Die Nützlichkeit der Religion


Funktion der Religion

Religion ist zwar eine Form des Aberglaubens aus archaischen Zeiten, besitzt aber trotzdem eine Funktion: Sie kann den Zusammenhalt und die Zusammenarbeiten sowie den friedlichen Umgang miteinander fördern. Dies gilt zwar meistens nur dort, wo Menschen der gleichen Religion angehören und dann auch nicht immer und wirklich – aber immerhin!

Eine graue Bretterwand, mit Lücken drin.Vielleicht dämpfen die Religionen unseren Hang zur Gewalttätigkeit – zumindest ein wenig. Möglicherweise ist dieser positive Effekt größer als der Schaden, den Religionen oft anrichten (Kriege, religiöser Wahn, religiöse Gewalt, Leid und Tod, Fortschrittsfeindlichkeit und Ähnliches mehr), sodass unterm Strich gesagt werden kann: Noch brauchen wir die Religionen, denn ohne sie wäre das Chaos in der Welt noch größer. Beweisbar ist diese These jedoch nicht.
 

Religionen reflektieren zwar ein unreifes Bewusstsein, trotzdem dürfen wir sie nicht verdammen. Die Menschheit ist noch jung und noch lange nicht erwachsen und deswegen in vielen Aspekten ihres Seins unreif.

Ein Landschaft in einem Tal, mit Nebelschwaden. Ein Lichtstrahl durchdringt die Wolken.

Religion ist auch heute noch berechtigt, denn sie ist ein Bestandteil unserer Entwicklung. Aus diesem Grund sollten wir die Tatsache, dass so viele Menschen noch religiös sind, anerkennen und respektieren. Versucht man Kindern ihre Kindlichkeit auszutreiben, wird man entweder scheitern oder Schaden anrichten. Bei der Menschheit ist es nicht anders: Würde man versuchen, sie künstlich auf eine Wahrnehmungs- oder Bewusstseinsstufe zu heben, zu der sie noch nicht reif ist, wäre der Schaden wahrscheinlich noch viel größer als der bei einem Kind.

Wir brauchen unseren Glauben an einen Moral stiftenden Übervater noch, denn wir sind als Menschheit noch nicht fähig, eigenverantwortlich moralisch richtig zu handeln. Deshalb ist es besser, die Menschheit lebt ihre religiösen Bedürfnisse aus.

Der religiöse Placebo-Effekt

Auf Dauer müssen wir natürlich lernen, unabhängig von einer religiösen (oder sonst wie gearteten) Lehre, freundlich und friedlich miteinander umzugehen. Zu oft ist unsere Freundlichkeit abhängig von einer moralischen Lehre, die nicht weiter reicht, als bis zu unserer Haustür. Bei einigen der sogenannten Sekten ist das besonders deutlich: Tritt beispielsweise ein Zeuge Jehova aus seiner Glaubensgemeinschaft aus, wird er oft von seinen ehemaligen Glaubensgenossen angefeindet. Wirklich freundliche Menschen würden sich niemals so verhalten.

Freundlichkeit, wie sie innerhalb bestimmter Glaubensgemeinschaft existiert, ist nur bedingte Freundlichkeit, ähnlich einer Kameradschaft.

Der Blick durch einen großen Höhleneingang nach draußen, in eine offene, bunte und freie Landschaft.

Kameradschaft existiert dort, wo ein gemeinsames Interesse besteht. Man ist freundlich zueinander, weil man aufeinander angewiesen ist. Verschwindet dieses gemeinsame Interesse, verschwindet auch die Freundschaft.

Trotzdem kann man sagen: Obwohl wir oft nur freundlich und friedlich miteinander umgehen, weil wir der gleichen Religion, dem gleichen Kulturkreis oder Verein angehören, ist das besser als gar nichts! Denn zuerst geht es nur um Freundlichkeit und Friedlichkeit. Wie diese zustande kommen, ist erst einmal egal.
Dass wir meistens nur aufgrund bestimmter Bedingungen zur Freundlichkeit und Friedlichkeit bereits sind, ist natürlich schade. Es wäre jedoch dumm, Friedlichkeit abzulehnen, weil sie nicht bedingungslos ist. Religion kann deshalb bei der Gestaltung einer friedlichen und freundlichen Welt helfen. Weil sie keinen realen Hintergrund besitzt, sollten wir sie nicht grundsätzlich verdammen oder ablehnen. Genauso dumm wäre es, auf den Einsatz von Placebos zu verzichten, nur weil diese keine echte Medizin sind.

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