Außer­ir­di­sche


Ein Alien sitzt nachdenklich da und betrachtet sehnsüchtig die Erde.

Ali­ens in unse­rer Nach­bar­schaft

Dass es irgend­wo im Uni­ver­sum wei­te­re intel­li­gen­te Lebe­we­sen gibt, bezwei­felt heu­te kaum noch jemand. Selbst vie­le hoch­ran­gi­ge reli­giö­se Füh­rer haben mit die­ser Vor­stel­lung kein grund­sätz­li­ches Pro­blem mehr.

Die eigent­li­chen Fra­gen lau­ten daher: Wie häu­fig kommt Leben vor? Gibt es Leben in jeder Gala­xie? Ist Leben im Uni­ver­sum die Regel oder doch eher die Aus­nah­me? Selbst wenn sich in den aller­meis­ten Gala­xien kein Leben ent­wi­ckelt haben soll­te, wird es den­noch eini­ge geben, in denen dies der Fall ist. Dass die Erde der ein­zi­ge beleb­te Pla­net im gesam­ten Uni­ver­sum sein soll, erscheint kaum vor­stell­bar.

Die Wahr­schein­lich­keit, dass sich bereits vor Mil­li­ar­den Jah­ren intel­li­gen­tes Leben in rela­ti­ver Nähe zur Erde ent­wi­ckelt hat – etwa inner­halb eines Radi­us von 100 Licht­jah­ren, was bei einem durch­schnitt­li­chen Abstand von rund 6 Licht­jah­ren zwi­schen den Ster­nen etwa 4000 Son­nen­sys­te­men ent­spricht –, ist dabei deut­lich höher, als dass es sich exakt zeit­gleich mit dem Leben auf der Erde ent­wi­ckelt hat.

Der Grund dafür liegt in der räum­lich und zeit­lich weit­ge­hend gleich­mä­ßi­gen Ver­tei­lung geeig­ne­ter Bedin­gun­gen. Son­nen­sys­te­me mit dem Poten­zi­al zur Lebens­ent­ste­hung dürf­ten nur sel­ten gehäuft auf­tre­ten – es sei denn, es exis­tie­ren bis­lang unbe­kann­te Fak­to­ren, die sol­che Häu­fun­gen begüns­ti­gen. Wahr­schein­li­cher ist eine annä­hernd gleich­mä­ßi­ge Ver­tei­lung über Raum und Zeit.

Ent­spre­chend sel­ten dürf­ten Regio­nen sein, in denen inner­halb eines rela­tiv kur­zen Zeit­raums – etwa einer Mil­li­on Jah­re – in benach­bar­ten oder sehr nahen Son­nen­sys­te­men Leben ent­steht, das sich zudem mit ver­gleich­ba­rer Geschwin­dig­keit wei­ter­ent­wi­ckelt und des­halb unge­fähr zur sel­ben Zeit eine inter­pla­ne­ta­re Epo­che erreicht.

Noch schei­nen wir allei­ne zu sein

Soll­te es in der nähe­ren Umge­bung unse­res Son­nen­sys­tems eine wei­te­re Son­ne mit einem beleb­ten Pla­ne­ten geben, müss­te die SETI-For­schung die­se frü­her oder spä­ter ent­de­cken. Die Metho­den zur Ana­ly­se der Atmo­sphä­ren extra­so­la­rer Pla­ne­ten ent­wi­ckeln sich rasant wei­ter. Bis­lang deu­tet jedoch nichts dar­auf hin, dass die Mensch­heit einen sol­chen kos­mi­schen Nach­barn hat.

Soll­te es in unse­rer Regi­on der Milch­stra­ße den­noch ande­re Son­nen­sys­te­me mit beleb­ten Pla­ne­ten geben, befin­den sich die­se ent­we­der noch in einer prä­his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­pha­se – oder sie haben bereits eine inter­stel­la­re Stu­fe erreicht und sind für uns der­zeit nicht nach­weis­bar.

Ver­mu­tun­gen, Spe­ku­la­tio­nen, Hoch­rech­nun­gen

Neue­ren Schät­zun­gen zufol­ge könn­te es im Uni­ver­sum bis zu eine Bil­li­on Gala­xien geben (frü­he­re Schät­zun­gen gin­gen von etwa 200 Mil­li­ar­den aus). Unse­re eige­ne Gala­xie besteht aus rund 200 Mil­li­ar­den Ster­nen, und wenn man die­sen Wert grob als Durch­schnitt für ande­re Gala­xien annimmt, ergibt sich eine Gesamt­zahl von etwa 200 Tril­li­ar­den (200 000 000 000 000 000 000 000) Ster­nen.

Die meis­ten davon dürf­ten Pla­ne­ten­sys­te­me besit­zen. Vie­le die­ser Pla­ne­ten wer­den der Erde ähn­lich sein, und eini­ge wer­den ver­mut­lich sogar güns­ti­ge­re Vor­aus­set­zun­gen für die Ent­ste­hung von Leben bie­ten. In man­chen Son­nen­sys­te­men könn­ten sich meh­re­re lebens­freund­li­che Pla­ne­ten inner­halb der habi­ta­blen Zone befin­den.

