Religion


Religion ist Gewohnheitsdenken

Wenn wir religiös glauben, richten wir unser Leben nach dem aus, was andere Menschen vor Jahrtausenden einmal gedacht haben und empfinden dieses Verhalten auch noch für fortschrittlich.

Ein Fluss dahin strömender Partikel, wie fast erstarte Lava.

Genau wie unser Denken und Handeln, wird auch unser Glauben von Gewohnheiten bestimmt, manchmal gegen unseren Willen. Wir sind Christen, Moslems oder Juden, weil man uns dazu gemacht hat. Dann gewöhnen wir uns daran, es zu sein. Und nur aus diesem Grund nennen wir uns so, und nicht etwa, weil wir es sein wollten. Man hat uns natürlich eingeredet, dass unsere traditionelle Landesreligion besser, richtiger oder wahrhaftiger ist als die anderen und da wir diese Vorstellung mögen, glauben wir sie gerne.

Sehr selten setzen wir uns mit unserer Religion auseinander, denn es geht uns nicht darum, eine wahre oder richtige zu haben, selbst wenn wir das behaupten. Es reicht uns, einer anzugehören, denn das in den Gesellschaften so üblich und nur das Übliche interessiert uns.

Aus den gleichen Gründen, aus denen wir beispielsweise ein Auto oder bestimmte Kleidungsstücke besitzen, haben wir eine bestimme Religion: Es ist in der Gesellschaft, in die wir zufällig hineingeboren wurden, aus traditionellen Gründen üblich, dieser Religion anzugehören oder diese Art von Kleidung zu tragen.

Allein auf die Konformität kommt es uns an, weniger auf den Inhalt, denn die Gesellschaften funktionieren am besten, wenn alle mehr oder weniger gleich denken und einen ähnlichen Lebensstil pflegen.

Unser religiöser Glaube ist demnach nur ein Anpassungsmechanismus. Wir passen uns bewusst oder unbewusst den vorherrschenden Konventionen an, denn Angepasstheit ist eine wichtige Voraussetzung für das persönliche Überleben beziehungsweise für ein reibungsloses Leben in einer Gesellschaft, die auf Konkurrenz, Neid und Erfolg aufgebaut ist. Und jede Anpassung funktioniert am besten, wenn sie zur zweiten Haut wird. Deshalb ist unser Glaube, unsere Religion nicht mehr als eine Gewohnheit.


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