Sexu­el­le Gewalt in der Kir­che


Ein Priester mit einem Kruzifix in der Hand schaut den Betrachter eindringlich an.

Heu­che­lei, Lüge und eine kran­ke Sexua­li­tät

Lebt ein Mensch im »Geist der Wahr­heit und des Guten«, kann er unmög­lich fähig sein, Böses zu tun.

Die katho­li­sche und evan­ge­li­sche Kir­che behaup­tet bekann­ter­ma­ßen sinn­ge­mäß, den Geist des Guten und Wah­ren zu ver­kör­pern. In den letz­ten Jahr­zehn­ten ist jedoch immer mehr öffent­lich bekannt gewor­den, dass vie­le Pfar­rer, Pries­ter, Mön­che und selbst Non­nen der katho­li­schen und evan­ge­li­schen Kir­che Kin­dern sexu­ell miss­braucht haben.

Und wir müs­sen davon aus­ge­hen, dass eini­ge die­ser Men­schen das heu­te immer noch tun. Denn eine alte, tief sit­zen­de und reflex­ar­ti­ge Gewohn­heit kann nicht ein­fach abge­legt wer­den, nur weil es erwar­tet wird.

Die­se Män­ner und Frau­en behaup­ten (und eini­ge glau­ben es tat­säch­lich), das Wah­re und Gute zu ken­nen und natür­lich auch in die­sem Sinn zu han­deln und zu leben.

Pädo­phi­lie und Homo­se­xua­li­tät

Vla­di­mir Putin und Fried­rich Merz ant­wor­te­ten auf die Fra­ge, ob sie etwas gegen Homo­se­xua­li­tät hät­ten: „Nein, solan­ge unse­re Kin­der in Ruhe gelas­sen wer­den.“ Doch homo­se­xu­el­le Men­schen inter­es­sie­ren sich sexu­ell nicht für Kin­der, son­dern nur für Erwach­se­ne des glei­chen Geschlechts. Mög­li­cher­wei­se wis­sen Putin und Merz das auch und haben es aus popu­lis­ti­schen Grün­den gesagt, denn ein Teil ihrer Ziel­grup­pe denkt tat­säch­lich so und möch­te es des­halb von ihnen hören.

Wenn sich Pries­ter in der Kir­che über­wie­gend an Jungs „ver­ge­hen“, dann nur, weil die Minis­tran­ten meis­tens männ­lich sind. Es sind halt kaum Mäd­chen da.

Außer­dem las­sen sich Jungs i.d.R. leich­ter beein­flus­sen und mani­pu­lie­ren als Mäd­chen. Zusätz­lich haben die miss­brau­chen­den Kle­ri­ker (auf­grund ihres gerin­gen Selbst­be­wusst­seins) gegen­über Jungs deut­lich weni­ger Scham­ge­füh­le als gegen­über Mäd­chen, da sie ja auch „Jungs“ waren und irgend­wie immer noch sind. Des­we­gen wis­sen sie, wie man Jungs, die am Anfang ihrer Puber­tät sind, mani­pu­lie­ren kann.


Mor­bi­de Moral­vor­stel­lung der Kle­ri­ker


Sexu­el­le Gewalt gehört zu den schlimms­ten Din­gen, die Kin­dern ange­tan wer­den kön­nen. Sich an Kin­dern „zu ver­ge­hen“ ist schwer­wie­gen­der als bei­spiels­wei­se Dieb­stahl, Raub­über­fall, Betrug oder die Ver­ge­wal­ti­gung einer erwach­se­nen Frau, wird aber oft weni­ger bestraft – manch­mal sogar gar nicht. Zumin­dest war das frü­her so.

Die­se Men­schen sind oft für den Rest ihres Lebens trau­ma­ti­siert und nur ein­ge­schränkt bezie­hungs­fä­hig. Doch aus­ge­rech­net die Men­schen, die sich das Gute, Rich­ti­ge und Wah­re im Namen eines all­mäch­ti­gen und angeb­lich guten Got­tes auf ihre Fah­ne schrei­ben und damit auch hau­sie­ren gehen, zer­stö­ren das Leben von Kin­dern und wer­den anschlie­ßen­den von ihrer Orga­ni­sa­ti­on in Schutz genom­men.

