Die Nützlichkeit der Offenheit


Keine ökonomischen Vorteile

Eine dunkle Landschaft, am Horizont ein Sonnenstrahl durch die Wolken

Wir dürfen uns natürlich fragen, welchen Nutzen Offenheit für uns besitzt. Meistens haben wir keinen Bezug zu unserem inneren Selbst, wissen nicht, warum wir so denken, wie wir es tun, und obendrein ist es uns egal. Was keinen Nutzen für unser Alltags- und Berufsleben hat, lehnen wir ab, denn wir können unser Leben auch leben, ohne ständig offen für neue Eindrücke, Gedanken und Erfahrungen zu sein. Inwieweit profitieren wir also von Offenheit? Macht sie uns erfolgreicher im Beruf und im sozialen Belangen? Denn das ist schließlich alles, was uns interessiert.

In den meisten Fällen wird uns Offenheit nicht erfolgreicher im Berufsleben machen! Offenheit kann sogar unsere Karriere verschleppen oder behindern. Es kommt darauf an, was uns eine berufliche Karriere bedeutet. Ist uns diese sehr wichtig, kann Offenheit ihr schaden, denn die klappt am besten, wenn wir uns konform verhalten.

Offenheit fördert seelische Gesundheit oder hilft, sie zu erhalten. Einen offenen Verstand besitzen bedeutet: Keiner Ideologie, keinem Glauben anzuhängen, denn Ideologien und Glauben verschließen den Verstand und machen uns letztendlich verbittert. Ist unser Verstand offen, sind wir ein Gefäß, in das Eindrücke und Erfahrungen ungefiltert eindringen. Wir können diese Eindrücke und Erfahrungen beobachten, auf uns einwirken lassen und sie verstehen lernen. Dabei dürfen und sollen wir uns Zeit lassen. Bleiben wir während dieses Vorgangs offen, vereinnahmen und beeinflussen diese Eindrücke unser Denken und Fühlen nicht. Wir sind dann in der Lage, das, was wir an den neuen Erfahrungen oder Gedanken als wertvoll erachten, in unser Denken zu integrieren, und übernehmen fremdes Gedankengut nicht ungeprüft.

Zeigt sich im weiteren Verlauf, dass unsere neu erworbenen Erkenntnisse oder Meinungen fehlerhaft sind, können wir sie ohne Weiteres wieder verwerfen, da wir uns nicht mit ihnen identifizieren. Aufgrund unserer Offenheit können wir unsere Gedanken und Meinungen entspannt betrachten und sie nach Bedarf revidieren. Unser Selbstverständnis wird nicht mehr von unseren mentalen Konditionierungen definiert.

Eine rote, goldene, silberne metallisch wirkende PlatteJe mehr eine Gesellschaft aus offenen Menschen besteht, desto friedlicher und freundlicher ist sie als Ganzes. Denn alles Destruktive, wie Krieg, Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung und dergleichen, wurzelt letztendlich in unserer Verschlossenheit.
Verschlossenheit begünstigt Ideologien und Dogmatismus, fördert den krankhaften Egoismus und zwanghaftes Verhalten. Nicht-offene Menschen sind leicht manipulierbar, da sie sich selbst kaum kennen.
Will die Menschheit sich weiterentwickeln – und das muss sie, wenn sie eine brauchbare Zukunft haben will! – muss es also sehr viel mehr offene Menschen geben, als das zurzeit der Fall ist. Offenheit im Denken kann aber nicht verordnet oder gelehrt werden. Auch müssen wir erst erkennen, dass Offenheit wichtig für unsere Weiterentwicklung ist. Das ist bisher kaum der Fall. Sobald sich daran etwas ändert, ändern auch wir uns und damit die Welt.

3 thoughts on “Die Nützlichkeit der Offenheit

  1. Sie sprechen mir aus der Seele. Es ist wohltuend zu lesen, dass das Mensch-Sein, ersteinmal kennengelernt, wunderschön ist. Ohne sich an irgendetwas, wie Religionen, Gott, Dogmen u.s.w. festzuhalten,nehmen wir endlich wieder unser Leben in Eigenverantwortung an.
    Vielen Dank

    1. Leider geschieht das noch viel zu selten. Aber ich denke, eine zukünftige Gesellschaft kann nur mit offenen Menschen funktionieren.

  2. In den letzten sieben Jahren hat sich bei mir die Vermutung gefestigt, dass die Menschen helle Angst davor haben, offen zu sein. Sie meinen, das Unbehaustsein auf diesem Planeten würde dann noch mehr weh tun!
    Und aus diesem Gefühl heraus werden viele noch schrecklicher, noch konsequenter in ihrer
    Verschlossenheit, was auch dem letzten Papst passiert ist.

    Andererseits gibt es in den USA aber auch immer mehr Therapiegruppen für Leute, die vorübergehend sehr leiden, weil sie an Judentum oder Christentum oder Islam zerbrochen sind.

    Sie wissen, dass es unredlich wäre, in der Öffentlichkeit weiter so zu tun, als ob sie noch glauben könnten oder sich gar zu zwingen, wieder zu glauben.

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