Wahr­schein­lich gibt es auch Regio­nen im Uni­ver­sum, in denen es – zumin­dest zeit­wei­se – nur so von Leben wim­melt, wie es etwa in der Welt von Star Trek dar­ge­stellt wird. Die eigent­li­che Fra­ge lau­tet daher nicht, ob es außer­ir­di­sches Leben gibt, son­dern wie häu­fig es vor­kommt. Natür­lich kennt nie­mand die Ant­wort. Wir kön­nen ledig­lich ver­su­chen, die­sen Wert abzu­schät­zen – aus Neu­gier, aus Erkennt­nis­in­ter­es­se und nicht zuletzt aus spie­le­ri­scher Spe­ku­la­ti­on.

Metho­den zur Berech­nung außer­ir­di­scher Popu­la­tio­nen

Es gibt ver­schie­de­ne Ver­su­che, mit­hil­fe mathe­ma­ti­scher Glei­chun­gen die Anzahl außer­ir­di­scher Spe­zi­es in der Milch­stra­ße abzu­schät­zen. Die bekann­tes­te ist die Dra­ke-Glei­chung, die aus astro­no­mi­schen Kon­stan­ten und meh­re­ren schwer bestimm­ba­ren Varia­blen besteht.

Ob die­se Glei­chung zu sinn­vol­len Ergeb­nis­sen führt, ist aller­dings unklar. Bereits eine ein­zi­ge falsch ange­setz­te Varia­ble macht das End­ergeb­nis wert­los. Zudem weiß nie­mand, ob tat­säch­lich alle rele­van­ten Fak­to­ren berück­sich­tigt wer­den – oder ob wir womög­lich ent­schei­den­de Varia­blen noch gar nicht ken­nen.

Mei­ne eige­ne Metho­de zur Abschät­zung der Anzahl beleb­ter Pla­ne­ten ist deut­lich ein­fa­cher. Sie stützt sich aus­schließ­lich auf die weni­gen Daten, die wir tat­säch­lich haben – was zuge­ge­be­ner­ma­ßen nahe­zu nichts ist – und folgt ansons­ten logi­schen Über­le­gun­gen. Außer­dem zielt sie nicht nur auf intel­li­gen­te Spe­zi­es in der Milch­stra­ße ab, son­dern auf die Anzahl beleb­ter Pla­ne­ten im gesam­ten Uni­ver­sum.

Dabei bleibt bewusst unbe­rück­sich­tigt, wel­che For­men von Leben es geben könn­te. Wir ken­nen bis­lang nur koh­len­stoff­ba­sier­tes Leben, das auf Was­ser und Sau­er­stoff ange­wie­sen ist, und kön­nen uns alter­na­ti­ve Lebens­for­men nur sehr schwer vor­stel­len.

Eine gro­be Über­schlags­rech­nung in 5 Schrit­ten

1. Wir wis­sen mit Sicher­heit, dass sich auf min­des­tens einem Pla­ne­ten in die­ser Gala­xie Leben ent­wi­ckelt hat – näm­lich auf der Erde.

2. Es gibt kei­nen plau­si­blen Grund anzu­neh­men, dass das, was in unse­rer Gala­xie mög­lich ist, in ande­ren Gala­xien grund­sätz­lich unmög­lich sein soll­te.

3. Dar­aus folgt die Annah­me, dass es in jeder Gala­xie min­des­tens einen Pla­ne­ten gibt oder geben wird, auf dem sich Leben ent­wi­ckelt.

4. Die­ser eine Pla­net pro Gala­xie kann als äußerst vor­sich­ti­ger Min­dest- und zugleich als Durch­schnitts­wert inter­pre­tiert wer­den.

5. Bei etwa einer Bil­li­on Gala­xien ergibt sich somit eine Min­dest­zahl von einer Bil­li­on Son­nen­sys­te­men, in denen sich Leben ent­wi­ckelt hat oder noch ent­wi­ckeln wird.

Ungleich­mä­ßi­ge Ver­tei­lung

Auf­grund der zu erwar­ten­den Zufalls­ver­tei­lung wird es voll­stän­dig unbe­leb­te Gala­xien geben – und ande­re mit meh­re­ren oder sogar vie­len beleb­ten Pla­ne­ten. Eini­ge Gala­xie­ty­pen eig­nen sich mög­li­cher­wei­se schlech­ter zur Ent­ste­hung von Leben (etwa bestimm­te Kugel­ga­la­xien), wäh­rend ande­re güns­ti­ge­re Vor­aus­set­zun­gen bie­ten, etwa ver­gleichs­wei­se „auf­ge­räum­te“ Spi­ral­ga­la­xien wie die Milch­stra­ße.

Natür­lich kann die­se Annah­me falsch sein. Der tat­säch­li­che Durch­schnitts­wert könn­te bei zehn, hun­dert oder auch unter eins lie­gen. Intui­tiv erscheint jedoch ein Wert über eins plau­si­bel.

Dass es in der Milch­stra­ße aller­dings nur so von intel­li­gen­tem Leben wim­melt – wie in der fik­ti­ven Star-Trek-Welt –, hal­te ich für eher unwahr­schein­lich. Sicher aus­schlie­ßen lässt sich das jedoch nicht. Theo­re­tisch wäre sogar denk­bar, dass es Hun­der­te oder Tau­sen­de intel­li­gen­te Spe­zi­es in unse­rer Gala­xie gibt und die Mensch­heit zu den ers­ten gehört.

Wir wis­sen zudem nicht, ob sich das Leben auf der Erde früh oder spät ent­wi­ckelt hat. Mög­li­cher­wei­se gehört die Erde zu den ers­ten Pla­ne­ten, auf denen Leben ent­stan­den ist. Eben­so gut könn­ten wir aber Nach­züg­ler sein – und es exis­tiert anders­wo bereits seit Mil­lio­nen oder gar Mil­li­ar­den Jah­ren ein reger Aus­tausch zwi­schen frem­den Spe­zi­es.

