Verschwörungstheorien


Es gibt jede Menge Verschwörungstheorien, die ich hier nicht aufzählen muss und will. Im Buchhandel findet man genügend Literatur, die sich ausführlich den verschiedenen Verschwörungstheorien widmen. Auch das Internet ist voll davon. Einige von ihnen sind lustig und nicht ganz ernst gemeint (Bielefeldverschwörung), andere idiotisch und kindisch (Hohlwelttheorie), andere wiederum tragisch (jüdische Weltverschwörung). Eine gute Zusammenfassung der wichtigsten findet man auf dieser Seite: »Die 8 größten Verschwörungstheorien der Welt.« An dieser Stelle sollen nur zwei exemplarisch besprochen werden: Mondlandung und die Reptiloiden. Sie sind nicht die bedeutendste, jedoch leicht zu widerlegen und ein gutes Beispiel für die Albernheit von Verschwörungstheorien. Allerdings will ich nicht behaupten, Verschwörungen könnte es unmöglich geben. Wer weiß das schon wirklich! Offene Verschwörungen sind ja allgemein bekannt: Wenn man will, kann man sagen, dass unser geiziges Gemüt, unser Hang zur Heuchelei und Gier und unser Opportunismus eine unbewusste, weltweite Verschwörung gegen die Weiterentwicklung der Menschheit ist. In diesem Sinn sind auch Verschwörungstheoretiker Verschwörer. Reale Verschwörungen werden wahrscheinlich deutlich diffiziler und raffinierter sein, als die, an die Verschwörungstheoretiker glauben.

Die Sublimierung von Neid und Missgunst

Verschwörungstheorien sind wie Blumen, die in den Beeten der Missgunst und des Neides wachsen. Unzufriedenheit ist ihr Dünger.

Ein grüner Inselkomplex im Ozean, von oben, mit dünnen Wolken bedeckt

Unser Leben ist durchdrungen von Neid und Missgunst. Selten gönnen wir anderen ihr Glück und ganz besonders Fremden nicht. Wir beneiden andere nicht nur um ihr Glück – wir missgönnen es ihnen oft auch. Wenn wir selbst Glück haben, sind wir insgeheim froh, dass andere es nicht haben, denn das würde unser eigenes Glück kleiner erscheinen lassen. Und wenn wir selbst kein Glück haben, machen wir nicht selten andere für diesen Mangel verantwortlich, denn meistens sind wir ziemliche Kleingeister. Aus dieser Empfindung heraus können dann Verschwörungstheorien entstehen.

Erhalten wir nicht die Anerkennung im Leben und in der Gesellschaft, von der wir überzeugt sind, dass sie uns zusteht, vermuten wir manchmal fremde Einflüsse dahinter.

Wir gönnen anderen Menschen ihre sozialen und wirtschaftlichen Erfolge nicht, die wir insgeheim selbst gern hätten, und führen die eigene gesellschaftliche Abseitsstellung auf die direkte oder indirekte Manipulation geheimer oder auch bekannter Mächte zurück. Mit dieser „Theorie“ kompensieren wir unsere Unfähigkeit, wirtschaftlich und sozial erfolgreich sein zu können. Doch das geschieht meistens nicht bewusst, eher instinktiv. Denn das Gefühl, von der Existenz eines Geheimbundes oder einer Verschwörung zu wissen, macht uns zu Mitgliedern einer exklusiven Gruppe, welche die Wahrheit kennt und den Durchblick hat. Wir sind zwar nach wie vor in sozialer und wirtschaftlicher Abseitsstellung, fühlen uns aber nicht mehr so bedeutungslos, denn wir gehören zu den Eingeweihten oder Auserwählten, welche die wirklichen Zusammenhänge in der Welt kennen.

Das Leben aushaltbar machen

Ein hellbrauner Trichter, ähnlich einem Hurrikan aus dem WeltallDas Leben ist oft nüchtern und desillusionierend. Die Perspektive eines durchschnittlichen Lebens ist in den meistens Fällen ziemlich trist. Oft wären wir gern ein Prominenter, Millionär oder Ähnliches. Doch da nur wenige eine solche exponierte Stellung in der Gesellschaft einnehmen können, finden wir alternative Wege, um uns von der Masse abzuheben. Dadurch ist unser Leben besser auszuhalten, obwohl diese Besonderheit nur in der eigenen Wahrnehmung existiert.
 

