
Die zunehmende Verbreitung von Verschwörungstheorien
Die Gefahr, die vom Glauben an Verschwörungstheorien ausgeht, ist nicht gering. Selbst wenn viele Verschwörungsgläubige ihre Überzeugungen nicht wirklich ernst nehmen und sie eher als eine Art Spiel oder Gedankenspiel betrachten – andere tun das sehr wohl. Bei ihnen nimmt der Verschwörungsglaube bisweilen Züge einer Psychose an.
Inhalt
- 1 Die zunehmende Verbreitung von Verschwörungstheorien
- 2 Die Verschwörer: inkonsequent und umständlich
- 3 Das Internet: stärkste Waffe der Truther im Kampf gegen die Verschwörer und Invasoren
- 4 Eine Kooperation zwischen Verschwörern und Verschwörungsaufdeckern?
- 5 Die Verschwörungsaufdecker: Von Freiheit, Offenheit und Selbstverantwortung in einer modernen Welt überfordert
Verschwörungsglauben kann Gesellschaften spalten, wenn er sich ungebremst ausbreitet. Besonders deutlich wurde das während der angeblichen Corona-Verschwörung: Menschen, die sich zuvor nie für Verschwörungserzählungen interessiert hatten, begannen plötzlich, solche Konstruktionen zumindest für plausibel zu halten. Ähnlich verhält es sich mit der Vorstellung, die Erde sei in Wahrheit eine Scheibe – ein Glaube, dessen Verbreitung in den letzten zwanzig Jahren weltweit signifikant zugenommen hat.
Die meisten verbreiteten Verschwörungstheorien – insbesondere die großen und populären – bewegen sich in einem rechtsesoterischen, regressiven und häufig offen gesellschaftsfeindlichen Kontext. Sie bieten einfache Erklärungen für eine komplexe Welt und wirken gerade auf Menschen attraktiv, die mit den Anforderungen der modernen Gesellschaft überfordert sind oder mit grundlegenden persönlichen Problemen kämpfen. Der Verschwörungsglaube fungiert hier als Ablenkung, Betäubung und Sinnersatz.
Der ironisch-belustigende Tonfall auf dieser Seite
Auch wenn ich mich auf dieser Seite stellenweise über angebliche Verschwörungsmächte und ihre selbsternannten Gegenspieler lustig mache, bedeutet das nicht, dass ich den Verschwörungsglauben als harmlos oder unbedeutend betrachte.
Verschwörungsglauben muss ernsthaft bekämpft werden – am wirksamsten durch nüchterne, sachliche Aufklärung. Doch wie soll das gelingen, wenn die Adressaten dieser Aufklärungsarbeit sich konsequent weigern, die Realität anzuerkennen?
Viele Behauptungen aus dem Verschwörungsmilieu sind derart absurd, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung oft unerquicklich und letztlich sinnlos erscheint. Beschäftigt man sich dennoch analytisch mit ihnen, entsteht zwangsläufig ein ironischer Unterton – nicht aus Arroganz, sondern weil Absurdität nun einmal Absurdität bleibt. Dieser Tonfall ist kein Stilmittel der Herabsetzung, sondern eine unvermeidliche Begleiterscheinung rationaler Betrachtung irrationaler Behauptungen.
Albern, infantil, komödienhaft

Viele Verschwörungserzählungen sind in ihrem Kern albern, infantil oder wirken geradezu komödienhaft – ein besonders extremes Beispiel ist die Vorstellung einer flachen Erde. Es ist schwer nachvollziehbar, warum erwachsene Menschen an so etwas glauben. Wer das tut, verweigert letztlich den eigenen Sinnen und ersetzt Wahrnehmung durch Ideologie. Diese Form des Glaubens gleicht einer Selbstindoktrination, fast einer freiwilligen Selbsthypnose. Sie entspringt häufig der Angst vor einer komplexen, technisch und sozial anspruchsvollen Welt, deren Anforderungen als überfordernd erlebt werden.