Kran­kes Sexu­al­ver­ständ­nis

Hat ein katho­li­scher Pries­ter oder Pfar­rer Sex mit einer erwach­se­nen Frau, darf er sein Amt nicht mehr aus­üben, obwohl die­se Art Sex natür­lich ist. Hat er hin­ge­gen sexu­el­le Hand­lun­gen mit einem Kind (was nicht natür­lich, nicht gut und von einem guten Gott auch nie­mals gewollt sein kann), wird er ledig­lich in eine ande­re Gemein­de ver­setzt.

Dort darf er wei­ter­hin Pries­ter sein, obwohl damit zu rech­nen ist, dass er auch dort Kin­dern sexu­el­le Gewalt antut. Die Kir­chen­ober­häup­ter kön­nen sich das den­ken, denn sie sind bestimmt nicht dumm. Die Ver­set­zung in eine ande­re Gemein­de ist also defi­ni­tiv kei­ne Stra­fe, son­dern nur der Ver­such, die Tat zu ver­tu­schen.

Solan­ge der Pries­ter sich fromm und demü­tig ver­hält, tole­riert man sein Men­schen zer­stö­ren­des Ver­hal­ten.

Kein Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein

Wären die Kir­chen­ober­häup­ter tat­säch­lich gute Men­schen, wür­den sie die­se Pries­ter, Non­nen etc. sofort uneh­ren­haft ent­las­sen, ohne ihnen Ruhe­stands­ge­häl­ter zu zah­len, selbst wenn die­se „Miss­brauchs­fäl­le“ juris­tisch bereits ver­jährt sind. Sie hät­ten die Mög­lich­keit dazu, da sie das Haus­recht haben.

Außer­dem wür­den sie die­se Leu­te umge­hend bei der Poli­zei anzei­gen, denn sie wüss­ten, die Gesell­schaft muss vor sol­chen Men­schen geschützt wer­den.

Doch bekannt­lich machen sie das nicht: Durch die Ver­set­zung in eine ande­re Gemein­de wird die Tat absicht­lich ver­tuscht und dem Täter unaus­ge­spro­chen der Frei­brief gege­ben, so wei­ter­ma­chen zu kön­nen. Zumin­dest für die­se Miss­brauchs­fäl­le ist die Kir­che dann direkt ver­ant­wort­lich.


Eugen Dre­wer­manns Ver­ständ­nis für Kle­ri­ker, die Kin­der sexu­ell miss­brau­chen


Vier ähnlich aussehende Kinder stehen im flachen Wasser einer steinernen Halle zwischen hohen blauen Glasscheiben. Darin erscheinen ein Spielplatz, ein Baum mit Teleskop, ein gedeckter Tisch und schwebende Fragezeichen. Ein Kind hält einen leeren Bilderrahmen, ein anderes greift nach einem leuchtenden Fisch. Über ihnen zeichnet Licht ein Auge an die Wand.

Eugen Dre­wer­mann kri­ti­siert die Kir­che für ihren Umgang mit den sexu­el­len Miss­brauchs­fäl­len in der Kir­che. Da könn­te man zunächst den­ken, er wirft der Kir­che vor, nicht aus­rei­chend genug gegen die sexu­el­le Gewalt gegen Kin­der in der Kir­che vor­zu­ge­hen.

In Wirk­lich­keit meint er das Gegen­teil: Die Kir­che wür­de zu streng mit den pädo­phi­len Kle­ri­kern umge­hen und soll­te mehr Ver­ständ­nis für sie auf­brin­gen, denn auch sie wären letzt­end­lich Opfer.

Wie er dar­auf kommt, die Kir­che wäre zu streng zu den pädo­phi­len Kle­ri­kern, ist jedoch schlei­er­haft, denn in der Regel schützt die Kir­che die­se Leu­te. Sexu­el­le Miss­brauchs­fäl­le wer­den dort meis­tens ver­schlei­ert, ver­harm­lost oder ein­fach geleug­net.

Erst wenn die Kir­chen­ober­häup­ter von der Öffent­lich­keit dazu genö­tigt wer­den, geben sie die­se Fäl­le zu, aller­dings ungern und spie­len das gan­ze auch noch run­ter. Man merkt, dass sie Din­ge den­ken wie: Mein Gott, so schlimm ist das gan­ze doch gar nicht! Und den geschä­dig­ten Kin­dern, die inzwi­schen erwach­sen sind und unter dem Miss­brauch immer noch lei­den, zah­len sie nur wider­wil­lig eine Ent­schä­di­gung, die oben­drein viel zu nied­rig ist.

