UFO-Sichtungen


Der UFO-Begriff

Die Grundlage eines jeden Glaubens an Außerirdische auf Erden ist das UFO-Phänomen. Ohne die Sichtung fliegender Objektive, die wir für außerirdische Raumschiffe halten, gäbe es den Glauben an Aliens wahrscheinlich nicht. Deshalb soll dieses Thema hier kurz behandelt werden.
UFO ist die Abkürzung für Unidentified Flying Object. Die deutsche Übersetzung „unidentifiziertes fliegendes Objekt“ lässt sich genauso abkürzen.

Wörtlich verstanden ist ein UFO ein Gegenstand, der durch die Luft fliegt und von dem nicht gesagt werden kann, was er ist. Wirft beispielsweise jemand einen Stein durch die Luft und eine andere Person kann nicht erkennen, was da durch die Luft fliegt, ist dieser Stein für diese Person ein fliegendes Objekt, das nicht identifizieren werden kann, der Definition nach ein UFO.

Eine Landschaft aus der Ferne, an einem grauen, nebligen Tag.

Tatsächlich wird der UFO-Begriff ausschließlich als Synonym für „Außerirdisches Raumschiff“ verwendet. Wenn jemand sagt: „Ich habe ein UFO gesehen“, meint er ein außerirdisches Raumschiff. Irgendwie scheint heutzutage alles, was wir am Himmel nicht einordnen können, ein außerirdisches Raumschiff zu sein. Das ist auf unsere ständig vorhandene Sensationslust zurückzuführen, denn wer würde nicht gerne ein außerirdisches Raumschiff entdecken?

Formal ist es jedoch falsch, von UFO zu reden, wenn man ein außerirdisches Raumschiff meint. Ist man davon überzeugt, dass das gesehene Objekt ein Raumschiff ist, hat man es identifiziert, selbst wenn man sich irrt. Deshalb ist die Bezeichnung UFO für ein außerirdisches Raumschiff eigentlich falsch.
Besser wäre die Abkürzung IFO, „Identified Flying Object“, noch besser: IFEO (Identified Flying Extraterrestrial Objekt), da es ja identifiziert und außerirdisch ist! Doch es hat sich eingebürgert von UFO zu sprechen, wenn „außerirdisches Raumschiff“ gemeint ist.

Fliegende Untertassen

Ein Pappteller, der in die Luft geworfen wurde

Seit den 1940er Jahren gibt es weltweit jede Menge UFO-Sichtungen. Vor dieser Zeit ist dieses Phänomen fast ganz unbekannt. Manchmal werden zwar mittelalterliche und sogar prähistorische Zeichnungen oder Reliefs als frühe UFO-Sichtungen interpretiert (der prominenteste Autor solcher Assoziationen ist wohl Erich von Däniken). Doch dabei handelt es sich um eigenwillige Auslegungen, die als Stütze für den modernen UFO-Glauben fungiert.

Das Schwarzweiss-Foto zeigt eine gefälschte fliegende Untertasse. Es handelt sich nur um einen Pappteller.

Ob nun das Roswell-Ereignis für diesen UFO-Boom verantwortlich ist oder nicht, ist nicht sicher. Wahrscheinlich ist es nicht ganz unschuldig daran.
Irgendwann nach 1947 warf vielleicht ein Spaßvogel eine Radkappe oder einen ähnlichen Gegenstand in die Luft, machte ein Foto davon und behauptet, ein außerirdisches Raumschiff fotografiert zu haben. Erst ab den 1950er Jahren ist der Ausdruck UFO gebräuchlich.

Damals besaßen UFOs noch durchgehend diskusähnliche Formen. Oft sahen sie aus wie Radkappen oder frisbeeähnliche Scheiben. Diese Form spiegelte in erster Linie die damals vorherrschende Vorstellung vom Aussehen außerirdischer Fluggeräte wider.

Vielleicht setzte der allererste Spaßvogel diesen Design-Trend, und alle anderen Radkappen-Werfer haben ihn kopiert. Es ist nicht wirklich wichtig.

Untertasse, die in die Luft geworfen wurde

Das Farbfoto zeigt eine echte fliegende Untertasse.