All das macht es äußerst schwie­rig, die tat­säch­li­che Häu­fig­keit beleb­ter Pla­ne­ten in unse­rer Gala­xie rea­lis­tisch abzu­schät­zen.


Gefahr vor Außer­ir­di­schen


Die Erde in Weltraum. Ein riesiges Loch klafft in der Erde. Flüssiges Magma ist zu sehen. Über der Erde schweben riesige Raumschiffe.

Sie kom­men, um uns zu erobern

Oft wird die Befürch­tung geäu­ßert, Außer­ir­di­sche könn­ten eine Gefahr für die Mensch­heit dar­stel­len. Es wird vor ihnen gewarnt. Die­se Sor­ge fin­det sich nicht nur bei bestimm­ten Strö­mun­gen inner­halb der UFO-Gläu­bi­gen, son­dern auch bei eini­gen Wis­sen­schaft­lern – dar­un­ter etwa der inzwi­schen ver­stor­be­ne Phy­si­ker Ste­phen Haw­king.

Haw­king war zwei­fel­los ein bril­lan­ter Phy­si­ker. Das hat ihn jedoch nicht davor bewahrt, gele­gent­lich frag­wür­di­ge oder unre­flek­tier­te Aus­sa­gen zu tref­fen. Mög­li­cher­wei­se war sei­ne Vor­stel­lung von Außer­ir­di­schen stär­ker von popu­lä­rer Sci­ence-Fic­tion geprägt als von nüch­ter­nen Über­le­gun­gen. Sein Bei­spiel zeigt: Selbst hoch­in­tel­li­gen­te Men­schen äußern mit­un­ter erstaun­lich nai­ve Gedan­ken.

Zwi­chen­be­mer­kung zu Ste­phen Haw­king:
Haw­king äußer­te mehr­fach die Sor­ge, der Kon­takt mit außer­ir­di­schen Zivi­li­sa­tio­nen kön­ne für die Mensch­heit gefähr­lich sein. Er zog dabei einen Ver­gleich zur mensch­li­chen Geschich­te: Tech­no­lo­gisch über­le­ge­ne Kul­tu­ren hät­ten schwä­che­re oft aus­ge­beu­tet oder ver­nich­tet – und Außer­ir­di­sche könn­ten sich ähn­lich ver­hal­ten.

Die­se Argu­men­ta­ti­on wirkt auf den ers­ten Blick plau­si­bel, beruht jedoch auf einem grund­le­gen­den Denk­feh­ler: Sie pro­ji­ziert mensch­li­che Ver­hal­tens­mus­ter auf hypo­the­ti­sche, völ­lig frem­de Spe­zi­es. Kon­kur­renz, Expan­si­on und Gewalt wer­den still­schwei­gend als uni­ver­sel­le Eigen­schaf­ten intel­li­gen­ter Wesen vor­aus­ge­setzt. Dafür gibt es jedoch kei­ner­lei belast­ba­re Hin­wei­se.

Zudem setzt Haw­kings Argu­ment vor­aus, dass tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lung nicht zwangs­läu­fig mit einer ethi­schen oder sozia­len Wei­ter­ent­wick­lung ein­her­geht. Eine Zivi­li­sa­ti­on, die inter­stel­la­re Rei­sen ermög­licht, muss jedoch lang­fris­ti­ge Sta­bi­li­tät erreicht haben. Dau­er­haf­te Aggres­si­on, inter­ne Gewalt und unge­zü­gel­ter Macht­trieb wären mit hoher Wahr­schein­lich­keit selbst­zer­stö­re­risch und wür­den eine sol­che Ent­wick­lung ver­hin­dern.

Auch der häu­fig bemüh­te Kolo­nia­lis­mus-Ver­gleich ist pro­ble­ma­tisch. Mensch­li­che Expan­si­on war stets durch Res­sour­cen­knapp­heit, ter­ri­to­ria­le Begren­zung und bio­lo­gi­sche Bedürf­nis­se moti­viert. Für eine außer­ir­di­sche Zivi­li­sa­ti­on gel­ten die­se Bedin­gun­gen kaum: Roh­stof­fe sind im Uni­ver­sum prak­tisch unbe­grenzt ver­füg­bar, und die bio­lo­gi­sche Kom­pa­ti­bi­li­tät zwi­schen Spe­zi­es ist extrem unwahr­schein­lich.

Haw­kings War­nung sagt daher weni­ger über mög­li­che Außer­ir­di­sche aus als über die Mensch­heit selbst – über ihre Geschich­te, ihre Ängs­te und ihre Nei­gung, das eige­ne Ver­hal­ten zum Maß­stab des Uni­ver­sums zu erklä­ren.

So wird ernst­haft in Betracht gezo­gen oder sogar befürch­tet, außer­ir­di­sche Zivi­li­sa­tio­nen könn­ten trotz ihres hohen tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lungs­stands mora­lisch und ethisch eben­so pri­mi­tiv moti­viert sein wie wir.

Doch wie kommt man zu die­ser Annah­me? Die Ant­wort ist ein­fach: Wir schlie­ßen von uns auf ande­re. Seit Jahr­tau­sen­den über­fal­len wir uns gegen­sei­tig, rau­ben, ver­skla­ven und töten. Wir neh­men uns von ande­ren Men­schen, was wir brau­chen – oder zu brau­chen glau­ben. Das Leid der Opfer küm­mert uns wenig, denn es ist nicht unser eige­nes.