Dabei ließen sich viele dieser Behauptungen vergleichsweise einfach überprüfen. Wäre die Erde tatsächlich eine Scheibe, müsste man bei sehr klarem Wetter von hohen Punkten aus über große Distanzen hinweg Landmassen erkennen können. So wäre etwa zu erwarten, dass von der Spitze des Eiffelturms aus zumindest die englische Küste sichtbar wäre. Dass dies nicht der Fall ist, liegt nicht an mangelnder Optik oder ungünstigem Wetter, sondern an der Krümmung der Erde.
Auch andere populäre Verschwörungserzählungen tragen häufig diesen unfreiwillig komischen Charakter. Nur wenige von ihnen wären theoretisch überhaupt denkbar oder in sich konsistent – etwa die Mondlandungsverschwörung, die zumindest nicht bereits an elementarer Alltagsbeobachtung scheitert.
Die Lächerlichkeit aufzeigen
Wie könnte man jemandem, der an eine flache Erde glaubt, einfühlsam und zugleich wirksam vermitteln, dass diese Vorstellung falsch ist?
Das zentrale Problem besteht darin, dass viele Verschwörungsgläubige die moderne Welt als solche ablehnen. Dieses Bedürfnis nach Weltverweigerung ordnen sie allem unter – ihrer Wahrnehmung, ihrem Denken und letztlich ihrem Bewusstsein. Fakten werden nicht geprüft, sondern danach bewertet, ob sie ins eigene Weltbild passen.
Wer jedoch erwartet, mit solchen Behauptungen ernst genommen zu werden, muss sich gefallen lassen, dass ihm nüchtern widersprochen wird. Und nüchtern betrachtet ist vieles von dem, was hier als „Wissen“ präsentiert wird, schlicht Unsinn.
In der realen Welt – also jenseits des Internets – lässt sich kaum etwas davon beobachten oder bestätigen. Die meisten Verschwörungserzählungen sind weder empirisch belegbar noch logisch konsistent. Deshalb ist es nicht nur legitim, sondern notwendig, ihre innere Widersprüchlichkeit und Lächerlichkeit offen aufzuzeigen.
Die Verschwörer: inkonsequent und umständlich

Wer einzelne Menschen oder ganze Bevölkerungsgruppen manipulieren will, wird selbstverständlich alles daransetzen, dabei nicht entdeckt zu werden. Manipulation ist nur dann wirksam, wenn sie unbemerkt bleibt. Sobald sie erkannt wird, verliert sie ihren Zweck.
Verschwörungsaufdecker behaupten jedoch regelmäßig, geheime oder auch allgemein bekannte Organisationen würden die Weltbevölkerung manipulieren. Auffällig ist dabei, dass viele dieser angeblichen Manipulationen derart plump, ineffizient und öffentlich durchgeführt werden, dass man den vermeintlichen Verschwörern einen bemerkenswerten Grad an Dilettantismus unterstellen müsste.
Diese Gruppen oder Wesen investieren – folgt man den Erzählungen – enorme Mengen an Zeit, Geld und Energie in ihre Machenschaften, legen aber gleichzeitig offenbar keinen Wert darauf, unentdeckt zu bleiben. Dabei ließe sich genau das mit vergleichsweise geringem Aufwand erreichen. Diese innere Inkonsistenz ist eines der auffälligsten Merkmale vieler Verschwörungserzählungen.
Chemtrails und die Corona-Lüge
Ein klassisches Beispiel sind die sogenannten Chemtrails. Hätten geheime Gruppen tatsächlich die Absicht, das Klima oder die Bevölkerung auf globaler Ebene zu manipulieren, gäbe es mit Sicherheit unauffällige Methoden, die sich der öffentlichen Wahrnehmung vollständig entziehen.
Stattdessen sollen diese Gruppen laut Verschwörungserzählung mit Verkehrsflugzeugen gut sichtbar den Himmel kreuzen und für jedermann erkennbar Chemikalien versprühen. Eine derart offene Vorgehensweise wäre denkbar ungeeignet für ein Vorhaben, das geheim bleiben soll.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der sogenannten Corona-Verschwörung. Anstatt angebliche Gifte oder Mikrochips unauffällig über Trinkwasser, Lebensmittel oder Medikamente der Bevölkerung zu verbreiten, wählt man eine extrem aufwendige, teure und öffentlichkeitswirksame Impfkampagne – die sich zudem über Jahre hinzieht. Effektiver und diskreter ließe sich ein solches Ziel kaum schlechter erreichen.