Jeder kennt die Kritik an den UFO-Bildern oder Filmen: Fast 100 Prozent all dieser frühen Aufnahmen sind verwackelt, unscharf oder beides. Sicherlich ist es schwierig, von einem schnell vorbeifliegenden Objekt eine scharfe Aufnahme zu machen. Trotzdem müsste – allein durch Zufall – ein kleiner Teil dieser Aufnahmen scharf sein. Und dieser Umstand ist verräterisch. Man kann es leicht nachprüfen: Macht man absichtlich verwackelte und unscharfe Bilder, werden trotzdem einige davon scharfe sein – eben aus Zufall!
Das lässt den Verdacht aufkommen, die Fotos und Filme wurden absichtlich unscharf erstellt, beziehungsweise, die scharfen aussortiert, um zu verhindern, dass sie sofort als Fälschungen erkennbar sind.

In den Jahren 1940 bis 1970 machte man sich noch keine Mühe, die Fälschung von außerirdischen Raumschiffen überzeugend zu gestalten. Außerdem bedarf es keine Raffinesse, um einfache und schlichte Gemüter von etwas zu überzeugen, was diese sowieso glauben wollen. Eine einfache Radkappe oder etwas Ähnliches war ausreichend.

Das UFO-Design entwickelt sich weiter

In der Zeit danach gestaltete man die Attrappen aufwendiger. Sie besaßen zwar noch die typisch diskusähnliche Form, jetzt jedoch mit Aufsätzen, wie Wülsten, Ringen, Kugel oder Streben. (Ein interessantes Beispiel findet man auf dieser Website: UFO mit Wülsten und Kugeln.) Erst ab den 1980er Jahren kam man von der klassischen Untertassenform ab. Jetzt beobachtete man Dreiecke am Himmel, manchmal auch zylinderähnliche Objekte. Immer öfter sah man Lichter oder Punkte, einzeln oder in Formation. Da man nicht erkennen konnte, um was es sich handelte, mussten es außerirdische Raumschiffe sein.

Manchmal werden nachts in relativ geringer Höhe UFOs gesichtet, die grelle, weiße Lichtkegel ausstrahlen, ähnlich wie das Licht von Autoscheinwerfern, nur 100-mal heller. Entweder wollen die Außerirdischen nachts gesehen werden, oder sie brauchen den „Scheinwerfer“ um sich in der Dunkelheit zu orientieren.

Auf schwarzem Hintergrund in einem blauen Licht gefasstes Gebilde, das an eine Stadt erinnert.

Beides ist ziemlich abwegig: wenn man schon nachts kommt, dann, weil man eben nicht gesehen werden will. Und zweitens: Die Außerirdischen besitzen Antigravitationsaggregate und wahrscheinlich den überlichtschnellen Raumschiffantrieb, jedoch keine primitiven Nachtsichtgeräte? Das ist kaum vorstellbar!

Fast jeder hat schon mal von den sogenannten Nazca-Linien in Peru gehört. Einige davon sind schnurgerade und kilometerlang. Manche UFO-Gläubige behaupten deshalb, sie wurden als Landebahnen für außerirdische Raumschiffe errichtet. Dieser Gedanke ist noch viel absurder, als der mit dem Scheinwerfer: Ein Fluggerät, das über Antigravitation verfügt, braucht ganz bestimmt keine Landebahn.

Modernes UFO-Design

Bestanden die Beweise für UFO-Sichtungen in früheren Jahren fast ganz aus verschwommenen oder verwackelten Aufnahmen, bestehen sie heute eher aus Punkten oder Lichtern, die weit entfernt am Himmel zu sehen sind. Doch das kann alles Mögliche sein. Und wenn es inzwischen Filme von UFOs gibt, die einem Science-Fiction-Film entsprungen sein könnten, beweist das nur, dass es nicht mehr viel kostet, privat mit einem Computer solche Bilder oder Filme herzustellen.
Ein anderer auffälliger Punkt: Sollten die UFO-Bilder tatsächlich echte außerirdische Raumschiffe zeigen, müsste es auch aus den frühen Jahren der UFO-Sichtungen Bilder oder Filme von UFOS mit modernem Design geben. Doch solche Aufnahmen gibt es nicht! Die Außerirdischen entwickeln das Design ihrer Raumschiffe scheinbar in dem Tempo weiter, wie die irdische Computeranimationstechnik Fortschritte macht. Sehr seltsam!
Ich weiß nicht, ob es tatsächlich außerirdische Lebewesen gibt, die in ihren Raumschiffen die Erde besuchen. Das könnte theoretisch möglich sein, da es in dieser Galaxie auf anderen Planeten anderer Sonnensysteme wahrscheinlich auch intelligente Lebewesen gibt, die obendrein technisch sehr viel weiterentwickelt sind als wir. Aber auch hier gilt: Was wissen wir schon wirklich? In Wirklichkeit wissen wir gar nichts!