Vie­le Men­schen leben bis heu­te impli­zit nach dem Mot­to: Der Stär­ke­re hat recht. Der Rück­sichts­lo­se­re setzt sich durch. Ent­schei­dend ist allein, zu über­le­ben und sich zu behaup­ten. Die­ses Denk­mo­dell über­tra­gen wir dann nahe­zu auto­ma­tisch auf das gesam­te Uni­ver­sum.

Die Außer­ir­di­schen nach unse­rem Vor­bild

Da wir – die rund 200 Natio­nen der Erde – für­ein­an­der eine per­ma­nen­te poten­zi­el­le Bedro­hung dar­stel­len, unter­stel­len wir außer­ir­di­schen Zivi­li­sa­tio­nen das­sel­be aggres­si­ve und krie­ge­ri­sche Wesen. Wir machen es uns dabei, wie so oft, erstaun­lich ein­fach.

Anstatt uns mit unse­rer eige­nen Gewalt­ge­schich­te aus­ein­an­der­zu­set­zen, pro­ji­zie­ren wir die irdi­sche Situa­ti­on auf das Uni­ver­sum und erklä­ren sie kur­zer­hand zur kos­mi­schen Nor­ma­li­tät. Wenn Krieg, Aus­beu­tung und Ver­skla­vung angeb­lich uni­ver­sel­le Prin­zi­pi­en sind, müs­sen wir uns nicht ändern. Mehr noch: Ver­än­de­rung erschie­ne dann sogar naiv oder gefähr­lich.

Indem wir das Uni­ver­sum zu einem all­ge­gen­wär­ti­gen Kriegs­schau­platz erklä­ren – wie es in unzäh­li­gen Sci­ence-Fic­tion-Fil­men und ‑Seri­en geschieht –, rela­ti­vie­ren und ver­harm­lo­sen wir unse­ren eige­nen Hang zu Gewalt. Die Außer­ir­di­schen sind in die­sen Erzäh­lun­gen letzt­lich nur des­halb krie­ge­risch und hin­ter­lis­tig, weil wir es sind – und weil wir es zum Teil auch blei­ben wol­len.

Außer­ir­di­sche in unse­ren Sci­ence-Fic­tion-Fil­men

In der Welt von Star Trek hat die Mensch­heit im 24. Jahr­hun­dert ihre grund­le­gen­den Pro­ble­me über­wun­den. Sie hat sich glo­ba­li­siert, Ras­sis­mus und ähn­li­che „Kin­der­krank­hei­ten“ hin­ter sich gelas­sen. Krie­ge und Hun­gers­nö­te exis­tie­ren auf der Erde nicht mehr, und die Mensch­heit lebt in Frie­den, Har­mo­nie und kul­tu­rel­ler Ent­fal­tung.

Gleich­zei­tig wim­melt es in der Milch­stra­ße nur so von krie­ge­ri­schen Spe­zi­es. Die­se ver­fol­gen meist nur ein Ziel: ande­re Wel­ten zu erobern, zu unter­wer­fen oder aus­zu­beu­ten. Das Sze­na­rio erin­nert auf­fal­lend an das irdi­sche Mit­tel­al­ter, in dem Krieg fast schon als trans­na­tio­na­les Ritu­al galt – selbst­ver­ständ­lich, all­ge­gen­wär­tig und kaum hin­ter­fragt.

In unse­ren Sci­ence-Fic­tion-Erzäh­lun­gen sind unse­re Geg­ner nicht mehr ande­re Men­schen oder Natio­nen, son­dern frem­de Spe­zi­es. Abge­se­hen von futu­ris­ti­scher Tech­no­lo­gie ist das der ent­schei­den­de Unter­schied zur Gegen­wart.

Die Guten da drau­ßen sind wir

In vie­len Sci­ence-Fic­tion-Fil­men erschei­nen Außer­ir­di­sche als krie­ge­risch, räu­be­risch, ver­lo­gen oder grau­sam – wäh­rend wir selbst als die mora­lisch Über­le­ge­nen dar­ge­stellt wer­den. Aus­nah­men sind sel­ten.

Soll­te es jedoch tat­säch­lich außer­ir­di­sche Besu­cher geben, gäbe es wenig Grund zur Annah­me, sie sei­en eben­so destruk­tiv wie wir. Denn sie hät­ten bereits über­wun­den – und über­lebt –, wor­an die Mensch­heit mög­li­cher­wei­se noch schei­tern könn­te.

Das ist zwar spe­ku­la­tiv, aber nicht unbe­grün­det: Eine Zivi­li­sa­ti­on, die inter­stel­la­re Rei­sen ermög­licht, muss zwangs­läu­fig inne­re Kon­flik­te, Selbst­zer­stö­rung und per­ma­nen­te Gewalt hin­ter sich gelas­sen haben. Dar­aus folgt: Sol­che Wesen wären mora­lisch und ethisch mit hoher Wahr­schein­lich­keit deut­lich wei­ter ent­wi­ckelt als wir – und könn­ten daher schon wesens­be­dingt kein Inter­es­se mehr an Krieg, Aus­beu­tung oder Ver­skla­vung haben.