Dre­wer­manns Recht­fer­ti­gung

Er begrün­det sein Ver­ständ­nis für die­se sexu­el­len Über­grif­fe, dass Men­schen, die Pries­ter wer­den, sozu­sa­gen von Haus aus „Per­sön­lich­keits­ein­schrän­kun­gen und Ent­wick­lungs­hem­mun­gen“ auf­wei­sen und des­we­gen gar nicht anders kön­nen, als ihre sexu­el­len Trie­be frü­her oder spä­ter an Kin­dern abzu­re­agie­ren.

Das mag sogar stim­men, triff aber nicht auf alle Kle­ri­ker zu, denn die Pries­ter, die sich nicht sexu­ell an Kin­dern ver­grei­fen (immer­hin die gro­ße Mehr­heit), sind in den aller­meis­ten Fäl­len eben­falls per­sön­lich­keits­ein­ge­schränkt und ent­wick­lungs­ge­hemmt, denn die Kir­che zieht wesens­be­dingt sol­che Men­schen an.

Dre­wer­mann über­sieht, dass jeder Mensch, ob Pries­ter oder nicht, ein Bewusst­sein besitzt und des­we­gen in der Lage sein soll­te, zwi­schen rich­tig und falsch zu unter­schei­den. Und ich bin sicher: Die Kle­ri­ker, die Kin­der sexu­ell miss­brau­chen, wis­sen auch, dass sie etwas fal­sches tun. Doch ihnen ist auch bewusst, es in einem geschütz­ten Umfeld tun zu kön­nen, also kei­ne ernst­haf­ten Kon­se­quen­zen fürch­ten zu müs­sen.


Ein ver­wahr­los­ter Cha­rak­ter


Es ist nicht vor­stell­bar, dass Kle­ri­ker nicht wis­sen was sie tun, wenn sie Kin­dern sexu­el­le Gewalt antun, denn dann wären sie geis­tig unzu­rech­nungs­fä­hig. Das heißt, sie wis­sen vom kri­mi­nel­len Cha­rak­ter ihrer Taten, denn war­um soll­ten sie den Kin­dern nach began­ge­ner Tat ver­bie­ten, ande­ren davon zu erzäh­len?

Ich kann nicht nach­voll­zie­hen, wie Eugen Dre­wer­mann die­sen Tat­be­stand über­se­hen oder rela­ti­vie­ren kann. Es ist auch unwich­tig, ob der Zöli­bat sie zu die­sen Taten getrie­ben haben könn­te – was manch­mal ver­mu­tet wird. Immer­hin muss man zu einer sol­chen Tat men­tal und cha­rak­ter­lich auch fähig sein – was bei Men­schen­freun­den nie­mals der Fall sein kann.

Eine Tat, die ande­re Men­schen bezie­hungs­un­fä­hig macht, setzt einen ver­wahr­los­ten Cha­rak­ter vor­aus und eine krank­haf­te Bezie­hung zur eige­nen Sexua­li­tät.

Ver­tu­schung, Ver­harm­lo­sung und Rela­ti­vie­rung

Die Art und Wei­se, wie die sexu­el­le Gewalt an Kin­dern in der katho­li­schen und evan­ge­li­schen Kir­che „auf­ge­klärt“ wird, zeigt, die ver­ant­wort­li­chen Kle­ri­ker neh­men das gan­ze nicht wirk­lich ernst – selbst der angeb­lich so moder­ne und auf­ge­klär­te Papst nicht. Er und sei­ne Leu­te ver­harm­lo­sen und rela­ti­vie­ren die Vor­fäl­le, indem sie die Auf­ar­bei­tung ver­schlep­pen und die Taten rela­ti­vie­ren. Das bedeu­tet:

Sie fin­den es eigent­lich gar nicht so schlimm, wenn ein Erwach­se­ner sich sexu­ell an einem Kind abre­agiert. Nor­ma­le Sexua­li­tät (zwei erwach­se­ner Men­schen haben Geschlechts­ver­kehr mit­ein­an­der und wol­len es auch) ist für einen Kle­ri­ker jedoch ver­bo­ten, wenn er sein Amt nicht ver­lie­ren will. Sex mit Kin­dern wird tole­riert, doch Sex zwi­schen zwei erwach­se­nen Men­schen ist ver­bo­ten. Das ist defi­ni­tiv krank.