Natürlich gibt es viele Menschen, die sich damit abfinden oder kein Problem darin sehen, ein einfaches, durchschnittliches Leben zu führen und die in ihrem Alltag (Familie, Kinder, Haus, Beruf etc.) gar keine Zeit hätten, etwas zu vermissen.

Wer sein Leben trotzdem bereichern möchte, pflegt vielleicht ein ungewöhnliches oder einsames Hobby. Oder wir flüchten uns in Onlinespiele, in denen wir unsere Fantasien ausleben und die unseren tristen Alltag würzen, indem wir in die Rollen von Zauberern, Kriegern, Trollen oder Feen schlüpfen. Eine weitere Methode kann ein ausgeprägtes Vereinsleben sein, von dem wir uns einspannen lassen.

Wenn uns all das nicht reicht oder möglich ist, finden wir andere Wege, zum Beispiel die Esoterik, UFO-Gläubigkeit oder die Religion. Das sind die normalen Methoden, mit denen wir unsere soziale Bedeutungslosigkeit übertünchen, wenn wir es nötig haben.

Eine weitere Möglichkeit ist der Glaube an irgendeine Verschwörungstheorie, je nach persönlicher Vorliebe ausgewählt, vielleicht auch rein zufällig. Nicht selten ist es auch ein ganzes Bündel. Doch hier kommt noch ein weiteres Element ins Spiel: Als Verschwörungstheoretiker besitzen wir oft, wenn nicht sogar überwiegend, ein rechtskonservatives Gemüt, hassen beispielsweise Homosexualität und bezeichnen sie als unnatürlich, obwohl sie nachweislich in der Natur vorkommt. Wir sind nicht selten antisemitisch eingestellt und auch meistens gegen Abtreibung, tendenziell demokratiefeindlich und allgemein keine Menschenfreunde. Unser Glaube an Verschwörungen ist Ausdruck unserer repressiven Lebenseinstellung. Je unzufriedener wir als rechtskonservative Menschen mit unserem Leben sind, desto mehr neigen wir dazu, anderen die Schuld für unsere Situation zu geben. Deswegen könnte man Verschwörungstheorien auch als »Unzufriedenheitssyndrom« bezeichnen.

Als Verschwörungstheoretiker sind wir meistens national eingestellt und besitzen einen autoritären Charakter. Unsere gesellschaftliche Abseitsstellung hat uns verbittern lassen.

Eine schwarz-braun-kalkige Felswand vor einer Küste

Das Glück anderer, besonders fremder Menschen, kann uns ein Dorn im Auge sein. Wir hassen alle, die leicht und locker durchs Leben gehen.
Ein weiterführender Aspekt von Verschwörungstheorien ist: Sie geben uns einfache Erklärungen für komplexe Probleme und sie nehmen uns die Verantwortung ab. Nicht wir (und damit der Einzelne) sind verantwortlich für das, was auf unserem Planeten schief läuft, sondern die Juden, Illuminaten, Freimaurer, Ausländer, Reptiloiden oder auch Aliens – also fiktive oder reale Fremde, die stets als Minderheit in Erscheinung treten. Und damit sind wir aus der Verantwortung. Wir müssen uns nicht ändern (an uns arbeiten), sondern haben den Freibrief, so weiterzumachen wie gewohnt, da wir ja sowieso nichts ändern könnten: Die Außerirdischen, Geheimbünde oder auch Hohlweltbewohner sind schuld – und wir die unschuldigen Opfer.

Fremdschuldzuweisung

Doch der Zustand der Welt spiegelt nur unsere inneren Zustände wider, das übersehen wir ständig. Wir könnten es allerdings wissen, doch dafür müssten wir uns für die Welt und die Menschen interessieren. Meistens interessieren wir uns jedoch ausschließlich für uns selbst – und das auch nur oberflächlich.

Wir sind widersprüchliche und korrupte Wesen und ohne es zu merken, gestalten wir die Welt so, wie wir selbst sind.