Galak­ti­sche Aus­beu­ter und Skla­ven­hal­ter


Eine in seltsamem Licht gehüllte Gestalt sitzt in einem Sessel auf einer Wiese. Eine Art UFO mit einem Gehirn schwebt über seinem Kopf und bestrahlt ihn mit einem seltsamen Licht.

Wir erschaf­fen nicht nur unse­re Göt­ter nach unse­rem eige­nen Vor­bild, son­dern auch unse­re Außer­ir­di­schen.

Wir erschaf­fen nicht nur unse­re Göt­ter nach unse­rem eige­nen Vor­bild, son­dern auch unse­re Außer­ir­di­schen.
Unse­re Göt­ter sind stra­fend, beloh­nend, gewalt­tä­tig und will­kür­lich, weil wir selbst stra­fend, beloh­nend, gewalt­tä­tig und will­kür­lich sind. Wären wir über­wie­gend fried­li­che, koope­ra­ti­ve und wohl­wol­len­de Wesen, wären es auch unse­re Göt­ter.

Das­sel­be gilt für die Außer­ir­di­schen in unse­ren Fil­men, Roma­nen und Mythen. Sie sind tyran­nisch, grau­sam oder aus­beu­te­risch, weil wir es waren – und in Tei­len noch immer sind.

Ver­suchs­ka­nin­chen der Außer­ir­di­schen

Ein weit ver­brei­te­ter Gedan­ke lau­tet: Außer­ir­di­sche stün­den in ihrer Ent­wick­lung so weit über uns, wie wir über den Tie­ren. Ent­spre­chend hät­ten wir für sie den Sta­tus von Ver­suchs­tie­ren. Da wir Tie­re als Ver­suchs­ob­jek­te benut­zen, wür­den sie mit uns eben­so ver­fah­ren. Die­ser Ver­gleich ist jedoch aus min­des­tens zwei Grün­den nicht halt­bar.

Ers­tens:
Soll­ten außer­ir­di­sche Wesen tat­säch­lich so weit ent­wi­ckelt sein – und davon ist aus­zu­ge­hen, wenn sie inter­stel­la­re Rei­sen beherr­schen –, wür­den sie sich gera­de nicht wie wir ver­hal­ten. Es wäre ein ekla­tan­ter Wider­spruch, anzu­neh­men, hoch ent­wi­ckel­te Wesen wür­den die­sel­ben pri­mi­ti­ven Mus­ter repro­du­zie­ren, die wir selbst noch nicht über­wun­den haben.

Zwei­tens:
Auch auf der Erde gibt es noch indi­ge­ne Völ­ker, die weit­ge­hend von unse­rer Zivi­li­sa­ti­on abge­schnit­ten sind und tech­no­lo­gisch auf dem Niveau der Stein­zeit leben. Unse­re Tech­nik muss auf sie beim ers­ten Kon­takt wie Magie wir­ken.

Trotz­dem sind die­se Men­schen uns geis­tig kei­nes­wegs unter­le­gen. Sie besit­zen die­sel­be Lern­fä­hig­keit wie jeder ande­re Mensch. Wür­de man eines ihrer Kin­der auf eine moder­ne Schu­le schi­cken – was durch­aus schon vor­ge­kom­men ist –, könn­te es genau­so leicht oder schwer ler­nen wie jedes ande­re Kind. Mit Tie­ren wäre das unmög­lich.

Der Unter­schied zwi­schen Men­schen und Ali­ens ist nur rela­tiv

Ganz ähn­lich wür­de es einem Men­schen­kind erge­hen, könn­te man es auf eine Schu­le außer­ir­di­scher Wesen schi­cken. Es wäre mit hoher Wahr­schein­lich­keit eben­so lern­fä­hig wie ein Ali­en-Kind – denn Men­schen sind kei­ne Tie­re.

Der Unter­schied zwi­schen Mensch und Tier ist grund­sätz­lich. Der Unter­schied zwi­schen Mensch und hoch ent­wi­ckel­ten Außer­ir­di­schen hin­ge­gen ist nur rela­tiv. Sie wären wei­ter ent­wi­ckelt als wir – das ist alles. Irgend­wann wer­den auch wir die­sen Ent­wick­lungs­stand errei­chen, viel­leicht in zehn- oder zwan­zig­tau­send Jah­ren, mög­li­cher­wei­se sogar frü­her. Unse­re Tie­re hin­ge­gen wer­den dann noch genau­so sein wie heu­te.

Wenn ein Stein­zeit­mensch prin­zi­pi­ell in der Lage ist, moder­ne Mathe­ma­tik und Natur­wis­sen­schaf­ten zu ver­ste­hen, dann ist auch ein moder­ner Mensch prin­zi­pi­ell in der Lage, die Phy­sik einer außer­ir­di­schen Zivi­li­sa­ti­on zu begrei­fen.
Des­halb wären Men­schen für Außer­ir­di­sche nie­mals das, was Tie­re für uns sind.

Hin­zu kommt: Es spricht vie­les dafür, dass hoch ent­wi­ckel­te außer­ir­di­sche Zivi­li­sa­tio­nen selbst Tie­re nicht als Ver­suchs­ob­jek­te benut­zen wür­den. Auch hier soll­te man sich fra­gen: War­um soll­ten sie das tun? Etwa des­halb, weil wir es tun?


Auf der Suche nach Boden­schät­zen


Mit­un­ter wird auch behaup­tet, Außer­ir­di­sche kämen zur Erde, um Boden­schät­ze zu steh­len – etwa Metal­le wie Gold. Die­se Vor­stel­lung ist bei nähe­rer Betrach­tung schlicht absurd.