Nicht nur die angeblichen Verschwörungen selbst wirken regelmäßig schlecht geplant – auch von grundlegenden Prinzipien der Geheimhaltung scheinen die vermeintlichen Verschwörer keinerlei Kenntnis zu besitzen.
Das Internet: stärkste Waffe der Truther im Kampf gegen die Verschwörer und Invasoren
Verschwörungsaufdecker sollten sich eine einfache, aber entscheidende Frage stellen: Warum erlauben es die angeblichen Verschwörer ihren größten Feinden, im Internet frei und weltweit „die Wahrheit“ zu verbreiten – obwohl sie das mit geringem Aufwand verhindern könnten?
Eines ist klar: Gäbe es allmächtige Verschwörungsmächte, die das Weltgeschehen nach Belieben steuern, sähe die Welt grundlegend anders aus. In einer solchen Welt gäbe es kaum ein freies, global zugängliches Internet. Warum sollten Unterdrücker und Ausbeuter es derr versklavten Menschheit ermöglichen, sich in Echtzeit zu vernetzen – und insbesondere jenen Menschen, die sich selbst als „Wahrheitswissende“ verstehen?
Während sich Verschwörungsaufdecker früher mühsam und zeitaufwendig über den Postweg austauschen mussten, können sie heute dank des Internets weltweit in Sekunden kommunizieren, Informationen verbreiten und ihren Widerstand koordinieren. Ironischerweise wäre genau das ein Geschenk der Verschwörungsmächte an ihre eigenen Gegner.
Die Selbstsabotage der Weltverschwörer
Es ist daher kaum nachvollziehbar, warum angebliche Weltverschwörer die Entstehung eines globalen Kommunikationsnetzes nicht verhindert haben sollen. Waren sie derart kurzsichtig, nicht zu erkennen, dass das Internet ihre Gegner stärkt, sie selbst jedoch schwächt?
Das Internet selbst bräuchten die Verschwörer ohnehin nicht. Man darf annehmen, dass sie längst über weit überlegene Kommunikationsmittel verfügen. Für sie hätte das Internet also keinen erkennbaren Nutzen.
Für die Verschwörungsaufdecker hingegen ist es von unschätzbarem Wert. Ohne Internet wäre ihre weltweite Community um ein Vielfaches kleiner, fragmentierter und weitgehend wirkungslos. Die Verbreitung ihrer „Wahrheiten“ wäre erheblich erschwert, ihr Einfluss marginal.
Verschwörungsgläubige sollten sich deshalb ernsthaft fragen, warum man sie gewähren lässt. Warum verhindert niemand ihre Online-Aktivitäten, warum werden ihre Inhalte nicht flächendeckend unterdrückt – wenn die angeblichen Verschwörer doch angeblich auch das Internet kontrollieren?
Das dumme und laienhafte Verhalten der Verschwörer
Das Verhalten der angeblichen Verschwörer wirkt bei genauer Betrachtung oft schlicht unlogisch. So handeln weder normale Menschen noch professionelle Kriminelle. Ihre angeblichen Aktionen erscheinen schlecht durchdacht, unnötig kompliziert und erstaunlich ineffizient.
Wäre ich ein Verschwörer, der beispielsweise den 82 Millionen Menschen in Deutschland einen mikroskopischen Chip (Corona) einpflanzen will, täte ich es so, dass es niemand mitkriegt (in Lebensmitteln, im Trinkwasser, in Medikamenten etc.). Denn ich würde natürlich wollen, dass alle Menschen den Chip bekommen und nicht nur die, die sich impfen lassen. Auch ein Impfzwang würde nicht verhindern, dass ein Teil der Bevölkerung sich der Impfung entzieht.
Und die Leute, auf die ich es ganz besonders abgesehen hätte (also die, die von mir und meinen Machenschaften wissen und mir deshalb gefährlich werden könnten), würde sich sowieso nicht impfen lassen.
Der Bevölkerung mit einer Impfung das Gift oder den Chip zu verabreichen, war also eine ziemlich dumme Idee.