Blick auf eine Wolkenformation im Licht der untergehenden Sonne

Doch da wir davon nichts wissen wollen, suchen wir andere Ursachen, die den desolaten Zustand der Welt erklären. Deswegen finden wir als Verschwörungstheoretiker die Verantwortung für ein Übel außerhalb uns selbst, außerhalb unserer Gesellschaft. Stets sind es andere Menschen, andere Völker oder fremde Kulturen, die verantwortlich für einen Missstand sind und bekämpft werden müssen. Denn es ist viel einfacher andere zu beschuldigen, verantwortlich zu machen oder an Verschwörungen zu glauben, als das eigene Verhalten zu ändern.

Verschwörungstheorien sind also auch ein Werkzeug zur Selbsterkenntnisvermeidung. Sie dienen uns zum einen als Lebensaufwertung (man gehört zu den Eingeweihten), zum anderen als Ablenkung von den eigenen Problemen: Neid, Hass, Unzufriedenheit und Erfolglosigkeit. Wir leiden darunter, nicht zu den Leuten zu gehören, die Macht und Einfluss besitzen, um das Geschehen in der Welt lenken zu können. Überspitzt ausgedrückt sind Verschwörungstheoretiker deshalb verhinderte Diktatoren oder Autokraten.

Wir sind zwar alle mehr oder weniger verhinderte Machtmenschen, doch Verschwörungstheoretiker in besonderem Maße.

Das Selbstverständnis der Verschwörungstheoretiker

Eine Wolkenformation wie eine Sturmfront.Verschwörungstheoretiker bezeichnen und verstehen sich selbstverständlich nicht als solche. Sie bezeichnen sich gerne als Fragen stellende oder kritisch denkende Menschen. Tatsächlich tun sie jedoch das genaue Gegenteil: Sobald etwas ihre Ressentiments gegenüber dem Leben und der Gesellschaft bestätigt, plappern sie es unkritisch nach. Wenn sie von Beweisen sprechen, handelt es sich in den allermeisten Fällen nur um Texte oder Videos, die behaupten, was sie glauben wollen. Dass in diesen Behauptungen keinerlei Beweise stecken, interessiert sie nicht. Sie sind sich ihrer tatsächlichen Motive nicht bewusst, denn um diese ergründen zu können, bräuchten sie selbst-analytische Fähigkeiten, die ihnen völlig fehlen. Meistens besitzen sie nur ein geringes Allgemeinwissen, können sich nur eingeschränkt artikulieren und begegnen Fragen und Kritik eher mit einer aggressiven Rhetorik, als mit Argumenten. Vielleicht spüren sie, den intellektuellen Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Deswegen gehen sie ihnen aus dem Weg, durch Ignoranz, Arroganz und verbale Aggressivität.

Jeder, der nicht so denkt wie sie, ist in ihren Augen ein Opfer, eine Marionette oder ein Agent des Mainstreams. Dieses Verhalten ist eine auffällig plumpe Strategie, die es ihnen erlaubt, Kritik an ihren „Theorien“ (die sie gerne auch als Alternativen bezeichnen), lässig und jederzeit abprallen zu lassen. Zur kreativen Auseinandersetzung mit ihren Ideen sind sie nicht fähig, da ihnen hierfür meistens die Bildung und erst recht der Wille fehlen.


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2 thoughts on “Verschwörungstheorien