Sexua­li­tät ist in der katho­li­schen Kir­che also nicht ver­bo­ten. Ver­bo­ten ist nur, wenn sie natür­li­che, gesun­de und inspi­rie­rend ist.

Auch weil sie den Opfern ihrer kran­ken Sexua­li­tät nur wider­wil­lig Ent­schä­di­gun­gen zuge­ste­hen (die oben­drein viel zu nied­rig sind), zei­gen sie, kein Unrechts­be­wusst­sein zu besit­zen. Statt­des­sen tun sie so, als wären sie die eigent­li­chen Opfer.

Der Fall Mela­nie F.:
Von 1985 bis 1991 wur­de jah­re­lang im Erz­bis­tum Köln ein Mäd­chen von einem Pfar­rer schwer miss­braucht. Doch das Bis­tum in Köln sieht sich dafür nicht ver­ant­wort­lich, weil der Pfar­rer das in sei­ner „Frei­zeit“ getan hat.

Tut ein Pfar­rer nach Dienst­schluss oder im Urlaub also Kin­dern sexu­el­le Gewalt an, ist das in den Augen der Kle­ri­ker kein Ver­bre­chen, son­dern sei­ne Pri­vat­sa­che. Hat er in sei­ner Frei­zeit jedoch nor­ma­len Sex mit einer erwach­se­nen Frau, die das auch will, ist das ein Kün­di­gungs­grund für die­sen Pries­ter. Genaue­res dar­über fin­dest du HIER.

Die Bana­li­sie­rung der sexu­el­len Gewalt in der Kir­che

All das sagt viel über die Moral der Kir­che und ihrer Wür­den­trä­ger aus: Sie pre­digt das Gute und tole­riert das Böse in ihren eige­nen Rei­hen. Die Kir­che ver­tei­digt sich, indem sie sagt, sexu­el­le Gewalt käme in einer Gesell­schaft nun mal vor – also auch in der Kir­che.

Doch die­se Recht­fer­ti­gung ver­trägt sich nicht mit dem kirch­li­chen Anspruch, den Geist des Guten und Wah­ren zu ver­kör­pern. Denn dort, wo die­ser Geist herrscht, kann es den Geist des Bösen nicht geben. Und soll­te er sich dort doch ein­mal ein­ge­schli­chen haben, müss­te er schnell von der ehr­li­chen, guten und gro­ßen Mehr­heit der Kle­ri­ker­ge­mein­de ent­deckt und sofort ver­bannt wer­den. Lei­der geschieht das so gut wie nie.

Der Anteil der Kle­ri­ker, die Kin­dern sexu­el­le Gewalt antun, ist min­des­tens genau­so hoch wie der Anteil pädo­phi­ler Gewalt­tä­ter ohne kle­ri­ka­len Hin­ter­grund. Wären die­se soge­nann­ten „Miss­brauchs­fäl­le“ also nur ein paar „bedau­erns­wer­te Aus­nah­men“, müss­te ihr Anteil sehr viel klei­ner sein.

Die Kir­che als Orga­ni­sa­ti­on soll­te des­halb straf­recht­lich ange­zeigt wer­den, denn sie för­dert durch ihre Tole­rie­rung und Ver­tu­schung die sexu­el­le Gewalt an Kin­dern.


Gewalt, Lüge und Heu­che­lei im Namen des angeb­lich Guten


Wäre die Kir­che wirk­lich ein Hort der Fried­lich­keit, Freund­lich­keit und Gerech­tig­keit, müss­ten die aller­meis­ten Kle­ri­ker eben­falls fried­li­che, freund­li­che und gerech­te Men­schen sein. Doch nach wie vor wer­den über­wie­gend lebens­feind­li­che und emo­tio­nal gehemm­te Men­schen von der Kir­che (beson­ders der katho­li­schen) ange­zo­gen.

Heim­lich­tue­rei, Heu­che­lei, Unehr­lich­keit, Deka­denz und Bigot­te­rie sind die auf­fäl­ligs­ten Merk­ma­le der kirch­li­chen Wür­den­trä­ger. Das kann nur am lebens­feind­li­chen Cha­rak­ter die­ser Orga­ni­sa­ti­on selbst lie­gen.