Eine Kooperation zwischen Verschwörern und Verschwörungsaufdeckern?

Gestalten die Verschwörer ihre Verschwörungen womöglich absichtlich nie besonders raffiniert, damit sie aufgedeckt werden können? Arbeiten sie möglicherweise sogar mit den Verschwörungsaufdeckern zusammen? Sind Truther und Gleichgesinnte in Wahrheit – vielleicht ohne es selbst zu wissen – eine Art Außendienst der Verschwörungsmächte, deren Aufgabe es ist, die Öffentlichkeit von den wirklich relevanten Vorgängen abzulenken?
Auch wenn diese Überlegungen nicht ernst gemeint sind, liefern sie zumindest eine mögliche Erklärung für das widersprüchliche, ineffiziente und teils bizarre Verhalten, das sowohl den angeblichen Verschwörern als auch ihren selbsternannten Gegenspielern zugeschrieben wird.
Sie trauen sich nicht, ihre größten Feinde zu töten
An Skrupellosigkeit scheinen diese Verschwörer ebenfalls nicht zu leiden – zumindest theoretisch. Drogenkartelle oder mafiöse Organisationen zögern bekanntlich keine Sekunde, Menschen zu beseitigen oder „verschwinden zu lassen“, wenn sie als Bedrohung wahrgenommen werden.
Die angeblichen außerirdischen Invasoren oder allmächtigen Weltlenker hingegen, die laut Erzählung ohne Zögern Millionen oder gar Milliarden Menschen töten würden und im Vergleich zu denen selbst die Mafia wie ein Kindergarten erscheinen müsste, scheinen ausgerechnet vor einem Schritt zurückzuschrecken: der Beseitigung ihrer größten Gegner.
Dabei wäre es für sie ein Leichtes, jene Personen auszuschalten, die sie durchschaut haben und ihnen deshalb gefährlich werden könnten. Stattdessen lässt man sie gewähren, auftreten, publizieren und Anhänger sammeln.
Bekannte und einflussreiche Verschwörungsaufdecker wie Attila Hildmann, Xavier Naidoo, Ken Jebsen oder Christian Anders sollten sich daher ernsthaft fragen, warum sie noch leben. Wäre das, was sie behaupten, zutreffend, wären sie längst tot und – falls erforderlich – durch Doppelgänger ersetzt worden.
Macht der Macht wegen
Was hätten diese Verschwörer also von ihrer aufwendigen, zeit- und energieraubenden Verschwörungsarbeit? Ein besseres Leben wohl kaum. Mehr Geld ebenfalls nicht – davon hätten sie angeblich ohnehin genug, und zudem wäre Zahlungsmittel sowieso nichts anfangen können, da es letztendlich keinen wirklichen Wert besitzt (Geld kann jederzeit entwertet werden). Alles, worum es ihnen daher zu gehen scheint, ist Macht der Macht wegen.
Ein besonders anschauliches Beispiel ist die Reptiloiden-Verschwörung. Diese außerirdischen Wesen sollen seit Hunderttausenden von Jahren in menschlicher Gestalt die Geschicke der Welt lenken.
Als interstellare Spezies kamen sie aus einer Zivilisation, in der alles vorhanden war, was sich ein Lebewesen wünschen kann: keine Arbeit, keine Knappheit, keine sozialen Ungerechtigkeiten, keine politischen oder wirtschaftlichen Konflikte. Ein futuristisches Paradies, in dem jeder sein Leben frei und selbstbestimmt gestalten konnte – ohne Kriege, Hunger oder Neid.
Flucht aus dem zivilisatorischen Paradies
Doch dann verließen sie aus unerfindlichen Gründen dieses Paradies, um auf der Erde mit viel Arbeit und Stress eine Menschheit auszubeuten und zu versklaven, die es obendrein noch gar nicht richtig gab. Welchen Nutzen könnte eine Spezies, die alles erreicht hat, was es zu erreichen gibt, davon haben?
Allein diese Frage macht die behauptete Reptiloiden-Invasion sinnlos. Der einzig denkbare – wenn auch kindische und irrational wirkende – Beweggrund wäre das Streben nach Macht an sich.
