Dumm­heit und Angst

Dumm­heit und Angst


Furcht vor dem Neu­en und Frem­den

Solan­ge wir uns nur aus Ver­nunft­grün­den fried­lich und freund­lich ver­hal­ten, wird es immer wie­der krie­ge­ri­sche Kon­flik­te zwi­schen den Natio­nen geben. Unse­re Fried­lich­keit muss einem inne­ren Bedürf­nis ent­sprin­gen, muss weni­ger künst­lich sein, damit sie dau­er­haft ist. Zu die­ser Ein­sicht sind wir nur sel­ten fähig, denn Dumm­hei­ten und Ängs­te der unter­schied­lichs­ten Kate­go­ri­en haben unse­ren Ver­stand ver­ne­belt und auch kor­rum­piert.

Wir haben Angst, unse­ren und den Ansprü­chen der ande­ren nicht zu genü­gen. Angst vor der Mei­nung ande­rer, die uns ver­let­zen kön­nen, auch wenn wir es nicht zuge­ben kön­nen oder wol­len, denn die­ses unrei­fe Ver­hal­ten ist uns pein­lich. Wir haben all­ge­mein Angst vor Ver­än­de­run­gen, denn die­se bedeu­ten Unsi­cher­heit. Der stän­di­ge Ver­such, unse­ren eige­nen Ansprü­chen und dem gesell­schaft­li­chen Lebens- und Leis­tungs­druck gerecht zu wer­den, machen es uns unmög­lich ruhig und ent­spannt unser Leben wahr­zu­neh­men. Dar­um ver­hal­ten wir uns oft dumm.

Ein dunkler Haufen von vergessenen Dingen, die uns den Blick auf den offenen Himmel versperren.Die gesell­schaft­li­chen Kon­ven­tio­nen sind uns wich­ti­ger als unser Leben. Wir ver­leug­nen unser inne­res Sein, neh­men uns die Mög­lich­keit zu wach­sen und mer­ken es nicht.

Des­we­gen ent­wi­ckeln wir uns lebens­lang kaum wei­ter, denn der selbst ver­schul­de­te Stress, der Druck des sozia­len Lebens, aber auch man­gel­haf­ter Wil­le, neh­men uns den Raum für die­se Mög­lich­keit. Letzt­end­lich liegt es aber an uns selbst, denn in unse­rer Bla­se aus immer wie­der­keh­ren­den Abläu­fen ist es bequem und alles bleibt so, wie wir es gewohnt sind.

Wir müs­sen die Bla­se auf­ste­chen. Mit etwas Mut wird es uns dann gelin­gen, die Angst vor etwas zu ver­lie­ren, das sowie­so nie eine Bedro­hung war.


6 Gedanken zu “Dumm­heit und Angst”

  1. Ich glau­be kaum das es an uns liegt, son­dern dar­an das wir in einem Sys­tem leben und wir nicht dar­aus kom­men, egal wo wir auf der Welt sind.

    • Ja klar, immer ist etwas ande­res Schuld. Ent­we­der sind es die Aus­län­der, die Juden, die Sys­te­me, die kor­rup­te Eli­te in Poli­tik und Wirt­schaft. Die Men­schen, also wir, die das alles initi­iert haben, sind hin­ge­gen unschul­dig. Wie prak­tisch!

      Aber dass es die­ses Sys­tem gibt, ist unser Werk — es wur­de uns nicht auf­ge­zwun­gen. Wir erschaf­fen Sys­te­me, die sich im Nach­hin­ein als unge­recht erwei­sen, und beschwe­ren uns dann: Die Sys­te­me sind schuld für die Miss­stän­de — wir nicht! Das fin­de ich schon etwas schi­zo­phren. Wir geben unse­rer Schöp­fung die Schuld, weil wir nicht ein­se­hen wol­len, dass alles Übel in der Welt auf unser Ver­hal­ten zurück­zu­füh­ren ist. Doch man kann sich auch in einem fal­schen, kor­rup­ten Sys­tem rich­tig ver­hal­ten.

      Wenn wir uns also dumm, ver­ant­wor­tungs­los oder ego­is­tisch ver­hal­ten, dann nicht, weil das Sys­tem uns die­ses Ver­hal­ten abver­langt oder auf­zwingt, son­dern weil wir dumm, ver­ant­wor­tungs­los und oppor­tu­nis­tisch sind. Denn ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler, cou­ra­gier­ter Mensch ver­hält sich auch in einem fal­schen oder schlech­ten Sys­tem rich­tig.

