es gibt friedliche und aggressive, dumme und kluge, bösartige und gutartige Menschen. Doch die aggressiven, korrupten, gleichgültigen oder machthungrigen drängen sich oft in den Vordergrund, beziehungsweise übervorteilen ihre friedlichen, ehrlichen oder kreativen Konkurrenten mit unfairen Mitteln. Deshalb sind viele Positionen in Politik und Wirtschaft von Menschen besetzt, die für diese Aufgaben eigentlich ungeeignet sind, da sie sich überwiegend nur für ihren eigenen Vorteil interessierten.
Als fairer, ehrlicher und freundlicher Mensch kann man sich in dieser Welt gegen Unehrlichkeit und Verschlagenheit nur durchsetzen, indem man selbst unehrlich und verschlagen ist. Doch damit korrumpiert der ehrliche Mensch sich und wird zum Heuchler.

Selbstbezogene Machtmenschen haben es leicht sich durchsetzen, denn ihnen ist es egal, Heuchler zu sein, selbst wenn die Allgemeinheit das weiß.

Solange es gerichtlich nicht bewiesen werden kann und keine Konsequenzen hat, stört es sie nicht.
Selbstbezogene Machtmenschen in Politik und Wirtschaft behaupten offiziell, sich für das Wohl der Gesellschaft oder der Menschen einzusetzen. Wir glauben ihnen das meistens zwar nicht wirklich, sind aber genötigt, es formell zu tun, beziehungsweise uns damit abzufinden, da das Gegenteil nicht beweisbar ist. Das ist ein zusätzlicher Faktor, der die Weiterentwicklung der Gesellschaften und der Menschheit zu einem so schwierigen und zähen Prozess macht.