Man manipuliert und dominiert andere demnach nicht, um sich zu bereichern oder das eigene Leben zu verbessern, sondern aus Überdruss oder Langeweile. Nicht, weil es notwendig wäre, sondern weil man es kann – und möglicherweise Vergnügen daran empfindet, andere zu täuschen, zu kontrollieren oder leiden zu lassen.
Für dieses zweifelhafte Vergnügen hätten diese Wesen also ihr paradiesisches Dasein aufgegeben.
Die Verschwörungsaufdecker: Von Freiheit, Offenheit und Selbstverantwortung in einer modernen Welt überfordert

In demokratischen, offenen und pluralistischen Gesellschaften lassen sich besonders viele Verschwörungsideologen, Truther, Infokrieger oder selbsternannte Verschwörungsaufdecker beobachten. In autoritären Staaten oder Diktaturen hingegen treten sie deutlich seltener in Erscheinung. Diese Diskrepanz ist erklärungsbedürftig.
In offenen Gesellschaften wird niemand daran gehindert, seine Meinung zu äußern – selbst dann nicht, wenn sie offenkundig unsinnig ist. Niemand schreibt vor, wie ein Leben zu führen ist, welche Überzeugungen erlaubt sind oder welche Deutungen der Welt akzeptiert werden müssen. Selbst der größte Unfug darf verbreitet werden, solange er nicht gegen fundamentale Gesetze verstößt.
Massenweise Freiheitsrechte
In Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern verfügen Menschen heute über ein Maß an individueller Freiheit, das historisch nahezu beispiellos ist. Jeder kann sein Leben im Rahmen der geltenden Gesetze weitgehend nach eigenen Vorstellungen gestalten. Wer das grundsätzlich bestreitet, ignoriert entweder die Realität oder verweigert sich ihr bewusst.
Eingeschränkt wird diese Freiheit lediglich dort, wo sie die Freiheit anderer verletzt: durch Gesetze gegen Diebstahl, Gewalt, Betrug, Verleumdung oder sexuelle Übergriffe. Diese Einschränkungen sind kein Zeichen von Unfreiheit, sondern ihre Voraussetzung.
Darüber hinaus besteht ein hohes Maß an sozialer Absicherung. Selbst Menschen, die sich dem Arbeitsleben weitgehend entziehen, werden nicht kriminalisiert, sondern materiell unterstützt. In kaum einer anderen Gesellschaft ist es so leicht möglich, sich der Verantwortung für das eigene Leben zumindest teilweise zu entziehen, ohne existenziell bedroht zu sein.
Sehnsucht nach einer autoritären Gesellschaft
Gerade diese Freiheit scheint es zu sein, mit der viele Verschwörungsaufdecker Schwierigkeiten haben. Eine offene Gesellschaft verlangt Eigenverantwortung, Selbstreflexion und die Fähigkeit, mit Unsicherheit, Ambivalenz und Kritik umzugehen.
In streng hierarchischen oder autoritären Systemen sind diese Fähigkeiten weniger gefragt. Dort ist das soziale Leben klar strukturiert, Rollen sind vorgegeben, Verantwortung wird delegiert – nach oben oder nach unten. Gehorsam und Konformität ersetzen Eigeninitiative und Selbstbestimmung.
Auffällig ist, dass viele Verschwörungsgläubige eine starke Affinität zu autoritären Weltbildern zeigen – sei es in politischer, religiöser oder kultureller Form. In solchen Systemen fühlen sie sich aufgehoben, weil sie Orientierung, einfache Erklärungen und klare Schuldzuweisungen bieten. Freiheit hingegen wirkt dort weniger befreiend als bedrohlich.
Verschwörungstheorien als Beziehungsersatz
Natürlich gibt es Ausnahmen. Dennoch fällt auf, dass viele Verschwörungsgläubige Schwierigkeiten haben, sich beruflich, sozial oder partnerschaftlich stabil zu etablieren. Ein erheblicher Teil von ihnen lebt sozial isoliert oder in prekären Verhältnissen. Der Verschwörungsglaube scheint hier häufig eine Lücke zu füllen – als Sinnstiftung, Identitätsanker und sozialer Ersatzraum.