  1. Moin moin.
    Schön daß Du so erfrischend offen mit heiklen Themen umgehst. Trifft man nicht so allerhäufigst.
    Ich bin nicht sonderlich bewandert mit Wissen und Bildung und werte für mich in der Hauptsache aus, was ich erlebe. Lesen tue ich aus dem Selbstzweck der Vergnügung.
    Verschwörungen als Albernheiten oder Übertreibungen ab zu tun ist reichlich dumm. Selbstverständlich gibt es Verschwörungen. Die Einteilung danach, was nun als Theorie anzusehen ist, und was tatsächlich handfeste Hintergründe hat, muß jeder für sich selbst vornehmen. Das es Verschwörungen gibt, die positive Ziele haben, möchte ich jedenfalls mal von vorn herein als sehr gering ansehen, da das Ziel dahinter logischerweise ist, andere von irgend etwas aus zu schließen.
    Sogenannten Verschwörungstheoretikern, sollte man jedoch ruhig öfter mal das Gehör schenken. Denn laut eigenen Aussagen ist das Ausführen von bewußter Boshaftigkeit eher selten an zu treffen, im Gegensatz zu unbewußt ausgeführter. Demnach dürfte man einigen Verschwörungstheoretikern, zumindest solchen, die nicht bloß Geld verdienen wollen durchaus positive Ziele zubilligen: nämlich vor etwas zu warnen. Das sollte zugegebenermaßen relativ nachvollziehbar, und ohne Hysterie Geschehen.
    Dennoch ist das Spektrum, was in der Welt alles möglich ist, doch ziemlich unbegrenzt. Einige Personen glauben beispielsweise an nichts anderes, als was sie sehen, oder fühlen können. Wie wäre danach erklärbar, daß sie ohne Sauerstoff ableben würden… ? Das andere Extrem wiederum, ist , das alles was wir in unserer Welt statisch vorfinden, nichts anderes darstellt, als geronnene Energie, wobei wir mit unserem menschlichen Bewußtsein als Katalysator fungieren, und dieser geronnenen Energie eine Form verleihen.
    Offensichtlich auch, je nachdem wie bewußt, im Einklang mit der Tier- und Pflanzenwelt.
    Meiner Ansicht nach ist diese Annahme äusserst wahrscheinlicher, als die erstbeschriebene, bezgl. dem alleinigen Existieren von selbst Wahrnehmbarem.
    Es ist an sich, so wie du über Deine Annahme vom Existieren Ausserirdischer geschrieben hast, genauso von einer Wahrscheinlichkeit davon aus zu gehen, daß bereits anderes bewußt intelligentes Leben, neben dem der Menschen unseren Planet betreten hat, oder es auch noch immer tut. Ob diese nun in der Form von sogenannten Reptiloiden aufträten bleibt zur Zeit eben noch Spekulation, kann aber auch nicht unbedingt ausgeschlossen werden , meiner Ansicht nach. Ich kann jedenfalls bestätigen, daß Personen da sind, die man antrifft, bei denen die absonderliche Pupillenformung oft auftritt, bei anderem wiederum gar nicht zu sehen ist, nicht bloß auf Film oder Fotomaterial . Das nicht sichtbare Wesen neben uns existieren, sehe ich als gegeben, laut der These .der ‚gerinnenden‘ Energie, wonach wir vor unserer Menschwerdung vermutliche schon als astrale Lebensform existiert haben. Also: Warum soll es nicht auch noch andere astrale Lebewesen geben, als die irdischer Menschen?
    Es gibt mehrere Bücher auch dazu, daß beispielsweise sicherlich auch Lebensformen neben uns existieren , die von unserer Energie, Wissen, Erfahren etc. zu profitieren versuchen. Andererseits dürfte ebenso die Möglichkeit bestehen, daß wir solcherlei Leben beeinflussen, oder sogar entstehen lassen könnten. Damit meine ich, wir können vermutlich unsere Gedanken sich verstelbstständigen lassen in gewisser Art und Weise.

    Meckerbolzen

    Meckerbolzen

    1. Hallo,
      Danke für deinen anregenden Kommentar.

      Du schreibst:
      Schön daß Du so erfrischend offen mit heiklen Themen umgehst.

      Na ja, ob das wirklich ein HEIKLES Thema ist, weiß ich nicht. Aber es ist interessant, da der Glaube an Verschwörungen einen ähnlichen Charakter besitzt, wie die Religion. In gewisser Weise sind Verschwörungstheorien Religionsersatz.

      Du schreibst:
      Verschwörungen als Albernheiten oder Übertreibungen ab zu tun ist reichlich dumm.

