Kategorien des Bösen


Zurzeit sind mir vier Kategorien des Bösen bekannt.

1. Das versehentliche, unbeabsichtigte Böse
Verursachte durch Tiere, Naturkatastrophen oder Unfälle. Es besitzt keine Intention und ist im strengen Sinn der Definition gar nicht böse.

2. Das fahrlässige Böse
Verursacht durch Menschen. Mord, Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, Raubüberfall, Einbruch und Ähnliches mehr. Das Leid, das diese Taten erzeugt, ist von den Tätern nicht direkt beabsichtigt. Es ist ein Nebenprodukt ihrer Taten und wird entweder gar nicht bemerkt oder als unbedeutend hingenommen. Dem Täter mangelt es an der nötigen Sensibilität.

3. Das absichtliche Böse
Verursacht durch Menschen. Hier steht das Leid, das durch die Taten erzeugt wird, im Mittelpunkt. Die Taten (Mord, Vergewaltigung, Folter und Ähnliches) sind für den Täter vielleicht nur Mittel zum Zweck. Der Zweck ist, dem Opfer Leid zuzufügen. Der Täter will sich durch seine Tat nicht nur bereichern, sondern seine Macht, andere Menschen leiden zu lassen, bereitet ihm Vergnügen.

4. Das bewusste Böse
Verursacht durch Menschen. Ähnlich wie Punkt drei. Hier steht jedoch nicht das Leid anderer Menschen im Mittelpunkt, sondern die »Idee des Bösen«. Der Täter berauscht sich nicht mehr am Leid, das er erzeugt, sondern an seiner „Fähigkeit“ böse handeln zu können, ohne moralische Bedenken zu haben. Er ist der Meinung, Gut und Böse gibt es gar nicht, und es folglich heuchlerisch oder verlogen sei, sich für einen guten Menschen zu halten.

An dieser Stelle stellt sich dann die Frage, worin der Unterschied zwischen dem fahrlässigen, absichtlichen Bösen (Kategorie 2 und 3) und dem bewussten Bösen (Kategorie 4) besteht. Auch die normale (fahrlässige) böse Tat ist nach der oben dargestellten Definition eine bewusste Tat, sonst könnte sie nicht als böse gelten, da Böses stets mit Bewusstsein in Erscheinung tritt. Man kann nicht davon ausgehen, dass der fahrlässig böse handelnde Mensch nichts von dem Leid weiß, das seine Tat erzeugt. Vielleicht fehlt ihm die Beziehung zu seiner Tat oder er beschäftigt sich nicht mit ihr.

Das absichtliche, bewusste Böse hat lediglich eine andere Intention als das fahrlässige. Doch wo genau ist die Grenze zwischen dem „normalen“ und dem bewussten Bösen zu ziehen? Wann handelt es sich noch um einfaches Böses und wann beginnt das bewusste, abnorme? Wahrscheinlich ist die Grenze fließend, jeder zöge sie vielleicht anders.

Deshalb möchte ich hier eine Idee vorstellen, die das »Phänomen Böse« neu beleuchtet:

1. Es gibt kein bewusstes Böses.
2. Das Böse ist immer unbewusst.
3. Böse Taten sind stets ein Ausdruck von Unbewusstheit.
4. Das Wort »Böse« ist nur ein anderes Wort für »destruktive Unbewusstheit«


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