Fotos und Filmaufnahmen, die UFOs zeigen, sind ohne Beweiskraft. Außerdem gibt es viel zu viele Fotos und Filme von angeblichen UFOs, die ganz offensichtlich gefälscht sind, sodass die wenigen Dokumente, die nicht sofort als Fake ins Auge stechen, zumindest skeptisch zu betrachten sind, da sie nur besser gemachte Fälschungen sein könnten.

Eine steinerne Marmorwand mit vielen Strukturen und Mustern.

Selbst wenn Foto- und Filmdokumente von Experten als echt bezeichnet werden, bedeutet das nicht wirklich etwas. Schon oft wurden Fälschungen von Experten nicht erkannt. Augenzeugenberichte haben ebenfalls keine Beweiskraft, selbst wenn sie authentisch wirken. Wenn jemand von etwas überzeugt ist, kann er sich trotzdem irren.

Fazit

Intelligentes Leben auf anderen Planeten wird es wahrscheinlich geben. Warum sollte sich ausgerechnet nur auf einem einzigen Planeten in diesem riesigen Universum Leben entwickelt haben? Das wäre ziemlich seltsam. Ob solche Wesen uns besuchen, ist allerdings eine ganz andere Frage. Wir wissen nicht wirklich etwas darüber.

Letztendlich handelt es sich um Vermutungen oder Spekulationen, gespeist aus Wünschen, Hoffnungen und Ängsten. Der Glaube spielt bei dieser Frage eine große Rolle. Die einen glauben an einen Schöpfergott, die anderen an den Kommunismus, Verschwörungen oder außerirdische Besucher. Jeder glaubt an irgendetwas und ist emotional von seinem Glauben stark abhängig, und rationalen Argumenten gegenüber verschlossen.
Wer heute ein UFO-Gläubiger ist, kann morgen zum UFO-Skeptiker werden, übermorgen zum Christen oder überübermorgen zum Atheisten. Das Pendel schwingt hin und her. Hauptsache, wir haben etwas, woran wir glauben dürfen. Woran ist nicht so wichtig.

2 thoughts on “UFO-Sichtungen

  1. Lieber Herr Michael,
    Ihr Zitat: „Die einen glauben an einen Schöpfergott, die anderen an den Kommunismus, Verschwörungen oder außerirdische Besucher.“ Wir glauben an das, das uns nuetzt, uns weiterbringt, mit dem wir Geld verdienen koennen oder beabsichtigen zu verdienen. Manche glauben nur, weil andere nicht glauben. Und sehr sehr viele tun nur so, als wenn sie glauben wuerden, machen das ihren Mitmenschen weiss, und belaecheln deren Dummheit und bewundern ihre eigene Ueberlegenheit, ihre Raffinesse, Macht uebere andere gewinnen zu koennen. Glauben bedeutet vor allem sich abzulenken, etwas Festes zu haben, dem Leben einen Sinn geben und vergessen zu koennen, dass ein Sarg auf uns wartet. Denn dann sind wir fuer immer tot. MfG, Terence

    1. Sie schreiben:
      Wir glauben an das, das uns nuetzt, uns weiterbringt, mit dem wir Geld verdienen koennen oder beabsichtigen zu verdienen.

      Das stimmt wahrscheinlich alles.

      Sie schreiben:
      Manche glauben nur, weil andere nicht glauben.

      Aber was meinen Sie damit? Haben sie da ein Beispiel?

      Sie schreiben:
      Und sehr sehr viele tun nur so, als wenn sie glauben wuerden, machen das ihren Mitmenschen weiss, und belaecheln deren Dummheit und bewundern ihre eigene Ueberlegenheit, ihre Raffinesse, Macht uebere andere gewinnen zu koennen.

      Wenn wir so tun, als würden wir glauben, dann meistens, weil wir mir Nachteilen zu rechnen haben, wenn bekannt wird, dass wir es nicht. Das war im Kommunismus wohl so (Wer nicht an den Kommunismus glaubte, musste so tun, also täte er es). In einigen islamischen Ländern kann es lebensgefährlich sein, wenn bekannt wird, dass man nicht an Gott glaubt. Die wenigen Atheisten in diesen Ländern tun dann nur so, als würden sie glauben. Aber das geschieht aus Angst.
      Aber auf einen Teil unserer Priesterschaft trifft ihre Behauptung wohl zu.

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