      Ich habe nie behauptet, dass VERSCHWÖRUNGEN albern sind. Ich spreche von VerschwörungsTHEORIEN!!! Außerdem schreibe ich, dass es Verschwörungen durchaus geben kann. Diese werden jedoch deutlich raffinierter sein, als die, an die Verschwörungsaufdecker glauben. Die meisten aufgedeckten Verschwörungen sind jedoch albern, beispielsweise die Erdkugel-Verschwörung. Es gibt tatsächlich Leute, die glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, was von den Verschwörern vor der Öffentlichkeit verheimlicht wird. Und das ist für dich keine Albernheit? Ich finde, für diesen Schwachsinn ist der Ausdruck „Albernheit“ ziemlich moderat gewählt.
      Beschäftigt man sich beispielsweise mit der Mondlandung, erkennt man schnell, dass es diese tatsächlich gegeben hat. Ironischerweise eignen sich die angeblichen Beweise seht gut, die Echtheit der Mondlandungen zu beweisen. Wer also an die Mondlandungslüge glaubt, WÜNSCHT sich, dass die Mondlandungen nicht stattgefunden haben. Da muss man schon lachen. Und das soll nicht albern sein?
      Viele der Verschwörungstheorien sind ziemlich unlogisch, beispielsweise die World Trade Center Verschwörung. Die Verschwörungsaufdecker behaupten, dass es gesprengt wurde, um einen Grund für einen Krieg zu haben. Doch die USA hatten noch nie einen Grund nötig, um Krieg zu führen. Wenn die USA Krieg machen wollen, tun sie es einfach! Wozu also einen Grund konstruieren, der unnötig, aufwendig und obendrein sehr teuer ist, wenn es auch ohne geht? Die World Trade Center Verschwörungstheorie ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass die meisten Verschwörungstheorien an den Haaren herbeigezogen sind. Außerdem taugen die angeblichen Beweise bei genauer Betrachtung auch nichts.

      Du schreibst:
      Selbstverständlich gibt es Verschwörungen.

      Hast du irgendwelche Beweise oder zumindest Indizien, die dein schnell dahingeworfenes „Selbstverständlich“ rechtfertigen könnten?
      Für die einen ist es selbstverständlich, dass es Gott gibt, für andere ist es selbstverständlich, dass es UFOS gibt, für andere ist es selbstverständlich, dass der Kommunismus siegt, es eine jüdische Weltverschwörung gibt oder die Erde hohl ist und, und, und … Vieles davon ist einfach nur Schwachsinn. All das sind nur Behauptungen, die schnell gemacht sind, weil sie gemacht werden können! – das ist alles!
      Unsere selbstverständlichen Selbstverständlichkeiten fungieren in Wirklichkeit als „Profilierungswerkzeuge“. Jeder halt nach seinem persönlichen Geschmack oder seinen persönlichen Dispositionen.

      Du schreibst:
      Sogenannten Verschwörungstheoretikern, sollte man jedoch ruhig öfter mal das Gehör schenken.

      Wenn das denn geht! Sehr viele Verschwörungsaufdecker sind Hartz-4-Empfänger bzw. Langzeitarbeitslose oder in sogenannten prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Das scheint die Qualifikation zu sein, um ein guter Verschwörungsaufdecker zu werden. Oft sind sie rechtskonservativ, antisemitisch und ziemlich intolerant gegenüber alle, die nicht so denken wie sie. Sie sind selten in der Lage, sich verständlich zu artikulieren und schreiben ein schlechtes Deutsch (was seltsam ist, denn viele von Ihnen legen viel Wert auf ihr Deutsch-sein). All das macht es schwierig, ihnen „Gehör zu schenken“ und lässt mich stark daran zweifeln, dass sie die Kompetenz besitzen, ein solches Thema ernsthaft anzugehen.
      Ausgerechnet die Leute, die am wenigsten gebildet sind und sich nur mangelhaft artikulieren können, haben den Durchblick und decken die Machenschaften von mächtigen Geheimorganisationen auf? Das ist doch Quatsch!
      Die wenigen gebildeten oder akademischen Verschwörungsaufdecker (die vielleicht Bücher zu diesem Thema schreiben) weisen bei genauer Betrachtung nicht selten eine „tragische“ Historie ihrer Karriere auf: Sie wurden bei Beförderungen vielleicht übergangen oder haben nicht die Anerkennung erhalten, von der sie glauben, dass sie ihnen zusteht, fühlen sich diskriminiert (oder wurden es sogar) und Ähnliches mehr. Also haben sie eine alternative Methode gefunden, sich zu profilieren. Auch das ist nicht vertrauenserweckend.

