Das Nichts


Das Nichts und das Etwas

Es ist nicht möglich, über das Nichts etwas auszusagen. Wir wissen noch nicht einmal ernsthaft, ob es das Nichts überhaupt gibt und wenn ja, was es sein könnte. Wir wissen nicht, ob das Nichts eine intellektuelle Spielerei oder eine unbekannte Art der Existenz- oder Energieform ist und die wir aufgrund nicht vorhandener Möglichkeiten zur Interaktion »Nichts« nennen.

Wir wissen noch nicht einmal wirklich, was ein Etwas ist (also Materie, Raum, Zeit, Energie, Gedanken oder Bewusstsein), glauben aber wissen zu können, was ein Nichts ist.

Um über ein Etwas eine Aussage zu machen, müssen wir dieses Etwas kennen. Diese Möglichkeit haben wir beim Nichts nicht. Da die Existenzbasis des Nichts die Nichtexistenz ist, ist es unmöglich, mit ihm in eine irgendwie geartete Beziehung zu treten. Ohne diese Beziehung können wir jedoch keine brauchbaren Aussagen über das Nichts machen.
Ein gelb-braun-blaue Struktur, mit einer großen Schliere im Vordergrund, wie der Blick durch ein VergrößerungsglasWenn wir über das Nichts philosophieren und nachdenken, uns mit ihm beschäftigen und es als ein Phänomen verstehen, sollte uns klar sein, dass diese Vorgehensweise für unser Vorhaben ungeeignet ist. Egal was auch immer wir tun und welche Systeme, Philosophien, Dialektiken, Ideologien, Glaubensrichtungen, Denkweisen oder Methoden wir benutzen, um das Wesen des Nichts zu verstehen: Wenn diese Methoden auch bei der Ergründung eines Etwas funktionieren, taugen sie zur Erfassung des Nichts nichts. Tatsache ist: Alle Methoden, die uns zur Verfügung stehen, sind Methoden, die zur Untersuchung eines Etwas entwickelt wurden, denn wir gehören der „Etwas-Welt“ an und können deshalb nur „Etwas-Dinge“ erschaffen. Um Methoden zur Untersuchung eines Nichts zu entwickeln, müssten wir also der „Nichts-Welt“ angehören.

Methoden zur Nichts-Erforschung

Um das Nichts zu untersuchen, brauchen wir also Methoden oder intellektuelle Werkzeuge, die speziell für das »Phänomen Nichts« entwickelt wurden. Doch um solche entwickeln zu können, müssen wir das Nichts zumindest kennen. Da dies aber nicht der Fall ist (und aufgrund der Natur des Nichts niemals sein kann), wird es solche Werkzeuge oder Methoden nicht geben. Man kann keinen Hammer entwickeln oder erfinden, wenn man noch nie einen Nagel gesehen hat, geschweige denn weiß, was ein Nagel ist.
Eine glänzende, wellenförmige rot-blau-gelbe Struktur, wie ein aufgeworfenes EtwasWenn wir uns mit dem Nichts beschäftigen, vergessen wir meistens, dass das Nichts ein von uns erfundenes oder erdachtes „Phänomen“ ist. Wir reden nicht deswegen vom Nichts, weil wir es gesehen oder sonst wie wahrgenommen haben, sondern weil wir fähig sind, es assoziieren. Es gibt kein Nichts, außer wir assoziieren es.
Das Nichts ist die reine Idealisierung seines Gegenstückes: Raum, Zeit, Materie und Energie. Pragmatisch betrachtet ist das Nichts die vollkommene Abwesenheit von irgendetwas, also auch die Abwesenheit von leerem Raum, denn leerer Raum ist ja etwas: eine Region der Ausdehnung ohne Substanz. Wir können dem Nichts also keine Werte oder Eigenschaften zuordnen. Tun wir es doch, ist es kein Nichts.


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