Kreative Dummheit


Die Funktionalität der Dummheit

Doch nicht alle Dummheiten sind prinzipiell abzulehnen. Es kann sogar sehr belebend sein, hin und wieder dumm zu handeln. In einem harmlosen Rahmen tun wir so etwas ja oft – beispielsweise Zigaretten rauchen (solange es nicht zu viel sind), an Feiertagen zu viel essen, blöde Filme sehen (kindliche Triebe befriedigen), zu lange schlafen, weil man keine Lust verspürt, aufzustehen, zu spät schlafen gehen, weil man noch keine Lust hat, ins Bett gehen, der Konsum von zu viel Alkohol oder anderer Drogen und Ähnliches mehr. Oft bereuen wir am nächsten Tag unsere Inkonsequenzen vom letzten Abend, aber wir brauchen unsere Spielräume, damit uns klar wird, was wirklich wichtig ist.

Ein roter Auswuchs, wie eine Zunge oder Halbinsel, wie ein Schleimpilz glänzend.

Dieses Verhalten kann man als irrational bezeichnen. Haben wir uns durch unsere Dummheit eine Möglichkeit verbaut oder unnötige Arbeiten aufgebürdet, bereuen wir im Nachhinein unser unkluges Tun und werden uns beim nächsten Mal vielleicht weitsichtiger zeigen. Unsere irrationale Seite (solange sie keine krankhaften Zwänge oder Phobien sind) kann uns manchmal neue Impulse und Ideen geben, die unser Leben bereichern oder erweitern.

 

Pragmatismus und Rationalität sind gut und wichtig, solange Funktionalität und Effizienz in Vordergrund stehen. Andernfalls behindern oder blockieren beide nur unsere Kreativität. Manche gute Idee ist aus einer Dummheit entstanden, also durch Zufall. Doch das wissen wir vorher nicht.

Ein undiszipliniertes Leben kann erfrischende und inspirierende Momente beinhalten. Unsere irrationalen Dummheiten sind menschlich. Einem durchgestylten, durchorganisierten Leben mangelt es oft an Originalität und Kreativität, denn Funktionalität ist nicht alles.

Ebenso sollten wir nicht krampfhaft versuchen, fehlerlos durchs Leben zu gehen. Das funktioniert sowieso nicht. Versuchen wir es trotzdem, nehmen wir unsere Fehler lediglich nicht mehr wahr und glauben bloß, keine zu machen.

Perfektion kann uns die Sicht auf das Wesentliche verstellen und lässt uns eindimensional werden.

Wir wollen uns ja alle weiterentwickeln (oder sollten es zumindest wollen), doch das geht nur, indem wir uns den Blick für Neues offenhalten. Beobachten wir uns also dabei, etwas falsch gemacht zu haben, sollten wir uns freuen, dazu in der Lage zu sein. Das zeigt uns, wir sind lebendig und entwicklungsfähig. Nur Maschinen machen keine Fehler.


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