Ein sol­cher Ort zieht logi­scher­wei­se Heuch­ler und Lüg­ner an. Das ist ganz nor­mal. Kein Heuch­ler und Lüg­ner geht dort hin, wo Lüge und Heu­che­lei es schwer haben (außer er ist dumm oder möch­te ent­deckt wer­den), son­dern er geht dort hin, wo Heu­che­lei und Lüge es leicht haben, weil sie Teil des Sys­tems sind. Die Kir­che ist per­fekt dafür.

Kir­che und Chris­ten­tum

Karl­heinz Desch­ner (gestor­ben 8. April 2014 – Haupt­werk: Kri­mi­nal­ge­schich­te des Chris­ten­tums) leis­te­te mit sei­ner Kir­chen­kri­tik Wich­ti­ges. Er sorg­te dafür, dass die unzäh­li­gen Ver­bre­chen der Kir­che nicht in Ver­ges­sen­heit gera­ten. Doch ich bin mir so gut wie sicher: Auch ohne Kir­che und Chris­ten­tum gäbe es die­se Ver­bre­chen – nur unter ande­rer Flag­ge oder auch ganz ohne.

Nicht Orga­ni­sa­tio­nen machen uns gewalt­tä­tig, ver­lo­gen und heuch­le­risch, son­dern gewalt­tä­ti­ge, ver­lo­ge­ne und heuch­le­ri­sche Men­schen grün­den Orga­ni­sa­tio­nen oder benut­zen bereits bestehen­de, um ihr destruk­ti­ves Ver­hal­ten offi­zi­ell legi­ti­mie­ren und ver­ste­cken zu kön­nen.


Gott und die Bibel: Kei­ne Vor­bil­der für Gewalt­frei­heit, Tole­ranz und Men­schen­freund­lich­keit


Nicht der Glau­be an Gott bringt uns dazu, gewalt­tä­tig zu sein. Aller­dings kann er unse­ren Hang zur Gewalt­tä­tig­keit för­dern, denn der bibli­sche Gott ist bekann­ter­ma­ßen kein Frie­dens­freund. Wir kön­nen es nach­le­sen:

In der Bibel wird gemor­det, gebrand­schatzt, geplün­dert, gefol­tert und zer­stü­ckelt – ent­we­der in Got­tes Auf­trag oder von ihm selbst. Es zieht sich ein roter Faden der Gewalt und Into­le­ranz mehr oder weni­ger durch die­ses Werk, beson­ders im Alten Tes­ta­ment, aber auch abge­schwächt im neu­en. Die­ser könn­te lau­ten:

Habt kein Erbar­men mit den ande­ren (Frem­den, Anders­gläu­bi­gen). Tötet sie, selbst wenn sie sich erge­ben und um Ver­scho­nung bit­ten. Tötet alle – selbst die Alten, Frau­en und Kin­der.

Frau­en oder Mäd­chen, die noch Jung­frau­en waren, durf­ten aller­dings auch mal an Leben gelas­sen wer­den – jedoch nicht aus Barm­her­zig­keit, son­dern aus „ero­ti­schem“ Inter­es­se. All das befiehlt der bibli­sche Gott und wer es wag­te, einen Feind ein­mal zu ver­scho­nen, muss­te selbst mit einer schlim­men Bestra­fung rech­nen.

Von Barm­her­zig­keit, wie sie Jeho­va oft unter­stellt wird, ist in der Bibel also so gut wie nichts zu fin­den. Sie ist nur eine Legen­de, mit der Gott­gläu­bi­ge ihr theo­re­tisch kri­ti­sches Bewusst­sein betäu­ben.

Jeho­va und sei­ne Gläu­bi­gen: Zyni­ker und Lüg­ner

Ein Bei­spiel: Moses berich­tet Gott, dass der Pha­rao die Juden frei­las­sen will. Doch selt­sa­mer­wei­se ist der Herr über die­se sehr gute Nach­richt nicht erfreut!

Statt­des­sen ver­här­tet er das Herz des Pha­ra­os, damit die­ser die Juden nicht zie­hen lässt. Er kon­stru­iert also einen Grund, um noch mehr Pla­gen über das ägyp­ti­sche Reich brin­gen zu dür­fen. (Moses 10,11).

