Konsum und Überfluss


Zuviel ist nicht genug

Aber wir beuten nicht nur Menschen und Tiere aus. Eigentlich beuten wir alles aus, was sich auch nur im Entferntesten ausbeuten lässt.

Eine halb erstarrter Lava-Fluss, über den kaltes Wasser spritzt.

Das heißt, wir missbrauchen unsere Möglichkeiten und interessieren uns nicht für die Konsequenzen – selbst wenn wir diese selbst tragen müssen, denn die liegen oft in der Zukunft, und die interessiert uns nicht wirklich.

Um Tiere auszubeuten, bedarf es ein gewisses Maß an Gewalt und Raffinesse. Bei Menschen ist dieser Aufwand etwas größer, denn wir lassen uns nicht so leicht wie Tiere manipulieren und benutzen. Geht es um Rohstoffe, müssen wir jedoch überhaupt keine Widerstände überwinden, denn die Natur kann sich gegen unsere Übergriffe nicht wehren. Wir holzen ganze Urwälder ab und scheren uns einen Dreck um die dort heimischen Tierpopulationen, denen anschließend der Lebensraum fehlt. Hauptsache, wir haben etwas, was wir im Überfluss verbrauchen und konsumieren können. Denn das hält unsere Wirtschaft am Leben.

Wir wollen einen Job um Geld zu verdienen. Wie das geschieht, ist uns meistens egal. Wir fischen die Meere nach Belieben leer und zerstören ganze Landschaften, um an die Ressourcen zu kommen, des Geldes wegen.

Entweder fehlt uns die Weitsicht für die Tragweite unseres Handelns oder es ist uns egal. Wir rechtfertigen unser Verhalten, indem wir sagen: „Ich habe sonst keine andere Möglichkeit, Geld zu verdienen. Außerdem, wenn ich es nicht mache, macht es sowieso jemand anderes. Also kann ich es genauso gut selbst tun!“ Doch das ist eine faule Ausrede, denn in Wirklichkeit interessieren uns die Konsequenzen unseres Handelns nicht, wennn wir von ihnen nicht betroffen sind.
Die Ausbeutung findet jedoch nicht allein auf externer Ebene statt. Wie beuten nicht nur Menschen, Tiere und die Natur aus, sondern auch uns selbst. Und diese Art ist vielleicht die Mutter aller Ausbeutung, zumindest in der heutigen Zeit.

Selbstausbeutung

In einer verlorenen Ecke liegt ein großer Haufen Müll. Ein dicker Lichtstrahl durchdringt die Szene.

Um leistungsfähig sein und bleiben zu können, müssen wir oft unsere Grenzen überschreiten. Wir muten uns Dinge zu, die auf Dauer ungesund sind, unterwerfen uns dem Leistungsdruck, weil wir in der Gesellschaft nicht abseitsstehen wollen. Wir betreiben Raubbau an uns selbst und der Natur. Und das, was wir uns selbst antun, tun wir anderen Lebewesen erst recht an! Doch das ist uns nur möglich, weil uns das nötige Einfühlungsvermögen fehlt und wir das Leben nach wie vor als Überlebenskampf empfinden.

Unsere Ansprüche an das Leben sind mit den Möglichkeiten gewachsen. Es reicht uns heute nicht, etwas zu Essen zu haben, eine warme Wohnung, saubere Kleidung und komfortable Einrichtungsgegenstände zu besitzen. Es reicht uns nicht, über sanitäre Anlagen zu verfügen, die im Mittelalter selbst Könige nicht hatten. Wir wollen also ständig mehr, selbst wenn wir schon mehr besitzen, als wir eigentlich brauchen – und das ist einer Krankheit ähnlich.

Wir streben nicht den Überfluss an, weil wir ihn brauchen – denn so etwas gibt es nicht – sondern wir befürchten benachteiligt zu werden. Deswegen legen wir uns Vorräte an, die wir nicht benötigen. Sind wir dann an den Überfluss gewöhnt, empfinden wir ihn als Standard und wollen noch mehr, denn Standard genügt uns nicht. Letztendlich werden wir raffgierig, was einer Zwangshandlung ähnelt. Andere, die nicht in diesem Überfluss und der Verschwendung leben, verspüren jetzt vielleicht Neid, und beginnen selbst mehr und mehr Dinge anzuhäufen, die sie gar nicht brauchen. Zeitgleich verhungern in anderen Teilen der Welt Menschen.

Die Interessen anderer, besonders fremder Menschen, sind uns egal. Alles was uns interessiert, sind wir selbst. Nehmen wir uns nicht das, was wir haben wollen, nimmt es sich ein anderer und wir stehen mit leeren Händen da und bedauern anschließend unsere Zurückhaltung. Mit dieser Einstellung legitimieren wir moralisch unser ausbeuterisches, verantwortungsloses Verhalten.


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