Die Erde ist mit Sicher­heit nicht der ein­zi­ge Pla­net in der Milch­stra­ße, der über Boden­schät­ze ver­fügt. Wahr­schein­lich besit­zen unzäh­li­ge Pla­ne­ten mit fes­ter Ober­flä­che Metal­le und ande­re Res­sour­cen. Hin­zu kom­men Aste­ro­iden, die eben­falls reich an Erzen und Mine­ra­li­en sein dürf­ten.

Soll­ten außer­ir­di­sche Zivi­li­sa­tio­nen an Roh­stof­fen inter­es­siert sein, wür­den sie die­se mit Sicher­heit nicht auf der Erde abbau­en. Einen Aste­ro­iden aus­zu­beu­ten oder einen unbe­wohn­ten Pla­ne­ten zu erschlie­ßen ist ungleich ein­fa­cher, effi­zi­en­ter und risi­ko­frei­er, als heim­lich die Bevöl­ke­rung eines bewohn­ten Pla­ne­ten zu mani­pu­lie­ren – nur um an Res­sour­cen zu gelan­gen, die anders­wo frei ver­füg­bar sind.

Auch hier pro­ji­zie­ren wir unse­re eige­nen destruk­ti­ven Mus­ter ins All: Wir beu­ten ande­re Län­der und Völ­ker aus – also müs­sen Außer­ir­di­sche das eben­falls tun.

Wenn über­haupt eine Gefahr von außer­ir­di­schen Besu­chern aus­ge­hen könn­te, dann höchs­tens unbe­ab­sich­tigt: etwa durch die Ein­schlep­pung eines Virus oder Bak­te­ri­ums, mit dem das irdi­sche Leben nicht umge­hen kann.

Doch auch hier spricht alles dafür, dass hoch ent­wi­ckel­te Besu­cher sich die­ser Gefahr bewusst wären und ent­spre­chend vor­sich­tig vor­gin­gen. Auch wir ach­ten bereits heu­te dar­auf, beim Betre­ten ande­rer Him­mels­kör­per kei­ne bio­lo­gi­schen Stof­fe ein­zu­schlep­pen.

Moral und Ethik der Ali­ens

Gele­gent­lich liest oder hört man, eine Wei­ter­ent­wick­lung der mensch­li­chen Moral und Ethik sei blo­ße Illu­si­on oder Wunsch­den­ken. Der Mensch blei­be letzt­lich immer ein Raub­tier, denn das Leben sei ein ewi­ger Über­le­bens­kampf. Wer das Gegen­teil behaup­tet, gilt schnell als naiv oder wird als „Gut­mensch“ belä­chelt. Ent­wick­lungs­skep­ti­ker argu­men­tie­ren etwa so:

Es gebe kei­nen Grund anzu­neh­men, die Mensch­heit kön­ne sich in den kom­men­den Jahr­hun­der­ten oder Jahr­tau­sen­den grund­le­gend ethisch wei­ter­ent­wi­ckeln. Das habe sie in den letz­ten 2000 Jah­ren schließ­lich auch nicht getan – oder nur unwe­sent­lich. Ent­spre­chend kön­ne man auch von Außer­ir­di­schen nichts ande­res erwar­ten.

Die­se Sicht­wei­se wirkt auf den ers­ten Blick rea­lis­tisch, ist bei genaue­rem Hin­se­hen jedoch vor­ei­lig. Ver­gleicht man die Ent­wick­lung der Mensch­heit mit der Ent­wick­lung eines ein­zel­nen Men­schen, ergibt sich ein ande­res Bild. Men­schen durch­lau­fen meh­re­re Pha­sen: Säug­ling, Klein­kind, Kind, Jugend­li­cher, Erwach­se­ner und Greis.

In jeder die­ser Pha­sen ver­fü­gen wir über einen bestimm­ten Grad geis­ti­ger und emo­tio­na­ler Rei­fe. Jugend­li­che ver­hal­ten sich häu­fig unreif – aus Über­mut, Unwis­sen­heit oder man­geln­der Erfah­rung. Als Erwach­se­ne tun wir das meist nicht mehr, weil wir dazu­ge­lernt haben. Und im hohen Alter bli­cken vie­le von uns kopf­schüt­telnd auf ihre frü­he­re Dumm­heit zurück.

Die letz­ten bei­den Pha­sen – Erwach­se­ner und Greis – sind selbst­ver­ständ­lich spe­ku­la­tiv. Sie las­sen sich jedoch plau­si­bel aus den vor­her­ge­hen­den Ent­wick­lungs­stu­fen ablei­ten. Die Tabel­le erhebt kei­nen Anspruch auf wis­sen­schaft­li­che Genau­ig­keit. Sie ist ein intui­ti­ver Ent­wurf, der ledig­lich das Fort­schrei­ten kol­lek­ti­ver Ent­wick­lung skiz­ziert.

Ent­wi­ckelt sich der »Orga­nis­mus Mensch­heit« also nor­mal wei­ter, wer­den wir uns in ein paar Tau­send Jah­ren mit hoher Wahr­schein­lich­keit nicht mehr bekämp­fen, aus­rau­ben, ver­skla­ven, aus­beu­ten und betrü­gen. Ein Sze­na­rio wie etwa in Star Wars, in dem man sich in fer­ner Zukunft noch immer nach dem Vor­bild heu­ti­ger Kon­flik­te bekriegt, ist des­halb äußerst unwahr­schein­lich.