Es ging ihm in Wirk­lich­keit also um Rache und Scha­den­freu­de, denn was für einen Grund hät­te er sonst haben kön­nen, sein Ver­spre­chen zu bre­chen? Die­ses Ver­hal­ten ist zynisch, hin­ter­häl­tig, ver­lo­gen und auch unfair. Gott outet sich spä­tes­tens an die­ser Stel­le nicht nur als Zyni­ker, son­dern auch als unzu­ver­läs­sig und ver­trau­en­s­un­wür­dig.

Das Fata­le: Bibel­lieb­ha­ber und Got­tes­hö­ri­ge mögen wahr­schein­lich genau die­se Cha­rak­ter­ei­gen­schaft ihres Herrn. Sie emp­fin­den Genug­tu­ung, viel­leicht sogar Freu­de, wenn die Ungläu­bi­gen oder Anders­gläu­bi­gen bestraft wer­den und lei­den müs­sen.

Doch als auf­rich­ti­ge Chris­ten soll­te ihnen das gar nicht mög­lich sein. Nur Men­schen mit einem ver­wahr­los­ten Cha­rak­ter emp­fin­den Freu­de, wenn ande­re lei­den – egal ob sie die­ses Leid „ver­dient“ haben oder nicht.


Letz­te Ände­rung am 26 Okt. 2026

4 Kommentare zu „Sexu­el­le Gewalt in der Kir­che“

  1. Reli­gio­nen sind der Fluch der Mensch­heit.
    Mit oder ohne Reli­gi­on tun gute Men­schen Gutes und böse Men­schen Böses.
    Aber damit gute Men­schen Böses tun, dazu braucht man die Reli­gi­on.

    Nir­gends tun Men­schen Böses und Grau­sa­mes so gründ­lich und glück­lich, wie aus reli­giö­ser Über­zeu­gung.
    Aber lei­der: Reli­gi­on und Dumm­heit sind unan­tast­bar.

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  2. Nun es gibt den Glau­ben und den Zwei­fel. Der Zwei­fel ist die Grund­la­ge der Ent­wick­lung. Der Glau­ben die Grund­la­ge des Han­delns.

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    • Nun, ich möch­te es etwas erwei­tern und prä­zi­sie­ren:
      Es gibt den Glau­ben,
      den Zwei­fel am Glau­ben
      und das Wis­sen.

      Glau­be ist die Grund­la­ge des Han­delns bei den Men­schen, die es vor­zie­hen, sich glau­bend im Leben zu ori­en­tie­ren.
      Wis­sen ist die Grund­la­ge des Han­delns bei den Men­schen, die es vor­zie­hen, sich beob­ach­tend und wahr­neh­mend im Leben zu ori­en­tie­ren.

      Zwei­fel setzt immer vor­aus, dass es eine Unge­wiss­heit gibt. Ohne Unge­wiss­heit also kein Glau­be. Unge­wiss­heit an etwas kann es jedoch nur dann geben, wenn das, wor­an gezwei­felt wird, im Dun­keln ange­sie­delt ist. Die Din­ge, die beob­ach­tet und wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen, befin­den sich nicht im Dun­keln: Man kann sie sehen, anfas­sen, rie­chen und viel­leicht auch hören. Die Rea­li­tät, von der wir umge­ben sind.

      Solan­ge man auf einen Glau­ben ange­wie­sen ist, ist Zwei­fel die Grund­la­ge (der Motor) der Wei­ter­ent­wick­lung.
      Sobald die­ser Glau­be jedoch von Wis­sen abgelöst/verdrängt wird, ist Zuver­sicht und Ver­ant­wor­tung zur Grund­la­ge der Ent­wick­lung gewor­den.

      Mit dem Wis­sen ist das aber so eine Sache: Die Rea­li­tät (also das phy­si­ka­li­sche Dasein in einer phy­si­ka­li­schen Welt) ist nicht immer ange­nehm. Dort gibt es Des­il­lu­sio­nen, Ver­lus­te, Ver­let­zun­gen und aller­lei ande­re Unan­nehm­lich­kei­ten. Um die­sen aus dem Weg zu gehen, ver­klä­ren wir uns das Wis­sen von der Wirk­lich­keit und kom­men so auf Umwe­gen zum Glau­ben zurück.

      Es ist halt nicht ein­fach, lebens­lang einen kla­ren, nüch­ter­nen Kopf zu behal­ten, wenn man ein Mensch ist …

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