      Gute, ehr­li­che und freund­li­che Men­schen brau­chen kein gutes Sys­tem um sich rich­tig zu ver­hal­ten. Wenn wir nur dann gut sein kön­nen, wenn das Sys­tem es uns erlaubt, ist unser Gut­sein lei­der nicht viel wert.

  2. Man muss den­noch auf die Wort­be­deu­tung ach­ten, denn WIR umfasst ALLE aber ALLE sind nicht an schlech­ten Sys­te­men Schuld oder durch sich selbst schul­dig. Sys­te­me wie Han­del, Waren­her­stel­lung oder auch Büro­kra­tie sind durch die Lei­sungs­an­bie­ter (Ämter, Händ­ler, Indus­trie und Han­del) ent­stan­den die im lau­fe der Zeit immer ande­re Ide­en hat­ten um etwas zu ver­bes­sern, oder zu ver­su­chen zu ver­bes­sern. Beim Bil­dungs­sys­tem weiß man seit lan­gem, dass das dar­in ent­hal­te­ne Noten­sys­te­me dik­ta­to­risch ist und dis­kri­mi­nie­rend. Abge­se­hen davon dass Schu­le nicht immer die Spek­tren des Lebens behan­deln. Habe nie gelernt wie man juris­tisch vor­ge­hen kann, wie man im Wald über­le­ben kann, wie man krea­ti­ve Pro­blem­lö­sun­gen ent­wi­ckelt, wur­de nie in Bega­bun­gen spe­zia­li­siert, ein­fach nur Ein­heits­brei. Angst und Dumm­heit, Angst dabei am schnells­ten zu erzeu­gen, wäh­rend Dumm­heit meis­tens ein Resul­tat ist, viel­leicht aus schlech­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on. Fak­ti­sches Wis­sen ist mit ein Pro­blem sowie auch Kom­mu­ni­ka­ti­on unter­ein­an­der. Man kann fast behaup­ten dass die­ser Kom­plex pas­sie­ren muss­te weil der Mensch nicht per­fekt ist. Herr­schen­de Geld­sys­te­me haben schon längst bes­se­re alter­na­ti­ven doch der Gott des Gel­des lässt nicht mit sich reden.

    Der Mensch denkt als Indi­vi­du­um nicht als Spe­zi­es. (Rus­tin Cole — True Detec­tive)

    • Okay, das stimmt natür­lich. WIR ALLE haben die­se Sys­te­me und Insti­tu­tio­nen natür­lich nicht erschaf­fen. Wir hal­ten sie aller­dings durch unser Ver­hal­ten auf­recht, ob nun absicht­lich oder nicht. Begüns­tigt wird die­ses Ver­hal­ten durch unser Bestre­ben mög­lichst bequem und rei­bungs­los durchs Leben zu kom­men. Denn wir sind mehr oder weni­ger alle Oppor­tu­nis­ten. Wir sind also an den Zustän­den in der Welt nicht ganz unschul­dig, die einen mehr, die ande­ren weni­ger — aus Bequem­lich­keit, Kon­for­mi­täts­zwän­gen, Feig­heit oder auch Gleich­gül­tig­keit. Wir machen alles mit, was unse­re sozia­le und wirt­schaft­li­che Situa­ti­on sta­bi­li­siert, bzw. ver­mei­den alles, was sie gefähr­den könn­te.

      Des­we­gen ist eine Dif­fe­ren­zie­rung schwie­rig. Denn wen kann man dann für die Zustän­de in der Welt ver­ant­wort­lich machen? Die Eli­ten aus Poli­tik und Wirt­schaft? Die Mäch­ti­gen und Rei­chen? Doch woher kom­men die­se? Sie rekru­tie­ren sich in den aller­meis­ten Fäl­len aus der Mas­se der Bevöl­ke­rung und haben in der Regel mehr oder weni­ger zufäl­lig ihre Macht­po­si­ti­on erhal­ten. Es ist belie­big!

      In die­sem Sinn ist das ver­all­ge­mei­nern­de WIR also schon ange­bracht.

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