Räum­li­che und zeit­li­che Distan­zen zwi­schen den Wel­ten


Intel­li­gen­tes Leben in ver­schie­de­nen Son­nen­sys­te­men die­ser Gala­xie muss sich kei­nes­wegs zwangs­läu­fig begeg­nen. Sehr viel wahr­schein­li­cher ist, dass sei­ne Ent­ste­hung zeit­lich weit aus­ein­an­der­liegt. Auf man­chen Pla­ne­ten könn­te sich bereits vor Mil­li­ar­den Jah­ren intel­li­gen­tes Leben ent­wi­ckelt haben, auf ande­ren mög­li­cher­wei­se erst in ein paar Mil­li­ar­den Jah­ren.

Die Wahr­schein­lich­keit, dass sich in zwei benach­bar­ten Son­nen­sys­te­men nahe­zu gleich­zei­tig intel­li­gen­tes Leben ent­wi­ckelt, ist daher äußerst gering. Ganz aus­schlie­ßen lässt sich ein sol­ches Sze­na­rio zwar nicht, doch es wäre eine sel­te­ne Aus­nah­me – es sei denn, es exis­tie­ren bis­lang unbe­kann­te Fak­to­ren, die eine sol­che zeit­li­che Syn­chro­ni­sa­ti­on begüns­ti­gen.

Was wir drin­gend begrei­fen müs­sen

Eine intel­li­gen­te Spe­zi­es, die ihrer Ent­wick­lung bei­spiels­wei­se schon vor einer Mil­li­on Jah­ren dort war, wo die Mensch­heit erst heu­te steht, ist im eigent­li­chen Sin­ne kei­ne „Zivi­li­sa­ti­on“ mehr. Sie ist etwas grund­le­gend ande­res – etwas, das von uns nicht mehr ver­stan­den wer­den kann.

Unse­re eige­ne Zivi­li­sa­ti­on hat sich in gera­de ein­mal etwa 10000 Jah­ren von stein­zeit­li­chen Gesell­schaf­ten zur heu­ti­gen Welt ent­wi­ckelt. Schon in weni­gen wei­te­ren Tau­send Jah­ren dürf­te uns unse­re gegen­wär­ti­ge Lebens­wei­se so pri­mi­tiv erschei­nen, wie uns heu­te das Mit­tel­al­ter erscheint.

In einer Mil­li­on Jah­ren jedoch – vor­aus­ge­setzt, es gibt uns dann über­haupt noch – wird nichts mehr von dem exis­tie­ren, was den Men­schen heu­te defi­niert. Es wird kei­ne Städ­te mehr geben, kei­ne Arbeit im heu­ti­gen Sinn, kei­ne Kon­su­men­ten, kei­ne sozia­len Struk­tu­ren, wie wir sie ken­nen. Alles, was wir heu­te unter „Mensch­sein“ ver­ste­hen, wird ver­schwun­den sein. Davon kann man mit hoher Wahr­schein­lich­keit aus­ge­hen. Es gibt kei­nen plau­si­blen Grund anzu­neh­men, dass unse­re Wei­ter­ent­wick­lung plötz­lich zum Still­stand käme oder wie­der in jenen extrem lang­sa­men Modus zurück­fie­le, der für die Prä­his­to­rie typisch war – als hun­dert­tau­send Jah­re ver­gin­gen, um eine etwas bes­se­re Stein­klin­ge her­zu­stel­len.

Dar­aus folgt: Wenn es in unse­rer Regi­on der Milch­stra­ße eine außer­ir­di­sche Spe­zi­es gibt, die bereits die inter­stel­la­re Pha­se erreicht hat, dann hat sie mit dem, was wir unter einer Zivi­li­sa­ti­on ver­ste­hen, höchst­wahr­schein­lich nichts mehr gemein.

Das wie­der­um bedeu­tet: Sol­che Wesen wür­den nicht zur Erde kom­men, um Men­schen zu ent­füh­ren oder mit ihnen Expe­ri­men­te anzu­stel­len. Es gibt schlicht kei­nen nach­voll­zieh­ba­ren Grund dafür. War­um soll­ten sie das tun? Etwa, weil wir es tun wür­den, wären wir an ihrer Stel­le oder ver­füg­ten über ihre Mög­lich­kei­ten?

Die­se Über­le­gun­gen las­sen bewusst offen, wie Distan­zen zwi­schen den Wel­ten über­haupt über­wun­den wer­den könn­ten. Ob durch hypo­the­ti­sche über­licht­schnel­le Antrie­be, durch Kon­zep­te wie den Warp-Antrieb oder mit­hil­fe eben­so spe­ku­la­ti­ver Wurm­lö­cher, ist hier uner­heb­lich. Das wäre eine Spe­ku­la­ti­on zu viel.

Schluss­be­mer­kung:
Viel­leicht sind Außer­ir­di­sche des­halb kei­ne Bedro­hung für uns, weil sie längst auf­ge­hört haben, so zu den­ken wie wir.
Und viel­leicht ist die eigent­li­che Fra­ge nicht, ob sie uns gefähr­lich wer­den könn­ten – son­dern war­um wir uns das so hart­nä­ckig wün­schen.