      Du schreibst:
      Es ist an sich, so wie du über Deine Annahme vom Existieren Ausserirdischer geschrieben hast, genauso von einer Wahrscheinlichkeit davon aus zu gehen, daß bereits anderes bewußt intelligentes Leben, neben dem der Menschen unseren Planet betreten hat, oder es auch noch immer tut.

      Und wovon leitest du diese Wahrscheinlichkeit ab? Das müsstest du schon ausführen. Gibt es irgendwelche empirischen Daten, die eine solche Annahme rechtfertigen? Mir ist keine bekannt.

      Du schreibst:
      Ich kann jedenfalls bestätigen, daß Personen da sind, die man antrifft, bei denen die absonderliche Pupillenformung oft auftritt, bei anderem wiederum gar nicht zu sehen ist, nicht bloß auf Film oder Fotomaterial .

      Du kannst es bestätigen? Wie funktioniert das?
      Aber auch das bedeutet nicht viel. Ersten gibt es sowie eine Abnormität, die sich Katzenaugen-Syndrom nennt. Diese Leute haben tatsächlich Pupillen, die etwas länglich aussehen. Außerdem sieht man ziemlich schnell Dinge, wenn man sich wünscht, sie zu sehen. Bei Verschwörungsaufdeckern ist die Neigung ziemlich stark ausgeprägt. Dann schaut man nicht richtig hin – weil man das gar nicht will!
      Oder wir sehen etwas am Himmel, das wir nicht einordnen können und wenn uns dann der Gedanke gefällt, haben wir ein UFO gesehen. Wer glauben möchte, dass es Reptiloiden gibt, findet genügend Beweise dafür. Wer glauben möchte, dass es UFOs gibt, ebenfalls. Gleiches gilt für Religionen oder politische Ideologien. So einfach ist das. All das, was du oder andere Leute zu sehen glauben, bedeutet also nicht viel.

      Du schreibst:
      Das nicht sichtbare Wesen neben uns existieren, sehe ich als gegeben, laut der These .der ‚gerinnenden‘ Energie, wonach wir vor unserer Menschwerdung vermutliche schon als astrale Lebensform existiert haben. Also: Warum soll es nicht auch noch andere astrale Lebewesen geben, als die irdischer Menschen?

      Das müsstest du dann erklären. Du sagst sinngemäß: „Theoretisch könnte es sein, also wird es wahrscheinlich stimmen.“ Das ist mir zu einfach und zu wenig.
      Und selbst wenn: Na und? Vieles ist möglich – wer weiß das schon genau. Auch das habe ich geschrieben. Vielleicht gibt es Energiewesen um uns herum. Vielleicht gibt es auch noch sehr viel mehr, als wir uns vorstellen können. Doch das alles ist bestenfalls rein spekulativ und nicht wirklich für unser tatsächliches Leben relevant. Die einen glauben halt an Gott, die anderen an UFOs und Außerirdische, die anderen an den Kommunismus oder dass es den Holocaust nie gegeben hat – und jeder ist davon überzeugt, dass es kein Glauben, sondern Tatsachen sind. Es ist beliebig und ein bekanntes Phänomen.

      Du schreibst:
      Es gibt mehrere Bücher auch dazu, daß beispielsweise sicherlich auch Lebensformen neben uns existieren , die von unserer Energie, Wissen, Erfahren etc. zu profitieren versuchen.

      Auch hier gilt: Na und? Vergiss die Bücher! Es ist keine Kunst ein Buch zu schreiben und etwas zu behaupten. Es gibt jede Menge Esoterikbücher. Wenn wir glauben, was darin steht, dann, weil wir es glauben wollen! Nicht weil diese Bücher irgendetwas beweisen. Wenn es tatsächlich UFOs und Außerirdische auf Erden geben sollte, dann haben diese Bücher und Filme nichts damit zu tun. Sie sind nur eine gute Geldquelle für die Autoren.

      Micha

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