Innerhalb dieses Weltbildes attestieren sie sich selbst einen überlegenen Verstand, der sie befähige, „hinter die Fassaden“ zu blicken. Diese Selbstzuschreibung kompensiert das Gefühl, im realen Leben wenig Anerkennung oder Erfolg zu erfahren.
Auffällig ist dabei mitunter eine Diskrepanz zwischen Selbstbild und Realität – etwa dann, wenn stark nationalistisch auftretende Personen ihre eigene Muttersprache nur unsicher beherrschen. Für sich genommen ist das belanglos, steht jedoch im Widerspruch zur behaupteten kulturellen und intellektuellen Überlegenheit.
Natürlich existieren auch hier Ausnahmen: insbesondere bei prominenten Figuren, Autoren oder Influencern, die gezielt Inhalte produzieren, welche die Erwartungen ihres Publikums bedienen.
Eine Verschwörung gegen die Verschwörungsaufdecker
Für diese Diskrepanz bieten sich – ironisch zugespitzt – zwei Erklärungen an:
A: Eine zusätzliche Verschwörung ist für die soziale und berufliche Abseitsstellung der meisten Verschwörungsaufdecker verantwortlich. Die Verschwörer sorgen im Geheimen dafür, dass ihre Gegner beruflich und sozial nicht auf die Füße kommen, damit diese sich nicht effektiv organisieren können. (Besser, einfacher und billiger wäre es allerdings, die primären Verschwörungen gleich profihaft durchzuführen, damit sie gar nicht erst verschleiert werden müssen.)
B: Die Verschwörungsaufdecker lehnen es bewusst ab, beruflich und sozial erfolgreich zu sein. Wenn sie wollten, könnten sie das natürlich, doch sie wissen, Bildung, soziale und berufliche Erfolge sind unwichtig und Zeitverschwendung, da all das sowieso nur Täuschung und Illusion ist.
Abseits der Ironie stellt sich jedoch eine nüchterne Frage: Was ist wahrscheinlicher? Dass sozial isolierte, oft von Neid und Ressentiments geprägte Menschen die Machenschaften allmächtiger Geheimorganisationen durchschauen. Oder dass Egozentrik und Selbstüberschätzung den Blick auf die eigenen Grenzen verstellen.
Dass Menschen ihre eigene Inkompetenz nicht erkennen und sich dennoch für besonders wissend halten, ist kein moralisches Urteil. Denn wem der eigene Mangel an Wissen nicht bewusst ist, hält sich schnell für wissend. Dieser Effekt ist bekannt.
Würde die Bevölkerung über das Trinkwasser vergiftet,dann könnte die Pharmazeutische Industrie,in dem Fall z.B.Pfizer,kein Geld mit dem Impfstoff verdienen.Ausserdem bringt man die Menschen dazu,sich das Gift via Impfung sogar freiwillig,bereitwillig spritzen zu lassen.Und das bis zu 4x.
Hä? Warum sollte man in dieser Situation noch Geld verdienen wollen bzw. warum sollte es in dieser Situation überhaupt noch ums Geldverdienen gehen? Was wollen die Pharmakonzerne denn mit ihrem Reichtum, wenn ihre Potenziellen Kunden alle tot sind?
Nur zu einem Teil. Es lassen sich ja nur die Schlafschafe impfen. Die Menschen, auf die es die Verschwörer wirklich abgesehen haben (Menschen wie dich, die den Verschwörern gefährlich werden könnte), werden von einer freiwilligen Impfung gar nicht erfasst.
Aus Sicht der Verschwörer wäre es also dumm, die Schlafschafe, die sie ja brauchen, weil sie von ihnen leben, umzubringen, ihrer Gegner aber die Möglichkeit geben, sich der Impfung, dem Gift oder Chip zu entziehen.
Auch das, was du in diesem Kommentar schreibst, ist viel zu kurz gedacht. Du hast es (wie alles, was du glaubst, denkst und meinst) irgendwo gelesen und glaubst es nur, weil es dir gefällt. Eine andere „Referenz“ zur Beweisführung deines Glauben hast du nicht und interessiert dich auch gar nicht: Dein Gefallen daran genügt dir als Echtheitsbeweis.