UFOS


Letz­te Ände­rung am 9 Apr. 2026 von Micha­el

5 Gedanken zu „Außer­ir­di­sche“

  1. Man darf aller­dings nicht aus­ser­acht las­sen, dass auch bei ange­nom­me­ner Fried­lich­keit aus­ser­ir­di­scher Spe­zi­es eine Gefahr für das Ueber­le­ben der Mensch­heit bei Kon­takt besteht. Man sieht dass dar­in dass auch der fried­lichs­te Gut­mensch auf der Erde auf ande­re Spe­zi­es ohne Absicht einen ver­nich­ten­den Ein­fluss haben kann. Ich glau­be Ste­phen Haw­kins war dass bewusst.

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    • Ich ver­mu­te, du meinst das in dem Sinn, dass die von Ali­ens aus­ge­hen­de Gefahr nicht unbe­dingt Inva­si­on, Krieg und Aus­beu­tung sein müs­sen. Es gibt auch die Gefahr, dass sie unbe­kann­te Viren oder Bak­te­ri­en ein­schlep­pen, gegen die unser Immun­sys­tem macht­los ist. Oder es könn­te auch einen kul­tu­rel­len Schock geben: Die Außer­ir­di­schen kon­fron­tie­ren die Mensch­heit mit neu­en Din­gen und neu­em Wis­sen, was sie über­for­dert und in eine gro­ße Kri­se führt.

      Dan­ke für den Hin­weis. Ich wer­de die­se Asso­zia­ti­on dem Text hin­zu­fü­gen (falls ich es noch nicht getan habe).

      In dem Spie­gel-Arti­kel, in dem Haw­king vor Außer­ir­di­schen warnt, steht aber schon, das er Plün­de­rung, Zer­stö­rung, Inva­si­on und Ähn­li­ches meint – nicht etwa eine ver­se­hent­li­che bio­lo­gi­sche Kon­ta­mi­na­ti­on oder einen Kul­tur­schock. Nach wie vor mei­ne ich: Haw­king hat Blöd­sinn gere­det. Die ein­zi­ge Gefahr, die ich sehe, ist die­se Art der Den­ke. Sie redu­ziert das Uni­ver­sum letzt­end­lich auf einen Kriegs­schau­platz. Fan­ta­sie­voll ist das nicht.

      Wir dür­fen nicht glau­ben, nur weil ein Mensch ein exzel­len­ter theo­re­ti­sche Phy­sik und Mathe­ma­ti­ker ist, ist er auto­ma­tisch auch ein guter Phi­lo­soph oder Anthro­po­lo­ge bzw. gene­rell ein guter „Den­ker“. Das eine hat mit dem ande­ren nichts zu tun.

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  2. Es ist erstaunlich,wie sehr Hol­ly­wood unse­re Vor­stel­lung von Ali­ens prägt.Auch hat sich das Aus­se­hen im Lauf der Film­ge­schich­te dras­tisch gewandelt.Persönlich fin­de ich die Dar­stel­lung in dem Film „Cont­act“ am besten.Aber auch in „Der grü­ne Pla­net“ ist die Dar­stel­lung sehr gelungen.Mit sicher­heit gibt es Zivi­li­sa­tio­nen in den unter­schied­lichs­ten Ent­wick­lungs­stu­fen und Formen.Ob das Leben auf der Erde sich jemals so ver­än­dern wird,dass es dazu fähig sein wird, Flug­ge­rä­te zu gestalten,die für inter­stel­la­res Rei­sen geeig­net sind? Viel­leicht ist der Pla­net Erde so wie er ist,nur eine Station,die zur Wei­ter­ent­wick­lung des Geis­tes dient.Je nachdem,wie sehr sich unser Geist an die mate­ri­el­le Welt anheftet,desto län­ger braucht er,um sich davon zu lösen.
    Tie­re ent­wi­ckeln sich des­halb nicht weiter,weil sie für das,was sie sein sollen,perfekt ent­wi­ckelt sind.Sie wis­sen das,was für ihr über­le­ben not­wen­dig ist.Ausgenommen sind Tiere,die domes­ti­ziert sind.
    Ob es für Besu­cher aus dem All über­haupt mög­lich ist mit uns in direk­ten Kon­takt zu tre­ten? Was: Wenn die Atmo­sphä­re durch unse­re Gedan­ken so ver­gif­tet ist,dass es für Erd­frem­de hier gar nicht aus­zu­hal­ten ist?

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    • Tie­re ent­wi­ckeln sich des­halb nicht wei­ter, weil sie für das, was sie sein sol­len, per­fekt ent­wi­ckelt sind.“
      Echt jetzt?
      Die Natur, ja: das Uni­ver­sum, ist doch dyna­misch, nicht sta­tisch.

      Es gibt zum Bei­spiel Tie­re, die auf Inseln gelangt sind und die sich dort den Gege­ben­hei­ten ange­passt haben. Dadurch hat sich aus der ursprüng­li­chen Art eine neue Unter­art ent­wi­ckelt. – Das ist jetzt aber nicht etwas, was ein­ma­lig statt­ge­fun­den hat und nie wie­der pas­siert, son­dern das geschieht stän­dig.

      Es gelan­gen Lebe­we­sen in neue Umge­bun­gen / in neue Situa­tio­nen und pas­sen sich an.

      Sogar „pri­mi­ti­ve“ Mücken pas­sen sich an! In Gegen­den, wo gegen die Anophe­les­mü­cke mit Insek­ti­zi­den imprä­gnier­te Mos­ki­to­net­ze ver­wen­det wer­den, ver­scho­ben die Mücken ihre Flug­zei­ten von der Nacht auf die Tages­rand­zei­ten. (nach dem Mot­to: Räu­ber folgt Beu­te.)

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